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Google will seine Partner zu fixeren Android-Updates anstacheln

26. Mai 2016 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von: André Westphal

GoogleLogo150Android und die Updates… Ausgenommen mal die Nexus-Besitzer, kennen viele das Leid: Mein Honor 6+ hat z. B. gerade einmal Android 5.1 erhalten, als 6.0 alias Marshmallow veröffentlicht wurde. Aktuell sieht es danach aus, als ob ich Marshmallow erst erhalten werde, wenn Google selbst schon Android N freigeben dürfte. Bei vielen anderen Herstellern sieht es, speziell abseits der Flaggschiffe, ähnlich düster aus. Das ist auch Google ein Dorn im Auge. So möchte das Unternehmen seine Partner nun zu beschleunigten Update-Zyklen anstacheln. Google hat daran ein Interesse, damit alle Android-Nutzer zeitnah in den Genuss neuer Features kommen.

Die Fragmentierung macht es Google schwer, beim Ausrollen neuer Funktionen mit Apple mitzuhalten: Denn es ist natürlich schön und gut, was alles mit Android N kommen soll. Doch bis manche von uns überhaupt mit den neuen Features herumspielen können, könnte es bis weit in das Jahr 2017 hinein dauern. Bei vielen Smartphones folgt schlichtweg gar kein Update und man darf dann erst ab dem nächsten Hardware-Upgrade mit einem neuen Android experimentieren. Zurecht witzeln Apple-User deswegen gerne über ihre Android-Nachbarn. Hiroshi Lockheimer, bei Google zuständig für Android, ist sich darüber im Klaren, dass die Update-Problematik auch dazu führt, dass die Sicherheit unter Android ein Problem darstellt.

Laut Lockheimer mache Google aber auch Fortschritte dabei die Hersteller zu rascheren Updates zu verlocken. Allerdings seien auch oft die Mobilfunkanbieter ein Problem. Teilweise könne es Monate dauern, bis neue Updates freigegeben würden. Google ist aktuell zumindest dabei die Anbieter davon zu überzeugen, bei Sicherheits-Updates die langwierigen und kostspieligen Freigaben zu vereinfachen. Außerdem bündelt Google in Listen Hersteller bzw. deren Smartphones und mit welchen Android-Versionen das Gros der Geräte unterwegs ist. Dadurch möchte man schwarze Schafe ein wenig „vorführen“ und Partner mit guter Update-Politik hervorheben. Google wägt auch ab die lahmsten Unternehmen einfach komplett aus dieser Liste seiner Partner zu entfernen, so dass deren Marke weniger auffallen würde.

Durch die Auslagerung einiger, neuer Features in eigenständige Apps, etwa Allo, versucht Google außerdem neue Funktionen etwas unabhängiger von Android-Updates anbieten zu können. Googles Partner sind allerdings vermutlich unmotivierter denn je,was die Auslieferung schneller Updates betrifft: Im Android-Segment purzeln die Gewinnmargen. Hersteller verdienen ihr Geld damit neue Hardware abzusetzen und nicht damit bestehende mit Updates zu versorgen. Die Mobilfunkanbieter wiederum fürchten sich bei Problemen mit Kundenbeschwerden befassen zu müssen. Daher wollen sie ungern Kontrolle an Google abgeben oder ihre Prüfungen von Updates verkürzen. Letzten Endes bleibt die Situation also eingefahren.

Auch wenn Google also mit Zuckerbrot und Peitsche Partner und Mobilfunkanbieter motivieren möchte, dürfte die Android-Fragmentierung erstmal kaum aufzuheben sein. Wer sich massiv daran stört, dem bleibt wohl nur der Kauf eines Nexus-Geräts.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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