Tim Cook: Apple TV-Verkauf startet nächste Woche, Infos zu Apple Watch, Apple Music und Fahrzeugen

artikel_appleAnlässlich der Wall Street Journal Digital Live Konferenz stand auch Tim Cook in einem Interview Rede und Antwort. Vor allem deshalb interessant, weil Apple außerhalb der eigenen Veranstaltungen oder Quartalsberichte eher schweigsam ist, was Zahlen und Informationen zu Produkten angeht. Und tatsächlich plauderte Tim Cook über die Apple Watch, Apple Music, das iPhone und den neuen Apple TV. Zwar nicht in allen Bereichen konkret, aber durchaus aufschlussreich. Den Anfang machte dann auch die Apple Watch.

Apple nennt keine Verkaufszahlen zur Apple Watch, das machte das Unternehmen von Anfang an klar. Folglich gibt es auch diesmal keine Zahlen. Aber Tim Cook erklärte, dass man im ersten Quartal viele verkaufte, im folgenden Quartal noch mehr und er prophezeit für das laufende Quartal noch einmal eine Steigerung:

“We are not announcing the numbers. This is competitive information,” Cook said. “I don’t want to help the competition. We shipped a lot the first quarter, then last quarter we shipped even more. I can predict this quarter we will ship even more.”

Apple

Da man keine der Verkaufszahlen kennt, bietet diese Aussage natürlich Anlass zur Spekulation. Tim Cook klingt aber nach außen hin zufrieden, ob es tatsächlich so ist, wird sich noch zeigen. Die Apple Watch ist die erste neue Produktkategorie seit dem iPad, die von Apple eingeführt wurde. Das vergisst man immer gerne, wenn Apple dann nicht gleich zig Millionen dieser neuen Geräte verkauft.

Tim Cook sieht die Zukunft der Apple Watch vor allem im Gesundheits- und Fitnessbereich. Für diesen Bereich gibt es auch bereits eine lange Roadmap. Die Frage, ob eine Apple Watch irgendwann auch ohne gekoppeltes iPhone funktionieren würde, wollte Tim Cook allerdings nicht beantworten. Hier kann man nun sowohl ein „Ja“ als auch ein „Nein“ hineininterpretieren.

Bezüglich des iPhones sollte sich Tim Cook äußern, ob man den Druck verspüre, vom „S“-Release-Zyklus wegzugehen und jährlich ein neues, innovatives Modell vorstellen würde. Tim Cook erklärte dazu nur, dass das iPhone 6S genau so viele Neuerungen wie das iPhone 6 beinhaltet und Apple jedes Jahr unter Innovationsdruck arbeitet. Und so ist es ja eigentlich auch. nur weil die „S“-Geräte gleich aussehen, sind sie dennoch kaum vergleichbar.

Der neue Apple TV wurde zusammen mit den neuen iPhone-Modellen und dem iPad Pro vorgestellt, einen konkreten Verkaufsstart gab es aber noch nicht. Dieser wird nächste Woche sein, ab Montag werden Vorbestellungen angenommen, im Laufe der Woche werden diese dann versendet. Tim Cook ist der Meinung, dass der neue Apple TV die „schreckliche und kaputte“ TV-Industrie umkrempeln wird. Starke Worte für ein Gerät, das auf den ersten Blick einfach wie eine weitere Streamingbox daherkommt.

Apple Music, der Musikstreamingdienst, der aus der Übernahme von Beats Music hervorging, scheint zufriedenstellend für Apple zu sein. Tim Cook erklärte, dass Apple Music nun 6,5 Millionen zahlende Apple Music-Nutzer habe, dazu kommen noch einmal 8,5 Millionen hinzu, die Apple Music aktuell in der kostenlosen Testphase nutzen. Zum Vergleich: Spotify, seit Jahren auf dem Markt, kommt auf 20 Millionen zahlende Kunden, Apple erreichte ein Drittel dieser Anzahl innerhalb von 3 Monaten. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, wie unzufrieden viele mit den Apps sind.

Der Automobilmarkt war ebenfalls ein Thema. Apple wird seit längerer Zeit nachgesagt, noch vor Ende des Jahrzehnts in diesen Markt einzusteigen. Dazu äußerte sich Tim Cook aber nicht, fokussierte sich mehr auf das CarPlay-Angebot von Apple. Er sieht Software im Automobilbereich als immer wichtiger. Auch sieht er große Änderungen in der gesamten Industrie kommen, was natürlich auch an der aktuellen Entwicklung autonomer Fahrzeuge liegt. Dennoch sieht er erst einmal die Software im Vordergrund. Das Auto so bedienen wie ein iPhone ist das Ziel, auf das sich Apple aktuell konzentriert:

“When I look at the automobile, what I see is that software becomes an increasingly important part of the car of the future. You see that autonomous driving becomes much more important. It seems like there will be massive change in that industry. We want people to have an iPhone experience in their car. We look at a lot of things. Our model is to reduce that list to a few. We will see what we do in the future. I do think that industry is at an inflection point for massive change, not just evolutionary change.”

Privatsphäre war auch ein Thema, hier bezog Tim Cook klar Stellung. Eine Backdoor in einem System ist eine Backdoor, die Angreifer nutzen können. So etwas wäre nur gut, wenn es einen Weg geben würde, nur die bösen Jungs bloßzustellen. Gibt es aber nicht. Folglich ist eine Backdoor in einem System kein Vorteil für auf der „guten Seite“, sondern eine Chance für Kriminelle.

(Quelle: 9to5Mac)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Ich müsste nachgucken (und dürfte es wahrscheinlich trotzdem nicht genauer sagen), aber in dem Saturn in dem ich arbeite verkaufen wir deutlich mehr Apple Uhren als jede andere Smartwatch. Und dafür, dass die Uhr den ganzen Unkenrufen nach niemand haben will und niemand braucht, sind das sogar ganz schön viele, die rausgehen. Noch dazu wenn man den Mindestanschaffungspreis bedenkt und das, was man stattdessen dafür bekommen könnte. Wenn ich mir überdies noch angucke, wie viele Leute ich mit so einem Teil in meinem Dunstkreis schon gesehen habe, noch bevor Apple die Uhr an die ganzen Reseller ausgerollt hat, dann denke ich, dass Apple bereits tatsächliche eine stattliche Menge von diesen Uhren verkauft hat und sich heimlich ins Fäustchen lacht über jeden, der die Uhr als Flop abstempelt.

  2. Hallo, möchte mir den Apple TV kaufen. Bin aber unschlüssig ob 32 oder 64 GByte. Werde wohl überhaupt nicht auf der Kiste spielen sondern möchte eigentlich nur Streamen und so. Dürfte doch die kleine Version sicher ausreichen oder?

  3. @RJ:
    Spricht eher für den Dunstkreis (passend dazu auch das Fallobst in deinem Avatar), in dem du dich aufzuhalten pflegst, als für eine objektive Stichprobe.

  4. Sascha Ostermaier says:

    @Trollo: Also wenn nur für Streaming, würde ich auch zur kleinen Version greifen. Ist aber nur meine persönliche Empfndung. Kenne auch viele, die sich ein „kleines“ iPhone gekauft haben, weil sie nicht vorhatten gewisse Dinge zu nutzen, Und sich dann aber ein paar Monate später geärgert haben, weil man eben doch mehr damit macht als vorher erwartet.

  5. @HoCo: Mit Dunstkreis meine ich die Leute, die als Kunden zu mir in den Markt kommen, nicht die Besucher von Apple Stores, wo ich aus Jux und Tollerei hin pilgere und erst recht nicht meinen privaten. Von objektiv war übrigens nie die Rede, nur von persönlicher Beobachtung. 😉

  6. Ich weiß auch noch nicht ob ich 32 oder 64GB kaufe…
    Man weiß ja nicht wie sich das alles so entwickelt. Vielleicht schlägt der AppStore ja ein wie ne Bombe und es gibt super Apps und Spiele die viel Speicher brauchen.

    Was ist mit meiner Musik und den Fotos?
    Werden die nur aus der Cloud gestreamt oder auf dem Gerät gespeichert?

    Ich tendiere etwas zur 64GB-Version, nur um sicher zu sein…

  7. plantoschka says:

    Hier kann man nur schwer positiv von Apple sprechen ohne im nächsten Kommentar attackiert oder beleidigt zu werden.
    Das ist mittlerweile wirklich extrem ausgeufert. Wurden zu Anfangszeiten Android Benutzer noch etwas belacht so werden heute Leute die Produkte von Apple gut finden gehasst…

    Ich hab eine Apple Watch. Ich kenne noch einige Leute die eine haben. Sehe ich viele auf der Strasse? Nein. Ich hab vllt 4-5 Leute mit einer Apple Watch gesehen.
    Man darf nicht vergessen das Apple im Heimatmarkt und in China vermutlich alleine schon einige Millionen verkauft hat. Deutschland ist in Sachen Early Adoption eher ein kleinerer Markt, da der Deutsche eher skeptisch ist bei neuen Produkten (bitte spart euch „Die Skepsis ist bei der Apple Watch“ auch berechtigt und in USA leben nur Apfel Jünger und China ist eh blöd Kommentare..)

  8. Spannend finde ich, dass das Handelsblatt beispielsweise die Anzahl an Apple Music Nutzern als Flop bezeichnet (hinsichtlich des Potentials durch die Masse an iOS Nutzern): http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/streaming-dienst-hat-kaum-kunden-apple-music-ist-bisher-ein-grosser-reinfall/12472724.html

  9. Sascha Ostermaier says:

    @Vincent: Negativ-Schlagzeilen verkaufen sich halt besser. 🙂

  10. haha, da ist wohl was dran 😉

    Wenn man jetzt aber mal in Zielgruppen denkt (da, Handelsblatt, z.B. Investoren; hier, Tech-Blog, Technikaffine), dann mag die Rechnung 15 Mio Kunden (nicht mal die Hälfte zahlend) von 800 Mio potentiellen Kunden durchaus als Flop aus Investoren-Sicht gelten.

    Die Rechung knapp ein Drittel der Kunden von Spotify in nur drei Monaten ist zwra durchaus beeindruckend. Was an dem Vergleich aber hinkt ist, dass Apple in einen Markt eingetreten ist, den die Kunden bereits kennen. Spotify musste vor allem den sehr steinigen Weg gehen die Kunden und Labels vom Streaming zu überzeugen.

    Daher denke ich schon, dass Apple Music hinter den Erwartungen und Potential hinterher hinkt. Aber mehr dazu wird auch erst die Zukunft zeigen.

  11. @Vincent

    Demnach ist Spotifiy ja auch ein Flop, gemessen an allen potentiellen Kunden. Dürften weit mehr als 800 Millionen sein.
    PC, Mac, Android, iOS und Windows Phone.

    Apple Music wird schon seine Abonnenten bekommen. Das muss sich ja auch nicht nach ein paar Monaten etabliert haben sondern ist etwas für die Zukunft. Trotzdem wollen ja bei weitem nicht alle 800 Millionen potentiellen Kunden ihre Musik nur noch streamen anstatt sie zu kaufen. Zudem gibt es ja auch genug Menschen, die einfach überhaupt keine oder nur sehr wenig Musik konsumieren. Und es gibt Menschen, die einfach einen anderen Dienst nutzen.
    iTunes Store + Apple Music ist sicher kein Flop. So bedient man beide Märkte.

  12. @Plantoschka: Sei zufrieden wie es hier ist. Schau dir nur Seiten wie TheVerge wie es da abgeht wenn jemand was positives über Android sagt. Bei Apple geht es da auch ab aber nicht ganz so hart.

  13. Caschy oder Sacha, ich würde mich riesig über einen Vergleichsbericht freuen zwischen Amazon Fire TV und Apple TV. Ich weiß nicht ob ich mir so ein Apple TV anschaffen soll. Momentan einziger Grund wäre das Apple Music mit einer schönen App auf dem Apple TV präsentiert wird. Wenn aber zum Beispiel Apple TV kein Amazon Prime Instant unterstützt wäre die Kiste eh gestorben.

  14. @Hans: naja, ganz so leicht ist der Vergleich nicht. iOS-Nutzer sind ja schon im Apple Okösystem und daher natürlich leichter an Apple Music zu binden, als es beliebige User an ein plattformunabhängiges Angebot wie Spotify sind.

    Mir geht es doch auch gar nicht um ein Apple Bashing. Ich nutze selber nur Apple Produkte und finde Apple Music gut – auch wenn ich nach der Probezeit bei Spotify geblieben bin.

    Dennoch denke ich, dass Investoren – und vermutlich auch Apple selbst – sich doch einen wesentlich stärkeren Einschlag von Apple Music wünschten,

    Aber Du und ich sind einer Meinung in der Aussage, dass erst die Zukunft zeigen kann wie gut sich Apple Music durchsetzen wird.

    @Christian Appel: AppleTV hat keine Amazon Prime App. Wenn Du ein iPhone oder iPad hast, kannst Du aus der Amazon iOS App per AirPlay auf das AppleTV streamen. Ist aber nach Kodi der zweitwichtigste Grund, warum ich mein eigentlich lieb gewonnenes AppleTV kaum noch einschalte seit ich einen Amazon FireTV Stick habe.

  15. Vincent – ist das eigentlich sicher, daß keine Amazon-App kommt?
    Kodi war der Hauptgrund, warum ich mir damals den FireTV-Stick geholt hatte, das Programm ist aber mMn. so fummelig, daß ich es kaum noch benutzen mag… inzwischen nutze ich tatsächlich teils lieber Samsung-TV-Apps(!), bevor ich Kodi anwerfe. Sagt schon viel. 😛

  16. @ Janina
    Ich bin zwar nicht Vincent antworte aber trotzdem mal. Ja, es stimmt. Amazon möchte nicht die Konkurrenz fördern und hat alle verbannt. Ab dem 29.10 wird Amazon weder Apple TV noch Googles Chromecast verkaufen noch zukünftig unterstützen. So kann man seine eigene Marktmacht auch ausüben ! Es bleibt der weg des Streaming über Airplay vom iPhone / iPad aus.

    „Over the last three years, Prime Video has become an important part of Prime. It’s important that the streaming media players we sell interact well with Prime Video in order to avoid customer confusion.“

    Ich habe Prime gekündigt

  17. Danke Juke 😀
    Wobei ich gar nicht wusste, dass Amazon die anderen verbannt. Gibt’s dazu ein Pressestatement? Ich habe mich mehr auf den Status Quo bezogen. Und gerade beim AppleTV weiß man ja auch nie so genau, ob es der Content Anbieter (in diesem Fall also Amazon) oder doch Apple selber ist, die eine App verhindern…

    Deswegen Prime kündigen – dann dürfte man auch Apples und Googles Angebote nicht nutzen – ist ja klar, dass jeder versucht seine Marktmacht zu nutzen, um Mitbewerber auszubooten. Siehe die Geschichte von Microsoft. Wobei die sich ja gerade komplett davon wegdrehen.

    Der Hauptgrund weswegen bei mir mehr Kodi als AppleTV läuft: bequemer Zugriff auf alle meine Medien auf meinem NAS. Unkomplizierter und fehlerfreier als mit irgendwelchen Apps auf iPhone / iPad und dann per AirPlay zu streamen.

  18. @Juke

    Das sagt aber genau genommen noch nicht ob Amazon eine App für TV anbieten wird oder nicht. Sie verkaufen keine Geräte, aber für iPhone und iPad gibt es die PrimeVideo-App ja auch.
    Es ist das eine jemanden den Kauf einen Konkurrenz-Produktes schwer zu machen, aber einen TV-Besitzer dazu bewegen nicht über iTunes zu streamen ist doch eigentlich erstrebenswert!

  19. @ Vincent
    kein Thema 😉
    Schau mal hier :
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-10-01/amazon-will-ban-sale-of-apple-google-video-streaming-devices

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-wirft-apple-tv-und-chromecast-aus-dem-sortiment-a-1055844.html

    Naja, Google oder Apple fördern nicht unbedingt die Konkurrenz aber pushen die trotzdem. Bei Apple z.b. müssen sich die Entwickler nur an gewisse Spielregeln halten dann gibt es keine Problem. Beim Apple TV war halt über Jahre das Problem das die kein App-Store hatten, dies ist ja bald Vergangenheit. Ich z.b. bin ein Riesen Freund von Plex und freue mich tierisch das da bald ne App für´s neue ATV kommt.

    Zum kündigen. Ja, der Schritt mag manchen zwar hart vorkommen. Währe aber vergleichbar wie wenn Google oder Apple die Amazon App sperren /löschen würde. Oder Apple würde eine App wie Spotify löschen da es Konkurrenz ist. Dies ist eine Geschäftspolitik die ich nicht unterstützen will und werde. Amazon ist in meinen Augen ein Online-Kaufhaus die grade testen wie weit die gehen können um die eigenen Produkte / Services zu pushen. Eine gewisse Marktmacht ist gut, aber diese ausnutzen nicht

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