Smappee: Intelligenter Energiemonitor war bei mir im Haus nicht intelligent

Bildschirmfoto 2016-02-03 um 14.16.10Manchmal muss man einfach aufhören, wenn etwas nervt. Konkret habe ich Smappee aufgegeben. Von vielen als interessantes und innovatives Produkt zum Messen eurer Verbraucher angepriesen. Besonders interessant dabei: man braucht keine Messsteckdosen, „schwarze Magie“ erkennt die Verbraucher automatisch, man muss nur die Basis am Stromkasten anbringen. Aufgrund der Signatur der Geräte will Smappee erkennen, welches Gerät gerade abgeschaltet ist und was es verbraucht. Das klang toll und spannend – und einige Berichte machten mich im Vorfeld neugierig – allerdings auch sehr skeptisch.

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Ich teste viel und gerne Technik, doch wenn Dinge einfach nicht funktionieren, auch nach der x-ten Einrichtung, dann verliere ich die Lust – und auch das muss man vielleicht mal schreiben, um Erwartungen zu dämpfen. Smappee wird also am Stromkasten angebracht, kein Hexenwerk – hat bei mir der Schwager erledigt, der seines Zeichens mal Elektriker gelernt hat. Richtig angeschlossen und mit meinem WLAN verbunden, brachte Smappee dann auch schon zutage, was ich gerade so verbrauche. Das funktioniert fast live, du kannst zuschauen wie sich der Verbrauch erhöht, wenn du Gerät XYZ anwirfst. Toll, wirklich!

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Nun legt man keine 200 Euro auf den Tisch, um den reinen Verbrauch schön „live“ zu sehen. Für die Kohle kann ich mir ne Webcam vor den Schaltschrank stellen und live zuschauen, wie sich die Zahlen verändern. Rein von der Installation und der Inbetriebnahme kann ich hier Smappee absolut keinen Vorwurf machen, das ist flott erledigt, die Anzeige des Verbrauchs gut visualisiert. Smappee braucht Zeit, um Geräte zu finden, die verbrauchen. Ich gab Smappee gehörig Zeit und in der Zeit fand es in meinem Haushalt ganze 11 Geräte. Das ist nicht viel, dauerhaft eingeschaltet sind definitiv mehr – schließlich habe ich schon diverse Sonos-Elemente, mein NAS und weiteres immer an.

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Smappee hätte viel mehr finden dürfen – aber: das Gerät bringt einen Lernmodus mit. Hier kann man Geräte in das Smappee-Universum einbinden. Man startet in der App einfach den Erkennungsvorgang und muss dann die Geräte schalten. Schalte ein, schalte aus, schalte ein, schalte aus. Hat bei mir genau……nie geklappt. Nicht ein einziges Gerät wurde erkannt, weder mein TV, noch meine Lampe im Büro und schon gar nicht der Bass.

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Mal gab es einfach eine Fehlermeldung, dass nichts gefunden wurde, dann wiederum beendete der Lernvorgang nicht korrekt das Erkennen. 200 Euro für diese Nutzerfahrung und die verplemperte Zeit machten keinen Fan aus mir. Rein optisch von der Hardware her macht Smappee was her und ich kann auch die nicht an die neuen iPhones angepasste App verschmerzen.

Nein, für mich war das einfach nichts und nein, es wird sicherlich nicht nur an Smappee liegen, sondern vielleicht am Stromkreislauf in meinem Haus.Dass Geräte übrigens nicht erkannt werden, trotz Trainingsmodus, ist eine Sache, die einige Nutzer im Netz bestätigten – unter anderem findet man dies auch in den Amazon-Bewertungen vor.

Positiv zu erwähnen: IFTTT-Unterstützung, Einfachheit der Anbringung, Einbindung ins Netzwerk, Live-Ansicht. Negativ zu erwähnen: Lern-Funktion funktionierte bei mir nicht, nur wenige Geräte wurden generell erkannt. Fazit: Da schaue ich dann doch mal lieber nach weiteren Z-Wave Steckdosen und messe lieber mal über einen gewissen Zeitraum einzelne Verbraucher im Betrieb. Schon vielleicht nicht meinen Geldbeutel, wohl aber meine Nerven.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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22 Kommentare

  1. Hmm mich wurde mal interessieren wie das mit der Signatur funktionieren soll? Meinen die damit charakteristischen Verbrauch? Was passiert wenn mehrere gleichzeitig angehen oder eine zweite Stufe, wie bei einer Herdplatte?
    Hört sich für mich eh von vorne herein ungenau an. Aber vielleicht weiß einer hier mehr.

  2. @Andi: das ist ein weiteres Problem: Das Gerät kann oftmals nicht mit Variablen umgehen und definiert variablen Verbrauch als unterschiedliches Gerät – und diese Geräte muss man manuell zusammenführen, sofern man sie erkennt.

  3. „Nun legt man keine 200 Euro auf den Tisch, um den reinen Verbrauch schön „live“ zu sehen. Für die Kohle kann ich mir ne Webcam vor den Schaltschrank stellen und live zuschauen, wie sich die Zahlen verändern.“

    MADE MA DAY! ;-))))))))))

  4. 😀

    Es gibt aber eine perfekte Alternativr: http://www.parce.de – Made in München / Taiwan!

  5. @Jan Thema verfehlt. Setzen;-)

  6. Mapleleafsmauri says:

    Danke

  7. @Andi: ?

    Selbst wenn das Teil problemlos funktioniert – er wird mir kein mehr an Komfort geschweige an Energie-Verbrauch Reduktion liefern.
    Natürlich, ich kann natürlich basierend auf den Daten verschiedene Geräte verkaufen/verschenken oder entsorgen – weil ihr Verbrauch mir nicht passt…aber ob das Sinn der Sache ist?!

  8. @Jan das vorgestellte Teil will alles auf einmal messen, wieviele von deinen müsste man haben um alles zu messen. Und sowas wir Herd ginge gar nicht. Also keine Alternative.

  9. Was ähnliches bietet die Swisscom mit „Energy Control Switch“ in der Schweiz an.

  10. Karl Kurzschluss says:

    Für das Geld habe ich ein halbes Jahr Strom in meinem Single-Haushalt!

  11. Wenn ich meinen Verbrauch wissen will, schaue ich einfach auf dem Stromzähler – da laufe ich eh mind. 2 mal am Tag dran vorbei. Ich halte von diesem Smart-MEtering-Zeug absolut garnichts, weil vollkommen überflüssig und die immer so hoch gepriesende Verbrauchseinsparung, nur weil man seinen Stromverbrauch beobachtet, ist reines Marketinggewäsch.

  12. Das mit dem Fernseher bzw. den nicht erkannten Geräten ist einfach erklärt. Die sind bereits auf freie Energie umgestellt und versorgen sich aus dem Äther. Hat Dich halt nur keiner informiert. Nur die verbliebenen 11 Geräte solltest Du austauschen. Prinzip nicht erkannt Caschy. 😉

  13. ja die preise sind echt noch utopisch. 60€ für einen steckdosenstecker den man per wlan einschalten kann und den wattverbrauch versendet? i dont think so. von den dingern brauch man ja mindestens 10 für einen smarten-haushalt. das sind bei mir ungefähr die kosten von 1,5 jahren strom. ich warte bis die dinger unter 20€ kosten.

  14. Hähä, ich lach mich gerade schlapp.
    Der Satz den „Viennaboy“ Zitiert, war auch mein Tagesspruch.
    Smappee grenzt doch schon Voodoo.
    Wie will das Gerät mit 80Watt (2 Glühbirnen) von einen TV mit 80W unterscheiden?
    @Caschy: Die Meinung von deinem „Elektriker“ bei Montage hätte mich mal Interessiert.

  15. Ein bischen ist es aber auch beruhigend. Wenn dein Stromverticker so einen neuen Zähler bei dir einbaut, kann er dich nicht total überwachen.

    @pietz
    Die Chinasteckdosen mit Wlan von Xiaomi gabs sogar schon für unter 20€

  16. Also die Stromzählung per Induktionszange ist nichts neues und funktioniert auch. Die Auswertung dagegen kann nicht aufgrund eines Verbrauchsprofils funktionieren…dazu muss ich aber so ein Teil erst gar nicht kaufen. Aber um Geräte zu erkennen ist ein Smart-Metering auch nicht wirklich da….

  17. Nenn mich Laie, aber vom rein Physikalischen kann ich mir kaum vorstellen, dass das Teil viele der von Dir genannten Geräte erkennen wird können.
    Dazu fliest mit ein-/ aus. schalten einfach zu wenig Strom um entsprechende Induktionen zu generieren. (Sonos Bass) Oder was zieht das Gerät im Leerlauf? selbiges dürfte für das NAS gelten… Ich denke mal das geht im allgemeinen „rauschen“ (Messfehler) unter 🙂

  18. Das Geräte-Erkennen kann nur bei Verbrauchern mit konstantem Stromverbrauch funktionieren, zB die klassische Glühlampe. Viele Geräte haben einen wechselndne Stromverbrauch und fallen damit raus. Diese Funktion halte ich für weitgehend sinnfrei. Eine Anwesenheitserkennung könnte so aber ganz gut funktionieren.

  19. Ich habe Smappee seit mehr als einem Jahr im Einsatz, bin grundsätzlich auch sehr zufrieden damit und habe darüber auch ausführlich gebloggt.
    Klar ist: Das Gerät kann natürlich nicht Verbraucher mit ähnlicher Leistungsaufnahme unterscheiden. So ist das Licht bei mir in der Garage mit 2 Leuchtstoffröhren nicht von demjenigen in der Waschküche mit derselben Beleuchtung zu unterscheiden.
    W
    Das war mir aber als Elektroingenieur schon vorher klar, ich wollte primär einfach etwas um meinen Stromverbrauch im Blick zu haben, zumal ich eine Wärmepumpe habe. Damit sehe ich oft wann diese heizt und versuche mit tado meine Heizkosten so zu optimieren. Macht nicht viel aus, ist auch etwas Spielerei aber genau sowas sucht der Technik-Affine Hausherr doch 😉

    Grüsse aus der Schweiz
    Hans

  20. @cashy Geht mir genauso, bin ebenfalls vom Smappee enttäuscht. Hatte es auch eine lange Zeit am Sicherungskasten aber da es zwischendrin dann immer nicht ging liegt es nun im Schrank. Besonders ärgert mich, dass es so schlecht in der Geräteerkennung war/ist und da auch die Anlernfunktion nichts gebracht hat. Die einzige Info die mir das Gerät bringen konnte war der Gesamtverbrauchsverlauf über die Zeit und das ist doch etwas wenig für den hohen Preis. 🙁

  21. Der Discovery Stromzähler soll auch einzelne Geräte erkennen. Zumindest arbeitet der Hersteller daran. Nach eigenen Angaben wird bisher aber auch nur der Kühlschrank einwandfrei erkannt.

    Weitere Alternativen, die ebenfalls deutlich günstiger als Smappee sind, gibt’s hier: http://www.die-stromsparinitiative.de/stromkosten/smart-meter-im-test/index.html

  22. Ich habe zwei Smappee Geräte im Betrieb. Klar: für die eindeutige Identifikation benötigt es eine eindeutige Signatur. Hat man 5 nahezu identische Verbraucher kann Smappee die verständlicherweise nicht auseinanderhalten. Das liegt in der Natur der Sache.
    Ich habe in der Firma einige Verbraucher, die sehr zuverlässig erkannt werden. Deckenbeleuchtung, PCs, Laserdrucker, einzelne Beleuchtungseinheiten, etc. Dort wo die Identifikation eindeutig ist, funktionierten dann auch die Alarme.
    Die Verbrauchsstatistik ist sehr hilfreich – auch um den Standby-Verbrauch zu ermitteln und zu senken. Da die Visualisierung des Gesamtstromverbrauchs das Bewusstsein für das eigene Nutzungsprofil schärft, denke ich, dass sich Smappee nach einem Jahr gut amortisieren kann.
    Ich habe auch andere Geräte, die ich parallel nutze: Flukso in Zusammenarbeit mit Fraunhofer, Fritzbox mit entsprechenden Steckdosen, einige digtitale Zwischenzähler mit SO Schnittstelle und einen Youless Datenlogger. Die Daten von Smappee sind dabei die interesantesten, um den Stromverbrauch zu senken und Transparenz über den eigenen Stromverbrauch zu bekommen.

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