Ein paar Worte zu Apple Music

9. Juni 2015 Kategorie: Apple, iOS, Mobile, geschrieben von:

Apple Musik kommt. Ende des Monats ist es möglich, den Dienst unter iOS zu nutzen, Android und Apple TV folgt im Herbst – und via der neuen iTunes-Versionen ist das Hören auch via Windows und OS X möglich. Ein Streaming-Dienst in Sachen Musik von Apple. Das ist nicht überraschend, sondern einfach überfällig. Preschte Apple sonst als einer der Pioniere der Musikverkäufe Jahre vor allen weg, so hinkt man nun hinterher. Spotify, Rdio, Deezer, Google – ja selbst Amazon bietet Streaming an. Ein boomender Markt, der wächst.
Apple Music

Nun also auch Apple, die sich dafür den Zukauf Beats leisten mussten. 30 Millionen Titel, Offline-Zugriff, auf Wunsch die komplette eigene Library in der Cloud. 256 KBit Qualität. 9,99 Dollar für die Einzelnutzung und 14,99 Dollar für die Nutzung in der Familie mit bis zu sechs Personen. Alles nichts besonderes, bis auf das Familien-Abo. Das bieten andere auch an, beispielsweise Spotify, ist aber dort eine Ecke teurer, drei Mitglieder kosten dort bereits 20 Euro. Apple Music ist quasi das Netflix unter den Anbietern, was den Gruppenpreis betrifft (Netflix: vier Zuschauer für 12 Euro im Monat). Wichtig: läuft nur über Family Sharing.

In Sachen System gibt es Unterschiede – zahlende Kunden werden keinen Unterschied zwischen iOS und Android merken, wohl aber die Kostenlos-Nutzer. Features von Apple Music bekommen nur Zahler auf der Android-Plattform, während iOS-Nutzer zumindest Künstlerfeeds sehen und zudem das 24/7 Radio namens Beats 1 Radio hören können. Immerhin etwas. Doch wie erwähnt: Apple Music ist spät dran. Spotify hat einen ganzen Schwung Kunden, Deezer auch. Wo der Mehrwert des Wechselns sein soll, wo doch gerade Spotify-Kunden in Deutschland noch All-inklusive-Traffic für das Streamen bekommen, sofern sie Kunden des Anbieters Deutsche Telekom sind? Man weiss es nicht.

Gerade die sozialen Features haben Spotify bekannt und beliebt gemacht. Es wird überraschend zu sehen sein, wie sich das Ganze entwickelt und welche Zahlen Apple später mal verkünden wird. Ab dem 30. Juni tickt die Uhr, drei Monate kann das Angebot kostenlos getestet werden. Ob viele Nutzer dabeibleiben? Einfach, weil es einfach ist – nahtlos mit dem Apple Konto? Vielleicht. Es soll 800 Millionen Menschen mit Apple Account geben, da finden sich sicherlich welche, die zahlen. Von den Zahlern hat Spotify übrigens rund 15 Millionen, aber bislang hat man auf der Plattform sicher auch das bessere Gratis-Angebot.

Für Familien mit iOS-Geräten wird es definitiv spannend, der Familienpreis ist die eigentlich interessante Ansage. Das hat man auch bei Spotify schon mitbekommen. Ein Spotify-Sprecher gab gegenüber dem Magazin The Verge schon das passende Statement ab: „We already have similar family pricing in some markets and we expect to offer competitive pricing everywhere in the near future“. Ob Spotify auf globaler Ebene mal Preisangleichungen vornimmt? Abzuwarten. Fakt ist: Spotify kostet – bezogen auf den Dollar – weltweit anders.

Persönliche Meinung: Apple ist spät dran und bislang hat mich die Präsentation nicht vom Hocker gehauen. Der Familien-Account ist nett und wird für viele den Unterschied machen. In meinem Falle – und das sagte ich gestern schon via Twitter – bringt der Dienst nichts ohne die Integration durch Sonos. Doch der Sonos Support ließ schon via Twitter nebulös verlauten, dass man sicher bald etwas anbiete: „The Apple Music service won’t be available at release, but look forward to including it in the Sonos lineup when Apple is ready.“ Bis dahin kann ich gut mit Spotify leben – und sollte ich die aus irgendeinem Grunde nicht mehr mögen: auch Deezer ist gut nutzbar. Letzten Endes werde ich mir das Ganze natürlich auch bei Apple anschauen und auch hier darüber berichten.


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