Im Test: Bosch Smart Home

2. Dezember 2017 Kategorie: Android, Hardware, iOS, Smart Home, geschrieben von:

Das Thema “Smart Home” ist auch im Jahre 2017 noch immer ein heiß diskutiertes. Viele sind tatsächlich sehr angetan von den zahlreichen Möglichkeiten, die so ein System mit sich bringt und sind dafür auch durchaus bereit, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Andere möchten nur in Teilbereichen “smart” vernetzt sein und greifen zu entsprechenden Beleuchtungssystemen oder beispielsweise einer smarten Heizungssteuerung.

Bei mir persönlich läuft es in den letzten Monaten so (natürlich auch bedingt durch das Blog), dass ich mich habe umstimmen lassen und seitdem auf diverse Gerätschaften setze, die mir zuhause ein wenig Arbeit abnehmen und mir vor unter anderem auch das Heim sicher machen.

Natürlich gibt es inzwischen auch zahlreiche deutsche Unternehmen, die entsprechende Lösungen anbieten. Eines davon ist Bosch, das mittlerweile seit dem 19. Jahrhundert existiert und global arbeitet. Von Bosch lag mir nun für meinen folgenden Testbericht ein umfangreiches Paket diverser Smart Home-Produkte des Unternehmens vor. Dies umfasst:

  • 1x Bosch Smart Home Controller
  • 1x 360° Innenkamera
  • 1x Universalschalter Flex
  • 2x Tür-/Fensterkontakt
  • 2x Zwischenstecker
  • 1x Bewegungsmelder
  • 1x Rauchmelder

Daneben bietet das aktuelle Portfolio auch noch Elemente für die Rolladen- und Lichtsteuerung, sowie Heizkörper-Thermostate und eine Außenkamera. Die Preise der einzelnen Komponenten sind zwar keineswegs gering, allerdings – und das nehme ich einfach mal vorweg – sind die Geräte meiner Meinung auch ihr Geld wert.

Die Verarbeitung aller mir vorliegenden Geräte ist sehr hochwertig, lediglich beim Controller ist mir der Deckel ein wenig zu locker angebracht. Das Gerät sitzt zu Beginn recht stramm in seiner Verpackung und muss dann vorsichtig, aber kräftig daraus befreit werden. Hier hatte ich erst ein wenig Sorge, dass mir gleich der Deckel entgegen kommt, am Ende hat dann aber doch alles gehalten.

Jedes der mir vorliegenden Produkte bietet im Lieferumfang neben dem Hauptgerät sämtliches notwendige Montagematerial, sowie eine sehr hilfreiche Installationsanleitung. Entgegen meiner maskulinen Einstellung, Bedienungsanleitungen links liegen zu lassen, da man es ja eh besser weiß, habe ich mir angewöhnt, lieber doch sicherheitshalber zuerst das Paperwork zu lesen, bevor ich mich ans Werk mache. Bosch erklärt in den Beschreibungen sehr genau und einleuchtend, wie ihr die Geräte Schritt für Schritt einrichtet und montiert.

Der Controller als Basis

Basis und damit quasi das “Smart Home-Mutterschiff” ist der sogenannte Smart Home Controller, den es demnach als erstes einzurichten gilt. Erster Installationsschritt hierfür ist das Herunterladen der entsprechenden App (iOS und Android) des Unternehmens, welche euch dann für jedes einzelne Gerät detailliert an die Hand nimmt.

Der Controller wird mit dem Stromnetz und per RJ45-Kabel mit dem heimischen Router verbunden. Heißt für den Nutzer aber auch, dass ein entsprechender LAN-Port am Router belegt wird und man den Smart Home Controller auch zwingend in der Nähe von diesem platzieren muss. Danach geht es weiter mit der Einrichtung über die App.

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Der Controller initialisiert sich zu Beginn recht langatmig, laut App soll man warten, bis die Power-LED dauerhaft leuchtet, um mit der Einrichtung fortzufahren. Warum auch immer – ich habe diesen Passus komplett überlesen und bin dann einfach per “Weiter”-Button in den nächsten Schritt gelangt. Hier soll sich die App mit dem Controller verbinden.

Da dieser mit der Initialisierung noch nicht fertig war, erhielt ich immer wieder die Meldung, dass der Controller nicht gefunden werden konnte. Leider hatte ich durch meine Eile aber dafür gesorgt, dass nun nur noch das manuelle Eintragen der IP des Controllers als letzte Lösung verblieb. Als das erledigt war, erkannte die App das Gerät und die Einrichtung konnte fortgesetzt werden.

Zu guter Letzt vergibt man noch einen Namen und ein Passwort, eine Mailadresse muss an dieser Stelle nicht eingegeben werden. Gut finde ich im Übrigen, dass ich am Ende festlegen kann, ob ich meine Smart Home-Geräte nur daheim (und dann über das heimische WLAN) oder auch von unterwegs über die Cloud steuern können möchte.

Bevor es an die weitere Einrichtung des Gesamtsystems geht, sollte man aber in der App bereits ein paar Räume definieren, denen man im Anschluss die einzelnen Geräte zuweisen wird. So kann man im Ernstfall bei einer Benachrichtigung auch direkt erkennen, aus welchem Raum die Meldung kommt. Gerade dann interessant, wenn man mehrere Melder des gleichen Typs verwendet.

Nun nützt der beste Smart Home Controller nichts, wenn er nicht auch ein paar Geräte hat, die er koordinieren und ansteuern kann. Dank Bosch kann ich hier aber auf zahlreiche unterschiedliche Gerätetypen zurückgreifen, die ich nun nach und nach eingerichtet habe.

Tür-/Fensterkontakt

Den Anfang machen die beiden Tür-/Fensterkontakte. Der Sinn der beiden Geräte liegt darin, zu überprüfen, ob eine Tür/ein Fenster geschlossen ist oder nicht. Bin ich nicht daheim und jemand versucht durch mein Fenster oder meine Terrassentür ins Haus einzusteigen, dann möchte ich darüber umgehend informiert werden. Ein anderer Ansatz ist, dass ich genauso prüfen kann, ob ich nun die heimische Heizung bereits vorwärmen lassen kann oder ob das vielleicht gerade noch eine dumme Idee ist, da die Fenster im Haus noch geöffnet sein könnten.

Im Lieferumfang befindet sich die beiden Elemente des Kontakts (Haupteinheit und Auslöser mit Magnet), sowie das nötige Montagematerial und ein optionaler Abstandhalter für die Magnet-Einheit und zwei Typ AAA-Batterien.

Der Abstand zwischen Haupteinheit und Magnet darf nicht größer als 0,8 cm sein, was allerdings gut einzuhalten ist. Das Anlernen der Geräte erfolgt natürlich per App und ist in Windeseile durchgeführt. Unter “Verwaltung” kann ich ein neues Gerät hinzufügen. Noch eben die entsprechende Gerätekategorie ausgewählt und schon kann der am Gerät befindliche (und in den meisten Fällen zusätzlich als Aufkleber vorhandene) QR-Code mit dem Smartphone eingescannt werden. Das war es auch schon mit der Einrichtung.

Zwischenstecker

Als nächstes habe ich mich den beiden Zwischensteckern zugewandt. Diese ermöglichen das manuelle oder zeitlich/durch Szenen gesteuerte Ein-/Ausschalten eines Stromkreises und damit verbundenen Geräten. In meinem Fall möchte ich damit unsere abendliche Beleuchtung steuern, aber auch andere Szenarien wären natürlich denkbar. Der Zwischenstecker wird in eine freie Dose an der Wand angeklemmt und kann dann umgehend per App und QR-Code eingerichtet werden.

Hierbei sollte logischerweise darauf geachtet werden, dass man das Gerät nicht an eine Stromleiste andockt, die manuell an- und ausgeschaltet werden kann. Dann kann der Stecker natürlich nicht jederzeit ordnungsgemäß funktionieren 😉 Nach der Einrichtung erscheint auf Wunsch ein Eintrag zum Gerät in meiner Favoritenliste der App. Hierüber kann man den Stecker dann manuell aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Das Ganze klappt reibungslos und vor allem schnell, kann dann sogar in diverse Szenarien eingebunden werden. Dazu komme ich aber später noch einmal genauer.

Rauchmelder und Alarmsirene in einem

Was darf heutzutage auch in keinem Haushalt mehr fehlen? Richtig, ein Rauchmelder. Besser natürlich noch einer in jedem Zimmer, allerdings wird man hier wohl kaum jeden Raum mit einem 80 €-Melder ausstatten wollen. Dennoch: der smarte Rauchmelder von Bosch kann nicht nur auf entsprechende Gefahren hinweisen, er kann auch als Alarmsirene bei einem Einbruch eingesetzt werden. Das macht ihn doppelt interessant und relativiert den Preis wieder ein wenig.

Die Montage kann auf zwei Wege erfolgen: Kleben oder Schrauben. Auch hier hat Bosch für beide Optionen das notwendige Material direkt mitgeliefert. Sinnvoll ist vermutlich die Montage per Schraube, ich habe mich dennoch fürs Kleben entschieden, da ich ansonsten in unsere sonst so lochfreie Stahlbeton-Decke im Wohnzimmer mit der großen Maschine hätte agieren müssen.

Die Batterie ist direkt von vornherein eingelegt, der Melder muss nur noch in seine Halterung eingeklinkt werden. Die App und die Bedienungsanleitung informieren noch darüber, dass man direkt vor der Installation einen ersten Funktionstest vornehmen sollte. Dies geschieht per Druck auf den großen mittig angebrachten Knopf, der später ebenfalls zum Stummschalten des Melders dient.

Ein lauter Signalton ertönt dreimal, danach ist der Test abgeschlossen, der Melder einsatzbereit. Das mitgelieferte Klebe-Pad hält ausgesprochen stark und macht den Eindruck, dass ich mir um den Halt des Melders keine Sorgen mehr machen brauche. Bosch informiert außerdem, dass sich direkt aus dem App-Bildschirm heraus die Feuerwehr anrufen lässt, sollte es mal zu einer Brandmeldung kommen – sehr vorbildlich.

Bewegungsmelder – mit Haustiererkennung

Auch ein Bewegungsmelder lag meinem Paket bei. Die Funktion des Geräts dürfte jedem einleuchten 😀 Auch hier hat man bei der Montage die Wahl, ob man den Melder lieber an einer Fläche ankleben oder doch lieber schrauben möchte. Hier habe ich mich für die Schraube entschieden, die Holztreppe im Flur bietet die ideale Fläche zur Anbringung. Schließlich möchte ich doch in Abwesenheit darüber informiert werden, ob sich in meinem Flur etwas tut wenn das eigentlich nicht der Fall sein sollte.

Sehr gut: Im Gerät befindet sich eine einzelne CR123A-Batterie, die laut Hersteller bis zu fünf Jahren Laufzeit garantieren soll. Allerdings befindet sich im Schlitten noch ein weiteres Batteriefach für eine optionale zweite Batterie, mit der sich die Laufzeit dann noch einmal verdoppeln lassen soll. Eine kleine Wasserwaage hilft außerdem beim korrekten Ausrichten des Melders.

Der Bewegungsmelder kann auf unterschiedliche Empfindlichkeiten eingestellt werden. Hier empfiehlt der Hersteller beispielsweise für Besitzer von Haustieren wie Katzen und Hunden, die höchste Empfindlichkeitsstufe einzustellen, damit diese keinen Fehlalarm auslösen wenn sie mal allein durch das Haus jagen. Das funktioniert erstaunlich gut, in meinem bisherigen Testzeitraum gab es noch keinen Moment, in dem unsere beiden Katzen nachts oder am Tage, wenn sie bei schlechtem Wetter drinnen geblieben sind, einen Alarm ausgelöst hätten.

Zusätzlich sorgt die höchste Empfindlichkeit dafür, dass ein “Unterkriechen” des Melders vermieden werden kann. Einbrecher könnten den Melder ja im Vorfeld erkennen und sich anschließend so unter diesen hindurch mogeln, dass er gar nicht erst auslöst. Ein nach unten ausgerichteter Sensor soll das dann aber vermeiden, “leider” kann ich das Unterkriechen in meinem häuslichen Umfeld aber gar nicht wirklich nachstellen – hier würde man nur in den Keller fallen, was mir ehrlich gesagt bei Einbrechern durchaus gefallen würde 😉

Zum Abschluss der Einrichtung per App und QR-Code führt man noch einen Funktionstest des Melders durch, bei dem man sich durch dessen Messfeld (bis zu 12 Meter Reichweite) bewegen soll und prüft, ob die rote LED am Melder aufleuchtet.

Eine weitere Funktion des Bewegungsmelders stellt die Möglichkeit dar, diesen zur intelligenten Lichtsteuerung einzusetzen. Bewegt man sich abends durch das Haus, so kann der Melder gekoppelte Beleuchtungselemente beispielsweise per Zwischenstecker aktivieren. Zusätzlich lassen sich aber auch Produkte der Philips Hue-Palette ansteuern, was ich sehr begrüße.

Ein Schalter für alle Fälle

Ebenfalls für den Test mit dabei: der Universalschalter Flex. Der Unterschied zum zehn Euro günstigeren Universalschalter liegt darin, dass der Flex mobil verwendbar ist und nicht stationär montiert werden muss. Der Schalter kann mit bis zu vier unterschiedlichen Funktionen frei belegt werden. Das reicht vom Ein- und Ausschalten einzelner Geräte im System bis hin zum Aktivieren ganzer Szenarien, beispielsweise das Aktivieren eines Haus-Überwachungs-Szenarios beim Verlassen des Hauses. Der Schalter wird von zwei mitgelieferten Batterien betrieben, welche diesem eine recht lange Ausdauer garantieren sollen. Auch hier nutzt man wie gehabt die App, um das Gerät schnell in sein bereits bestehendes System einzubinden. Die Belegung der Tasten erfolgt über einen entsprechenden Konfigurationspunkt innerhalb der App.

Hier lässt sich dann festlegen, welche Funktionen über die beiden Schaltflächen oben und unten am Schalter bei kurzem und welche bei längerem Druck ausgeführt werden sollen. In meinem Anwendungsfall aktiviere beziehungsweise deaktiviere ich derzeit die Wohnzimmerbeleuchtung, die an den Zwischensteckern hängt. Diese schaltet zwar eh zeitgesteuert, möchte ich sie aber früher oder später als zu diesen Zeitpunkten manuell schalten, nutze ich nun den Flex. Nach einem Druck auf eine der beiden Schaltflächen dauert es dann nicht einmal eine ganze Sekunde, bis die definierte Aktion ausgeführt wird.

360° Innenkamera mit Privatsphäre-Modus

Das Glanzstück meines Testsystems stellt zweifelsohne die 360° Innenkamera dar. Diese lässt sich per separater App als “alleinstehende, systemunabhängige Lösung” einsetzen oder aber nach einem (noch ausstehenden, aber versprochenem) App-Update in das bestehende Bosch Smart Home-System integrieren. Laut Bosch soll das entsprechende Update der Smart Home-App im Herbst 2017 verteilt werden. Mit Stand 23.11.2017 ist dies allerdings leider noch immer nicht erfolgt. Die Kamera wird per Micro-USB-Anschluss mit Strom versorgt und beinhaltet bereits eine 8 GB Speicherkarte zur Aufzeichnung von wichtigen Ereignissen.

Dank 360°-Funktionalität kann man das Bild der Kamera beim Zugriff über die App nicht nur manuell drehen, sie richtet sich auch automatisch auf sich bewegende Objekte aus und informiert den Besitzer über dieses Ereignis. Video-Aufzeichnungen finden in Full HD statt, auch Nachtsicht beherrscht die Kamera. Über das eingebaute Mikrofon und dem Lautsprecher kann man nicht nur hören, was dort in der Umgebung der Kamera gesprochen wird, sondern kann auch direkt mit den Personen in Kontakt treten – quasi als Gegensprechanlage.

Die Kamera versteckt sich in einer robusten, weißen Metallröhre und kann über die App oder direkt über die Kamera (zweifaches Tippen auf den Kamerakopf) aus ihrem Privatsphäre-Modus geholt werden. Dann nämlich fährt die Kameralinse aus der Röhre empor und beginnt den Raum nach Bewegungen zu scannen. Sitzt man dann aber am Abend im Wohnzimmer, dann möchte man von der Kamera selbst nicht überwacht werden. Ergo versetzt man sie dann schnell und unkompliziert in den Privatsphäre-Modus zurück, die Linse fährt wieder ein wie die Schnecke in ihr Häuschen.

Im Überwachungs-Modus zeichnet die Kamera dann alle relevanten Bewegungen auf und meldet entsprechende Ereignisse direkt per Push-Benachrichtigung an den Besitzer. Hier hat unser Kater auch schon das ein oder andere kurze Video provoziert… Haustierbesitzer sollten sich also vorher genau überlegen, wo sie die Kamera aufstellen wollen. Zum Thema Datensicherheit versichert der Hersteller: “Zum anderen gehen wir mit Ihren persönlichen Daten sorgsam um: Alle Anforderung an unsere Systeme und Server garantieren höchste Datensicherheit-Standards beim Umgang mit Ihren persönlichen Daten.”

Auch für Laien geeignet

Was mich bei der gesamten Einrichtung des Systems wirklich gefreut hat ist, wie einfach das Ganze vonstatten geht. Ist der Smart Home-Controller erst einmal eingerichtet, leitet die App Schritt für Schritt durch die Installation eines jeden zusätzlichen Geräts und bietet zur Not auch Hilfestellung bei eventuell auftretenden Problemen an. Auf der Webseite des Herstellers finden sich ebenso weiterführende Anleitungen, meist in Videoform.

Insgesamt hat mich die Installation sämtlicher Geräte (inklusive Lesen der kleinen Anleitungen pro Gerät) knapp über zwei Stunden gekostet. Wer vorher noch nie mit der Materie zu tun hatte und mit QR-Codes etc. bisher keine Erfahrung gemacht hat, dürfte selbstverständlich ein wenig länger brauchen. Schließlich wollen Tür-/Fensterkontakte und andere Geräte teilweise auch angeschraubt werden, auch wenn im Grunde immer eine optionale Klebe-Montage möglich ist.

Die App ist nicht nur sehr intuitiv zu bedienen, sie ist vor allem sehr übersichtlich. Funktionen  einzelner Menüpunkte erklären sich direkt schon am Namen, hier muss niemand lange suchen. Schön finde ich auch, dass ich meine Favoriten nicht nur nach Gusto anordnen kann, sondern ihnen bereits bei der Einrichtung neben einem Namen auch spezielle beschreibende Symbole verpassen kann. Auch das erleichtert die Bedienung enorm. Man merkt, dass Bosch hier nicht nur einfach eine eigene hochwertige Smart Home-Lösung produzieren wollte, sondern dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat, wie wirklich jeder Anwender schnell damit umzugehen lernt.

Hat man zahlreiche verschiedene Geräte desselben Systems im Haus, so kann man diese nicht nur einzeln ansteuern und schalten, sondern sie auch hervorragend miteinander kombinieren. Dies geschieht anhand von sogenannten Szenarien und Automationen. Ein Szenario ist beispielsweise bei mir das Einschalten einer Stehlampe im Wohnzimmer. Dazu lege ich in der App fest, dass bei Szenario “Wohnzimmer Ecklampe AN” der mit der Lampe verbundene Zwischenstecker in der entsprechenden Ecke aktiviert wird und so Strom zur Lampe fließt. “Wohnzimmer Ecklampe AUS” deaktiviert den Zwischenstecker dann wieder und schaltet somit die Lampe aus. Einzelne Szenarios lassen sich als Button direkt in die Favoriten legen oder aber man verknüpft sie miteinander über die sogenannten Automationen.

Hierbei definiert man für unterschiedliche Ereignisse diverse Abläufe, die dann durch die einzelnen Geräte ausgeführt werden sollen. Ein logisches (und typisches) Beispiel:

Familie X. verlässt am Abend das Haus, um gemeinsam zum Stadtfest zu gehen. Einbrecher Paule erkennt seine Chance und versucht im Anschluss in das Haus einzusteigen. Der Tür-/Fensterkontakt löst bereits eine erste Alarmierung auf dem Handy von Herrn X. aus, als Paule das Küchenfenster an der Hausseite aufbricht. Dank Automation schaltet sich im Flur und den anderen Räumen dank Zwischensteckern und Hue-Lampen das Licht ein. Der Rauchmelder schrillt mit seinem lauten Alarm los, die 360° Kamera im Wohnzimmer wartet nur darauf, ein erstes Video von Paule aufzuzeichnen und an den Hausherrn zu senden. Der Bewegungsmelder im Flur verzeichnet Bewegung, Paule scheint sich aus dem Staub zu machen. Ohne das System bisher im Vorfeld ausgelöst zu haben, ist nun auch Haushund Lumpi – ein mutiger Spitz-Dackel-Mischling – zur Stelle und jagt dem panischen Paule noch ein paar Meter hinterher. Dieser wird allerdings gerade schon von der Polizei aufgesammelt, die Herr X. inzwischen informiert hatte…

Ja, ein sehr perfekter Ablauf. Aber zumindest konnte ich euch hoffentlich verdeutlichen, was mit Szenarien und Automationen gemeint ist 😉

Mein derzeitiges Fazit (Achtung: Nachtrag angefügt)

Meiner Meinung nach macht Bosch mit seinem System soweit alles richtig. Die Geräte sind hochwertig verarbeitet, die Einrichtung ist wirklich idiotensicher und bedarf lediglich ein wenig Montage-Zeit. Wem das Schrauben nicht liegt, der kann zur Not auch auf die mitgelieferten Klebepads zurück greifen. Die App ist großartig, da jede Funktion gut erklärt ist und beim Anlernen neuer Geräte hilfreiche Tipps gegeben werden. Außerdem findet man sich durch die übersichtlich gehaltenen Menüs sehr gut zurecht.

Was mir derzeit noch fehlt, ist die versprochene Unterstützung von der 360°-Kamera in der Haupt-App. Diese muss noch immer (Stand November 2017) über eine separate App angesteuert werden, auch wenn Änderungen bereits zum Herbst dieses Jahres versprochen waren. Aber da bin ich mir sicher, dass Bosch das Update auch wirklich bald verteilen wird.

Somit kann ich das System wirklich jedem empfehlen, der ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen bereit ist, um ein einwandfrei aufeinander abgestimmtes Smart Home-System zu kaufen. Die von mir genannte Kritik lässt sich ja durch Software-Updates abstellen.

NACHTRAG: (inklusive Statement von Bosch)

Hervorragend, wie das System während meiner Schreiberei am Testbericht noch funktioniert hat. Leider – und ja da muss ich sagen leider – habe ich nun das erste Update für die Smart Home-App des Unternehmens erhalten und ZACK komme ich nicht mehr an den Controller heran. Wie sich aus den Kommentaren zur App herausliest, scheint das nach jedem Update bisher der Fall zu sein und lässt sich nur dadurch lösen, dass man die App deinstalliert, neuinstalliert und dann den Controller neu einrichtet. Dauert daheim im WLAN knapp 5 Minuten, nervt dennoch enorm und ist ein klares NoGo! Eine Antwort des Unternehmens steht aktuell auch noch aus. Traurig auch, dass ich nun erst wieder alle Favoriten neu einbinden musste. Die App ist logischerweise jungfräulich 🙁

Bosch hat reagiert und uns ein Statement inklusive aktuellem Lösungsansatz zukommen lassen:

„Seit vergangener Woche kommt es zu Verbindungsstörungen zwischen einigen Smart Home Controllern und der iOS Version unserer Bosch Smart Home System App. Sollten Sie also mit Android testen, betrifft Sie diese Störung nicht.

Aufgrund einiger unerwarteter Komplikationen bei der Veröffentlichung der App, wurde ein falsches Berechtigungsformat verwendet. Dies führt dazu, dass der Smart Home Controller die App mit den falschen Berechtigungen nicht mehr authentifizieren kann. Leider hat dies zur Folge, dass bestehende Daten in der App gelöscht und durch erneutes Verknüpfen mit dem System neu aufgespielt werden müssen.

Problemlösung:

Gehen Sie dafür wie folgt vor: Öffnen Sie die iOS Einstellungen und wählen Sie unter den aufgeführten Apps die Bosch Smart Home App aus. Scrollen Sie ganz nach unten und setzen Sie die App (durch Aktivierung des Sliders) zurück. Im Anschluss starten Sie die App neu und verbinden Sie die App nochmal neu mit Ihrem Bosch Smart Home System Controller. Dieser Schritt behebt die Kommunikationsprobleme und spielt die korrekten Berechtigungsformate wieder auf. Sie können Ihr System im Anschluss wieder wie gewohnt nutzen.


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Über den Autor:

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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