Ausprobiert: AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C

2. November 2014 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Seit einiger Zeit gibt es den FRITZ!WLAN Repeater DVB-C von AVM im Handel. Hierbei handelt es sich um einen Repeater, der nicht nur dafür sorgt, dass das WLAN in die bisher schlecht abgedeckten Winkel des Hauses kommt, das 99 Euro teure Gerät will auch TV verteilen. Das fand ich interessant, sodass ich mir das Ganze mal anschauen musste.

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Erst einmal sei erwähnt, dass der FRITZ!WLAN Repeater DVB-C ein Repeater ist, der in den Frequenzen 2,4 und 5 GHz zuhause ist, also mit 802.11 ac funkt. Das bedeutet, dass der kleine Kasten auf dem aktuellen Stand der WLAN-Technik ist, ich kenne massig Haushalte, die noch mit 802.11 b/g funken – obwohl man mittlerweile schon Notebooks oder WLAN-Karten einsetzt, die mehr können.

Hauptaugenmerk soll bei der AVM-Lösung aber auf dem TV-Programm liegen, welches ins heimische WLAN oder LAN verteilt werden kann. AVM verbaut hier einen Dual-Tuner für Kabel-TV (DVB-C), der unverschlüsseltes Programm empfangen kann. Ihr müsst den Repeater also an die Steckdose hängen und mit einem Kabelanschluss verbinden. AVM liefert übrigens das entsprechende Kabel gleich mit – wie auch das für den ebenfalls verbauten Gigabit LAN-Anschluss.

Die Einrichtung des Dual-Tuner für Kabel-TV (DVB-C) vom AVM ist einfach. Ihr könnt euch für WPS entschließen, oder ihr richtet den Spaß von Hand ein, auf der Rückseite des Repeaters ist der Name und der Schlüssel hinterlegt.

Pro-Tipp: Gleich abfotografieren, so hat man den Schlüssel immer zur Hand und muss das Gerät nicht vom Netz trennen. Die Einrichtung dürfte also in wenigen Augenblicken erledigt sein, ich wählte WPS. Der Repeater funkt so auf den von mir voreingestellten WLAN-Namen und ist so transparent und ohne zusätzliche Eingaben von allen Geräten erreichbar.

Wer sein WLAN anders eingerichtet hat: kein Problem, man kann den Repeater als LAN- oder WLAN-Brücke nutzen. Bei der zweiten Variante wird der Repeater als WLAN-Modul genutzt, mit dem sich die Geräte verbinden. Hier muss also kein WLAN-Router als Hauptgerät vorhanden sein, sondern ein normaler Router würde ausreichen, der via LAN-Kabel mit dem AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C verbunden wird.

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Wie auch die aktuellen Router von AVM verfügt der Repeater über die Möglichkeit, einen Gastzugang zu erlauben, sicherlich nützlich für die, die ein Gerät haben, welches diese Möglichkeit nicht erreicht. Selbstverständlich findet man auch hier in den Einstellungen die Möglichkeiten vor, die einzelnen WLAN-Namen auf den Frequenzbändern festzulegen und auch, ob man die WLAN-Übertragung für Live TV optimieren will.

Die Einrichtung ist also wirklich simpel, sodass recht schnell mit dem Schauen von TV begonnen werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass nur unverschlüsseltes Programm gesehen werden kann. Was empfangen werden kann, hängt von eurem Hausanschluss ab. Bei mir sind bei Kabel Deutschland 89 Sender unverschlüsselt zu empfangen, eine hohe Anzahl, zu der sich aber auch viele Dritte und Spartensender gesellen, die sonst auf meinem Receiver gaaaaaanz hinten zu finden sind. QVC, BibelTV, AstroTV und anderer Mumpitz eben.

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Der FRITZ!WLAN Repeater DVB-C kann einen Sendersuchlauf durchführen und zeigt euch dann das Programm. Der Großteil ist unverschlüsselt lediglich SD, während es einige Sender tatsächlich bei mir in HD schaffen (nur auf dem Rechner). Die Nutzung der einzelnen Streams ist ein Selbstgänger: für Android und iOS existieren Apps, die mit großen Senderlogos daherkommen. Anklicken – anschauen, fertig.

Man kann aber auch am Rechner das TV-Programm schauen, beispielsweise über den VLC-Player. Über das Interface des FRITZ!WLAN Repeater DVB-C lässt sich für jeden Sender eine m3u-Datei erstellen, wer alles und bequem will, wählt den Punkt „Senderliste“ erzeugen. Hierbei erzeigt das System eine für viele Mediaplayer lesbare Datei, die alle Sender auflistet und für den flotten Zugriff sorgt.

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Was zu bedenken ist: Sechs Geräte werden maximal unterstützt, aber auch „nur“ zwei Programme parallel am Tuner. Im Backend des Repeaters lässt sich einsehen, wer Tuner 1 und wer Tuner 2 nutzt. Ihr könnt gerne mit mehreren Rechnern zuschauen, aber eben nur zwei Programme gleichzeitig. Drei Tablets mit drei verschiedenen Programmen sind also nicht möglich.

In meinem Test lief das Ganze meistens sauber, allerdings nutzte ich auch maximal drei Geräte parallel (Smartphone, Tablet und Rechner). Doch auch hier muss man festhalten, dass es nicht immer eine durchgängige, fehlerfreie Übertragung gab. So gab es ab und an – aber wirklich eher selten – Aussetzer beim Ton und gelegentliche Artefakte in der Bildwiedergabe. Hierbei ist natürlich zu bedenken, wie stark das WLAN ist und wie sehr es beansprucht wird. Kann also bei dem einen absolut fehlerfrei laufen, während bei anderen halt solche Fehler auftreten können. Übrigens: auch per LAN an den Repeater oder Host-Router angeschlossene Rechner haben Zugriff auf das TV-Programm.

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Persönliche Meinung zum FRITZ!WLAN Repeater DVB-C? Ein definitiv gelungenes Gerät, wenn man den Anwendungsbereich hat. Hat man vielleicht Kiddies, die kein eigenes TV-Gerät haben? Dann muss man nicht zwingend zu einem Streaming-Dienst für TV (Magine, Zattoo und Co) greifen, sondern kann den Repeater nutzen – sofern das angebotene Programm der unverschlüsselten TV- und Radiosender ausreicht.

Doch auch für die eigene Anwendung ist der Repeater praktisch – einfach mal in der Küche die Lieblingssendung schauen – oder den Tatort einfach mal in der Badewanne genießen – alles machbar. Getestet wurde bei mir in Verbindung mit einer FRITZ!Box 7490. Abzüge bekommt AVM für die App, hier darf gerne nachgearbeitet werden – EPG und Untertitel habe ich zumindest nicht gefunden.

Kleiner Tipp am Rande: Kabel Deutschland-Kunden müssen nicht so einen speziellen Repeater haben, um das TV-Programm zu empfangen, zumindest, wenn man auf iOS setzt. So gibt es seit kurzem eine Kabel Deutschland-App, die es ermöglicht, das unverschlüsselte TV-Programm in den eigenen vier Wänden via WLAN zu streamen. Freitag tatsächlich den kompletten Abend genutzt – das TV-Programm dudelte auf dem Tablet, während das TV-Gerät für die flotte Runden FIFA 15 genutzt wurde. Inwiefern da andere Kabel- und Internet-Provider großflächig nachgelegt haben, ist mir nicht bekannt.


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