Mozilla verschiebt Blockierung von Drittanbieter-Cookies – stattdessen kommt Listensystem „Cookie Clearinghouse“

21. Juni 2013 Kategorie: Firefox & Thunderbird, Internet, geschrieben von:

Als wir hier vor ein paar Monaten davon berichteten, dass Mozilla plant Cookies von Drittanbietern in Firefox 22 im Standard nicht mehr zuzulassen war die Aufregung der Werbeindustrie groß. Diese nutzt Cookies unter anderem dazu, um zielgerichtete Werbung auszuliefern. Der Benutzer bekommt davon aber in der Regel gar nichts mit, dennoch werden extrem viele Cookies von Seiten gesetzt, die man nie besucht hat.

Allerdings ist die derzeit eingesetzte Technik noch zu fehleranfällig, sodass man sich bei Mozilla entschied ein neues System mit anderen Partnern an der Standford-University zu entwickeln, wie der Technische Leiter Brendan Eich beschreibt. In Zusammenarbeit mit Opera hat man das System Cookie Clearinghouse entworfen, welches die Probleme besser lösen soll.

Cooking Clearinghouse

 

Im Kern möchte man Listen aufstellen, die dem Browser mitteilen welche Cookies von anderen Webseiten weiterhin erlaubt sein sollen. Beispielsweise möchte man Cookies von einem CDN einer Webseite erlauben, auch wenn der Benutzer diese Seite selbst nicht aktiv besucht hat.

Die Initiative stellt derzeit vier Kriterien auf, anhand derer man diese Liste erstellen will:

  1. Besucht ein Benutzer eine Webseite sind die Cookies von dieser erlaubt
  2. Cookies von Webseiten, die man nie besucht hat sollen blockiert werden
  3. Digital Advertising Alliance Opt Out Cookies dürfen gesetzt werden
  4. Wenn der Benutzer explizit zustimmt wird ebenfalls ein Cookie gesetzt
  5. Zukünftig sollen auch Cookies akzeptiert werden, die Do Not Track akzeptieren

Die Werbeindustrie wird wohl weiterhin durch Lobbyarbeit versuchen Mozilla noch zum Umdenken zu bewegen. Angeführte Kritikpunkte sind meist bedrohte Geschäftsmodelle und niedrigerer Umsatz für Webseitenbetreiber. Wer auf eine entsprechende Whitelist möchte, kann dies über ein entsprechendes Formular beantragen, was ein wenig an die Methode von Adblock Plus erinnert, die akzeptable Werbung durchlassen wollen.

Das es derzeit zum Teil übertrieben wird hat das Wallstreet Journal einmal gut animiert aufbereitet und solltet ihr euch bei Gelegenheit einmal ansehen. Eine gewisse Restriktion auf das wesentliche ist für die Privatsphäre des Nutzers mit Sicherheit angebracht, der Kompromissvorschlag von Mozilla und Opera ist zumindest ein Angebot.


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