Max Mosley gegen Google: automatische Zensur für Sexbilder

20. September 2013 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

Kenner des Motorsports kennen sicherlich Max Mosley – den früheren Boss des Automobilverbandes FIA. Der war vor über 5 Jahren mal gefilmt worden, als er es mal richtig hat krachen lassen – Sexparty mit mehreren Prostituierten und Co. Dumm nur, dass sowohl Bild- als auch Fotomaterial in das Internet gelangten, kleiner Tipp: Google Bildersuche. Bereits vor einem Jahr ist Mosley deswegen mit seinen Anwälten vor Gericht gezogen – hier ganz um die Ecke, in Hamburg.

Google Office

Aktuell läuft der Prozess gegen Google noch, interessant ist aber, was Mosley und seine Anwälte fordern. Die Forderung scheint Google so zu schockieren, dass man gleich darüber berichtet hat. Mosley verlangt, dass Internetunternehmen Filtersoftware installieren, um bestimmte Inhalte automatisch aufzuspüren und zu löschen. Konkret verlangt Max Mosley, dass Google einen Filter einsetzt, um den Google Index zu durchsuchen und automatisiert Seiten, die Bilder enthalten, aus den Suchergebnissen zu entfernen – ohne dass jemand, ganz zu schweigen von einem Richter, diese jemals gesehen oder den Kontext, in dem die Bilder erscheinen, bewertet hätte.

Logo: Filtermechanismen und ungeprüfte Löschungen dürften nicht nur Google sauer aufstoßen, sondern auch jedem, der ein freies Internet liebt – zumindest solange man selber nicht mal in die Verlegenheit kommt, ein paar Bilchen von sich finden zu müssen.

Konkret teilte Google mit, dass man bereits hunderte Seiten nach Beanstandung durch Max Mosley aus den Suchresultaten entfernt hat und bereit ist, weitere von ihm identifizierte Seiten ebenfalls zu entfernen. Sollte Mosley vor dem Gericht in Hamburg nicht Recht bekommen, so will er vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Das Urteil wird für den 10. Januar 2014 erwartet.

Meine Meinung: ein sehr schwieriges und sensibel anzupackendes Thema. Wir alle wollen ein freies und unzensiertes Internet. Aber wir begrüßen es auch, wenn Google mit Behörden zusammenarbeitet um zum Beispiel Bilder löscht, die im Zusammenhang mit Gewalt oder Kinderpornographie zusammenhängen.

Seit 2008 nutzt man Hash-Technologien, um bekannte Bilder zu markieren, sodass das Aufspüren von Kopien dieser Bilder im Internet möglich wird. Jedes Bild erhält eine eindeutige ID, einen digitalen Fingerabdruck und wandert in eine Datenbank.

Hier ist der schmale Grat betreten – wo fängt man an automatisiert zu löschen, wo hört man auf? Keine Frage, die jetzigen Löschungen von Gewalt gegen Kinder und Co unterstütze ich aus vollstem Herzen – doch darf nicht jeder Mensch Löschungen von Bildern fordern, die ihn in diesen Situationen zeigen? Sicher, man darf nicht Arschbacken mit Kuchen backen vergleichen, in meinem Beispiel handelt es sich um eine Gruppe Menschen, die sich nicht wehren kann, in zweiten Falle um eine Person des öffentlichen Interesses. Schwierig, schwierig…….falls ihr noch nicht mental im Wochenende seid: ich freue mich über eure Bewertung des Themas!


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Über den Autor:

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