USA: Echtzeit-Überwachung von Gmail durch das FBI

Schöne, neue Welt. Überwachung ist leider nichts Neues mehr. Skype kann belauscht werden; schon 2010 wurde bekannt, dass staatliche Stellen in Deutschland Skype abhören können wie das normale Telefon. Und E-Mail? Auch hier hat Deutschland etwas zu bieten, wie Wikipedia zu berichten weiss:

Gmail

Nach Telekommunikationsgesetz (TKG) § 110 und Telekommunikations-Überwachungsverordnung müssen seit dem Jahr 2005 alle Betreiber, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit anbieten, d. h. in diesem Zusammenhang öffentliche E-Mail-Server betreiben, auf Anordnung eine E-Mail-Überwachung durchführen. Das passt natürlich alles gut in die Änderung des Telekommunikationsgesetzes.

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Die Betroffenen dürfen natürlich nicht informiert werden. Logo. Und die USA? Die perfektionieren dies gerade, indem sie Echtzeit-Überwachung für Gmail, GTalk und Co fordern. Google selber kann daran nichts ändern, solange die Server auf US-amerikanischem Boden stehen. So muss Google dem FBI auf Anfrage die Möglichkeit eröffnen, einen Account in Echtzeit überwachen zu können. Da die Übermittlung der Daten vom Sender zu Google verschlüsselt geschieht, wird direkt bei Google mitgelauscht und nicht unterwegs.

Dies betrifft nicht nur GMail, sondern auch die weiteren Dienste wie Google Drive und Co, Priorität bekommt allerdings Gmail zugewiesen. Um der Datenflut Herr zu werden, werden wie bisher auch Schlüsselwörter gescannt.  Das Besondere ist natürlich nicht die generelle Überwachung, da diese durch den Electronic Communications Privacy Act eh schon gedeckelt ist, sondern die Echtzeit-Überwachung. Und nicht nur Google ist betroffen, sondern jegliche Art Daten, die in den USA befindlich ist. Im Interview ist zu lesen, dass man sogar Online-Spiele wie Scrabble überwachen wolle, da deren Chats für kriminelle Aktivitäten genutzt werden.

Wer jetzt mit der Meinung daherkommt, dass so etwas nicht schlimm ist, da er „ja nichts zu verbergen habe“, der darf sich mal ausmalen, was wohl passiert, wenn man unrechtmäßig in das Visier der Überwacher kommt. Ist sicherlich nicht witzig – und ich habe mir meine Hirse auch noch nicht durch Politik-Propaganda weichkochen lassen, dass so etwas in Ordnung ist. Und ihr solltet euch auch nicht weichkochen lassen. (via, via)

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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61 Kommentare

  1. Nutzer sollten in jeder Mail die indizierten Stichwörter nutzen 🙂

  2. War eine E-Mail jemals sicher? Wenn man nicht gerade PGP und co verwendet lisst sich eine e-Mail wie eine digitale Postkarte…..

    Da muss ich nicht mal FBI Mitarbeiter sein….

  3. Schon mal was von E-Mail-Verschlüsselung gehört (GnuPG/PGP)? Muss man eben wieder auf eine E-Mail-Client wie ThunderBird umsteigen. Was soll also das Lamentieren? Bequemlichkeit kostet nun einmal etwas (WebMail geht dann wohl nicht mehr).

  4. Lol – soll man da „lachen oder leiden“ …

    den mehr kann man zu solchen überwachungsschwachsinigen Sachen nicht sagen: wer es schafft ein Flugzeug in einen Turm zu fliegen, der benutzt auch mindestens PGP für seine E-Mails .. und schon ist zappen duster mit der Überwachung! Und um Himmels willen, jetzt wird sogar ein harmloses Spiel ins Fadenkreuz gerückt. Es reichen wohl nicht mehr die Killerspiele…

    Es wird leider nicht mehr überwacht – es wird immer nur mehr dumm Geld ausgegeben … und das sogar unverblümt: BER und S21 … und niemand wurde dafür erschossen!!!

    Und das nennt sich Volksverdummung .. oder Inflation der Noten an den Schulen… oder glaubt hier einer, dass wir keine Hauptschule mehr brauchen ???

  5. Hankost Bamber says:

    Genau , einfach Content verschlüsseln wie ein VorPoster meinte , und liegen die Daten von Google Europa nicht in Irland ? Anyway die Deutsche Regierung bekommt so ne Echtzeitüberwachung auch hin

  6. Es wurde eigentlich alles gesagt . . . ausser:

    „Vertrauen ist besser als Kontrolle!“

    Jetzt fangen wir auch langsam damit an, oder?!

  7. Versucht mal, eine ganz normale Firma in den USA dazu zu bewegen, den E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln – Das könnt ihr quantitativ vergessen. Wahrscheinlich sitzt denen schon FBI, NSA, Homeland Security und jede Menge Rechtsanwälte im Nacken.

  8. Christoph B. says:

    Wer hier ernsthaft vorschlägt einen eigenen Mailserver anzulegen…

    Kann denn niemand mal 5 Meter weiter denken?
    Am Ende des Tages steht ihr mit zig Leuten in Kontakt die womöglich auch bei Gmail sind. Davon muss man ja nicht mal was mitbekommen – Weiterleitungen machen es möglich.
    Ich kenne einige kleinere Firmen von denen ich weiß, dass sie Google Apps nutzen und dazu günstig Weiterleitungen verwenden.

    Letztendlich werden die auch andere Dienste überwachen, nützt also alles nix.

    Genau so bescheuert wie Dropbox-artige Programme auf einem eigenen Server laufen zu lassen. Share dann mal einen Ordner mit irgendwelchen Kontakten von denen 90% nur Dropbox haben.

    Das scheint eine ganz typische IT’ler Krankheit zu sein immer nur den eigenen Anwendungsbedarf zu sehen.

  9. Das bescheuerte an der Geschichte: Wer der wirklich böses will ist so bescheuert und nutzt soetwas?

    Die nutzen nen eigenen Verschlüsselten Server und legen die Daten dort ab, ohne das die verschickt werden. Oder nutzen zum Chattten nen eigenen IRC Server, bei dem man auch verschlüsselt schreiben kann…. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

    Sowas bringt nichts, kostet aber viel Geld, nerven und Privatsphäre

  10. @Christoph B,

    mag sein, dafür ist deine Denke auch nicht besser. Das ganze „ich muß das machen, da sind ja auch alle anderen“ hat uns doch erst die ganze Scheiße mit Skype, Fratzenbook, .doc/.xls, etc eingebrockt.

    Wer raus will, muss halt mal den Arsch zusammenkneifen, man kann ja einfach anfangen, in dem man mehrere Identitäten nutzt.

  11. Uninteressant. Gmail verwende ich als reine Spamadresse. Alles Andere läuft verschlüsselt über deutsche Provider, deren Server auch hier beheimatet sind.

  12. Also wenn man die slate-Quelle liest, dann heisst das wohl:
    Das FBI möchte ein entsprechendes Gesetz zur Echtzeitüberwachung eines beliebigen Accounts haben.
    Hier und heute gibt es diese Möglichkeit NICHT.
    Einen Account nach Ansage gezielt zu überwachen, diese Möglichkeit gibt es wohl seit Ewigkeiten und in jedem Land.

  13. Nehmen wir doch einfach eine gute alte Verschlüsselung.

    Dürft ihr mal versuchen zu knacken:
    JFOBOOOFWKMLKBKGWRX

  14. Wie bei http://www.blogtogo.de/gesetzesaenderung-in-den-staaten-gibt-dem-fbi-vollen-zugriff-auf-gmail-und-co/#comment-4064 bereits beschrieben ist das Gesetzt erst geplant, „…Nun machen die USA gerade einen weiteren Schritt und planen eine Gesetzesänderung, …“. Die wurden doch schon öfters gekippt! Populismus!

  15. Auf TOR freut sich das FBI besonders 🙂

  16. Christoph B. says:

    @Mike

    Sowas habe ich früher mal versucht, als ich noch mehr Zeit hatte, es hat nicht funktioniert. Ich habe mich bspw. locker ein Jahr gegen Whatsapp gewehrt – keine Chance.

    Bezahlt mich schließlich auch keiner dafür Menschen zu bekehren andere Dienste zu nutzen. So gesehen – unser einer gehört natürlich dazu.

    Und seit dem auch ältere Menschen und vor allem auch geschäftliche Kontakte auf FB zu finden sind – solchen Leuten kannst du nicht mal eben erzählen sie müssten nun aus irgendwelchen „komischen“ Gründen irgendwohin wechseln.

  17. Lesen: „OpenPGP – E-Mails verschlüsseln, damit sie keine Postkarten mehr sind“ auf http://www.zeit.de.
    Hier wird eine GMail-Adresse verschlüsselt bzw. die Einrichtung unter Ubuntu und Thunderbird beschrieben. Wer jetzt noch meckert, ist selber schuld.

  18. Dann wird bald auch Apples iCloud direkt zum FBI verdrahtet. Die sitzen schließlich auch in US of A. Und schwupps haben die Zugriff auf ALLE Fotos, Kontakte und wasweissichwas…

  19. „wenn irgendwer praktikable tipps hat, immer her damit!“

    Bei einem Webhoster deiner Wahl für 4,90 Euro im Monat nen Webpack mieten, und den Mailverkehr über deine eigene Domain abwickeln. Dann bist du raus aus der Nummer.

  20. ny alesund says:

    wer nichts zu verbergen hat der hat auch nichts zu befürchten!

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