Google I/O: Android N mit mehr Power, mehr Sicherheit, mehr Produktivität

18. Mai 2016 Kategorie: Android, Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

android n logoAndroid N… Wofür der Name stehen soll, weiß Google selbst noch nicht so genau. Das hat David Burke, seines Zeichens Vizepräsident für Engineering im Android-Team, selbst auf der I/O zugegeben. Und weil die Namensfindung für das neue Baby so schwer fällt, lässt man nun einfach die Community unter diesem Link selbst mitreden. Doch das war es natürlich lange nicht, mit den Neuigkeiten zum kommenden Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Unter den Schlagwörtern „Performance“, „Produktivität“ und „Sicherheit“ fasst Google seine großen Pläne für Android N zusammen.

Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Grafik-API Vulkan. Sie soll quasi, wie PCler sagen würden, „closer to the metal“ sein – also Entwicklern direkteren Zugriff auf die GPU geben. Es gibt geringeren Overhead, mehr Grafikeffekte und verbesserte Bildqualität bei dennoch höherer Framerate. Als Beispiel zeigte man eine angepasste Demo von „Need for Speed“ mit verbesserten Spiegelungen, Motion Blur und Reflexionen. Dabei fangen die Optimierungen hier erst an: Android Runtime wurde straffgezogen was zu einem 30 bis 600 % verbessertem Compiler-Ergebnis in Benchmarks wie Dhrystone führt. App-Installationen sollen um bis zu 75 % schneller ablaufen, der Platzbedarf für kompilierten Code sinke teilweise um 50 %. Das Ergebnis sei laut Google mehr Leistung bei weniger Speicherplatzbedarf und gesenktem Akkuverbrauch.

android n google io

Auch an der Sicherheit hat man unter Android N gedreht. Hier geht es bei David Burke Schlag auf Schlag: Unter anderem führt man „File Based Encryption“, also dateibasierte Verschlüsselung, ein, um einzelne Dateien aber auch spezifische Nutzer besser zu schützen. Die Struktur des Media Frameworks will man ebenfalls optimiert haben, um Subsysteme besser voneinander abzugrenzen. Zudem nähert man sich Apple an: Android N soll in Zukunft im Hintergrund Updates automatisch herunterladen und auf Wunsch auch bei einem Neustart direkt installieren. Das ganze soll übergangslos funktionieren – Google zieht den Vergleich zum hauseigenen Browser Chrome und dessen Umgang mit Updates. Hier könnten allerdings auch Kontroversen blühen, wie Apple sie bereits kennt. Denn die automatisch heruntergeladenen Updates fressen natürlich erstmal auch Speicherplatz. Zudem spannt Google ein Sicherheitsnetz: Apps die als schädlich ausgemacht werden, können automatisch blockiert werden, damit kein größerer Schaden entsteht.

Produktivität – das nächste Stichwort bei Google. Über das Feature „Quick Switch“ wird es möglich sein, über den Recents-Button über einen Double-Tap direkt in eine zuletzt verwendete App zurückzugehen.Es warten außerdem Multi-Window-Verbesserungen: Ein langer Druck auf den Recents-Button erlaubt die beiden aktuellsten Apps gleichzeitig einzublenden. Diese Funktion ergibt natürlich vor allem an größeren Tablet-Bildschirmen Sinn. Picture-in-Picture bzw. Bild-in-Bild macht genau, was der Name sagt: In einem kleinen Fenster rechts oben kann ein Video weiterrattern, während man z. B. zu einem noch laufenden Gaming-Clip etwa bei Wikipedia nachschlägt. Erinnert mich an Samsungs Feature , das sie seit dem S3 auf ihren Smartphones mit dem eigenen Videoplayer einsetzen.

android n - neuerungen google io

Auch an den Benachrichtigungen hat Google unter Android N geschraubt. Es soll bald möglich sein, per Direktantwort aus der Benachrichtigungsleiste heraus mit einfachen Antworten auf Nachrichten zu reagieren, ohne die jeweiligen Apps separat öffnen zu müssen. Klingt nach einer feinen Sache für Social-Fans.

Letztes Schmankerl: Burke hat bestätigt, dass noch heute „ein Release Candidate in Beta-Qualität“ für die Nexus 6P, 5X, 6, den Nexus Player, Nexus 9 und Pixel C erscheinen soll. Viel Spaß beim Ausprobieren!


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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