1800 Euro Kosten für Domain mit Stadtnamen

24. November 2009 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von: caschy

Update 21:10 Uhr. Ich habe eben E-Mail von Michael bekommen. Augsburg lenkt ein, Michael muss nichts bezahlen. Alles weitere bei der Augsburger Allgemeinen. Michael sagt allen Danke für die grandiose Unterstützung! Deshalb: sprecht vor der großen juristischen Keule mit den Menschen. Nur wenige wollen Böses. Wenn doch, dann werden diese wohl kaum große Unterstützung der Netz-Community erhalten. Michael wird die Geschichte in seinem eigenen Blog “Augsburger ‘Gschichten” veröffentlichen.

Ich möchte euch heute von Michael berichten. Michael wollte ein Blog aufziehen. Ist ja kein Thema. Geschieht Hunderte Male in Deutschland. Da Michael aus Augsburg kommt, dachte er sich: ich besorge mir, in Anlehnung an den Fotodienst Flickr, die noch freie Domain Augsburgr.de. Nun dürften bei einigen von euch sicherlich die Ohren klingeln: “aber Carsten, deine Domain verletzt die Rechte der Stadt Bremerhaven doch noch mehr”. Richtig. Wenn die Stadt Bremerhaven kommt, dann bin ich diese Domain los, soviel steht fest. Mittlerweile führe ich die Domain fast fünf Jahre, werde oft von Menschen angeschrieben, die in dieser schönen Stadt Urlaub machen wollen oder eventuell sogar ein Haus kaufen möchten.

Menschen wissen, dass diese Domain einer Privatperson gehört. Trotzdem schreiben sie mich an. Weil sie die Meinung eines Einwohners hören wollen, weil sie vielleicht Insider-Infos haben möchten. Und dieses mache ich auch noch in meiner Freizeit: Antworten. Tipps zu Bremerhaven & umzu geben. Fotos zeigen. Selbst die Facebook-Gruppe Bremerhaven hat mittlerweile über 500 Mitglieder und tauscht sich dort aus. Seit vielen Jahren bin ich mit einigen anderen Webseiten aus unserer Stadt auch auf der offiziellen Homepage der Stadt Bremerhaven unter www.bremerhaven.de verlinkt.

Zurück zum Thema: Michael registrierte sich diese Domain und fragte sogar bei der Stadt Augsburg nach, ob er diese nutzen dürfe. Statt einem einfache Ja oder Nein flatterte ihm eine Aufforderung eines Rechtsanwalts ins Haus: Michael solle alles löschen, was er auch tat. Nach zwei Wochen erhielt er dann aber eine Rechnung: er möge doch bitte 1890 Euro zahlen.

Lest euch bei Interesse die ganze Story einmal durch. Michael hatte bereits in der Online-Ausgabe der Augsburger Allgemeine “sein Interview”. Bereits gestern schrieb er mir von seinem Schicksal und bat mich, die Sache bei euch, den Lesern & Bloggern publik zu machen.

Das eine Stadt das Recht auf den Namen hat: OK. Rechtsanwalt und hohe Kostennote finde ich allerdings unverständlich. Wer weitere Informationen von Michael oder Original-Dokumente benötigt, der kann sich einfach zwecks Kontaktherstellung an mich wenden.

Echt schlimme Nachrichten so kurz vor Weihnachten.

Nachtrag: Keine Beleidigungen in den Kommentaren gegen Anwälte oder die Stadt. So etwas dulde ich hier nicht. Sonst mahnt man mich ab. Hier ist das Forum der Zeitung mit weiteren Meinungen.

18:45 Uhr: Das Skype-Interview ist beim Werbeblogger online.

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142 Kommentare

Gilly 24. November 2009 um 13:37 Uhr

Wenn das kein Grund ist die Petition: “Kostenfreiheit bei fristgerechter Beseitigung des Abmahngrundes” http://www.nicht-spurlos.de/politisches/kostenfreiheit-bei-fristgerechter-beseitigung-des-abmahngrundes/ zu unterzeichnen ;)

kreativbuero 24. November 2009 um 13:42 Uhr

Unfassbar mal wieder. Vor allem hat er doch extra gefragt … *kopfschüttel*

UDZGuru 24. November 2009 um 13:42 Uhr

Ich bin grad bissl hin- und hergerissen.

Einerseits finde ich das mit den Anwaltsgebühren schon ziemlich krass, andererseits is sein Vorgehen in meinen Augen auch nicht ganz richtig gewesen. Er hätte ja auch fragen können BEVOR er sich die Domain holt, dann hätte er vermutlich auch ein Ja oder ein Nein bekommen. Aber das war ja mehr ein informieren anstatt eines nachfragens.

kreativbuero 24. November 2009 um 13:43 Uhr

Naja, er hätte sie halt ggf. wieder kostenlos rausrücken müssen. Das ist klar.

caschy 24. November 2009 um 13:44 Uhr

@UDZGuru: wenn die Stadt sagt: gib Domain her, dann hätte er das getan. Auch ohne Kosten und Anwalt.

KChristoph 24. November 2009 um 13:46 Uhr

Ach du liebes bißchen, wie sieht es dann mit meinen Twitter-Accounts z.B. @HannoverOnline aus ?

Patrick 24. November 2009 um 13:46 Uhr

Die E-Mail an die Stadt wäre sicherlich mal interessant. Im “Interview” wird ja angeführt, das er nicht gefragt hat sondern darauf hingewiesen hat, das er nun diese Domain nutzt.

luther 24. November 2009 um 13:47 Uhr

Hallo,
nachdem ich mir den ganzen Sachverhalt durchgelesen habe, fällt mir dazu eigentlich nur eins ein: Absolute Frechheit! Natürlich seitens der Stadt Augsburg. Okay ich kann verstehen das die Stadt auf ihr Namensrecht pocht. Ich kann auch verstehen, dass Michael und seine Freunde vor der Domainregistrierung hätten anfragen sollen. Aber ich kann nicht verstehen, dass die Stadt Augsburg sofort mit dem Holzhammer zuschlägt. Ein freundlicher Brief mit Erklärung warum und wieso man die Genehmigung nicht erteilt hätte doch gereicht. Michael hätte die Domain sofort gekündigt und gut ist.
Stattdessen macht sich Augsburg hier mal so richtig lächerlich und liefert ein prima Beispiel für Negativwerbung.
Eventuell hätte der Blog, in ähnlicher Weise wie Caschys Blog, noch gute und für die Stadt kostenlose Werbung gemacht. Jetzt ist das Gegenteil der Fall.
Schade das es kaum noch ein Miteinander, sondern immer nur ein Gegeneinander gibt.

Fraggle 24. November 2009 um 13:49 Uhr

Da geht mir der Hutkragen hoch. Angefangen damit, daß die Stadt überhaupt ein Vorrecht auf den Namen hat ist ein Unding, gefolgt von den Forderungen. Da soll die Kasse aufgefüllt werden, mehr nicht. Leider kann man da ja nicht klagen wegen Amtsmißbrauch. Schließlich zahlen wir unsere lokalen Steuern ja auch, damit das Amt uns Auskünfte erteilen kann, so ja auch genutzt. Vielleicht sollte man dann im Gegenzu sagen, ok, 1800€ sind ok, dann fordere ich meine Steuern zurück, da dem Auftrag der Informationspflicht nicht nachgekommen wird. Nach x Jahren Steuern und abzüglich der 1800® erhalte ich dann von der Stadt xyz €.

Josef 24. November 2009 um 13:49 Uhr

Da hab ich ja noch Schwein gehabt bei mir war es vor längerer Zeit fast genauso. Allerdings zeigte sich die Gemeinde damals kulant und hat lediglich drauf gepocht die Domain zu erhalten.

Vor allen Dingen stelle man sich vor wie die Stadt mit einem Bürger umgeht er seine Freizeit für die Stadt hergibt. Na toll. :-(

Die Petition wird gezeichnet.

Toddi 24. November 2009 um 13:52 Uhr

“Er hat uns mit seiner E-Mail Anfang Oktober nicht um Erlaubnis gefragt, sondern uns in Kenntnis gesetzt, als er die Rechtsverletzung bereits begangen hatte”

Da liegt das Problem. Der Michael hat der Stadt quasi die Pistole auf die Brust gesetzt, wenn auch unbeabsichtigt, wovon ich einfach mal ausgehe.

Nichts desto trotz halte ich die Reaktion der Stadt Augsburg für maßlos übertrieben. Ein simples Nein, gepaart mit der *höflichen* Aufforderung, die Domain freizugeben, hätte es auch getan.

Florentine 24. November 2009 um 13:53 Uhr

@Luther

Hi !

Da stimme ich Dir zu !
*grrr*

Da werde ich nicht nach Augsburg reisen !
Da bleibe ich lieber in Wien !

LG aus Wien, Florentine.

hik 24. November 2009 um 13:54 Uhr

Das ganze Thema “kostenpflichtige Abmahnung” ist wohl etwas absurd. Vor allem wenn es der erste Schritt ist, als 1. Schritt würde es wohl ausreichen zu antworten ohne den Brief von einem Anwalt verfassen zu lassen!

Astrid Ann Jabusch 24. November 2009 um 13:57 Uhr

Gibt es nicht einen Augsburger in der Stadtverwaltung, der sich dafür schämt?

UDZGuru 24. November 2009 um 13:59 Uhr

@caschy: Klar, aber irgendwie hinterlässt das Nachfragen im Nachhinein bei mir so ein bissl einen bitteren Beigeschmack.

Klar is es von der Stadt auch nich ok direkt solche Anwaltskosten zu verlangen (die haben doch sicher auch ne eigenen Rechtsabteilung, warum schalten die dann nen externen Anwalt ein?). Solche Summen tun glaub ich so ziemlich jedem weh.

Dirk Paehl 24. November 2009 um 14:02 Uhr

Naja ich glaube kaum das deine Stadt noch ein Recht drauf hat. Hier spielt auch die 5 Jahre eine Rolle. Da gibt es einige Beispiele. Ein Herr klagte vor Gericht seinen Namen ein, bekam aber kein Recht weil ein Arbeitskreis die Domäne schon einige Jahre hatte.

Zu augsburg fällt mir nur ein Sprichwort ein was heute nicht mehr gültig ist, leider (Ehrlich währt am längsten).

Stephan 24. November 2009 um 14:02 Uhr

@UDZGuru: Unabhängig davon weiß man ja wie langsam manchmal die Mühlen einer Stadtverwaltung mahlen. Warum also nicht erst mal sichern und dann nachfragen. So lange diese noch nicht im Einsatz ist – wo liegt das Problem?

Warum nicht mal zum Telefon greifen und anrufen. Warum muss in so einem Fall überhaupt eine Anwaltsmaschinerie in Gang gesetzt werden und dann das Argument bringen, dass es ja nicht sein kann, dass dieses der Steuerzahler berappen muss.

Au man … was für eine beschissene Internetwelt mittlerweile.

Julian 24. November 2009 um 14:05 Uhr

Würde mich ja nicht wundern wenn plötzlich das Augsburger Rathaus “dekoriert” wird…. Also nicht das ich das gutheiße, aber wäre auch nicht das erste mal dass sowas passiert…

Würde mal gerne wissen was in den nächsten Tagen für Leserbriefe bei der Augsburger Allgemeinen einflattern…

Halt uns auf dem laufenden Caschy ;-)

David 24. November 2009 um 14:06 Uhr

wtf? geht das einfach so? er hat doch gefragt ob er sie nutzen darf. außerdem hat er doch die domain gekauft, sie war somit nicht in besitz der stadt augsburg (logisch). @ caschy: hast du bei der stadt-bremerhaven angefragt oder einfach gemacht?

caschy 24. November 2009 um 14:06 Uhr

Bitte keine Beleidigungen hier, die editiere ich weg, sonst werde ich abgemahnt.

Markus 24. November 2009 um 14:08 Uhr

Ein absolutes Armutszeugnis für die Stadt Augsburg. Unfassbar.

UDZGuru 24. November 2009 um 14:11 Uhr

@Stephan: Ja das wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Aber es scheinen ja auch schon Inhalte online gestellt worden zu sein. (So klingts wenigstens für mich im Artikel) Sonst hätte sich die Stadt vermutlich gar nich so ans Bein gepinkelt gefühlt.

Wie gesagt, ich denke, dass hier beide Seiten nicht ganz auf die beste Art und Weise gehandelt haben und das ganze dann irgendwie eklig eskaliert ist.

Das man gleich nen Anwalt einschalten muss, is heutzutage doch irgendwie modern geworden. Normal miteinander reden und Konflikte aus der Welt schaffen is schon lange nich mehr “in”.

Piet 24. November 2009 um 14:15 Uhr

Was ist mit folgenden Domains?

regio-augsburg.de
unser-augsburg.de

Keine Namensanmaßung?

Sorry, aber dieses Verhalten der Stadt Augsburg liegt mE weit unter der Gürtellinie. Ohne beleidigen zu wollen, aber das ist dermaßen moralisch daneben, daß es mir die Nackenhaare aufstellt!

Florentine 24. November 2009 um 14:16 Uhr

@UDZGuru

Deinen letzten Absatz ist meiner Ansicht nach sehr bescheuert, das siehst Du bestimmt auch !
Wenn ich Bürgermeisterin wäre, würde ich mich auf die Aktion freuen, daß jemand für mich bzw. für die Stadt Gratis Werbung gemacht hätte.

Wenn ich dagegen wäre, würde ich es lieber freundlich darauf hinweisen und sie bitten, und nicht gleich einen Anwalt einschalten.

LG, Florentine. :(

Dani 24. November 2009 um 14:17 Uhr

Hallo zusammen,

als gebürtiger Augsburger muss ich euch voll zustimmen. So ein Vorgehen ist echt übel! Dass man heutzutage mit allem und jedem nur noch Geld machen muss ist abartig.
Namensrechte hin oder her, wegen einem “r” ist doch echt der Hohn. Dass man eben nicht augsburg.de kaufen kann ist ja logisch, darf ich deswegen jetzt nichts mehr verwenden was nur annähernd so heißt wie ein geschützter Name. Gibt doch echt wichtigere Probleme als solche Anliegen. Also seriöser Anwalt würde ich da gewaltig anders handeln und eine sofortige Abmahnung ablehnen.
Wirft immer ein tolles Bild auf die Verursacher so was, diesmal leider auf meinen Heimat- und Geburtsort :-(

Grüße aus Augsburg
Daniel

MeinerEiner 24. November 2009 um 14:19 Uhr

Mhm die rechtliche Seite kenne ich jetzt nicht ganz genau. Aber laut meiner Erfahrung ist es so, dass eine Stadt nur anrecht hat auf die Webadresse die Ihrem satzungsgemäßen Namen entspricht.

Die Stadt Köthen /Anhalt zum Beispiel hat jahrelang versucht sich vom Druckhaus Köthen die Domain http://www.koethen.de zu holen.

Endergebnis ohne Erfolg.

Der Inhaber / Geschäftsführer Rembert von Kerssenbrock kann von der ganzen Sache sicherlich ein Lied singen und dem Augsburger Willküropfer vielleicht sogar mit seiner Erfahrung helfen.

Die Stadt Augsburg kann aus meiner Sicht nicht alle Domains für sich beanspruchen die in irgend einer Weise ihren Namen beinhaltet.

ME

Headhunter 24. November 2009 um 14:20 Uhr

Ich denke, daß es eine besondere Auszeichnung ist, daß caschys Blog auf der bremerhaven.de Stadtseite verlinkt ist.

Es freut mich sehr, daß die hervorragende Qualität dieses Blogs so gewürdigt wird.

pk 24. November 2009 um 14:24 Uhr

Vorsorglich würde ich auch die Inhalte der Domain stadt-bremerhaven.de auf eine andere Domain überführen. Vor allem auch, weil hier Werbung geschaltet wird und damit im geschäftlichen Verkehr gehandelt wird.

Wahid 24. November 2009 um 14:24 Uhr

Habe gerade über Twitter erfahren. Mann kann nur den Kopf schütteln.

happy-buddha 24. November 2009 um 14:27 Uhr

Krass ! Es hätte doch einfach gelangt, ein einfaches Nein weil Paragraf “xyz blub und so”.
Aber gleich einen externe Anwalt einschalten… Wohl nach dem Motto mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Chris 24. November 2009 um 14:27 Uhr

Ich ekele mich gerade. Was passiert, wenn der echte Herr Doktoré (der aus Tropico3, den Diktator, mein ich) mal bei mir reinfällt?

stardust 24. November 2009 um 14:27 Uhr

einfach nur lol. und immer das gleiche: vorher gleich mit raketen auf spatzen schießen, und wenn die medien dann nachfragen, bedauert ein zerknirschter pressesprecher die ganze angelegenheit und kann sich nicht erklären wie das problem zustandegekommen ist. und natürlich wird dem herrn f. das geld zurückerstattet und die stadt augsburg würde sich freuen wenn ein informatives blog den bekanntheitsgrad steigern würde.

ich wette dass es so kommt.

Dan 24. November 2009 um 14:28 Uhr

Wenn das durchgeht, kann die Stadt Hamburg gleich mal ein paar Anwälte anstellen und alles, was mit (essbaren) Hamburgern zu tun hat, abmahnen ;-)

order_by_rand 24. November 2009 um 14:28 Uhr

Na der Vorgang wird ganz einfach so abgelaufen sein:
Stadtverwaltungsmensch möchte keinen Fehler machen, fragt einen Anwalt, der wittert ein Geschäft und verschickt die Abmahnung. Und nun versucht die Stadtverwaltung sich zu rechtfertigen, um nicht dumm dazustehen. Ich hatte eine ähnliche Geschichte, aber dabei das Glück, dass sich der Anwalt (genervt von der Inkompetenz der Verwaltung) auf meine Seite geschlagen hat und letzendlich die Stadt etwas Geld losgeworden ist.

Thomas 24. November 2009 um 14:33 Uhr

Ich hoffe, dass der Junge mal Einkommensmillionär wird und spätestens dann, wenn er Unmengen an Steuern an die Stadt abführen soll, aus Augsburg wegzieht. Dann sollte er einen recht freundlichen Brief an die Stadt Augsburg und ihren jetztigen OB, in dem er sich für die freundliche Behandlung durch die Stadt bedankt und erklärt, dass er trotzdem weg müsse. Ich würde mich köstlich amüsieren! :)

Frankster 24. November 2009 um 14:34 Uhr

Maßlos übertriebene Aktion der Stadtverwaltung. Gut, dass so etwas hier publik gemacht wird.

scubamaxx 24. November 2009 um 14:35 Uhr

Hallo,
echt schlimm!! Augsburg.de wäre ja wirklich der Stadt zuzuschreiben aber augsburgR.de ist ja schon wieder was ganz anderes in meinen Augen.
Ich hoffe er hat eine gute Rechschutzversicherung, den ich würde mir so was nicht gefallen lassen!!! Einfach nur lächerlich und eine große Frechheit in meinen Augen. Ich hoffe es geht für ihn gut aus und die Stadt wird sich für ihr Handeln bei ihm entschuldigen… Wäre was für „Die Reporter“ und „Das Fass ohne Boden“, oder ?

LG.
maxx

caschy 24. November 2009 um 14:35 Uhr

Übrigens: meine Stadt Dortmund hat da naders gehandelt, da ging es zwar um das Stadtwappen, aber das ist ähnlich zu bewerten:

http://stadt-bremerhaven.de/post-aus-dortmund/

roterbus 24. November 2009 um 14:37 Uhr

Diese Abmahnmentalität geht mir kräftig auf den Keks!
Man kann doch erst mal fragen oder auffordern, ich denke die meisten dieser Sachen passieren “ausversehen” weil man sich nicht informiert hat oder aus Unwissenheit. Und ich wage zu behaupten, dass die allermeisten die Dinge auch sofort ändern würden, wenn sie über ihren Verstoß in Kenntnis gesetzt werden. Da braucht es keine Abmahnung… Die Stadt Augsburg hat da ein wenig nach dem Motto gehandelt: “erst schießen, dann fragen”

Wenn das so weitergeht muss jeder Blogger oder Vereinswebmaster Angst um sein Erspartes haben. Ich hatte mal eine Webseite nach dem Schema volleyball-stadtname.de
Ob ich mich damit auch strafbar gemacht habe? Hätte ich mir mit der ehrenamtlichen Arbeit für einen Sportverein ne saftige Strafe für ein Vergehen, dessen ich mir gar nicht bewusst war, einhandeln können?

Bei so einer Vorstellung wird mir ganz schlecht…

Hoyerswerda 24. November 2009 um 14:38 Uhr

Ich betreibe selbst ein kleines Stadtportal, allerdings kommt der Name der Stadt nicht im Domainnamen vor. Soweit ich weiß darf man soetwas auch, ohne zuvor bei der Stadt um Erlaubnis zu bitten.

Don Salva 24. November 2009 um 14:39 Uhr

Abmahnung oder nicht, sorry Caschy, aber was die da nun abziehen ist mal unterste Schublade.

Holzhammermethode, immer feste auf die Fresse. Bekloppt sind die…

Hicore 24. November 2009 um 14:42 Uhr

*kopfschüttel*

Augsburg, Du siehst mich NIE wieder.

Tom 24. November 2009 um 14:46 Uhr

Einfach nen Anwalt loszuhetzen ist natürlich einfacher als 10 Sekunden nachdenken und in Outlook auf “antworten” zu klicken. Im Zweifelsfall halt “nein”. Es handelt sich bei den zukünftigen Bloggern ja immerhin um 3 “Augsburgr” Einwohner.
Laut dem Quell-Artikel gibt es schon einige ähnlicher Domains. Mal sehen, wie lange die noch existieren.

Ilmadic 24. November 2009 um 14:47 Uhr

wenn ich so was lese dann kommen mir immer die tränen ins auge. das man in deutscland mittlerweile so weit ist wegen jeder kleinigkeit gleich verklagt wird!?!?!?!?! UNVERSTÄNDLICH

es ist schade um die stadt und um den verlorenen blog. mein beiled michael. ich hoffe für dich das sich das irgendwie noch anders klärt.

wär schön wenn du uns darüber im laufenden hälts caschy! wär cool!

Reinhard Eikelboom 24. November 2009 um 14:48 Uhr

Urheberrecht hin oder her, was hier abgelaufen ist, zeigt mal wieder wie weit weg die Verwaltungen von den Bürgern sind.
Die Beamten sind für die Bürger da! Denn von den Bürgern werden sie bezahlt!
Das haben leider viele vergessen.
Da die Sachlage eigentlich klar war, bedurfte es keine Herbeiziehung eines Anwaltes. Das Anwälte an der Festsetzung des Steitwertes verdienen ist auch klar.
Also ein einfaches Schreiben des zuständigen Sachbearbeiters mit Hinweis auf das Urtheber/Namensrecht der Stadt hätte wohl genügt.

Gruß
Reinhard

Didi 24. November 2009 um 15:03 Uhr

Sofern die Stadt einen Justiziar (interner, angestellter, ausgebildeter Jurist) beschäftigt, hätte es die Aufforderung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung auch getan. Dann wären keine anwaltlichen Honorarforderungen entstanden.
Wird mit der Angelegenheit ein Anwalt beauftragt, kann der gar nicht anders: Er ist gesetzlich verpflichtet, abzurechnen. Hierneben will er das aufgrund des hohen Streitwertes, wonach sich seine Gebühren berechnen, natürlich auch. Abmahnungen sind noch schöner als Verkehrsunfälle, weil man sich im Gegensatz zum Unfall nicht die Finger wund schreiben muss.

Helge 24. November 2009 um 15:08 Uhr

Na dann muß die “Augsburger Allgemeine” bei dem Domainnamen ja nun auch mit einer Abmahnung rechnen. :-)

Toto 24. November 2009 um 15:15 Uhr

@caschy
zu : “aber Carsten, deine Domain verletzt die Rechte der Stadt Bremerhaven doch noch mehr”. Richtig. Wenn die Stadt Bremerhaven kommt, dann bin ich diese Domain los, soviel steht fest.”

Zu dieser Frage findet sich noch keine gefestigte Rechtsprechung. Ein kürzlich ergangenes Urteil des OLG Düsseldorf, das sich auf “www.duisburg-info.de” bezog, hat einen Anspruch der Stadt Duisburg abgelehnt. Der Entscheidung liegt die Annahme des Gerichts zugrunde, dass der Verkehr nicht davon ausgehe, dass sämtliche Domains, die einen Städtenamen enthalten, von der Stadt, oder mit Zustimmung der Stadt, gehalten werden. Dies liege zwar nahe bei Domains, die ausschließlich aus der Bezeichnung “www.stadtname.de” oder mit dem Zusatz “Gemeinde” oder “Stadt” gebildet sind. Bei anderen Zusätzen (z.B. “www.stadtname-info.de”) komme es aber darauf an, wie der Verkehr die Gesamtbezeichnung verstehe.

aber zurück zum eigentlichen Thema Michael & Augsburg :

Der Anspruch der Kommune oder Stadt zielt bei einer gerechtfertigten Namensrechtsverletzung nach § – § darf ich hier leider nicht nennen wg. “keine Rechtsberatung” – auf die Beseitigung des bestehenden Zustandes, und beinhaltet daher zum einen die Freigabe der Domain gegenüber der DENIC e.G., und zum anderen die Unterlassung der Nutzung der Domain durch den Nichtberechtigten (…dies wäre dann evtl. Michael) zu eigenen Zwecken.

Es wäre besser gewesen wenn sich die Stadt Augsburg “webkonformer” verhalten hätte – ohne direkt IHREN Anwalt auf einen kleinen Blogger zu hetzen: z.b. in einem ersten Schritt eine begründete Abmahnung an den evtl. Nichtberechtigten (Michael) gerichtet hätte, in dem unter Angabe einer Frist die Freigabe gegenüber der DENIC e.G. und die Unterlassung der Nutzung verlangt wird.

Ich denke Michael wäre dieser Aufforderung sofort nachgekommen?

Ok, fest steht bislang nur : Städte (inkl.Behörden und kommunale Einrichtungen) haben ein Recht an der Domain “www.stadt.de”. Hierzu gibt es mittlerweile eine umfassende Rechtsprechung , Urteile, bei denen sich inzwischen auch eine gefestigte Linie abzeichnet hat. Die zentrale Anspruchsnorm ergibt sich aus dem Namensrecht des § – edit – BGB, da Städtenamen nach dieser Vorschrift auch ohne den Zusatz “Stadt” namensrechtlich geschützt sind.

Besteht auch ein Anspruch auf eine Domain, die den Stadtnamen nur als Teil enthält?

Momentan nicht ! siehe obige Antwort an @caschy , aber in dem Fall von Michael besteht ohne Zweifel eine sehr große Verwechslungsgefahr wg. d. 1 Buchstaben im Domainnamen, und daraus entsteht widerrum sehr wahrscheinlich (?) eine Namensrechtsverletzung.

Ein kleiner Tip für Michael: Er sollte sich viell. mal mit Boris Burow – http://www.rechtsberatung-karlsruhe.de – einem Rechtsanwalt,der auch Moderator bei http://www.domainforum.info ist in Verbindung setzen ? Der is ganz fit auf diesem Gebiet !

@David
Domains müssen nicht immer unbedingt registriert sein bzw. werden um geschützt zu sein. Ergibt sich z.B. aus Markenrecht,ect. !

@MeinerEiner
voll korrekt !

@Dirk Paehl
gutes Beispiel – guter Ansatz, aber hier gehts auch um die Verwechslung (Namensrecht!) durch den 1 (einen) Buchstaben.

Letzendlich denke ich : Domain löschen – noch mal versuchen mit der Stadt bzw. direkt mit dem OB u. abmahnenden Anwalt wg. der Abmahngebühr sprechen. VERGLEICH ! Falls das nicht fruchtet PRESSE, Blogger u. eigenen Rechtsanwalt (s.o.) einschalten.

hoschi 24. November 2009 um 15:15 Uhr

@Didi: Das mag ja sein dass ein Anwalt sein Geld will aber dann muss das die Stadt bezahlen und nicht die arme Sau. Den der hat ja nix unrechtes getan außer eine Domain beansprucht. Das einzige zu was er eigentlich verpflichtet ist, ist das ding rauszugeben. das hat er gemacht. fertig.
NAch der Logik wäre ja alles möglich. Wenn ich zB eine Seite unter unifaluschi.com betreibe und irgendwann es plötzlich einen weltkonzern mit gleichem namen gibt, muss ich unter Umständen Strafe zahlen ?? Kein Mensch kann doch in die Zukunft schauen .

Tapedeck 24. November 2009 um 15:18 Uhr

Wirklich schade das die Stadt Augsburg so reagiert – vorallem da extra noch um Erlaubnis gefragt wurde. Ich besitze auch eine Domain mit dem Namen meiner Stadt und hoffe das sowas hier nicht auch passiert. Dann wäre ich als Schüler finanziell erstmal ruiniert. Unglaublich.

ichselbst 24. November 2009 um 15:23 Uhr

Asozial + sofort wegziehen, mehr hab ich dazu nicht zu sagen.

Crono 24. November 2009 um 15:25 Uhr

lol^^

Ich komm aus Augsburg und mich wundert es irgendwie nicht mehr wenn komische Sachen wie diese Passeren, dafür dürfte Schwabens Metropole ja schon bekannt sein :)

Cu Crono

Didi 24. November 2009 um 15:26 Uhr

Zunächst ist ja die Stadt als Auftraggeberin zur Erstattung der Gebühren gegenüber dem Anwalt verpflichtet. Sie macht diese aber als Schadensersatz aufgrund der Rechtsverletzung gegen ihren Gegner, also dem Abzumahnenden geltend.

Axel 24. November 2009 um 15:32 Uhr

Ich werde mir erlauben, eine Mail an die Stadt Augsburg zu schreiben in der ich meiner Bestürzung über solchen Irrsinn Ausdruck verleihe
stadt@augsburg.de, oder besser:
obreferat@augsburg.de (Referat des Bürgermeisters)

Till 24. November 2009 um 15:40 Uhr

Absolut unfassbar, die Geschichte.
Interessant auch, dass es bereits seitdem ich denken kann den “Bremer” gibt. Der natürlich unter http://www.bremer.de eine Webpräsenz betreibt. Da geht Bremen mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie eine Stadt Nutzen aus privat organisiertem, stadtbezogenem Content ziehen kann.
Klar, der geplante Blog ging nicht exakt in diese Richtung – aber einen Benefit hätte auch Augsburg mit Sicherheit daraus ziehen können.

diltigug 24. November 2009 um 15:45 Uhr

Wenn ich jeden, der eventuell ein höher wiegendes Interesse an einem Domainname hat, vorher fragen muss, bevor ich die Domain registriere, dann kann doch jeder, der von meiner Anfrage Wind bekommt mir diese vor der Nase wegschnappen. Das macht doch keinen Sinn.
Das Vorgehen der Stadt mag rechtlich korrekt sein (was für mich noch fraglich ist), ist aber unter aller Sau.

Simon 24. November 2009 um 15:45 Uhr

Also ist schon ein krasses Ding.
Mal abgesehen davon, dass der Bürgermeister auch in meinem BrakeBlog.de liest…. sollte jemand meckern, ich das ein Blog über Bremsen ;-)

Aber spaß beiseite – da fragt der Kerl schon und bekommt dann noch eins auf den Deckel…..

Stefan 24. November 2009 um 16:00 Uhr

Unglaublich!
Also mit Rechtstaat hat das sicher nix zu tun!

Armselig wenn irgendwelche organisationen(und besonders “organe des öffentlichen rechts”) solche undemokratischen aktionen durchziehen!

friddes 24. November 2009 um 16:06 Uhr

@Gilly: Danke für den Link auf “Kostenfreiheit bei frist-gerechter Beseitigung des Abmahngrundes” http://www.nicht-spurlos.de/politisches/kostenfreiheit-bei-fristgerechter-beseitigung-des-abmahngrundes/
Das kann man wirklich nur unterstützen (so weit ich weiss, haben die Briten etwas ähnliches bereits gemacht):
Ich habe soeben der Petition meine Stimme gegeben:
“Sie haben erfolgreich die Petition Schuldrecht – Kostenfreiheit bei fristgerechter Beseitigung des Abmahngrundes mitgezeichnet. Ihre Stimme wurde vom System unter der Mitzeichnungsnummer 217 erfasst.”
Wer sein Einkommen selbst bestimmen kann, der wird das auch tun. Ob er nun Jurist ist oder sonst irgendjemand. Mich hat der Begriff “moderat” ungeheuer aufgeregt!!! Haben diese Typen gar kein Gefühl mehr für Werte? (Naja, heutzutage wird ja eigentlich in Milliarden gerechnet…)

Stefan 24. November 2009 um 16:07 Uhr

>Er hätte ja auch fragen können BEVOR er sich die Domain holt, dann hätte er vermutlich auch ein Ja oder ein Nein bekommen.

Wozu?
Was kommt als nächstes?
jemand fragt ob er seine meinung äussern darf?

Wenn eine domain frei ist,darf die sich erstmal jeder nehmen
Wenn dann ein vermeintlicher Rechteinhaber Anspruch erhebt,muss er diesen Anspruch erstmal normal bei der denic geltend machen!

Und dann muss das irgendwie entscheiden werden!
Aber ich sehe keine Grund wieso die stadt Augsburg einen Anspruch an Augsburgr haben sollte.
Schließlich wohnen da auch noch andere menschen aus der Bürgermeister.

Aber was Bürgermeister so abziehen hat man ja erst neulich bei extra3 gesehen!

wolbert 24. November 2009 um 16:25 Uhr

AHHUgsburg!? Tolle Werbung! Das hat man nun davon: Automatische Namensrechte und keinerlei Ahnung damit umzugehen. Die Resonanz die Sie damit im Netz erhalten haben die Herren wohl nicht mit auf der Rechnug …

cro 24. November 2009 um 16:29 Uhr

Wird letztlich das Ende nehmen wie bei J*** W*******, dieser parasitären Institution. Man erlässt dem einen Herren die Gebühren ausnahmsweise und die Anderen dürfen trotzdem zahlen. So ist das halt, der mit dem kleinsten Hirn aber mit der größten Fre**e gewinnt. Weil er/sie am lautesten schreien kann. Da langsam die Medienwelle losreitet, wird es in 2 Tagen jeder wissen wie lächerlich Augsburg nach dem (wieder eingestellten) Dönerverbot (kein Joke, $suchmaschine is you’re friend) werden wird. Freiwillig werde ich in solchen Städten definitiv nicht wohnen wollen, wenn ich ehrlich bin überhaupt nicht.

KRiZZi 24. November 2009 um 16:30 Uhr

Übliche Kohlemacherei, bloß nix unteschreiben. Du selbst hast das Glück, derart populär zu sein, dass sie dich “dulden”.

My 2 cent

WebWalker 24. November 2009 um 16:34 Uhr

Abmahnkosten (noch dazu im 4-stelligen Bereich) obwohl er bereit ist die Domain zurückzugeben, und ohne dass jemandem irgendein Schaden entstanden ist … das wäre in einem funktionierenden Rechtssystem unmöglich. Kaum zu glauben sowas.

Auch ich danke für besagten Link zu nicht-spurlos.de, und werde die Petition unterzeichnen.

Zitat:
“Du selbst hast das Glück, derart populär zu sein, dass sie dich ‘dulden’.”
… oder die Leute in der Stadtverwaltung von Bremerhaven sind nicht so engstirnig und klug genug zu erkennen, dass Caschys Engagement sich für ihre Stadt *positiv* auswirkt.

Timo 24. November 2009 um 17:03 Uhr

Bitte schickt das an die Sat1 Akte 2009 Redaktion!!!

Michl 24. November 2009 um 17:19 Uhr

irgendwie versteh ich das ganze nicht es geht doch um “Augsburgr.de” die hat jetzt ja ein Berliner. Also Augsburg.de ok hat die Stadt, Augsburger.de hat ein anderer. Wie sieht das zB. bei vwler aus ? Und ich hab mir gedacht wie kommt man nur auf die Idee ein “r” ranzumachen welchen Sinn soll das haben. UND was sehe ich wenn ich bei ner Stadt das genauso mache (Hambu*g) nun ist es mir auch klar.
Also ich würde sagen wir machen das Inet wieder zu oder zumindest schaffen wir die doofen Namen ab das geht doch auch mit IP hmm ich denke dann wäre das Problem gelöst *g*

günta 24. November 2009 um 17:24 Uhr

So nebenbei, in Österreich gibt es Weißwürste, die Augsburger heißen, müßte dann das halbe Land eine Abmahnung bekommen?

Horst D. Deckert 24. November 2009 um 17:29 Uhr

Nach meiner Auffassung hat die Stadt Augsburg keinen Anspruch auf eine Domain augsburgr.de, sondern nur auf augsburg.de Sie kann ja einem Menschen namens Augsburger auch nicht verbieten, so zu heißen. Ebenso wenig wie sie der Augsburger Aktienbank die Domain augsburger.de untersagen kann.

Deshalb glaube ich auch nicht, dass die Stadt Bremerhaven einen Anspruch auf stadt-bremerhaven.de hat, sondern nur auf bremerhaven.de

Ich hätte es mit augsburgr.de auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Gibt es keinen Anwalt, der die Sache gegen Erfolgshonorar (vom Gegner) für Michael in die Hand nimmt?

WebWalker 24. November 2009 um 17:30 Uhr

Zitat:
“So nebenbei, in Österreich gibt es Weißwürste, die Augsburger heißen, müßte dann das halbe Land eine Abmahnung bekommen?”

Nee das geht nicht, weil die Leute in Augsburg Wiener Würstchen essen. :D

Michl 24. November 2009 um 17:33 Uhr

Nee die Würste werden ausgepresst bis die 1890€ rauskommen dann passt das schon *g*
Aber die Würste werden doch keine Internetseite haben!!

MeinerEiner 24. November 2009 um 17:40 Uhr

@ Horst D. Decker
Die “Stadt Augsburg” besitzt nach derzeit gültiger Rechtssprechung nicht einmal das 100% Recht an Augsburg.de. Wenn Sie diese Seite hat OK aber einklagen lässt sich diese wohl nihct mit erfolg.

Die einzigen Domains die diese Stadt sich nach aktueller Rechtssprechung und meinen bescheidenen Kenntnissen hat:
http://www.stadt-augsburg.de und http://www.stadtaugsburg.de weil nur diese dem vollen Namen der Stadt entsprechen.

Ich kann nur hoffen das der “augsburgr” die Sache durchkämpft und diese Domainpiraten der Stadtverwaltung kein Recht bekommen.

stardust 24. November 2009 um 17:45 Uhr

nebenbei: “Augsburger” sind in Österreich keine Weißwürschtel sondern “normale”. Weißwürste sind bei uns wie auch in Bayern Weißwürste…

und @Caschy: ich finde @Timo hat recht – du solltest das mal an Akte09 schicken. Immerhin genug Resonanz hier.

milchbaum 24. November 2009 um 17:52 Uhr

Meinen geplanten Urlaub zur Augsburger Puppenkiste, zwischen den Jahren, hab ich nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Selbst schuld!

Stefan 24. November 2009 um 17:58 Uhr

Für 29081964.de würden die einem vermutlich auch ne Abmahnung schicken!

gnolf 24. November 2009 um 18:06 Uhr

…und das hier geht nun ja schon mal garnicht:

http://www.augsburger-puppenkiste.de

Pietz 24. November 2009 um 18:16 Uhr

ich finde es auch wirklich asozial (ich hoffe das darf gesagt sein)

ich finde es gibt ein unterschied zwischen domain kaufen und domain nutzen.

alle domains die man nicht kaufen DARF, sollte man dementsprechend sperren lassen.

ich mein der jung hat ja NICHTS damit gemacht. anstatt eines “Domain nicht vergeben” fensters, kam ein leeres fenster, wenn man die seite aufgerufen hat. weshalb das bestraft werden sollte ist mir ein rätsel.

aber besonders asozial ist es einfach von der stadt. ich meine eine email zurückschreiben mit dem inhalt “nein dürfen sie nicht”oder “löschen sie die domain”, ist ja wohl leichter als noch einen rechtsanwalt einzuschalten. einfach ein asozialer gedankengang.

und dann die tatsache dass andere augsburg domains noch vergeben sind und die nicht nachgefragt haben und denen NICHTS passiert, einfach ungerecht.

ich fühl mit dir Michael.

RK89 24. November 2009 um 18:24 Uhr

Ich finde das auch nicht OK ich meine das kann man doch auch ohne Anwalt lösen, zumal man ja weiß, dass das eine Privat-person ist. Und solche Sachen, schrecken sicher viele Ab, die neu Bloggen wollen, denn man hört ja immer wieder so Geschichten, in denen Jemand Verklagt wird.

seaturtle 24. November 2009 um 18:35 Uhr

Hallo,

vielleicht finden sich ja ein paar Augsburger, die morgen Zeit haben und hier hingehen:

http://www.augsburg.de/index.php?id=17571&tx_ttnewstt_news=1772&tx_ttnewsbackPid=17564&cHash=209cd3d3c7

Dann könnten Sie den Bürgermeister mal darauf ansprechen.
Findet sich doch bestimmt auch ein Fernsehteam.

MC Winkel 24. November 2009 um 18:43 Uhr

Da muss man sich wieder fragen, ob Abmahnanwälte Ihren Internetzugang nur für E-Mails, xing und y0upr0n haben. Man weiß doch inzwischen, dass so eine Vorgehensweise heutzutage absolut inakzeptabel ist. Was Augsburg betrifft: das war’s mit uns. Nie wieder Maximilianstraße! Schade.

Tilly 24. November 2009 um 18:53 Uhr

… umsonst heisst es ja auch nicht “Axxxxxxxger Puppenkiste”.

Puh 24. November 2009 um 19:01 Uhr

Ich finde es einfach nicht richtig dass das Namensrecht so weit interpretiert wird, dass dadurch alle Namen in denen die reine Buchstabenreihenfolge eines Namens eines Rechteinhabers vorkommt geschützt sein sollen – diese Interpretation des Namensrechtes kann einfach nur falsch sein, weil dann wohl Milliarden an Namen plötzlich andere Rechte beeinträchtigen würden. Nur allein eine Domain wie diebayern.de würde gleich Namen 2 Rechteinhaber verletzen und zwar ebay und den Freistaat Bayern. Sicher gibts da noch weit aus mehr Beispiele. Ich finde das nicht in Ordnung. Wenn das so weiter geht, dann ist es bald ohne vorherige markenrechtliche Anmeldung gar nicht mehr möglich eine Domain zu registrieren.

NewsShit! 24. November 2009 um 19:05 Uhr

Tut mir leid, wenn ich nicht auf den Empörungs-Zug aufspringe aber ich kenne nicht alle Fakten des Falles und deshalb halte ich mich da schön zurück. Vor allem sollten einige Kommentatoren erstmal die verlinkten Texte lesen, bevor sie lospoltern, er hätte gefragt – hat er nämlich nicht.

Meine Sicht der Dinge:

1. Leihe ich mir über’s Wochenende das Auto vom Chef und sag ihm erst hinterher, dass ich mir sein Vehikel genommen habe, kriege ich sicherlich einiges an Stress – warum sollte es bei einer bereits registrierten Domain anders sein?

2. Namensrechte können sehr wohl auch für mehr als den Ortsnamen gelten. Beispiel: Ich komme auf die Idee, mir wiesbaden-zugezogener.de als Domain zu sichern. Dann könnte mir Wiesbaden sehr wohl untersagen, diese Domain zu nutzen. Vergesst das mal nicht!

3. Wer von Euch weiß, was an Content auf der Seite stand? Womöglich urheberrechtlich nicht geklärte Fotos, vielleicht auch politisch inkorrekte Texte? Ich könnte mir vorstellen, der Stadtbedienstete hat die Adresse eingegeben und kam auf eine Seite, die in ihm unbehagen auslöste.

4. Wenn eine Stadt einen Anwalt einschaltet, der 50.000 Euro Streitwert ansetzt, dann darf man doch vermuten, dass dieser Streitwert möglicherweise sogar gerechtfertigt ist – schließlich sollte es sich hier nicht um einen der berüchtigten Abmahn-Anwälte handeln.

Alles in allem: Wer nur Bruchstücke kennt, sollte mit Äußerungen vorsichtig sein. In 4 Punkten konnte ich zumindest schonmal zeigen, dass vieles anders sein kann, als es den Anschein hat.

Edit: Beim oben genannten Beispiel “diebayern.de” würde ich nicht die Namensrechte von eBay gestört sehen – weil man dafür schon gewisse Wortspielkenntnisse braucht, um das zu finden.

caschy 24. November 2009 um 19:11 Uhr

@newsshit: Oben verlinktes Interview hören.

Zu 1: Hinkt. Er hat nicht die Seite gekapert.

Zu 3: Nur als Beispiel: hast du den Westerwelle in deinem Blog geknipst, Bender von Futurama gemalt usw.?

Alles eine Sache der Verhältnismäßigkeit, oder?

Didi 24. November 2009 um 19:12 Uhr

@NewsShit: “Tut mir leid, wenn ich nicht auf den Empörungs-Zug aufspringe aber ich kenne nicht alle Fakten des Falles und deshalb halte ich mich da schön zurück. Alles in allem: Wer nur Bruchstücke kennt, sollte mit Äußerungen vorsichtig sein.”

(++)!

Luca 24. November 2009 um 19:20 Uhr

Ich weiß, warum Bremerhaven dich noch nicht abgeschossen hat: Die warten erst, bis der Pagerank auf 99 ist und DANN übernehmen sie den Laden.

caschy 24. November 2009 um 19:24 Uhr

Tjoa. Dann nehme ich halt einen anderen Namen aus meinem Domain-Portfolio.

Stefan 24. November 2009 um 19:49 Uhr

>1. Leihe ich mir über’s Wochenende das Auto vom Chef und sag ihm erst hinterher, dass ich mir sein Vehikel genommen habe, kriege ich sicherlich einiges an Stress – warum sollte es bei einer bereits registrierten Domain anders sein?
———

Hier hat sich niemand etwas vom chef genommen,hier hat sich lediglich jemand eine frei verfügbare domain registiert!
Wenn die stadt ein intresse an der domain gehabt hätte,hätte man die sich schon seit ewigkeiten sichern können!

Man darf zurecht davon asugehen,das an einer domain die sich registrieren lässt niemand legitime ansprüche hat!

Wenn der inahber die stadt dann sogar noch darüber informiert,ist das ne nette egste,auf diese dnan so unverschämt zu regaieren,und den inhaber anzugreifen ist alles ander als ok!

Sowas nennt sich Nötigung und ist ein Straftatbestand!

Julian 24. November 2009 um 20:23 Uhr

Also so langsam geht mir das mit dem Abmahngedöns auf den zeiger. Vor kurzem von Jack Wolfskin, jetzt von einer Stadt. Unglaublich, also Unternehmen die zu solchen Methoden greifen sind bei mir Lebenslang unten durch. Und ich finde es einfach nur schade das heutzutage alle auf diesen Zug aufspringen um schnelles Geld zu machen. Ich denke in fast allen Fällen hätte eine kurze Nachricht gereicht und die Person die ein Verstoß gegen irgendwelche Urheberrechte gemacht hat, hätte nachgebessert. Hier geht es einfach nur ums schnelle Geld. Echt wie oben jemand schreibt ein Armutszeugnis für die Stadt. Ich hoffe das die Presse die verantwortlichen nicht mit Samthandschuhen anpackt. Das hat die Stadt nämlich in dem Fall nicht verdient. Aber nochmal zur Jack Wolfskin. An dem Beispiel sieht man wie eine Protestwelle im Internet sich mittlerweile auswirken kann.

caschy 24. November 2009 um 21:49 Uhr

Siehe Update gaaaaaaaaaaaanz oben! :)

LuNeX 24. November 2009 um 22:03 Uhr

Ich habe schon vor einigen Tagen die von @Gilly im ersten Beitrag genannte Petition mitgezeichnet.
Das sollte aber trotzdem für niemand ein Freibrief sein bestehende Rechtsnormen nicht einzuhalten, wie z.B. Urheberrecht.
Für mich wäre ein wesentliches Kriterium ob jemand dadurch einem anderen tatsächlich einen Schaden zu fügt bzw. zugefügt hat. Daran sollte sich dann auch der Streitwert richten. Soweit ich die Infos dazu gelesen habe, ist aber tatsächlich kein Schaden entstanden, weder materiell noch wurde dem Ansehen der Stadt geschadet. Durch solche Handlungsweisen schaden die Damen und Herren der Stadtverwaltung mehr dem Ansehen, als es vermutlich jemals Michael getan hätte. Und Anwälte die sich vor diesen Karren spannen lassen sind nicht einen deut besser und schaden dem Ansehen ihrer Zunft. Nebenbei: wer wird denn gezwungen, selbst wenn es RECHT wäre, dieses in jedem Falle auch durchzusetzen. Kann man denn nicht mal auf ein (vermeintliches) Recht verzichten [zumindest solange bis es einem selbst nicht schadet]?

Patrick 24. November 2009 um 22:25 Uhr

Super Berichterstattung von deiner Seite!
Gefällt mir.

Da ja jeder bereits seine Meinung abgegeben hat und es durchaus das gleiche ist, muss ich hier wohl nicht weitermachen.

Trotzdem finde ich die Reaktion vollkommen überzogen! Schadet dem Image mit Sicherheit.

Liebe Grüße an dich!

dirk_s 24. November 2009 um 22:40 Uhr

Obwohl Städtenamen ja schon ein kritisches Thema sind (ebenso wie Firmennamen) finde ich auch, dass eine erste direkte Anfrage beim erstenmal auch ohne Anwalt gehen sollte…

Quasi gesunder Menschenverstand.

Da der mehr und mehr zu fehlen scheint, habe ich auch für diese Petition gestimmt: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8308

Toddi 24. November 2009 um 22:47 Uhr

Freut mich zu hören, dass man nun ein Einsehen hatte in Augsburg.

Schönen Dank an den Bürgermeister.
(so viel Zeit muss sein. ;))

Patrick 24. November 2009 um 22:55 Uhr

Thema des Tages und das sicherlich nicht nur für eingestandene Websitebesitzer, sondern mit Sicherheit auch für Einsteiger, die vor 5 Minuten vor Bekanntgabe eine Domain angemeldet haben.

Lg

Henri 25. November 2009 um 00:10 Uhr

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl “Rein rechtlich war der Ablauf korrekt.”… (www.augsburger-allgemeine.de)

Rein rechtlich mag das ja korrekt sein, genauso wie ich das Recht habe in einen Hundehaufen zu treten. Der “Gesunde Menschenverstand” sollte einen aber leiten beides zu vermeiden. Es beschmutzt das Ansehen!

Mirko 25. November 2009 um 00:39 Uhr

Dumme Frage vielleicht – aber wie sieht das eigentlich mit der Postleitzahl aus? Wenn ich in einem Kaff wohne mit der PLZ 34567 (Beispiel!) und blogge unter 34567.de … dürfte ich das, oder eher auch nicht?


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