Bundesnetzagentur: Teile von Telekom StreamOn werden untersagt, Telekom wehrt sich

15. Dezember 2017 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

Der Hammer zum Wochenende. Die Deutsche Telekom hat mit ihrer StreamOn-Option, die Nutzern ein Streaming von Partner-Inhalten ohne Anregung auf ihr Inklusivvolumen ermöglicht, nicht nur Freunde gefunden. Stichwort Netzneutraltiät. Die Bundesnetzagentur wurde da recht schnell tätig und hat nun auch Teilaspekte von StreamOn untersagt. Anpssungsbedarf sieht die Bundesnetzagentur bei den Punkten Roaming und Videostreaming. In der jetzigen Form sollen diese Punkte gegen europäische Vorschriften bezüglich Roaming und Netzneutralität verstoßen werden.

Beim Roaming sieht es die Bundesnetzagentur so, dass auch bei StreamOn das Roam-like-at-home-Prinzip Anwendung finden muss. Das ist nicht gegeben, da im Ausland verbrauchtes Datenvolumen vom eigentlichen Inklusivvolumen abgezogen wird. Das muss jedoch für alle Tarife gelten, die Roaming im EU-Ausland ermöglichen.

Auch das „beschnittene“ Videostreaming ist der Bundesnetzagentur ein Dorn im Auge. Der über StreamOn angebotene SD-Stream stellt eine Verletzung der Netzneutralität dar, da es für diese Drosselung keinen technischen Grund gibt. Die Bundesnetzagentur dazu:

„StreamOn kann weiterhin von der Telekom angeboten werden. Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „StreamOn muss dem Roam-Like-At-Home-Prinzip entsprechen und Kunden muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. Im Interesse der Kunden sorgen wir dafür, dass StreamOn den Vorgaben zu Roaming und zur Netzneutralität Rechnung trägt.“

„Das Gleichbehandlungsgebot ist ein Eckpfeiler der europäischen Regelungen zur Netzneutralität“, sagt Homann. „Das Gleichbehandlungsprinzip hat das Internet zum Innovationsmotor gemacht. Die Vielfalt der Anwendungen und Dienste kommt allen Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute. Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen.“

Die Deutsche Telekom sieht das natürlich ein bisschen anders, überschreibt Ihre Antwort darauf mit „StreamOn: Wir kämpfen für unsere Kunden„.

Die Deutsche Telekom wird nun auf dem Rechtsweg klären lassen, ob man mit dem Angebot gegen geltende Vorschriften verstößt. Die Telekom ist der Auffassung, dass StreamOn von vornherein als inländisches Produkt konzipiert war und somit nicht unter die Roaming-Geschichte fallen dürfte. StreamOn sei ein kostenloser Zusatzvertrag, der nicht EU-weit angeboten werden müsse.

Und auch beim Thema Drosselung der Videostreams ist die Telekom anderer Auffassung. Es gibt keine Beschwerden von Kunden oder Partnern, im Gegenteil, die Buchungszahlen sollen bestätigen, dass die Übertragung in SD auf mobilen Endgeräten ausreichend ist. Jedenfalls sieht die Telekom in diesem Punkt auch keinen Verstoß gegen EU-Recht.

Für Nutzer von StreamOn ändert sich indes erst einmal nichts. Die Telekom hat bis März Zeit für die Umsetzung der von der Bundesnetzagentur geforderten Punkte. Damit StreamOn auch künftig kostenlos angeboten werden kann, wird man nun eben den Rechtsweg bestreiten und die Sache klären lassen. Zum Wohle der Kunden natürlich.

Das wird 2018 noch einmal spannend mit StreamOn, ich bin selten auf der Seite der Telekom, glaube aber, dass StreamOn bestehen bleiben wird. Kostenlos und auch mit gedrosselten Videos und auch nur innerhalb Deutschlands. Da finde ich die Vodafone-Pässe sehr viel besorgniserregender.


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