iMessage: Apple speichert Daten und gibt sie an Behörden, aber anders als viele befürchten

29. September 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_imessageGroße Schlagzeile, die sich seit gestern auf unterschiedliche Weise im Netz tummelt: „Apple speichert iMessage-Kontakte und gibt diese an die Polizei weiter.“ Ausgehend von The Intercept, die über Dokumente von Ermittlungsbehörden stolperten und diese mit einer klickstarken Headline ausschlachten. Apple, das Unternehmen, das sehr gerne mit der Privatsphäre der Nutzer wirbt, gibt Daten weiter. Und das auch noch trotz des Versprechens, dass iMessage sicher sei. Aber was speichert Apple eigentlich und in welchen Fällen wird es an Behörden weitergegeben? Dazu muss man verstehen wie iMessage überhaupt funktioniert. Es handelt sich dabei ja nicht um einen reinen Messenger, sondern eine integrierte Lösung, die auch mit SMS umgehen kann.

Um herauszufinden, ob eine Nachricht als iMessage oder als SMS/MMS gesendet werden soll, benötigt Apple Informationen über den Empfänger. Diese Informationen werden abgefragt, sobald man eine Nummer eintippt oder aus den Kontakten auswählt, ein Senden von Nachrichten ist dafür nicht nötig. Und diese Anfragen speichert Apple. Sogenannte Metadaten. Diese Daten enthalten die IP-Adresse des Senders, die Nummer des Empfängers sowie Datum und Uhrzeit der Anfrage.

Für 30 Tage werden diese Daten gespeichert. Apple möchte anhand dieser Daten das iMessage-System verbessern. Es muss ja jedes Mal neu geprüft werden, ob eine Nachricht als SMS oder iMessage verschickt wird. Die Inhalte der Nachrichten sind durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht einsehbar. Folglich werden auch nur die Metadaten an Behörden weitergegeben. Allerdings auch nur dann, wenn ein entsprechender gerichtlicher Beschluss vorliegt. Müssen Unternehmen machen, da kann sich auch Apple nicht dagegen wehren. Das hatten wir beim Thema WhatsApp-Verschlüsselung schon einmal.

Bei Apple kommt jedoch erschwerend hinzu, dass das Unternehmen bereits 2013 sagte, keine Informationen zu speichern, die den Nutzer identifizieren können. Durch das Speichern der IP-Adresse stimmt dies allerdings nicht. Dies wiederum ist aber durch die Datenschutzerklärung, die jeder iOS-Nutzer akzeptiert, abgedeckt. Seit Jahren.

Um das Ganze noch einmal in aller Kürze zusammenzufassen: Apple speichert Metadaten zu iMessage für 30 Tage und gibt diese an Behörden heraus, wenn sie einen Gerichtsbeschluss vorweisen können. iMessage-Inhalte sind hingegen nicht Bestandteil dieser Speicherung und Herausgabe, an diese kommt Apple selbst nicht ran. Viel Wind um nichts? Ja, weder macht Apple dies heimlich, noch gibt Apple die Daten unbegründet weiter.

(via iMore, 9to5Mac)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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