Shoppen in China-Shops birgt laut Verbraucherzentrale viele Stolpersteine

30. Januar 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: André Westphal

china flaggeWer nach einem günstigen neuen Smartphone sucht und mit den hier erhältlichen Modellen nicht warm wird, wirft immer häufiger einen Blick auf einen China-Shop. Ihr kennt sie alle: FastTech, GearBest, TinyDeal und wie sie eben alle heißen. Allerdings birgt der Online-Einkauf zu verlockenden Preisen auch einige Risiken, wie aktuell die Verbraucherzentrale NRW aufmerksam macht. Das kann freilich damit anfangen, dass der Zoll die Ware abfängt und eventuell feststellt, dass sie in Deutschland gar nicht in den Verkehr gehen darf. Es kann damit weitergehen, dass bei Reklamationen plötzlich Funkstille seitens der sonst so kommunikationsfreudigen Shops herrscht.

Wer in diversen Foren stöbert, stellt zudem fest, dass Lieferungen teilweise trotz vermeintlich gelagerter Produkten Wochen dauern, Sendungen selbst bei Tracking verloren gehen bzw. in Timbuktu steckenbleiben oder am Ende defekte Ware eintrudelt. Sitzt der Händler nicht in Deutschland, sondern eben in China, wird es oftmals schwer mit Reklamationen. Denn aus rechtlicher Sicht haben China-Shops wenig zu verlieren – man kann stets nur hoffen, dass die Kundenzufriedenheit und das Image wichtig genug ist, um auch bei Widerruf und Reklamationen zufriedenstellende Lösungen zu ermöglichen.

lightinthebox

Längt erstrecken sich die China-Shops nicht mehr nur über Gadget-Anbieter. Teilweise ist auf den ersten Blick auch gar nicht direkt ersichtlich, dass der Händler in China sitzt. Wer etwa unbedarft „LightInTheBox.com“ ansteuert, muss schon etwas stöbern oder einen Blick ins Impressum werfen, um den Standort des Anbieters zu ergründen. Wenn dann die Lieferung scheinbar ewig dauert oder ein Produkt aufgrund fehlenden CE-Kennzeichens vom Zoll einbehalten wird, ist der Ärger natürlich groß.

Dass ab 22 Euro (mit Kulanzgrenze von 5 Euro in der Praxis eher 27 Euro) Bestellwert – inkl. Versandkosten – auch noch 19 % Einfuhrumsatzsteuer anfallen, ist wohlbekannt. Ab 150 Euro kommen aber auch noch Zollgebühren dazu. So kann ein vermeintliches Schnäppchen aus China im schlimmsten Fall teurer werden als der Kauf vor Ort in Deutschland. Eine Grenze ist zudem überschritten, wenn Shops anmerken, dass keine Einfuhrumsatzsteuer anfalle, weil jegliche Ware als „Geschenk“ deklariert werde. Hier begibt sich nämlich neben dem Versender auch der Empfänger auf rechtlich dünnes Eis: Ab 45 Euro ist auch bei derlei Sendungen Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen.

Bei Rücknahmen legen die chinesischen Händler sowieso jeweils eigene Regeln an. Während in Deutschland das 14-tägige Widerrufsrecht ohne Wenn-und-Aber gilt, sehen die ausländischen Händler teilweise völlig andere Fristen vor oder erfordern bestimmte Gründe. Die Rücksendung müssen die Käufer in der Regel selbst tragen, so dass hier über 40 Euro allein an Porto anfallen können, wenn es um eine Paketsendung geht. Oft ziehen die Händler dann noch pauschal etwas vom Warenwert ab. Wer also bei China-Shops bestellt, sollte im Grunde gleich vorab einkalkulieren, dass Garantie und Gewährleistung eher herausfallen.

Neu sind alle die Infos natürlich nicht. Aber die Erinnerung durch die Verbraucherzentrale hat dennoch ihren Sinn. Denn wenn das nächste Xiaomi-Smartphone als Import lockt, sollte man auch die möglichen Probleme mit einer Bestellung aus dem schönen Asien im Kopf behalten.


 

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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