Facebook ändert Android-App nach Erkenntnissen aus Afrika-Besuch

24. Juni 2014 Kategorie: Android, Mobile, Social Network, geschrieben von:

Facebook hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit dem Internet zu verbinden, die bisher nicht die Gelegenheit dazu hatten. Da diese Menschen allerdings auch nicht die technischen Grundlagen haben, um beispielsweise Apps nach Belieben zu installieren und zu nutzen, arbeitet Facebook auch an der Verbesserung dieser. Schlanke Apps mit wenig Datenhunger sollen dafür sorgen, dass sie auch auf schwachen Geräten genutzt werden können und gleichzeitig weniger Daten verbrauchen. Nur so lässt sich eine Nutzung in Entwicklungsländern realisieren.

Facebook LG G2

Alex Sourov hat im Facebook Engineering Blog einen ausführlichen Artikel verfasst, wie Facebook vorgeht, um das Ganze zu verwirklichen. Das gibt einen schönen Einblick, der auch einmal aufzeigt, dass eben mehr dahinter steckt als einfach nur eine App auf den Markt zu schmeißen. Berücksichtigt werden müssen die Performance auf älteren Geräten, der Speicherplatz, den die App benötigt, der Datenverbrauch und wie mit Netzwerkfehlern umgegangen wird.

Beim Starten der App wird hier nun so vorgegangen, dass die einzelnen Komponenten nicht mehr gleichzeitig laden, sondern hintereinander, in Einzelfällen sogar erst dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Das erhöht die Startgeschwindigkeit, schließlich will keiner ewig warten, bis sich die App als betriebsbereit zeigt. So ist auch auf älteren Geräten ohne größere Verzögerung die Nutzung der App möglich.

Das Problem mit dem Speicherplatz hat Facebook durch Erstellung verschiedener Versionen der App realisiert. So werden nicht mehr alle Displaygrößen mit einer App bedient, sondern es wird die App ausgeliefert, die zum Gerät passt. Kann man im Play Store so machen, bedeutet zwangsläufig aber auch, dass man mehrere Apps pflegen muss, was vor allem bei Design-Änderungen aufwändig sein kann. Aber, so konnten 65% der App-Größe eingespart werden. Das ist durchaus beachtlich.

Mobile Datennutzung ist teuer. Egal ob hier oder in Ländern, wo dies noch nicht so verbreitet ist. Um hohen Kosten bei der Nutzung der App entgegenzuwirken, hat Facebook den Datenhunger reduziert. Erreicht wird dies vor allem dadurch, dass Bilder nicht mehr in voller Auflösung geladen werden, wenn sie im Stream angezeigt werden. Das nimmt dem Nutzer nicht die Möglichkeit, ein Bild komplett zu sehen, aber gibt ihm die Möglichkeit zu entscheiden, für welche Bilder er seine Daten nutzen möchte. Außerdem wurde durch die Umwandlung in WebP eine enorme Ersparnis in der Dateigröße erreicht. Auch das Caching wurde für diesen Zweck optimiert.

Die ganze Story, auch was Alex Sourov und Kollegen in Sachen Smartphone-Nutzung in Afrika gelernt haben, könnt Ihr an dieser Stelle nachlesen. Ist ganz interessant und zeigt, dass es oftmals eben mehr ist, als einfach nur eine App zu programmieren.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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