Google und das Leistungsschutzrecht: Ausschnitte in den Google News akzeptieren oder entfernt werden

Mit einem meiner Meinung nach sinnvollen Schritt geht Google gegen die Befürworter des Leistungsschutzrechtes vor. Für die, die das alles schon verdrängt haben, ein kurzer Reinholer. Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen das ausschließliche Recht geben, Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen, wie es ganz offiziell heisst.

Google News

Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten. Heißt: Zeitung XYZ könnte eine Summe verlangen, damit ihre Kurztexte bei Google gefunden werden und ich von Google auch noch die Seite besuche. Verrückt? Definitiv. Das Gesetz wurde am 14. Mai 2013 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. August 2013 in Kraft. Mehr dazu bei Wikipedia.

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Wie holt Google die Kuh vom Eis, um das Ganze transparent zu halten? Ganz einfach: wer in den Google News verbleiben will, der muss nun explizit zustimmen.

Die Verlage dürfen sich also aussuchen, ob sie ihre Angebote weiter bei Google News präsentieren und so jede Menge Publikum erreichen wollen – oder ob sie auf Google News verzichten.

Deutsche Verlage, die bei Google News gelistet sind, bekommen alle eine E-Mail mit einem Link, der zur Seite mit der Zustimmung führt (offiziell: Bestätigungserklärung). Wer nicht zustimmt, der ist ab dem 01. August automatisch raus aus den News. Google hat mittlerweile auch schon einen Bereich mit häufigen Fragen und deren Antworten veröffentlicht, diesen findet ihr hier.

Interessant ist, dass die Entscheidung jederzeit rückgängig gemacht werden kann. Entscheidet sich ein Seitenbetreiber gegen Google News, kann er jederzeit wieder über das Formular in die Google News einsteigen.

Und – was sagt die Leserschaft zu diesem Schritt?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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33 Kommentare

  1. der Plan der Verlage, Geld zu verdienen, hat definitiv nicht funktioniert! Viel mehr hat Google jetzt Rechtssicherheit und ist stärker als zuvor.

  2. Bin mal wirklich gespannt, welche Verlage darauf verzichten werden in den google news erscheinen zu wollen. In meinen Augen war das wieder ein sinnloses Gesetz, was nichts gebracht hat. google reagiert hier ziemlich clever.

  3. Tja, hätte Google ja auch von Beginn an so machen können.

  4. Hoffe daß das nun auch endlich mal die Verlage erkennen: wer sich auf die Politik verläßt, ist verlassen. Die Verlage haben sich auch einfach zuviel Zeit gelassen, das Thema ordentlich zu regeln. Hätten sich bereits 2012 an mal alle an einen Tisch setzen können. Aber nein, jeder will das größte Stück vom Kuchen – wie im Kindergarten!

    Aus Google bzw. Nutzer-Sicht ein vernünftiger Schritt. Ich persönlich finde es NICHT GUT wenn die (EU-) Politik so weit hinten dran hängt (Thema #Neuland zeigt das wohl sehr deutlich!) Denn an den Einnahmen der Verlage hängen nicht nur „ein paar Arbeitsplätze von Journalisten in Deutschland“, daran sollte man auch mal denken. Google zahlt seine Steuern nicht in Deutschland, Spiegel, BILD & Co schon!

  5. @Jürgen Kühner:

    Wozu? Die Möglichkeit, sich der Listung zu entziehen, existierte vorher auch schon – bloß mit dem Unterschied, dass es da noch keinen blauen Button zum opt-out gab.

  6. >Tja, hätte Google ja auch von Beginn an so machen können.

    Das war schon von beginn an so. Robots.txt – keiner war unfreiwillig im index.

  7. Dennis Camera says:

    Nice move! Ich finde die Entscheidung super. Ich habe das Gefühl, dass das LSE ein schönes Eigentor wird und so muss es auch sein.

  8. @Jo: der Kollege Witold Pryjda ist auch ein feiner Kerl.

  9. Man merkt, dass das Internet für die Politik Neuland ist.

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