Google Chrome: Diese Änderungen sollen für mehr Nutzerschutz sorgen

8. November 2017 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Google Chrome gehört zu den beliebteren Browsern, egal ob mobil oder auf dem Desktop. Für viele das Fenster zum Internet und damit auch Einfallstor für allerlei Gesindel mit nicht ganz so guten Absichten. Während die meisten Entwickler versuchen, ein bestmögliches Nutzererlebnis zu erschaffen, gibt es auch solche, die die Möglichkeiten für andere Zwecke missbrauchen. Google sammelt viel Feedback, jedes fünfte Desktop-Feedback beschreibt zum Beispiel die unerwünschte Anzeige von Inhalten, meist ausgelöst durch eine Weiterleitung.

Diese Weiterleitung entsteht oftmals durch die Einbettung von Inhalten Dritter (sprich: Werbeanzeigen), der Urheber einer Seite trägt da noch nicht einmal Schuld. Chrome 64 wird hier direkt eine Lösung parat haben. Alle Weiterleitungen, die durch eingebettete iframes von Dritten entstehen, werden blockiert. Der Nutzer bekommt einen Info-Balken angezeigt, wird aber nicht vom eigentlichen Inhalt weggeführt. Die erste von drei Neuerungen für mehr Nutzerschutz.

Was bei Nutzern laut Google ebenfalls zu Frust führen kann: Wenn man einen Link klickt, sich dieser aber in einem neuen Fenster öffnet, während im ursprünglichen Tab ein anderer Inhalt geladen wird. Ein Trick, um sich dem Pop-Up-Blocker von Google zu entziehen. Mit Chrome 65 wird auch dies abgeschafft, der ursprüngliche Inhalt bleibt erhalten, es gibt einen Infobalken und die Seite, die man öffnen wollte. Also auch kein störendes Verhalten mehr.

Die dritte Änderung ist für Google die schwierigste, dabei geht es um „Abusive Experience“. Das beschreibt den Umstand, wenn Links sich hinter anderen Elementen verstecken, zum Beispiel wenn ein Play-Button eine Webseite öffnet, den Nutzer auf gut Deutsch verarscht. Auch transparente Webseiten-Overlays, die einen Klick an beliebiger Stelle auf eine andere Seite umleiten, gehören dazu.

Diese automatisch zu erkennen ist für Google schwierig, aber nicht unmöglich. Google wird den Pop-Up-Blocker ab 2018 so ändern, das auch solche Klicks erkannt und nicht mehr in einem neuen Fenster oder einer neuen Registerkarte geöffnet werden. Seitenbetreiber können sich allerdings darauf vorbereiten.

In der Such-Konsole gibt es den „Abusive Experience Report“, der anzeigt, ob die Seite betroffen ist. Falls ja, hat der Seitenbetreiber 30 Tage Zeit, dies anzupassen. Erfolgt keine Anpassung, werden die Klicks künftig vom Pop-Up-Blocker unterbunden.

Laut Google wird mit diesen Maßnahmen das Nutzererlebnis beim Browsen im Internet erheblich gesteigert, ohne den Zugang einzuschränken. Sie knüpfen an Funktionen wie die Unterdrückung von Autoplay oder eben den bereits beliebten Pop-Up-Blocker an.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

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