Smart Meter: vzbv spricht sich gegen Zwangsdigitalisierung aus

artikel_vzbvNeu ist die Erkenntnis nicht, dass sogenannte Smart Meter einen recht geringen Nutzen haben. Für Technik-Fans sind sie natürlich eine tolle Sache, jederzeit sehen, wann welches Gerät wie viel Strom benötigt. Strom gespart wird dadurch aber noch lange nicht, denn das können die digitalen Messgeräte trotz der Verwendung von „Smart“ in der Bezeichnung selbst noch nicht. So überraschte es auch wenig als eine Studie genau dies besagte. Umso überraschender ist es hingegen, dass die Bundesregierung Pläne schmiedet, solche Smart Meter ab 2017 zur Pflicht zu machen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) lehnt eine solche Zwangsdigitalisierung ab und stellt sich damit hinter die Bürger.

vzbv_smartmeter

70 Prozent der Befragten einer vom vzbv in Auftrag gegebenen Umfrage lehnen ein Smart Meter ab. Die Gründe sind unterschiedlich. 38 Prozent fürchten sich vor den damit verbundenen Kosten, immerhin soll ein Smart Meter rund 100 Euro pro Jahr an Kosten verursachen. 50 Prozent machen sich hingegen sogar Gedanken um die Sicherheit ihrer Daten, wie der vzbv in seinem Statement mitteilt.

Die Umfrage und die Tatsache, dass Smart Meter keinen Nutzen für das Einsparen von Energie und somit auch keinen Kostennutzen für die Verbraucher ergeben, veranlasst den vzbv dazu, sich gegen diese Pflicht zu stellen. Das Ganze müsse auf Freiwilligkeit basieren und könne auch nicht mit der Energiewende begründet werden. Deshalb müsse der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf „Digitalisierung der Energiewende“ noch einmal überarbeitet werden. Im Dezember wird im Bundesrat darüber abgestimmt, im Januar 2016 dann im Deutschen Bundestag.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Bitte mal die Kabinettsfassung zum MsbG-E vom 04.11.2015 lesen. Halbwahrheiten weiter zu verbreiten macht wenig Sinn. Auch wenn in Branche das Thema kontrovers diskutiert wird.

  2. Hallo Sascha,

    ich finde es schon erstaunich, dass hier dieser Artikel vzbv zitiert wird.

    In dem Artikel werden Begriffe Smart Meter, intelligente Stromzähler, digitale Stromzähler und intelligente Strommesssysteme munter durcheinandergeworfen und zeugt davon, dass der Autor keinen Einblick in die Materie hat.

    Panikmache mit Bemerkungen wie „…Kosten bis zu 100€“ läßt mir auch die Haare zu Berge stehen. Ist auf dem Niveau von Internetprovidern mit ihrer Werbung „…bis zu 100MBit schnell“ und man bekommt dann 10MBit geliefert.

    Smartmeter werden obligatorisch aktuell nur Haushalte mit einem Verbrauch über 6000KWh bekommen. Wahrscheinlich ist dann keine privater Leser dieses Bloges betroffen. Den Netzbetreiber steht es aber frei, die Umstellung zwangsweise auch für alle Messstellen im Netzgebiet zu betreiben

    Fakt ist: die zumutbaren zusätzlichen Kosten sind gestaffelt und betragen bei einem Verbrauch von 2000KWh nur 10€. Die meisten von uns werden 10-20€ zusätzlich zahlen müssen.

    In der Tat werden wir durch Smartmeter nicht direkt sparen, da es in Deutschland eigentlich keine Hoch- & Niedertarife – Angebote für normale Haushalte gibt. Es ist also nicht billiger nachts zu waschen. Smartmeter enttarnen aber schnell versteckte Verbraucher.

    Ich habe dadurch entdeckt, dass meine Heizunsgpumpe 24/7 läuft…also rund um die Uhr. Sollte eigentlich nur 10 Minuten Nachlauf pumpen. Sie schaltete selbst bei abgeschaltener Heizung und nur Warmwasserbetrieb nicht ab. Und das bei einer Leistungsaufnahme von 70W. Meine Heizung ist in der Regel mindestens 6 Monate im Jahr abgeschaltet..aber die Pumpe lief trotzdem.

    Die Smartmeter sind aber immens wichtig für die Energiewende, denn einerseits wird die Energieerzeugung weniger kontrollierbar und anderseits hat sich das Verbrauchsverhalten extrem gewandelt. Jahrzehntelang konnten Haushaltsprofile anhand sogenannter Profile sehr genau vorausgesagt werden. Dass funzt heute nicht mehr. Lieferanten kaufen heute im Schnitt 10% zuviel oder zuwenig Strom ein, da die Vorraussagen ihrerseits falsch sind.

    Früher waren es knapp 4%. Die Differenzen zwuschen Allokation und dem Verbrauch muss durch Ausgleichszahkungen teuer egalisiert werden. Diese Mehrkosten zahlen wir über den Strompreis.

    Wegen der schlechten Vorraussagen ist es Sicherstellung der Netzstabilität wichtig, dass permanent aktuelle Verrauchsdaten vorliegen.

  3. Aber die Ziele der Energiewende bremsen weil sonst angelich die Kosten zu hoch sein würden. Zuschüsse für Bürgerinitiativen wie Windräder oder Solarzellen werden massiv gekürzt, dafür die grossen Konzerne mit Subventionen für unrentable Kohlekraftwerke ruhig gestellt. Die Konzerne versuchen dann noch fleissig ein paar Milliarden für vom Netz gehende Atomkraftwerke einzuklagen. Energiewende und GoKo mein Arsch.

    > Diese Mehrkosten zahlen wir über den Strompreis.

    Eben. Es ist einfacher die Kohle für Energiewende, Bankenrettung und so von der breiten Masse abzuschöpfen.

  4. „…jederzeit sehen, wann welches Gerät wie viel Strom benötigt.“

    Leider wird das aber nicht möglich sein, nur dadurch, dass man einen anderen Zähler als den guten alten Analog-Zähler einbaut.
    Das Gerät kann dir auch nur den Gesamtverbrauch des Hauhalts anzeigen. Wenn man nicht jeden Kühlschrank und irgendwelche Dauerverbraucher wie Router etc. per Hand ausstöpselt siehst du genau nur wie hoch die aktuelle Gesamtleistungsaufnahme ist, gegenüber dem Analogzähler immerhin eine Info mehr (dort kann man das nur durch Zeit stoppen für den Umlauf des Rades ausrechnen ).

    Wirklich „intelligente“ Zähler, die im Rahmen der zitierten Energiewende etwas bringen, müssten auch die Geräte im Haus steuern können. Dazu fehlt aber noch komplett die Infrastruktur. Und daher sind die aktuell von den Versorgern eingebauten Zählern auch total „dumm“. Im Optimalfall kann sich der Versorger den Ablesedienst sparen. Dafür zahle ich natürlich gerne 10 EUR pro Jahr 😉

  5. Hat noch jemand das Buch ‚Blackout‘ von Marc Elsberg gelesen?
    Mir wird seit dem regelmäßig mulmig zumute, wenn ich was über Smartmeter lese.

  6. Oliver Pifferi says:

    @icancompute – Das Buch war genial, auch wenn einem da von Mal zu Mal mehr bange bei wurde. Heftigst geschrieben, aber nicht so weit von der Realität weg, finde ich. Ist eins der Bücher aus dem nicht-historischen Bereich, das bei mir die letzten Jahre heftigst im Kopf hängengeblieben ist 😉 !

  7. Und diejenigen, die Angst um ihre Daten haben, wechseln den Stromanbieter dann via Check24 & Co. und nehmen am besten noch Payback-Punkte mit.

    Smart Meter können auch sinnvoll sein, z.b. wenn wir an variable Strimtarife o.ä. denken.

  8. MonteCaterno says:

    @icancompute: Ich teile Deine Sorge. Was ich noch bedenklicher finde ist, dass damit jedem einzelnen quasi mit einem Klick auch ganz einfach mal eben der Strom abgestellt werden kann.
    Abgesehen von Terroristen, Hackern und anderen Irren, kommen da ganz neue „Begehrlichkeiten“ seitens des Staates dazu… Kfz-Steuer oder Knöllchen nicht bezahlt. Zack, erstmal für eine Stunde am Tag den Strom abschalten.
    Panikmache? Verwschwörungstheorie… Leider Nein. Schließlich legen Kommunen heute Schon Autos an die Kette bzw. installieren lebensgefährliche Ventilsaboteure.
    Bis sie einem säumigen Zahler (oder politisch missliebigen Bürger, oder einem Whistleblower, oder oder…) den Saft abdrehen ist es da doch nicht mehr so weit entfernt…
    Die Geschichte hat immer wieder gezeigt: Ist so eine Möglichkeit erstmal da, wird sie irgendwann auch genutzt werden.

  9. Harald Lauert says:

    Mir ist noch nicht klar, welchen Mehrwert diese neuen Stromzähler haben. Ich werde sicher nicht feststellen, das mein Kühlschrank zu viel Strom verbraucht und ich ihn deshalb abschalte. Es gibt keine Alternative zum Kühlschrank, wenn er nicht gerade 20 Jahre alt ist. Selbst das Wechseln der Geräte bringt kaum was. Wenn ich die Waschmaschine mit der Energieeffizientsklasse A gegen einen mit A+++ tausche, rechnet sich das nach 53 Jahren. Glühbirnen durch LEDs ersetzen? Das sagt mir mein logisches Denken, dafür brauch man keinen „Smartmeter“.

  10. DragonHunter says:

    @MonteCaterno

    Deine Zusammenhänge klingen schon sehr nach Verschwörungstheorie…
    Was hat mein Stromanbieter mit der Kfz-Stelle zu tun?
    Was hat die Politik mit denen zu tun?
    Stromanbieter sind wirtschaftlich agierende Unternehmen… drehen die mir den Strom ab, kriegen generiere ich keinen Umsatz, was also sollte dabei der Vorteil sein?

    Auch wenn irgendwas in einem Buch steht, erlangt es noch lange keinen Wahrheitsstatus.

  11. Kuhn Philipp says:

    Also wir haben hier einen Smart Meter in Einsatz, (vom Steomlieferant) und haben dadurch einen Tarif, der gestaffelt ist in: Tag / Nacht / Wochenende. Wir sparen hierdurch nicht direkt Strom aber Geld. Da man halt die Spülmaschine statt um 16:00 halt um 18:00 startet.

  12. @Christoph : Danke für die fundierte Erklärung, da die nie von Sascha O. kommt ist ja hinlänglich bekannt. ….der kann nur Pressemitteilung abschreiben

  13. Merkwürdig, als ich meinen Stromversorger vor einem Jahr gebeten habe meinen Analogen Zähler gegen einen Digitalen auszutauschen hat er das auch gegen Zuzahlung mit der Begründung, es bekommen nur Haushalte mit PV Anlagen einen Digitalen Zähler, abgelehnt. Und das bei einem Stromverbrauch von ca. 10.000 Kw/h im Jahr.

    Bei den Diskussionen zum Datenschutz sag ich nur. Solange über 90% bei Facebook und Whatsapp unterwegs sind müssen wir in Deutschland nicht mehr über Datenschutz reden.
    Denn dort scheint ja auch jedem Egal zu sein was mit seinem Daten so veranstaltet wird.

  14. @svenp: Ich vermute mal, dass dein Versorger hier Wechselrichter und Smart Meter verwechselt hat.

  15. @svenp: Genau, sobald jemand Daten über sich preisgibt, hat er jegliches Recht auf Privatsphäre verloren. Und nicht nur diese Person, sondern auch alle anderen. Und diskutieren darf man dann natürlich erst recht nicht mehr…

  16. @Goran

    selbstverständlich darf darüber diskutiert werden.
    Es ist doch aber so das bei Whatsapp und Co. ohne Verstand alles in die Welt geblasen wird. Zu dem kommt noch das jeder der diese Dienste nutzt, jegliche Rechte an seinen Daten abgibt. Worüber sich merkwürdigerweise niemand aufregt.
    Aber wenn ein paar Stromverbrauchsdaten erfasst werden dann schreit gleich jeder nach Überwachung und Datenschutz.

    Da muss man doch auch mal nach den Verhältnismäßigkeiten fragen.

  17. @Bei den Diskussionen zum Datenschutz sag ich nur. Solange über 90% bei Facebook und Whatsapp unterwegs sind müssen wir in Deutschland nicht mehr über Datenschutz reden.
    Denn dort scheint ja auch jedem Egal zu sein was mit seinem Daten so veranstaltet wird.

    Was ein Unsinn. Sorry, wenn es offtopic ist, abger so einen Unfug darf man nicht unkommentiert stehen lassen.
    Es ist ein Unterschied, ob man etwas freiwiliig preisgibt oder gezwungen wird. FB und Whatsapp sind freiwillig. Dazu ist es auch die Frage, was darüber kommuniziert wird. Es gibt viele, die haben Pseudo FB Accounts, die geben nichts preis. Und das einzige, was jeder bei Whatsapp preisgibt, ist das Telefonbuch. Alles andere muß nichts bedeuten. Und selbst wenn sich jemand entschieden hat diesen beiden preiszugeben, muß er/sie es dann bei allen anderen auch akzeptieren?

  18. @fraggle

    Genau da liegt das Problem, du verstehst einfach nicht welchen Wert diese Daten haben.
    Du lädst nicht einfach nur ein Telefonbuch hoch. Du erzeugst auch Bewegungsprofile und noch viel mehr.
    Zuckerberg verknüpft all das in einer Datenbank.
    Da sind die paar Daten von deinem Stromverbrauch ziemlich lächerlich und haben dagegen Schrottwert.
    Was meinst du woher die fetten Gewinne kommen?

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