Abmahnung wegen Streaming: Redtube war nur der Anfang, andere Streamingportale folgen

15. Dezember 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Ich denke, dass alle Leser die Abmahnungen rund um das Portal Redtube mitbekommen haben, wir haben hier so ziemlich alles festgehalten, was es darüber zu berichten gab. Von den vielen Abmahnungen, deren Kostennoten und auch die Tatsache, dass das Landgericht Köln anscheinend zu schnell durchgewunken hat, da es sich um keine Tauschbörse, sondern um ein Streaming-Portal handelt. Ebenfalls wurde darüber berichtet, dass die Besuche über Vertipper-Domains über Redirects im Netz gesammelt wurden.

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Laut einem Bericht, der heute in Die Welt zu lesen ist, war all dies erst der Anfang. Die abmahnende Kanzlei wird zitiert, dass sich das Portal Redtube erst einmal als Testballon geeignet hätte. Man habe auch in anderen Portalen ermittelt und rechnet damit, auch dessen Nutzer in den kommenden Monaten anzuschreiben. Der abmahnende Anwalt teilt mit, dass aus seiner Sicht auch das Streaming eine Vervielfältigung im Sinne des Urheberrechts-Gesetzes darstellt, da hierbei Inhalte in den Arbeitsspeicher des Computers geladen werden.

In den Medien werde deshalb die Stellung des Landgericht Köln falsch dargestellt, es soll sich bei der Herausgabe der Daten um kein Versehen aufgrund von Unwissen handeln – „die Kölner Richter sind in Urheberrechtsfragen unter den Erfahrensten der Republik“. Der Porno-Industrie soll es schlecht gehen – durch das Streaming verlieren sie zahlende Kunden. Laut der Welt sehen deshalb viele Porno-Produzenten nur noch Chancen, wenn sie zeitgleich einen Pakt mit Anwälten eingehen.

Ein deutscher Produzent wird zitiert, dass Anbieter von einigen Streamingseiten dafür bezahlt werden, damit diese IP-Adressen von Nutzern liefern: „Sie suchen sich einen kleinen Administrator bei einer der Tube-Seiten und zahlen ihm 30.000 Euro für 100.000 IP-Adressen. Es kommt sogar vor, dass Detekteien und Anwälte selbst Tube-Seiten betreiben. Denn wer Zugriff auf die Server hat, sieht auch, von welcher IP der Internetnutzer kommt.“.

Man darf gespannt sein, was nun noch passiert, welche Portale überwacht werden. Hierbei wird es nicht auf Erotik beschränkt bleiben, die nächste große Abmahnwelle wird sich auch das Streaming vornehmen, zumindest so lange, bis eindeutig festgelegt ist, was erlaubt ist und was nicht. Lesenswert sind übrigens auch die Beiträge von Klemens Kowalski zum Thema.


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