Neuer Kindle, Kindle Voyage, Fire HDX 8.9, Fire HD6 und Fire HD7 im Hands-on

2. Oktober 2014 Kategorie: Hardware, geschrieben von: Pascal Wuttke

Im Rahmen eines kleinen Presse-Events hat Amazon nun offiziell seine neuen Kindle- und Fire-Geräte vorgestellt. Amazon hat für seine neuen eBook-Reader und Tablets ein Rebranding vorgenommen, um zunehmende Verwirrung bei den Produktnamen zu vermeiden. Ab sofort tragen alle Amazon Multimedia-Geräte „Fire“ im Namen, während man bei den klassischen E-Readern dem Namen „Kindle“ treu bleibt. Im nachfolgenden Hands-on gebe ich einen kleinen Überblick zu den einzelnen Geräten Kindle, Kindle Voyage, Fire HDX 8.9, Fire HD6 und Fire HD7 sowie zu den Preisen und der Verfügbarkeit.

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Fire HD6 und Fire HD7

Das Fire HD6 ist, wie der Name andeutet, ein 6 Zoll-Tablet mit einem 1,5 GHz Qualcomm Quad-Core Prozessor und einem 1280 x 800 HD-Display bei einer Pixeldichte von 252 ppi. Zwei Kameras (2 MP Rückseitig, VGA Vorne) sind mit an Bord, die aber qualitativ nicht der Rede wert sind. Für Videotelefonie via Skype sollten die Kameras wohl ausreichen. Die Akkulaufzeit wird von Amazon auf 8 Stunden für den Dauereinsatz angegeben bzw. 10 Stunden, wenn man ausschließlich liest.

Im Fire HD7 werkelt dasselbe im Inneren, mit dem Unterschied, dass hier eben ein 7 Zoll Display verbaut ist. Die Auflösung ist ebenfalls gleichbleibend bei 1280 x 800 – lediglich die Pixeldichte ist mit 216 ppi geringer. Hier gibt Amazon als Richtwert jedoch eine schlechtere Akkulaufzeit an: 8 Stunden für den Dauereinsatz und 9 Stunden fürs Dauerlesen.

Des Weiteren wird Amazon das Feature ASAP (Advanced Streaming And Prediction) auf die Fire HD6 und Fire HD7 bringen. Mit ASAP erkennt Amazon Prime Instant Video anhand eurer Vorlieben und anderer Algorithmen, was ihr euch voraussichtlich anschauen wollt und puffert den Film oder die Serie vor, sodass keine Ladezeiten entstehen und das Video nahtlos startet.

Preislich unterscheiden sich beide Tablets nicht sonderlich viel. Das Fire HD6 kostet 99 Euro mit 8 GB und 119 Euro mit 16 GB Speicher. Das Fire HD7 ist mit 8 GB für 119 Euro zu haben, während man für die 16 GB Variante 149 Euro hinlegen muss. Eines muss hier jedoch vorweg gesagt werden: Beide Geräte sind mit 290 Gramm beim Fire HD6 und 337 Gramm beim HD7 und den robusten, aber sehr sperrigen Maßen von 169 mm x 103 mm x 10,7 mm, bzw. 191 mm x 128 mm x 10,6 mm keine Handschmeichler. Außerdem ist hier der Kauf der 16 GB Variante dringend empfohlen, weil bei der 8 GB Version nach Abzug von Betriebssystem und vorinstallierter Apps lediglich 4 GB nutzbarer Speicher überbleibt.

Sowohl das Fire HD6 als auch das Fire HD7 können in mehreren Farben bestellt werden. Ihr könnt hier zwischen den Farben Schwarz, Weiß, Marineblau, Magenta und Limone wählen.

Fire HDX 8.9

Amazon hat seinem Kindle HDX ein Upgrade spendiert. Das Tablet, das nun nur noch „Fire HDX 8.9“ heißt, kommt wahnsinnig scharf und mit großartiger Farbwiedergabe daher. Das 8,9 Zoll Display löst mit 2560 x 1600 bei einer Pixeldichte von 339 ppi auf und liegt mit 375 Gramm in der WLAN-Version gut in der Hand. Der 2,5 GHz Quad-Core-Prozessor (Qualcomm) rennt ohne Ruckler durch die Oberfläche des neuen Amazon OS 4.0 Sangria und macht einfach Spaß. Auch eine kurze Partie „Dead Trigger 2“ lief butterweich und ohne einen einzigen Ruckler.

Außerdem erhält das Fire HDX 8.9 das, erstmals im Amazon Firephone vorgestellte „Firefly“-Feature. Hiermit könnt ihr bestimmte Produkte, die sich vor euch befinden, scannen und direkt bei Amazon kaufen. Auch könnt ihr laufende Musik mit Firefly erkennen lassen und diese natürlich ebenfalls bei Amazon kaufen. Ob das Firefly Feature auch auf das Vorgänger „Kindle Fire HDX“ mit OS 4.0 „Sangria“ kommt, konnte von Amazon nicht bestätigt werden.

Nebst dem bekannten X-Ray Feature, das Begriffe in Büchern und Schauspieler oder Musik Filmen mit Internet-Datenbanken wie IMDB und Wikipedia abgleicht, wird auch ASAP auf das neue Amazon Fire HDX 8.9 kommen.

Die Akkulaufzeit des Fire HDX 8.9 wird von Amazon zwischen 11 und 18 Stunden je nach Nutzung angegeben.

Das Fire HDX 8.9 besitzt außerdem rückseitig angebrachte Power- und Lautstärke-Knöpfe, die im ersten Moment doch recht gewöhnungsbedürftig sind. Da sie bündig mit der Oberfläche verarbeitet wurden, sind sie einerseits schwer zu ertasten und andererseits durch ihren leichten Druckpunkt leider auch sehr schnell aus Versehen betätigt.

Leider ist der Preis hier meiner Meinung nach nicht ganz konkurrenzfähig, da Amazon für das Fire HDX 8.9 in der Basisversion (WLAN only, 16 GB mit Werbung!) bereits 379 Euro aufruft. Will man die größte Ausstattung des Fire HDX 8.9 mit WLAN+LTE, 64 GB Speicher und ohne nervige Werbeeinblendung haben, so ist man mit 594 Euro dabei. Bei Weitem kein Schnapper!

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Kindle und Kindle Voyage

Auch der neue klassische E-Reader aus dem Hause Amazon war gestern Abend zu Gast. Amazon gab im Rahmen des Events bekannt, dass man sämtliche Standard-Kindle der letzten Generationen ab sofort nicht mehr vertreiben wird. Somit gibt es im Bereich eBook-Reader von Amazon ab sofort nur noch drei Geräte zu kaufen: Den neuen Kindle, den Kindle Paperwhite und den neuen Kindle Voyage.

Der neue Standard-Kindle kommt mit einem 6 Zoll E-Ink-Display mit 167 ppi daher. Es mag zwar nicht das schärfste Display der Kindle-Flotte sein, dafür jedoch auf jeden Fall das günstigste.

Der Standard-Kindle ist nämlich für einen Kampfpreis von 59 Euro ab sofort zu haben (mit Werbeeinblendung). Will man keine Werbung auf dem Gerät haben, so muss man 20 Euro drauflegen und ist folglich mit 79 Euro dabei. Amazon setzt mit diesem Preis ein ganz klares Statement gegen die Konkurrenz, die in der Vergangenheit durch günstige Geräte im unter 80-Euro-Segment Amazon ein wenig den Schneid abkauften.

Der Kindle Voyage ist nach dem Kindle Paperwhite das neue Flaggschiff der Amazon E-Reader. Das ebenfalls 6 Zoll große E-Ink-Display besitzt eine sagenhafte Pixeldichte von 300 ppi und ist somit der schärfste E-Reader auf dem Markt. Logo, der Kindle Voyage hat als Premium-Gerät natürlich auch die gleiche Hintergrundbeleuchtung wie der Paperwhite und eine „wochenlange“ Akkulaufzeit.

Außerdem hat man hier die Umblätterfunktion etwas verbessert. Man hat nun die Wahl zwischen Umblättern per Touch oder per drucksensitiver Tasten. Diese sind nicht mehr wie bei den alten Kindle-Geräten als einzelne Knöpfe an der Geräteseite angebracht, sondern direkt in den Rahmen eingebaut. Drückt man also leicht an der markierten Stelle des Gehäuses, so blättert das Gerät um und ihr erhaltet ein haptisches Feedback, also ein leichtes Vibrieren.

Neue Features in Amazon OS 4.0 „Sangria“

Sämtliche Fire-Tablets werden mit dem neuen Amazon OS 4.0 „Sangria“ ausgeliefert, das ein paar neue Features enthält. So wurde das beliebte FreeTime-Feature für Kinder erweitert, sodass Eltern jetzt bestimmte Abfolgen bestimmen können. Heißt in Klartext: Eltern können festlegen, dass ihre Kinder zuerst eine bestimmte Seitenanzahl oder eine bestimmte Zeit in einem Buch hinter sich bringen müssen, bevor sie ihre Lieblings-Kindersendung bei Prime Instant Video sehen dürfen.

Außerdem können Kinder für das Lesen mit bestimmten „Auszeichnungen“ belohnt werden, wenn Sie beispielsweise ein Buch zu Ende gelesen haben. Man kann es mit dem guten alten Sternchen für gemachte Hausaufgaben in der Schule vergleichen.

Qualität hat hier jedoch seinen Preis. Somit geht der Kindle Voyage in der Basis-Version als WLAN-only bei 189 Euro los und die WLAN+ Gratis 3G-Modul Variante kostet satte 249 Euro. Ob und wann ein Kindle Voyage mit LTE-Modul verfügbar sein wird, konnte nicht genannt werden.

Das Fire HD6 wird am 16. Oktober erscheinen, das Fire HD7 und der Standard-Kindle sind ab heute auf dem Markt erhältlich. Der Kindle Voyage und das Fire HDX 8.9 sind dann ab dem 4. November erhältlich. Alle Geräte können bereits ab heute vorbestellt werden.



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Über den Autor: Pascal Wuttke

Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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