Betriebssystem Jolicloud für alle

1. Januar 2010 Kategorie: Apfelmus, Internet, Portable Programme, Windows, geschrieben von: caschy

Gestern Abend bekam ich als Alpha-Tester von Jolicloud eine E-Mail, aus der hervorging, dass Jolicloud nun in einer Pre-Beta Version verfügbar ist. Allerdings nicht mehr in einer geschlossenen Benutzergruppe, sondern offen für alle. Doch was ist Jolicloud eigentlich? Jolicloud ist ein Ubuntu basierendes Betriebssystem, welches hauptsächlich für Netbooks gedacht ist (kann man natürlich auch anders nutzen). Joliclud ist des Weiteren ein Cloud-Betriebssystem – was heisst, dass man viele Dienste nahtlos in das Betriebssystem integriert, die ausschließlich online im Internet funktionieren.

Schön finde ich, dass sich Jolicloud als einzelnes oder als weiteres Betriebssystem installieren lässt. Für Anfänger steht ein Installer bereit, der sich ganz einfach unter Windows ausführen lässt. Dieser fügt einen zweiten Punkt in eurem Bootloader hinzu, über den ihr dann Jolicloud starten könnt. Eure Partitionierung wird dabei nicht verändert, der ganze Vorgang läuft ab wie bei Wubi (siehe auch: Ubuntu gefahrlos testen).

Hier einmal ein paar Screenshots, eigentlich nichts besonderes, ist eben “nur” ein Ubuntu-Linux mit einer Netbook-Remix ähnlichen Oberfläche. Mir bpersönlich hätte eine andere Gui besser gefallen, ich mochte damals auf meinem Asus Netbook und Ubuntu immer diese Oberfläche.

Jolicloud ist auf den ersten Blick nicht wirklich spektakulär. Aber vielleicht will es das gar nicht sein. Wenn ich darüber nachdenke, was man eigentlich mit einem Netbook so macht: E-Mail, Surfen und eben das übliche Internet-Blabla. Zum produktiven Arbeiten wird kaum jemand ein reines Netbook nutzen. Ich selber habe leider kein Netbook mehr zur Hand: Jolicloud soll angeblich wahnsinnig schnell booten und aus dem Ruhezustand kommen.

Jolicloud läuft übrigens wunderbar als virtuelle Maschine unter Virtual Box (somit kann man es auch wunderbar unter Windows und Mac OS X testen). In einer blanken virtuellen Maschine müsst ihr euch allerdings das ISO besorgen und nicht den Windows-Installer nutzen, der Jolicloud als natives Zweitsystem auf eurer Kiste installieren würde. Wer noch ein altes Netbook rumfliegen hat, der kann ja ganz einfach testen: die Anleitung zur “Pro Install” bringt auch eine Software mit, mit der ihr Jolicloud auf euren USB-Stick beamen könnt, dieser ist nach dem Vorgang bootfähig. Geil ist auch die Funktion das System zu recyclen: alle Daten werden dabei gelöscht, Jolicloud bleibt allerdings. Ideal für Netbooks, die man des Öfteren verleiht oder für Firmen auf Messen…

Ich sehe es kommen: ich brauche mal wieder ein Netbook nur zum rumprobieren…

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

37 Kommentare

_nico (twitter ) 1. Januar 2010 um 15:30 Uhr

Wow, sieht sehr interessant aus. Jolicloud werde ich mir die nächsten Tage mal genauer anschauen.

Liebe Grüße, Nico

Didi (twitter ) 1. Januar 2010 um 15:43 Uhr

Apropos Netbook: Vielleicht interssiert das hier jemanden. Ich werde es mal im Auge behalten, denn ich benötige einen kleinen Bastler-PC, z. B. zum Testen eines solchen Betriebssystems. http://www.googlewatchblog.de/.....fgetaucht/

Lars-Sören Steck 1. Januar 2010 um 15:44 Uhr

Das sieht ziemlich spannend aus. Mal schauen, wenn ich demnächst (wahrscheinlich) ein Netbook besitze, werde ich mal einen Blick drauf werfen…

hoschi 1. Januar 2010 um 15:51 Uhr

Das Ding ist sicher perfekt dafür geeignet mal eben schnell den pc anzuwerfen und was im netz zu gucken ohne ewig win7 oder anders zu booten. Läfut das Ding eigentlich auch von einem USB Stick aus. so Quasi als Live OS

Nils 1. Januar 2010 um 16:01 Uhr

Wow. Das sieht wirklich cool aus. Wie viel Speicher braucht das ungefähr? Ich würde das gerne mal in Der VM testen.
MfG
Nils

Fabian 1. Januar 2010 um 16:06 Uhr

Sieht echt klasse aus. Ich such genau sowas für mein Desktop PC. Um mal schnell ins Netz zugehn oder rasch nen Film anzuwerfen. Möglichst alles in so einer nicen UI verpackt. Hat jemand ne Idee?

Didi (twitter ) 1. Januar 2010 um 16:15 Uhr

@Fabian: Warum nimmst Du nicht ein Live-System, wie z. B. das neue Knoppix? http://www.knopper.net/knoppix/
Das gibt es als CD und als DVD. Es ist ziemlich schnell und Du kannst Dir die CD komplett in den Arbeitspeicher laden, so dass Du ohne Laufwerkszugriff arbeitest, was z. B. das sonst lahme OpenOffice zur Rakete werden lässt.

Du kannst auch Ubuntu mit Wubi installieren, so wie ich das gemacht habe. Ubuntu startet bei mir komplett innerhalb von etwa 30-40 Sekunden und fährt innerhalb von 5 Sekunden den PC runter. Allerdings gibt es zur Zeit mit dem Wubi-Installer Probleme, die bei mir durch das Forum gelöst worden sind: http://forum.ubuntuusers.de/to.....artet-nac/

Dodger (twitter ) 1. Januar 2010 um 16:21 Uhr

@Fabian:
vielleicht ist “GeeXboX” (http://geexbox.org) etwas für Dich. Bootest Du von LiveCD und kannst damit dann DVDs gucken ohne Windows zu starten, alternativ die LiveCD von XBMC (http://xbmc.org). Nur leider kannste da nicht ins Netz damit. Dafür vielleicht eher MediaPortal (www.team-mediaportal.com) aber ob das auch ohne Windows-Boot läuft denke ich nicht :(
Vielleicht ist ja was brauchbares dabei, sonst nimm doch einfach eine Linux LiveCD ;-)

Ich hab auf meinem Netbook mal das “Ubuntu Netbook Remix” als Live USB-Stick probiert. Sehr schnell und grafisch noch schicker als das oben vorgestellte. Mit UNetbootin läßt sich das ISO kinderleicht in einen LiveStick umwandeln ;-)

Heiko (twitter ) 1. Januar 2010 um 16:25 Uhr

Ich hab sowas noch nie getestet, also ein anderes Betriebssystem als Windows, aber hier mal als kurze Frage:

Wäre das vieleicht auch ne alternative um meinen doch sehr alten Laptop einfach was zügiger laufen zu lassen? Windows soll natürlich drauf bleiben zum arbeiten mit Office, aber manchmal mache ich den PC halt nur an für Gmail, Facebook und co…

caschy 1. Januar 2010 um 16:33 Uhr

@Heiko. Probiere es aus. Sollte aber. Wenn man bedenkt: Netbooks sind ja auch nicht DIE Power-Maschinen.

Dodger (twitter ) 1. Januar 2010 um 16:43 Uhr

Ein Freund von mir hat bei seiner Freundin das aktuelle Ubuntu Netbook Remix auf Ihrem EeePC (erste Generation) installiert und es läuft sehr schnell, ca. 30-40 sek. bis zum Desktop!

Lade Dir doch z.B. mal ein Ubuntu oder Kubunto Image, brenne es auf CD und boote davon (als LiveCD). Das Linux wird dann teilweise in Dein RAM geladen und mußt nix installieren. Wenn Du ein Reset machst und die CD rausnimmst ist alles wie vorher ;-) So kannste testen ob alles läuft wie Du willst und alles erkannt wird (mit WLAN gibts ab und zu Probleme). Die Geschwindigkeit ist natürlich langsamer (da viel von CD geladen wird) als bei einer richtigen Installation.

Sollte aber auch kein Problem sein das auf einer separaten Partition laufen zu lassen.

Wie Caschy schon sagt, sollte gehen…Netbooks sind auch keine Rechenmonster und Linux ist allgemein sehr Resourcenfreundlich

RudiRalala 1. Januar 2010 um 17:02 Uhr

Wenn es virtuell eingebunden wird, habe ich keine Bedenken. Beim nativen Einsatz befürchte ich allerdings den üblichen LINUX-Trouble mit Treibern und WLAN, ATI und und und … ja ich weiss, da muss man “nur” dieses und dann noch jenes Paket runterladen dann läuft das alles ganz prima. :-)

Oder liege ich da falsch?

Dodger (twitter ) 1. Januar 2010 um 17:03 Uhr

Ich glaub das ist immer noch so…hab daher auch immer noch Bedenken es “richtig” zu installieren. Irgendwie ist mir – was Installieren angeht – Linux immer noch nicht geheuer bzw. nicht intuitiv genug

Jonny 1. Januar 2010 um 18:03 Uhr

Ja, das sieht spannend aus (gefährlich).

Und was mach ich nochmal damit? Facebook besuchen? Skype anwerfen?.
Aha.

Crazy new year…

Das einzig nette ist die recycle-Option.

s0ja (twitter ) 1. Januar 2010 um 18:09 Uhr

Also das mit dem schnell hochfahren, da versteh ich den nutzen nicht. Ich klappe mein Macbook immer einfach zu, und alle paar Tage/Wochen wirds mal neugestartet. Ein bisschen Akku geht natürlich dabei drauf, wenn man das Netzteil nicht angeschlossen hat. Und genau so mache ich’s bei dem Windows Laptop von der Arbeit… Die vorhin erwähnten 30-40 Sekunden sind doch nicht so schnell wie aufklappen und 1 Sek warten. Ich glaub um das hochfahren wirklich zu beschleunigen braucht man eine spezielle Linuxversion SSD….

Dodger (twitter ) 1. Januar 2010 um 18:27 Uhr

Naja…die 30-40 Sek. sollte man natürlich nicht mit dem “Ruhemodus” vergleichen, dann wäre das Linux sicher genauso schnell. Dein Mac oder XP-Notebook booten aber sicher nicht in der Zeit komplett hoch ;-)

Josef 1. Januar 2010 um 19:48 Uhr

Hatte das schon mal probiert, nicht lang her, läuft auf meinem Asus 900 gut und flott. Allerdings nutze ich darauf XP da ich Cloudcomputing nicht unbedingt benötige.

Kann es aber empfehlen, bootet wirklich fix, bei mir unter 25 Sekunden. XP braucht länger außer aus Ruhezustand oder Standby, dank einer Runcore Pro IV SSD. :-)

tischl 1. Januar 2010 um 19:48 Uhr

Ich sehe keinen Grund, diesem Ding den Vorzug vor dem Original-Ubuntu zu geben, schon wegen dem Support, wie z.B. ubuntuusers.de.

JürgenHugo (twitter ) 1. Januar 2010 um 21:48 Uhr

Soo lang dauert das Booten bei mir mit Win 7 auch nich – ne gute Minute schätz ich mal. Ich hab das noch nich mal genau gestoppt. Weils mir schnell genug ist.

Wenn das nur halb solang dauern würde – okay, wär nich schlecht. Aber da jetzt irgenwelche Klimmzüge zu unternehem, um ein paar Sekunden eher ins Net zu kommen – for what? Ich boote doch nich 50x am Tag.

Da steck ich mir halt ne Zigarette an, und guck ein bißchen in die Luft, oder mach den Aschenbecher leer. Dann “steht” Windows doch. Herrjeh, was seid ihr alle(viele) ungeduldig – die E-Mails sind ne Minute später auch noch da… :mrgreen:

Wenn das bei jemand natürlich ein paar Minuten dauert, das is ne andere Sache. Bei meinem alten PC hat mich das auch was genervt.

Daniel (twitter ) 1. Januar 2010 um 23:32 Uhr

Also vom Aussehen her bin ich richtig angetan von dem Ding.

Das man aber dann für alles ne Internetverbindung bruacht ist wiederum mist :(

s0ja (twitter ) 1. Januar 2010 um 23:48 Uhr

@DOdger: Ein Thinkpad R61i mit Windows 7 ist es schon immerhin :-P Vom schnelleren Booten was ja bei Snow Leopard und Windows 7 angekündigt war merk ich aber eigtl. nur bei Snow Leopard was… unter anderem deshalb fristet das Thinkpad auch eher ein Nischendasein ;)

Hermann (twitter ) 2. Januar 2010 um 01:48 Uhr

Ja, sieht gut aus. Aber brauch ich das? Ich glaube nicht. Früher habe ich alle möglichen Betriebssysteme ausprobiert, auch Linux. Mir extra einen Bootmanager installiert. mehrere Windows-Versionen auf unterschiedliche Partitionen gehabt. Letztendlich bin ich wieder bei Windows geblieben, jetzt Vista. Alles andere ist gut zum Üben, aber raubt mir nur meine Zeit. Heute, wenn nichts mehr laufen will, habe ich Rollback RX und alles ist wieder schön.

RudiRalala 2. Januar 2010 um 09:39 Uhr

Bootzeiten sind bei mir schon lange kein Thema mehr. Herunterfahren und Neubooten gibt es nur noch ausnahmsweise bei Installationen. Ansonsten Klappe zu, Klappe auf und fertig. Schließlich schreiben wir das Jahr 2010.

Adam (twitter ) 2. Januar 2010 um 11:15 Uhr

Ich vermute mal, dass Cloud-Betriebssystem in armen Ländern, Entwicklungsländern und der dritten Welt durchsetzen könnte. Wer sich ein Computer mit genug Power leisten kann, wird wegen den Sicherheitsbedenken die Finger davon lassen. Als Einsatzgebiet wären auch Firmen, Schulen und Forschungseinrichtungen denkbar, die haben aber den Vorteil, dass sie sich dafür einen eigenen Hauptrechner einrichten können, der mit den anderen via Ethernet oder Internet vernetzt/verbunden ist. Dann dürften die Sicherheitsbedenken weg sein. Für Privatanwender dürfte es sich nicht durchsetzen, aber ich mag mich auch irren.

Nimue (twitter ) 2. Januar 2010 um 11:27 Uhr

Kann mir jemand sagen, ob jollicloud auch auf einem uralt-toshibba-satelite läuft, daß irgendwie probleme mit win98 hat? meine eltern sollen nämlich endlich ins netz :-) , damit ich nicht ständig die infos für sie zusammen suchen muß… oder bei ebay nach zeuch suchen muß *stöhn*

Heiko (twitter ) 2. Januar 2010 um 11:36 Uhr

Privatanwender ist halt auch immer unterschiedlich zu sehen. Es gibt schon genug Leute, die nicht immer an der selber Maschine sitzen und auch nicht alles auf nem USB Drive mitnehme wollen.

Ich meine Sicherheitskopien auf der eigenen HDD und parallel im Netz sind meiner Meinung nach immer noch am sinnvollsten als nur das eine oder das andere zu machen.

Ich persönlich hab aber oft den wechsel zwischen meinem eigenen Laptop, meinem Heim PC und noch 2 anderen PCs bei meiner Freundin. Da bin ich dankbar für Dropbox, Office Live und bald 80GB Picasa Space…

leosmutter 2. Januar 2010 um 14:26 Uhr

Dies Juliclound erinnert mich stark an EasyPeasy. Vielleicht probiere ich das mal auf meinem kleinen 8″ eeepc aus. Auf meinem Compaq 311 läuft Win7. Da kann ich dann auch mal dank Cuda nen H264 Fullhd anschauen. Für mich ist mittlerweile Win7 DAS Netbook-system. Schnell und schön.

Adam (twitter ) 2. Januar 2010 um 22:57 Uhr

@Nimue: Du hast wohl überlesen, dass es sich um eine Pre-Beta Version handelt. Damit will ich sagen, dass dieses BS noch lange nicht für den Produktiveinsatz taugt. Ich würde dir eher Knoppix oder Ubuntu empfehlen. Sollte das Notebook besonders alt und leistungsschwach sein, dann solltest du besser Moblin (DE) oder Eeebuntu (EN) nehmen, die sich sogar für den Einsatz auf Netbooks eignen.

fabian's "friend" but Babayaga 3. Januar 2010 um 19:13 Uhr

@ Adam
echt pfiffig wie dein name hier verlinkt wird
aber nicht jeder hier will o2 werbung sehen, oder?

JürgenHugo (twitter ) 3. Januar 2010 um 19:32 Uhr

@fabian’s “friend” but Babayaga:

So´n Ärger – jetzt kann ich die schöne Werbung von Adam und O2 “gaanich” sehen. Meine Werbeblocker sind wohl zu fleißig… :mrgreen:

Ich werde aber standhaft bleiben und mich selbst kasteien – erfahr ich eben nicht, warum O2 so toll ist… :mrgreen:

Suizidale Gedanken kommen dadurch bei mir bestimmt nicht.



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