Amazon Books Team ruft Leser zum Kampf gegen hohe E-Book-Preise auf, per E-Mail an Hachette CEO

9. August 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Das ist eine krasse Aktion, die das Amazon Books Team hier zu initiieren versucht. Vielleicht habt Ihr die Streitigkeiten zwischen Amazon und dem Hachette Verlag in den USA mitbekommen. Grob zusammengefasst geht es darum, dass sich Amazon und Hachette nicht über Vertriebsdetails einig sind. Amazon möchte sinkende Preise für E-Books, Hachette möchte dies nicht. Nun wendet sich Amazon an die Leser, fordert diese zur Aktivität auf, um niedrigere Preise bei E-Books zu erreichen.

amazon.de

Amazon ist der Ansicht, dass niedrigere Preise nicht zwangsläufig zu weniger Einnahmen führen. Die Wirkung von niedrigen Preisen will Amazon an verschiedenen Titeln gemessen haben. Das Ergebnis ist, dass sich ein Buch 1,74 mal öfter verkauft, wenn der Preis 9,99 US-Dollar statt 14,99 US-Dollar kostet. Das würde für alle Beteiligten ein Einnahme-Plus von 16% führen, während der Autor ein 74% größeres Publikum erreicht.

Niedrigere E-Book-Preise rechtfertigt Amazon außerdem mit den fehlenden Druck- und Vertriebskosten, keine Lagerkosten und eventuelle Restbestände, sowie das niedrigere Risiko. Außerdem gibt es für E-Books keinen Gebrauchtmarkt.

Hachette versucht diese Preissenkungen zu verhindern, wurde schon mehrmals wegen Preisabsprachen mit anderen Publishern zu Strafzahlungen verdonnert. Aus diesem Grund fordert Amazon nun unter der Domain readersunited.com dazu auf, sich direkt an Hachette zu wenden. Auch Vorschläge für den Inhalt der Mail an Michael Pietsch (Hachette CEO) hat man parat. Die E-Mail soll zudem als Kopie an Amazon geschickt werden.

Das Vorgehen ist im Prinzip schon großartig. Leser können aktiv werden, ohne eine zu große Hürde nehmen zu müssen, Amazon steht als Preisdrücker für E-Books da und es wird weiterhin an Hachettes Ruf geknabbert. Amazon dürfte mit solch einer Aktion definitiv den Nerv der Masse treffen. Ob es auch etwas bewegen wird? Wird sich zeigen.

Unrecht hat Amazon mit der Forderung nach niedrigeren E-Book-Preisen sicher nicht. Auch der Vergleich mit der Einführung des Taschenbuchs, das ebenfalls wesentlich günstiger war, ist nicht unbedingt ein hinkender. Damals versuchte die Industrie ebenfalls, die Verbreitung zu verhindern, aus Angst vor Einbußen bei Einnahmen und dem Zerfall der literarischen Kultur.


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Über den Autor:

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