Waipu.tv: Neuer TV-Streaming-Anbieter will aufmischen

waipuEin neuer Streaming-Dienst macht sich auf, die Nutzer Deutschlands zu erobern. In Ansätzen hatten wir bereits über den Anbieter gesprochen, denn es handelt sich dabei nicht nur einfach um einen Dienst, sondern den Betreiber einer Glasfaser-Infrastruktur. Offiziell steht Exaring hinter dem Angebot namens Waipu.tv, doch eben da steckt auch Freenet mit drin. Bereits im März 2016 vollzog die freenet AG zwei Investitionen, die ein wenig auf Neuausrichtung und Ausweitung des Portfolios schließen lassen konnten. So übernahm man zu diesem Zeitpunkt alle Geschäftsanteile an der MEDIA BROADCAST Gruppe, dem alleinigen kommerziellen Anbieter von DVB-T2 und DAB+ in Deutschland.

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Zudem hatte sich die freenet AG im Frühjahr mit 25 Prozent an besagter EXARING AG, einem Anbieter einer geschlossenen IP-Plattform für Entertainment-Dienste aus München, beteiligt. Schon im März kommunizierte man, dass man ab dem dritten Quartal TV-Inhalte „als einziger Anbieter überhaupt in Full-HD und 4K sowohl stationär als auch mobil“ anbieten wolle.

Ab heute kann das Angebot getestet werden. Waipu.tv ist dabei – wenn man es technisch ganz grob runterbrechen will und außer Acht lässt, dass ein Glasfaser-Anbieter dahintersteckt, so etwas wie Magine oder Zattoo. TV via Internet.

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Wie will man sich vom bestehenden Angebot also abgrenzen? Die IP-Entertainment Plattform der EXARING AG ist laut eigenen Aussagen einzigartig (was ja jeder Anbieter von sich behauptet): Es ist eine Lösung, die eine „single purpose Glasfaser-Infrastruktur“ fu?r ihre Services nutzt. Sie erreicht mit mehr als 12.000 Kilometern Glasfaser 23 Millionen Haushalte sehr schnell. Die Daten fließen dabei vorbei an den Engpa?ssen der Internet-Knoten und werden erst in der Na?he des Haushaltes in den bestehenden Breitband-Anschluss der Nutzer eingespeist.

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Man geht hier offenbar andere Wege abseits der klassischen Apps auf allen Plattformen, stattdessen muss der Nutzer über Smartphone, TV-Gerät, Internetanschluss und Chromecast verfügen. Über das Smartphone werden die gewünschten Inhalte  ausgewählt, der Chromecast sorgt dann für die Übertragung und die Bildwiedergabe am TV. Das Ganze auch in 4K, denn der kommende Chromecast Ultra beherrscht diese Auflösung auch.

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Alternativ ist ein Schauen auf dem Mobilgerät natürlich auch möglich, hierfür gibt es Apps für iOS und Android. Neben den reinen Sendern gibt es noch etwas, was andere Anbieter nicht immer im Angebot haben, nämlich einen Online-Videorekorder. Nutzer können also mobil programmieren, was sie später einmal schauen wollen. Lineares TV aufzeichnen eben.

Der Spaß beginnt kostenlos, allerdings gibt es auch kostenpflichtige Pakete.

Free: So gibt es 26 Sender, meist öffentlich-rechtlich, in SD und nur in den eigenen vier Wänden kostenlos.

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Comfort: 5 Euro pro Monat zahlt man für 52 Sender in SD-Qualität. Man kann Sendungen pausieren und später weiterschauen, des Weiteren stehen 10 Stunden in der Cloud für Aufnahmen bereit, auch hier gibt es nur die Nutzung „Zuhause“. im Grundpaket.

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Perfect: 15 Euro kostet das große Paket, 52 Sender, viele in HD, ebenfalls Pause-Funktion, 50 Stunden Aufnahmen in der Cloud und die Option, auch mobil Zugriff auf alle Sender zu haben. Die Preise verstehen sich monatlich, Spezial-Angebote kann es bei Gravis und mobilcom-debitel geben.

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Das Comfort-Paket hat noch Aufbuchoptionen, so kostet die Mobil-Option noch einmal 5 Euro. Auch Speicher in der Cloud kann man für Perfekt und Comfort aufbuchen. Zusätzlich 10 Stunden liegen bei 2 Euro, 50 Stunden liegen bei 5 Euro und 100 Stunden Speicher liegen bei 9 Euro im Monat.

Waipu selber gibt an, dass man zumindest 16 MBit für HD-Empfang benötigt, für die SD-Geschichte langen 6 Mbit. Zum Start gibt es 50 Sender, später (ab Anfang 2017) will man über 100 anbieten. Wobei man hier bedanken muss: die Anbieter geben jeden Regionalsender separat an.

Falls ihr euch ein Bild machen wollt, hier geht es lang zu Waipu.tv.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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29 Kommentare

  1. PS: Auf der Seite werden nur 50 Sender angeboten und nicht wie hier auf den Bildern 52..

  2. Für Privatfernsehen zahlen? Nein danke.
    ich schaue schon lange quasi kein klassisches Fernsehen mehr. Hatte vor kurzem mal eine Ausnahme gemacht und mir was auf VOX angeschaut, und ganz ehrlich ich war schockiert. Das aktuelle Maß an Werbung kann man wirklich nur noch als eine absolute Frechheit bezeichnen. Ist mir völlig unverständlich wie sich das noch jemand regelmäßig antun kann.

  3. Und inwiefern mischen die da jetzt irgendwas auf? Das Angebot ist doch eher unspannend.

  4. Selbst in der teuersten Version ist kein Sender bei, den man per Sat (und überwiegend auch im Kabel) nicht schon kostenlos hat.

  5. Dank Netflix und Amazon Prime gucke ich überhaupt kein „normales“ Fernsehen mehr. Hab jetzt schon seit einem Monat keinen Sat Receiver mehr und schaue z.B. ARD und ZDF nur über die Apps. Da ich auch nur Liveevents in Fernsehen gucke (z.B. Olympia oder Fussball) ist das handeln mehrerer Apps auch nicht so wild.
    Von den Privaten will ich gar nicht reden. Nur Werbung und dazwischen Müll. Meine letzte kurze Fernseherfahrung war wie bei elknipso. Gerade wenn man sich etwas eingegroovt hat kommt Werbung. Dafür zahlen? Nein Danke.

  6. Star Craftler says:

    also wenn sies durchbringen, dass ich mich vonder GEZ abmelden kann und ihre 5 Euro bezahle, dann bin ich dabei. Anders totgeburt.

  7. Bleibe ich bei Zattoo, bezahlt über VPN in Spanien für 30€/Jahr.

  8. Im Vergleich zu teuer, hinzukommend hat Waipu keine Möglichkeit das Angebot am PC zu nutzen.

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