Kann passieren: Vorab-Version des Google Home Mini entpuppt sich als aufzeichnende Wanze

11. Oktober 2017 Kategorie: Google, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Die folgende Story ist eine, die jedem Verschwörungstheoretiker die Freudentränen in die Augen treiben wird. Es geht um die kleinen zuhörenden Wanzen, die sich der Nutzer unter dem Vorwand der Smart-Home-Nutzung in die Bude stellt und somit einen permanenten Einblick in sein Leben gibt. Google hat neulich den Google Home Mini vorgestellt, wer dabei war, bekam den kleinen Home-Speaker sogar mit nach Hause und konnte schon einmal ausprobieren.

Das hat Artem von Android Police auch getan, Home Mini aufgestellt und genutzt. Allerdings war etwas komisch, denn der Home Mini aktivierte sich immer wieder – als wenn er ständig das Hotword hören würde. Und das bestätigte sich auch beim Blick in die Sprachaufnahmen, die man bei Google einsehen kann. Google Home Mini hat quasi alles aufgenommen und an die Google-Server geschickt.

Ganz sicher kein normales Verhalten, denn der große Google Home oder auch Android TVs zeigen ein solches Verhalten nicht. Also wurde Google kontaktiert, die das Problem auch sehr ernst genommen haben und sofort Maßnahmen eingeleitet haben, den immer lauschenden Speaker zu untersuchen.

Stellt sich heraus, dass es ein Hardware-Defekt ist. Es werden Phantom-Touches erkannt, eine weitere Möglichkeit, den Assistant im Home Mini zu aktivieren. Heißt also, dass der Home Mini denkt, dass er berührt wurde und entsprechend zuhört und diese Aufnahmen eben speichert.

Google versichert unterdessen, dass von diesem Problem nur eine kleine Anzahl von Google Home Minis betroffen sind, die vorab herausgegeben wurden. Vorbestellungen oder die dann in den Verkauf gehenden Google Home Mini Devices sind davon nicht betroffen.

Allerdings ist das vielleicht mal wieder ein guter Zeitpunkt für ein bisschen Sensibilisierung. Theoretisch kann so ein Smart Speaker auch unbemerkt lauschen, dessen sollte man sich bewusst sein. Um zu überprüfen, was vorhandene Lautsprecher alles so speichern, kann man bei Google an dieser Stelle nachsehen und bei Amazon das Ganze über die Alexa-App erledigen. Ausführlich haben wir das in diesem Beitrag erklärt.

Und vielleicht einmal auch generell ein Hinweis, dass man sich bei Smart-Home-Produkten, egal ob Lautsprecher, Kamera oder sonst etwas, durchaus einmal intensiver damit beschäftigen sollte, wenn einem etwas komisch vorkommt.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 9163 Artikel geschrieben.