Vorwurf der sexuellen Belästigung: Google feuert 48 Mitarbeiter

Es gibt schlimme Vorwürfe gegen Android-Vater Andy Rubin. Der verkaufte damals sein Startup an Google und ist maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass Android so erfolgreich wurde. Am 13. März 2013 wurde bekannt, dass Rubin sein Amt als Vice President of Engineering bei Google niederlege. Eine Geschichte der Marke „Starker Tobak“ in der New York Times schlüsselt nun auf, wie eines zum anderen kam.

Es gab angeblich ein sexuelles Fehlverhalten seitens Rubin, allerdings wurde er nicht so auf die Straße gesetzt, bekam stattdessen ein Päckchen von 90 Millionen Dollar mit. Dies, obwohl Google die Möglichkeit gehabt hätte, ihn ohne Abfindung feuern zu können, da sich die Untersuchung wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn als „glaubwürdig“ erwies. Rubin selbst äußerte sich bereits via Twitter, dass die Story der New York Times nicht so korrekt sei, teilweise aus dem Zusammenhang gerissen sei.

Und Google? Da springt man nicht etwa Rubin zur Seite, sondern gibt ein Statement aus – ein Statement, wie es bei Google ist, verfasst von Sundar Pichai.

Wir meinen es todernst, dafür zu sorgen, dass wir einen sicheren und integrativen Arbeitsplatz bieten. Wir möchten Ihnen versichern, dass wir jede einzelne Beschwerde über sexuelle Belästigung oder unangemessenes Verhalten überprüfen, untersuchen und Maßnahmen ergreifen.

In den letzten Jahren haben wir eine Reihe von Änderungen vorgenommen, darunter eine immer härtere Haltung gegenüber unangemessenem Verhalten von Personen in Autoritätspositionen: In den letzten zwei Jahren wurden 48 Personen wegen sexueller Belästigung entlassen, darunter 13, die leitende Angestellte als Senior Manager oder in höherer Position waren. Keine dieser Personen erhielt ein Exit-Paket.

Im Jahr 2015 haben wir Respect@ und unseren jährlichen internen Untersuchungsbericht eingeführt, um Transparenz über diese Art von Untersuchungen bei Google zu schaffen. Da wir wissen, dass die Meldung von Belästigungen traumatisch sein kann, bieten wir vertrauliche Kanäle an, um unangemessenes Verhalten, das Sie erleben oder sehen, mitzuteilen. Wir unterstützen und respektieren diejenigen, die sich geäußert haben.

Wir haben auch unsere Richtlinie aktualisiert, um von allen VPs und SVPs zu verlangen, dass sie jede Beziehung zu einem Mitarbeiter offenlegen, unabhängig von der Berichtslinie oder dem Vorhandensein von Konflikten.

Das liest sich natürlich gut und ich bin der festen Überzeugung, dass Unternehmen alles in ihrer Macht liegende unternehmen müssen, um gewisse Dinge nicht geschehen zu lassen. Was wahrscheinlich für die meisten unserer Leser völlig normal ist, ist es scheinbar für gewisse Menschen nicht. Auf der anderen Seite ist es natürlich sicher, dass es auch Idioten oder Kranke gibt. Und bei einem Unternehmen wie Google, welches nun über 90.000 Mitarbeiter hat, werden sicher auch ein paar gestörte Vögel bei sein. Interessant wäre allerdings zu wissen, ob sich die genannten 48 Rauswürfe nur auf das Headquarter beziehen oder ob man die globale Google-Arbeitsflotte meint.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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26 Kommentare

  1. Ob es da Missbrauchspotential gibt?

  2. “… bieten wir vertrauliche Kanäle an, um unangemessenes Verhalten, das Sie erleben oder sehen, mitzuteilen.”

    Übersetzung: “Wenn dich eine im Kieker hat und anonym denunziert, bist du geliefert. Aber sowas von.”

  3. Folgende Ratschläge gab man mir vor meiner ersten Dienstreise in die USA vor ein paar Jahren.

    1. Nicht mit einer weiblichen Kollegin alleine ein einem Büro aufhalten
    2. Falls es nicht anders geht, nur bei offener Türe

    Ich konnte es erst nicht glauben, aber in vielen der Niederlassungen (nicht Google btw) in den USA, die ich besucht habe, wurde das tatsächlich so gelebt.

    • Es wurde erreicht das man Frauen als potentielles Risiko ansieht. Toll ne!

      • Herr Hauser says:

        Es könnte sonst nach Jahren oder Jahrzehnten heißen, ich wurde von dem oder dem sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt.

        Da sind die Frauen aber mit dran schuld. Geil auf Karriere und Erfolg und wenn diese am Ende ist oder nicht mehr so läuft, dann mit MeeToo kommen, statt sofort wenn es möglichweise passiert ist. Es gibt ja auch welche die brauchen Geld und Aufmerksamkeit und behaupten was, was nicht stimmt. Also eine sogenannte Falschbeschuldigung.

        • Genau. Dass man über eine Vergewaltigung nicht sofort spricht, hat nichts mit schweren seelischen Traumata, Scham oder Abkapselung zu tun, sondern man verschweigt das gezielt, um es aus der Schublade zu holen, wenn es karrieretechnisch nicht so läuft.

          Was für ein frauenfeindliches, menschenverachtendes und zynisches Weltbild muss man eigentlich haben, um so einen Dreck ernsthaft zu verbreiten? Dass es im Jahr 2018 noch Männer gibt, die bei einer Vergewaltigung das Opfer pauschal zur karrieregeilen Täterin umfunktionieren, zeigt, dass manche wirklich überhaupt nichts verstanden haben.

          Als Mann kann man sich für solche Geschlechtsgenossen nur schämen.

          • Wenn es in der Realität nicht viel zu oft anders vorkäme, könnte man es sich tatsächlich leisten, von einer so einfachen Welt in schwarz und weiß ausgehen, wie du sie schilderst. Du glaubst, fortschrittlich zu denken und betitelst alle anderen sls menschfnverachtend, ohne zu erkennen, dass die Realität schon wieder weiter ist und du es bist, der Gefahr läuft, eine reaktionäre Welt zu propagieren. Und ja, es kann zynisch klingen, wenn die Realität in weiten Teilen dem entspricht, was vorvorgestern so skandalös war. Schuld an dieser komplexen Realität sind aber diejenigen, die die Opfer von heute benutzen und ihnen damit einen Börendienst erweisen.

          • Ja schäme dich. Das ändert nichts daran das sich Männer in Firmen entsprechend verhalten und Vorkehrungen treffen.

  4. „Kranke“ gibt es sicher auch in der Form von Personen die jemanden unter dem Vorwurf der sexuellen Blästigung oder Mißbrauch ruinieren wollen – siehe Fall Kachelmann!

    Klar sexueller Mißbrauch ist nicht zu dulde, dennoch bin ich da immer vorsichtig.

  5. Solange keine Hexenjagd veranstaltet wird und der Wahrheitsgehalt solcher Beschuldigungen sehr gründlich untersucht wird ist das natürlich eine wichtige Sache.

    Bei dem Thema sollte man nur sehr vorsichtig und gründlich vorgehen. Es gibt durchaus auch Frauen die Aufmerksamkeit brauchen, oder sonstige Motive haben, und solche Anschuldigungen erfinden. Ich persönlich kenne alleine zwei solche Fälle, bei denen eine Vergewaltigung durch und durch frei erfunden wurde. Als das Mädchen das dann auch irgendwann zugab war der Ruf der beiden die es betraf natürlich ruiniert. Einer musste sogar wegziehen weil gerade in kleiner Städten so eine Anschuldigungen immer hängen bleibt, egal wie eindeutig nachher die Unschuld bewiesen wurde.

    Daher ein sehr sensibles Thema mit dem man in beide Richtungen sehr gründlich und verantwortungsbewusst umgehen muss.

  6. Die Überschrift ist recht irreführend. Sie suggeriert, dass 48 Leute auf einen Schlag entlassen wurden. Liest man das Zitat, merkt man erst, dass es um einen Zeitraum von 2 Jahren geht.

  7. „Die Frau, mit der Herr Rubin eine außereheliche Beziehung hatte, sagte, dass er sie im Jahr 2013 dazu gezwungen habe, Oralsex in einem Hotelzimmer zu machen“ – New York Times

    Alles klar.

    Also wenn dir deine Freundin demnächste beim Sex den Rücken zerkratzt, lauf am besten gleich zur Polizei oder warte besser immer mindesten ein paar Jahre.

    Diese Frauen scheinen jede Art Schamgefühl verloren zu haben. Wenn der Sex schlecht war, ist das keine Vergewaltigung noch ein „Fehlverhalten“, welches die Öffentlichkeit in irgendeiner Art und Weise zu würdigen hätte. Es eine Sachen zwischen diesen beiden erwachsenen Personen.

  8. Ist für Frauen heute echt einfach geworden, Kollegen loszuwerden die sie nicht mögen oder die ihnen auf der Karriereleiter im Weg stehen; einfach irgendwas behaupten, eine befreundete Kollegin finden die auch eine Geschichte erzählt, schon ist die Sache erledigt.
    „Schöne“ neue Welt…..

    • Die Strafen für derartige falsche Beschuldigungen die ganz schnell das Leben eines Mannes ruinieren können sind leider auch absolut nicht angemessen und geradezu ein Hohn.

  9. Entertain Hans says:

    Ein guter Kumpel hat auch gerade das Problem. Plötzlich hat die „Freundin“ ihn Angezeigt, wegen Vergewaltigung. Das es nicht stimmt wissen vermutlich alle. Trotzdem war er in der Zelle, ein Verfahren am Hals und wenn sich das rumspricht ist der Ruf auch noch ruiniert. Den „armen“ Frauen wird immer mehr geglaubt als den Männern.
    Es gibt genug prominente Fälle, wo es auch Anschuldigungen gab und diese nicht war waren. Die Männer sind trotzdem alle in der Gosse gelandet.
    Das schlimmste ist ja, das es denen nach paar Jahren einfällt und die dann ein Fass wegen solchen angeblichen Sachen aufmachen. Da müssen die entweder gleich kommen (paar Tage / ein-zwei Wochen) oder bleiben lassen. Jahre später gibts da keine Beweise oder Gegenbeweise und der Mann ist pauschal im Arsch.
    Kann mir auch keine kommen, von wegen nicht getraut und wurde eingeschüchtert. Alles ausreden! Stimmen die Anschuldigungen, muss dafür gesorgt werden, das der Mann nie wieder einer Frau zu nahe kommt. Ist die Geschichte gelogen, darf die Dame nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommen.
    Die „armen“ Frauen immer. fragt mal Leute die um das Sorgerecht kämpfen. Die Frau bekommt IMMER recht. Der Mann muss kämpfen und beweisen und Gutachten machen und und und. Andersrum reicht meist nur das Wort.

    Genossen wie @Alex hatten vermutlich nie mit sowas zu tun un können deshalb die Klappe ganz schön weit aufreisen.

  10. Vergewaltigung ist was schlimmes, keine Frage. Aber Vorsicht ist auch geboten. Die beiden hatten eine Beziehung und laut einer anderen Seite wollte sie aufgrund von Oralsexwunsch die Beziehung beenden, hatte aber Angst um ihre Karriere. Nun, woher sollte er dann aber wissen, daß sie nicht mehr will? Google selber scheint sich unsicher gewesen zu sein, denn nur 3 (?) Personen der 48 bekamen eine Abfindung. Das könnte man auch so sehen, daß die Vorwürfe ernst genommen werden, aber man sich unsicher über die Faktenlage ist, es aber auch nicht ohne Reaktion stehen lassen wollte.

  11. Bin ich froh dass ich auf Männer stehe

  12. Man muss dazu wissen was heutzutage in der USA bereits als sexuelle Belästigung gilt. Einer Kollegin ein Kompliment machen kann dich schon den Job kosten. Google ist inzwischen komplett Gutmenschenverseucht und die Mitarbeiter müssen! an Gleichberechtigungskursen und ähnlichen Unfug teilnehmen. Politische und Gesellschaftpolitische Neutralität haben Sie ebenfalls komplett aufgegeben und zensieren was das Zeug hält. Wie das passieren konnte ist mir komplett unverständlich. Aber Google ist dadurch buchstäblich zur Größten Bedrohung des Freien Internets geworden die es je gab.

    • Dein Kommentar zeigt wie wichtig solche harten Regelungen sind. Die 50er sind vorbei. Deal with it.

      • Du bist wahrlich ein ewig Gestriger.

      • Dein Kommentar zeigt eher, dass Du nicht so ganz in der Realität zu leben scheinst.

        Ein normales Kompliment ist nun wirklich absolut durch und durch nichts verwerfliches.
        Ich kenne niemand der sich über ein Kompliment in die Richtung „die offenen Haare stehen Dir gut“ (wenn sie normalerweise die Haare zusammen trägt) nicht freuen würde.

        Wir reden natürlich nicht von Sprüchen wie „en geilen Arsch hast Du“, das ist dann auch nichts was ich als „Kompliment“ bezeichnen würde.

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