Google wegen Android auch in den USA im Visier der Kartellbehörden

26. September 2015 Kategorie: Android, Google, geschrieben von:

artikel_android3 Jahre ist es nun her, dass Google in den USA vor einem kartellrechtlichen Problem stand, vor zwei Jahren wurde der Fall zu den Akten gelegt. Damals ging es um die Bevorzugung von Suchergebnissen aus den eigenen Diensten. Der neue Fall beschäftigt sich hingegen mit den unter Android vorinstallierten Google-Apps. Kommt Euch sicher bekannt vor, denn auch in Europa muss Google eine solche Untersuchung über sich ergehen lassen. Unklar ist, inwiefern die Untersuchenden in Europa und den USA zusammenarbeiten, wie Bloomberg berichtet.

Es geht um die vorinstallierten Apps, die von Google bestimmt werden und von Herstellern, die offiziell auf Android setzen wollen, auch in spezieller Weise (nach einer bestimmten Anzahl Klicks ausführbar, sichtbare Anordnung) integriert werden müssen. Hier gilt es nun zu klären, ob Android eine Monopol-Stellung innehat oder Nutzer auch zu Alternativen greifen können, die ohne die Google-Apps kommen.

An dieser Stelle sind auch die Marktanteile von Android interessant. In den USA kommt Android laut IDC auf 59,3 Prozent Marktanteil (Q2/15). Apple erreicht mit dem iPhone allerdings auch 38 Prozent. Und hier stehen die Chancen für Google recht gut, wie Harry First, Rechtsprofessor an der New York University, vermutet. Nutzer können durch Kauf eines alternativen Gerätes die Google-Apps umgehen, somit läge keine Monopolstellung vor. Klingt nach einer einfachen, aber durchaus logischen Begründung.

Was man auch nicht vergessen sollte: Neben den Android-Geräten, die von Google lizenziert werden, gibt es auch solche, die das Android Open Source Project als Basis nutzen und ihr eigenes Süppchen kochen. Diese Geräte kommen dann ebenfalls ohne Google-Apps. Zwar dürfte der Anteil solcher Geräte sowohl in den USA als auch in Europa relativ gering ausfallen, allerdings hat man so selbst innerhalb des Android-Systems die Wahl, ob man Google-Apps möchte oder nicht.

Da die Untersuchungen in den USA noch am Anfang stehen, gibt es auch noch keine möglichen Konsequenzen. Vorerst muss festgestellt werden, ob Google überhaupt die passenden Marktanteile hat, um kartellrechtlich belangt zu werden. Und danach sieht es nun einmal nicht aus.

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