Google und das Leistungsschutzrecht: Ausschnitte in den Google News akzeptieren oder entfernt werden

21. Juni 2013 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: caschy

Mit einem meiner Meinung nach sinnvollen Schritt geht Google gegen die Befürworter des Leistungsschutzrechtes vor. Für die, die das alles schon verdrängt haben, ein kurzer Reinholer. Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen das ausschließliche Recht geben, Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen, wie es ganz offiziell heisst.

Google News

Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten. Heißt: Zeitung XYZ könnte eine Summe verlangen, damit ihre Kurztexte bei Google gefunden werden und ich von Google auch noch die Seite besuche. Verrückt? Definitiv. Das Gesetz wurde am 14. Mai 2013 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. August 2013 in Kraft. Mehr dazu bei Wikipedia.

Wie holt Google die Kuh vom Eis, um das Ganze transparent zu halten? Ganz einfach: wer in den Google News verbleiben will, der muss nun explizit zustimmen.

Die Verlage dürfen sich also aussuchen, ob sie ihre Angebote weiter bei Google News präsentieren und so jede Menge Publikum erreichen wollen – oder ob sie auf Google News verzichten.

Deutsche Verlage, die bei Google News gelistet sind, bekommen alle eine E-Mail mit einem Link, der zur Seite mit der Zustimmung führt (offiziell: Bestätigungserklärung). Wer nicht zustimmt, der ist ab dem 01. August automatisch raus aus den News. Google hat mittlerweile auch schon einen Bereich mit häufigen Fragen und deren Antworten veröffentlicht, diesen findet ihr hier.

Interessant ist, dass die Entscheidung jederzeit rückgängig gemacht werden kann. Entscheidet sich ein Seitenbetreiber gegen Google News, kann er jederzeit wieder über das Formular in die Google News einsteigen.

Und – was sagt die Leserschaft zu diesem Schritt?



Quelle: Google |
Über den Autor: caschy

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33 Kommentare

SIDy93 21. Juni 2013 um 15:23 Uhr

das ist ein sehr guter weg finde ich, wenn jetzt z.b. Bild zustimmt können sie nicht klagen.
so ist google endlich mal fein raus und muss sich um nichts fürchten.

patschi95 21. Juni 2013 um 15:23 Uhr

Schwachsinn²³

Was sich die Politiker da nur dabei denken…

Sven Kortmann 21. Juni 2013 um 15:27 Uhr

Google zeigt damit schön wie egal es ist was die Politik entscheidet. Das Internet gewinnt, isso.

Friedrich Nietzsche 21. Juni 2013 um 15:32 Uhr

@Sven Kortmann: Sowohl die Politik wie auch die Verlage haben genau das bekommen, was sie gewollt haben. Ich würde dich gerne erleben, wenn du von Gesetzes wegen dazu verpflichtet wirst, Zeitungen auszutragen, und dafür auch noch bezahlen musst.

kreisel 21. Juni 2013 um 15:35 Uhr

Konstruktiver als so mancher Verlag der neue Medien und Aufmerksamkeitsökonomie scheinbar noch immer nicht verstanden hat. 🙂

Simon 21. Juni 2013 um 15:36 Uhr

Die Zeitungen, die das nicht akzeptieren sind sowieso hängen geblieben…

Konstantin 21. Juni 2013 um 15:37 Uhr

Für alle WordPress’ler empfehle ich das hier ab August einzusetzen http://wordpress.org/plugins/d64-lsr-stopper/ – Der verlinkt dann über einen Drittanbieter. Falls man dann angeschwärzt wird kann man immer noch sagen, dass man ausschließlich auf den Drittanbieter verlinkt und wohin dieser verlinkt nicht in der eigenen Macht liegen würde…
Find ich einen guten Ansatz.

ulkfisch 21. Juni 2013 um 15:38 Uhr

Man darf gespannt sein, wie viel dem nicht zustimmen. Ich glaube eher weniger, um genau zu sein, etwa so viele, wie schon vorher einen Zugriff durch die robots.txt verhindert haben. Die ganze Geschichte ist eher viel Wind um wenig, aus Op-Out wird Op-In.

OffT: Schön das man jetzt Kommentare editieren kann 😀

Heye 21. Juni 2013 um 15:47 Uhr

Ich halte es für einen eleganten Kompromiss, den Google dort einschlägt. Bei all der Absurdität des Leistungsschutzrechts hätte Google auch einfach Google News komplett abschalten können – das setzt das richtige Zeichen. Wie die Verlage reagieren, bleibt abzuwarten. Vermutlich möchten sie weiter im Index bleiben und trotzdem Gebühren einziehen.

LinkedInsiders 21. Juni 2013 um 16:01 Uhr

Ich weiss nicht, ob „Bild“ sich mit dem delisten aus den Google News zufrieden gibt: Die wollen sicherlich über die Darstellung der Snippets in der normalen Suche vergütet werden.

Bei meinem Blog hat es leider noch nicht geklappt: Obwohl mein Blog in den Webmastertools verifiziert ist, wird er vom Publisher Tool nicht erkannt. Mal schauen,

lG und Danke für den Hinweis
Stephan

bMike 21. Juni 2013 um 16:16 Uhr

Ich habe Bild und Spiegel die Entscheidung abgenommen und die gleich mal aus meinen Google News gekicked. Diese möchtegern Intellektuellen vom Spiegel nerven sowieso nur noch. Wenn man da mal nen bisschen Ahnung von einem Thema hat, merkt man leider immer wieder schnell was das für Qualitätsjournalismus ist.
Aber super Vorgehen von Google. Finde ich total gut.

Lisa 21. Juni 2013 um 16:30 Uhr

Ich glaube das ist nur auf den ersten Blick ein Vorteil für die Verlage. Die Bildzeitung versucht ja auch gerade einen Bezahl-Bereich aufzubauen. Es wird allerdings immer Kanäle geben, wo man News und Artikel kostenlos lesen kann und dorthin werden die Leser abwandern. Ich würde jedenfalls nicht für Artikel in der Bildzeitung bezahlen.

Chris 21. Juni 2013 um 16:45 Uhr

Hab passenderweise mal eine GoogleDoc angelegt, wo man die Entscheidungen der Verlage/Medien eintragen bzw. betrachten kann.

https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0An8ujUbdEcrpdGpLVzFDeUQ0YjFPQTFEemFoLWhrOFE#gid=0

Vielleicht können wir nach und nach crowdgesourced die Tabelle vervollständigen 😉

Chris 21. Juni 2013 um 16:58 Uhr

Punkt 11 ist sehr schön: Ist die erteilte Bestätigungserklärung rechtlich bindend? Ja. Indem Sie die Bestätigungserklärung geben, erklären Sie, dass Ihre Inhalte in Google News kostenlos gelistet werden dürfen und dass Sie über die erforderlichen Rechte verfügen, diese Bestätigungserklärung abgeben zu dürfen.

#hrhrhr

Quirl 21. Juni 2013 um 17:43 Uhr

Ein wunderbarer Schritt, das LSR ad absurdum zu führen, es wird interessant sein, wie viele der Befürworter jetzt zustimmen 🙂

Marco Fischer 21. Juni 2013 um 17:54 Uhr

In your face, LSR…

Gretus 21. Juni 2013 um 18:39 Uhr

Hallo,

sauber von Google gelöst! Wer sich jetzt noch beschwert, kann einfach jederzeit auf `Nein´ klicken und wird aus Google News entfernt. Was wollen die Verlage noch mehr?

Grüße

Gretus

Joachim Lange 21. Juni 2013 um 18:53 Uhr

Printmedien sind OUT so einfach ist das ! wozu haben wir das Internet die deutsche Presse die im Internet vertreten ist kann bleiben wo der Pfeffer wächst.

ulkfisch 21. Juni 2013 um 20:11 Uhr

„Was wollen die Verlage noch mehr?“

Geld. Ich würde sagen: Der Plan hat nicht funktioniert, was vorhersehbar war. Hauptsache die halbe Republik musste sich ersteinmal damit auseinandersetzen, nicht das es vielleicht das ein oder andere etwas wichtigere Thema gegeben hätte.

Cornel 21. Juni 2013 um 20:21 Uhr

der Plan der Verlage, Geld zu verdienen, hat definitiv nicht funktioniert! Viel mehr hat Google jetzt Rechtssicherheit und ist stärker als zuvor.

hscm 21. Juni 2013 um 21:05 Uhr

Bin mal wirklich gespannt, welche Verlage darauf verzichten werden in den google news erscheinen zu wollen. In meinen Augen war das wieder ein sinnloses Gesetz, was nichts gebracht hat. google reagiert hier ziemlich clever.

Jürgen Kühner 21. Juni 2013 um 21:39 Uhr

Tja, hätte Google ja auch von Beginn an so machen können.

Alex 21. Juni 2013 um 22:12 Uhr

Hoffe daß das nun auch endlich mal die Verlage erkennen: wer sich auf die Politik verläßt, ist verlassen. Die Verlage haben sich auch einfach zuviel Zeit gelassen, das Thema ordentlich zu regeln. Hätten sich bereits 2012 an mal alle an einen Tisch setzen können. Aber nein, jeder will das größte Stück vom Kuchen – wie im Kindergarten!

Aus Google bzw. Nutzer-Sicht ein vernünftiger Schritt. Ich persönlich finde es NICHT GUT wenn die (EU-) Politik so weit hinten dran hängt (Thema #Neuland zeigt das wohl sehr deutlich!) Denn an den Einnahmen der Verlage hängen nicht nur „ein paar Arbeitsplätze von Journalisten in Deutschland“, daran sollte man auch mal denken. Google zahlt seine Steuern nicht in Deutschland, Spiegel, BILD & Co schon!

neolith 21. Juni 2013 um 23:37 Uhr

@Jürgen Kühner:

Wozu? Die Möglichkeit, sich der Listung zu entziehen, existierte vorher auch schon – bloß mit dem Unterschied, dass es da noch keinen blauen Button zum opt-out gab.

tim 22. Juni 2013 um 00:04 Uhr

>Tja, hätte Google ja auch von Beginn an so machen können.

Das war schon von beginn an so. Robots.txt – keiner war unfreiwillig im index.

Dennis Camera 22. Juni 2013 um 10:34 Uhr

Nice move! Ich finde die Entscheidung super. Ich habe das Gefühl, dass das LSE ein schönes Eigentor wird und so muss es auch sein.

caschy 22. Juni 2013 um 19:13 Uhr

@Jo: der Kollege Witold Pryjda ist auch ein feiner Kerl.

sYndrom 23. Juni 2013 um 09:55 Uhr

Man merkt, dass das Internet für die Politik Neuland ist.




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