Huawei stellt sein neues SoC Kirin 960 mit acht Kernen und neuer Architektur vor

19. Oktober 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

huawei_150x150Huawei hat sein neues SoC Kirin 960 für seine kommenden Flaggschiffe vorgestellt. Dabei handelt es sich um eines der ersten SoCs, das neben vier Stromspar-Kernen auf Basis der Architektur ARM Cortex-A53 vier Kerne der neuen Reihe ARM Cortex-A73 einbindet. Der direkte Vorgänger, der Kirin 950, verwendete zwar ebenfalls insgesamt acht Kerne, setzte aber noch auf die Cortex-A72. Insgesamt fand man den Kirin 950 in Huaweis Modellen Mate 8, P9 Max und auch noch dem Honor 8 wieder. Auch den Kirin 960 dürfte der Hersteller auf breiter Fläche in Smartphones zum Glühen bringen.

Als GPU dient dabei die Mali G71, welche die erste ARM-GPU auf Basis der neuen Bifrost-Architektur darstellt. Jene soll sowohl die Leistung als auch die Effizienz ankurbeln. Dabei entsteht der Kirin 960 im 16-Nanometer-Verfahren und taktet seine vier Cortex-A73-Kerne mit bis zu 2,4 GHz während die vier A53-Kerne auf bis zu 1,8 GHz kommen. Im Vergleich mit dem Kirin 950 soll die Leistung einzelner Kerne um 10 % gestiegen sein. 18 % Steigerung sollen es bei der Multi-CPU-Leistung sein. In GeekBench 4 erreicht der neue Kirin 960 Punktzahlen um die 2.000 Punkte im Single- und 6.400 Punkte im Multi-Core-Bereich. Vor allem die Speicherbandbreite soll dabei anderen SoCs überlegen sein.

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Was die GPU betrifft, so sticht die Leistung der neuen Mali-G71MP8 sehr positiv hervor. Im Vergleich mit dem Kirin 950 und der Mali T880MP4 hat sich die Anzahl der Shader verdoppelt. Der Takt ist hingegen bei 900 MHz geblieben. Dadurch, dass aber eine neue Architektur zum Einsatz kommt, soll sich die GPU-Leistung um 180 % erhöhen. Laut Huawei liegt die GPU-Leistung der Mali G71MP8 über den Pendants der Qualcomm Snapdragon 820 und des Samsung Exynos 8890, kann aber z. B. nicht mit Apples A10 Fusion mithalten. In der Praxis muss man aber noch abwarten, wie sich das auf den Stromverbrauch auswirkt und ob die Mehrleistung sich nicht eventuell zu einem zweischneidigen Schwert entwickelt.

Des Weiteren ist ein neues HiSilicon-Modem für LTE UE Category 12/13 mit bis zu 600 Mbps an Bord. Das Modem unterstützt auch 4×4 MIMO und CDMA. Ein weiterer Vorteil des neuen SoCs ist die Unterstützung von 4K-Aufnahmen, denn der Kirin 960 erlaubt En- und Decoding von HEVC / H.265 und 4K-Aufnahmen mit 30 fps. Es dürfte wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis Huawei seine ersten Smartphones auf Basis des neuen SoCs Kirin 960 ankündigen dürfte. Sollten Leistung und Stromverbrauch im Alltag zusammenpassen, könnten die Chinesen hier durchaus einen Geheimtipp in petto haben.

(via ArsTechnica)


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Über den Autor: André Westphal

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