Greenpeace-Umfrage: Großteil der Nutzer wünscht sich haltbare Smartphones

15. August 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

greenpeaceGlaubt man einer Umfrage von Greenpeace, dann wollen die Menschen nicht jedes Jahr ein Top-Smartphone für einen Euro bei ihrem Provider haben, sondern etwas ganz anderes. Ok, ist nur die halbe Wahrheit, diese Frage wurde bei der Umfrage gar nicht gestellt. Greenpeace beauftragte das britische Marktforschungsinstitut Ipsos Mori mit einer Umfrage, wie sie es mit ihrem Smartphone in Sachen Benutzung, Reparatur und Recycling halten. Jeweils 1000 Menschen hat man in den Ländern Deutschland, USA, Russland, Mexiko, China und Südkorea befragt.

Überraschendes Ergebnis der Umfrage: Die meisten Befragten wünschten sich Smartphones, die für eine längere Lebensdauer ausgelegt sind, bei Defekten repariert werden können und recycelbar sind. Den Teilnehmern der Umfrage wurden verschiedene Fragen gestellt, darunter die Anzahl der Geräte, die sich im Besitz des Befragten befinden oder der Grund zu einem neuen Smartphone zu greifen. Hier antwortete über ein Drittel, dass man einfach ein neues Smartphone gekauft habe, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Drei von zehn Befragten gab an, dass das alte Smartphone defekt war oder verloren ging.

„Die Menschen wollen nicht das Gefühl bekommen, schon nach einem Jahr ein veraltetes Smartphone zu besitzen“ (Manfred Santen, Greenpeace-Experte für Chemie)

Interessanterweise sind viele Befragte der Meinung, dass die Smartphone-Industrie zu schnell sei, beziehungsweise zu viele Modelle auf den Markt bringe. Zusammengerechnet stimmten dieser Aussage über die Hälfte der Personen zu, in Mexiko war die Quote mit 76 Prozent besonders hoch. Mit der Frage konfrontiert, ob man sich vorstellen könne, sein Smartphone weniger häufig zu wechseln, stimmten etwas mehr als die Hälfte der Befragten zu. Führend hier: Russland mit 69 Prozent.

In Sachen Recycling und Reparatur gab es auch Fragen. Da die genaue Fragestellung nicht konkret genannt wurde, kann man nur vermuten. Die Aussage ist, dass hier in Deutschland nur 9 Prozent der Befragten Erfahrungen mir Reparaturen von Smartphones durch den Hersteller haben, in China hat man mit 36 Prozent die höchste Rate. Selbst reparieren? Dieses Erlebnis machten 3 Prozent der in Deutschland befragten Nutzer. Keine Sorge, woanders sieht es nicht besser aus – China liegt mit 4 Prozent höher. Wobei halt auch nicht klar definiert ist, was genau unter „Reparatur“ zu verstehen ist.

In Sachen Verkauf oder Recycling sieht es in Deutschland so aus, dass 11 Prozent der Befragten ihr altes Smartphone an ein spezialisiertes Recycling-Unternehmen abgaben oder verkauften. In Süd-Korea soll diese Quote bei 57 Prozent liegen. Reparatur ist offenbar eh nicht des Deutschen Ding, während in China und in Südkorea – hier sind Smartphones oft das einzige Tor zur Welt – 66 und 64 Prozent ihr Smartphone reparieren lassen würden, so sind es in Deutschland nur 23 Prozent, hier käme dann wohl ein Neukauf in Frage.

„Die Hersteller müssen Smartphones künftig so konstruieren, dass sie leicht repariert werden können, und wir brauchen eine bedingungslose Pflicht zur Rücknahme und Wiederverwendung von Altgeräten.“ (Manfred Santen, Greenpeace-Experte für Chemie)

Trotz allem: Gerade in Deutschland wünschen sich die Verbraucher mehr Verantwortlichkeit in Sachen Recycling auf Seiten des Herstellers. 61 Prozent sprechen sich hier für ein Mehr aus. Auf jeden Deutschen kommen laut Greenpeace 21,7 Kilogramm Elektroschrott – damit liegen wir nur knapp hinter dem Weltmeister USA mit 22,1 Kilogramm und deutlich über dem EU-Durchschnitt von 18,7 kg.

Die wichtigsten Eigenschaften bei eine Smartphone? 9 von 10 antworten hier nachvollziehbar mit der Langlebigkeit des Akkus. 4 von 5 Befragten denken, dass ein Smartphone leicht zu reparieren sein sollte. Ebenfalls würden es 4 von 5 begrüßen, wenn keine giftigen Chemikalien bei der Produktion zum Einsatz kommen würden.



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