Readdle veröffentlicht PDF Office für das iPad

10. Dezember 2014 Kategorie: iOS, geschrieben von:

Readdle, das Entwicklerstudio hinter App wie Documents 5 oder Calendars 5, hat heute eine neue App veröffentlicht. PDF Office nennt sie sich und kann, wie der Name unschwer erkennen lässt, PDF-Dateien erstellen und bearbeiten. PDF Office löst PDF Expert 5 ab und damit auch das Bezahlmodell der Einmalzahlung. PDF Office wird nämlich per Abo bezahlt. Bereits als PDF Office offiziell bekannt wurde (eigentlich wäre die App schon eine Weile verfügbar gewesen, es kam aber etwas dazwischen) erhob die empörte Netzgemeinde (aka meine Filterbubble) ihre Stimme. Für mich unverständlich, da die wenigsten zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeiten der App kennen dürften, zum anderen, weil sie wohl auch nicht der Zielgruppe entsprechen. So viel zum Gemotze am Anfang, jetzt geht es aber zur App.

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Mit PDF Expert 5 hat Readdle bereits eine gut App im Angebot, die PDFs bearbeiten kann. Diese wird nun abgelöst, PDF Office ist noch einmal eine Stufe weiter, eignet sich auch für Menschen, die mehr mit PDF-Dateien machen, als nur lesen oder vielleicht noch mit Annotationen versehen. PDF Office ist in der Tat ein kleines Office, mit dem sich jede Menge Dinge anstellen lassen.

Die App kann zahlreiche Office-Formate öffnen, darunter auch Apples und Microsofts Office-Formate. Da die Dateien beim erneuten Abspeichern über PDF Office als PDF gespeichert werden, gibt es auch keine Darstellungs- oder Kompatibilitätsprobleme. Öffnet man eine solche Datei in PDF Office, kann man diese mit weiteren Inhalten versehen, eine Unterschrift platzieren oder auch neue Elemente einfügen. Die Umwandlung des Office-Dokuments in eine PDF-Datei erfolgt dabei auf dem iPad, sie wird also nicht auf fremde Server geladen. Stammen können die Dateien hingegen von fremden Servern. Neben diversen Cloud-Anbietern lassen sich auch Dokumente von Microsoft SharePoint direkt in die App laden.

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Um herauszufinden, was man mit PDF Office alles anstellen kann, empfiehlt es sich, einfach ein neues Dokument zu erstellen und die einzelnen Optionen auszuprobieren. So war meine Herangehensweise, als ich eine frühe Version der App ausprobieren konnte. Man hat bei der Erstellung eines neuen Dokuments eine leere Fläche, die sich in beide Richtungen erweitern lässt, falls eine Seite nicht ausreicht. Diese Fläche kann man mit Textboxen, Tabellen, Auswahllisten (Dropdown), Unterschriftenfeldern und Berechnungsfeldern befüllen. Diese einzelnen Elemente lassen sich jederzeit in der Größe anpassen, die Schrift kann geändert werden und sie lassen sich frei verschieben.

Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel auch Briefe sehr schnell erstellen. Ein paar Textboxen mit entsprechenden Anpassungen, schon hat man alles an der Stelle, wo es auf einem Brief hin soll und falls es nicht genau passt, verschiebt man einzelne Komponenten einfach. Geht auf dem iPad super einfach und man ist wesentlich flexibler als wenn man zum Beispiel Pages nutzt.

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In Dokumente lassen sich auch Bilder einfügen, die natürlich auch aus schnell angefertigten Scans bestehen können. Die Bearbeitung erfolgt direkt im Dokument, auf eine Weise, wie man es sich auch vorstellt. Man merkt bei der Bedienung der App sehr deutlich, dass Readdle durchaus das ein oder andere Jahr Erfahrung mit Produktiv-Apps hat.

Kommen ausfüllbare PDF-Dateien bei einem PDF Office-Nutzer an, erkennt die App automatisch die Felder und man kann diese einfach ausfüllen. Sollten solche Felder einmal nicht erkannt werden, ist dies allerdings auch kein großes Problem, da man jederzeit eine eigene Box an entsprechender Stelle einfügen kann. Natürlich stehen für PDF-Dateien auch die typischen Funktionen wie markieren, unterstreichen, etc. zur Verfügung. PDF Office ist sozusagen ein PDF-Komplettpaket, das aus meiner Sicht keine Wünsche offen lässt. Allerdings arbeite ich auch äußerst selten mit PDF-Dateien.

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Zurück zum Preis der App. Der Download ist kostenlos, für die Nutzung wird aber eine Gebühr fällig. Ein Einzelmonat kostet 4,49 Euro, entscheidet man sich für eine jährliche Zahlung, wird das Konto mit 35,99 Euro belastet. Man zahlt also nur noch drei Euro pro Monat. Wer auf ein solches Programm angewiesen ist, wird den Betrag gerne zahlen, man erhält schließlich eine wirklich umfangreiche und flexible App. Für Menschen, die nur selten auf diese Weise arbeiten, scheint dies natürlich teuer, das ist richtig. Für solche Menschen gibt es allerdings auch genug Alternativen, die dann vielleicht nicht so umfangreich sind, aber ihren Zweck erfüllen. PDF Office richtet sich an die sogenannten Pro-Nutzer.

Da man die App kostenlos ausprobieren kann, schaut sie Euch an, falls Ihr so etwas sucht. Aktuell ist die App nur in englischer Sprache verfügbar, die deutsche Lokalisierung soll aber mit einem Update (Zeitpunkt unbekannt) nachgereicht werden. Auch steht PDF Office bisher nur für das iPad zur Verfügung, aber das soll sich ebenfalls noch ändern. Gerade auf den größeren iPhone-Modellen stelle ich mir eine Nutzung sehr angenehm vor, wobei die Nutzung auf einer größeren Arbeitsfläche schon sinnig ist, vor allem, wenn man bereits vorhandene Dateien bearbeitet.

PDF Office - Create, Edit and Annotate PDF
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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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