Oppo und Samsung werden in China wegen Bloatware auf Smartphones verklagt

Bloatware auf Smartphones, von den Herstellern auch gerne einmal Content Gifts genannt, ärgert fast jeden Nutzer. In den seltensten Fällen sind diese wirklich für die breite Masse nützlich. Man findet sich aber damit ab, ändert beim nächsten Kauf eines Smartphones sein Kaufverhalten oder versteckt die ungewollten Apps einfach in einem Ordner, falls man sie nicht deinstallieren kann. In China geht es Samsung und Oppo nun an den Kragen, die Shanghai Consumer Rights Protection Commission will die beiden Hersteller vor Gericht sehen.

BloatwareVScontentgifts

Bei einem getesteten Samsung-Smartphone waren 44 Apps vorinstalliert. Wer nun denkt, das sei schon viel: bei Oppo waren es 71. Für die Verbraucherschutzzentrale in Shanghai ist das zu viel des Guten. Nutzer hätten sich beschwert, dass durch diese Bloatware erstens zu viel Speicher belegen und zweitens sogar bei Nichtnutzung mobile Daten verbrauchen. Es geht also nicht nur um die Tatsache, dass die Apps überhaupt vorhanden sind.

Für den Hersteller sind solche vorinstallierten Apps ein nettes Zubrot, die Anbieter dieser Apps sind da durchaus bereit das ein oder andere Sümmchen in die Hand zu nehmen, um auf einem frisch ausgepackten Smartphone präsent zu sein. Ein ähnliches Vorgehen kennt man ja aus dem PC-Bereich, gerade bei All-in-One-Geräten wie Laptops (Liebe Hersteller: Haut ab mit Bloatware!).

15 Tage haben die beiden Firmen Oppo und Samsung nun Zeit, um Stellung zu beziehen, danach wird das Gericht in Shanghai festlegen, wie es in der Sache weitergeht. Der Kläger hofft auf einen positiven Ausgang, sodass Hersteller Bloatware auf der Verpackung künftig besser kennzeichnen müssen und auch eine Anleitung bereitzustellen haben, wie man die Bloatware wieder los wird.

Wie handhabt Ihr solche ungewollten Geschenke der Hersteller? Verstecken, löschen, Custom ROM, anderen Hersteller suchen?

(Quelle: CCA, via Slash Gear)

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

17 Kommentare

  1. trotz 2 oder 3 störtebecker bernstein weizen ich so „china? verbraucherschutz?“

  2. ENDLICH 🙂
    Und dazu bitte ich noch die ganzen Provider mit ihren Custom Roms, bei dennen sich diese beschissenen zusätzlichen Apps nicht deinstallieren lassen -man gezwungen ist ein original Hersteller Rom zu nutzen (was auch nicht viel besser ist)- auf die Bank der Angeklagten.
    Hoffentlich bringt diese außergewöhliche Anklage etwas.

  3. In nem Ordner verstecken 😀 Zu viel auf iOS unterwegs, Sascha, hmm? ^^

  4. mit samsung war ja schon vorige woche bekannt geworden. jetzt auch oppo. wenn das schule macht zieht euch warm an sony, lg, usw!!

  5. Sysadmin Margarethe says:

    Endlich nimmt sich jemand der Sache mal an. Bei Apple zwar kein Problem, aber auch bei Windows Phones, Win Tablets und Notebooks störend. Es gibt leider noch zu wenige „Signature Edition“ Geräte in der Windows Welt. Scheinbar isses bei Android nochmal schlimmer – aber egal wo, ich finde die Bloatware gefluteten Geräte sollten allesamt 15-20% günstiger sein. Und zusätzlich, gerne auch gegen Aufpreis, immer die Basis Software ohne Schnörkel als „Reinversion“ verfügbar sein, ähnlich wie Amazon werbefreie Gadgets zu höherem Preis anbietet.

  6. mit meinem neuen moto x, danke cashy für den tipp mit dem Rabatt ;), hab ich ja so gut wie keine keine bloatware drauf, sondern nur die nützlichen Moto Apps und, die für die Play Store Lizensierung nötigen, Google Apps ;D

  7. hell.mood says:

    in Bezug auf Bloatware sollten die Hersteller verpflichtet werden,
    1. diese grundsätzlich deinstallierbar zu machen (Wurde sowas nicht sogar schonmal irgendwo gerichtlich entschieden? Ich glaube mich zu erinnern, dass das in Südkorea gewesen sein könnte; irgendeiner von euch weiß das bestimmt, oder?)
    2. als Speicher nicht den Tatsächlichen, sondern grundsätzlich nur den abzüglich System und Bloatware für den Enduser verfügbaren Speicher angeben zu müssen.

  8. Meine Zustimmung gegenüber Bloatware haben die Kläger

  9. Bei Android kann man schon lange vorinstallierte Apps durch das OS deaktivieren. Diese werden dann nie ausgeführt und verbrauchen entsprechend auch keine Daten. Speicherplatz schon, da sie im OS-Image drin sind und auch bleiben. Aber wie viel Speicher das OS schon belegt ist nochmal eine andere Sache.

  10. Tun muss sich da generell was. Die einfachste Lösung wäre wohl, dass der Käufer mitgelieferte überflüssige Apps, die wohl im Hintergrund auch noch am Datenvolumen nuckeln, deinstallieren kann. Wer das nicht tut, will, kann, weiß… sollte sich eben entsprechend informieren.

    Was ich tun würde?
    Eine Custom ROM würde ich auf Geräten von Samsung etc. wohl schon installieren. Wohl aber nicht aus Gründen der Bloatware. Um die vom Gerät zu bekommen, würde Root und z.B. Titanium Backup völlig ausreichen. Mit TB kann man System-Apps in Benutzer-Apps umwandeln und anschließend komplett deinstallieren.

  11. Mit Custom- Roms.. Da lasse ich dann nochmal ein Bloatware Removal Script drüber laufen und dann kommen auch nur die minimal Gapps drauf. Damit hat man den ganzen Schrott nicht 🙂

  12. Bei uns kommen keine Geräte ohne aktuelle Cyanogenmod Pflege und Hersteller mit der Geräteversionsseuche ins Haus (z.B. Galaxy S4 mit weltweit 17 verschiedenen Versionen).

  13. Hab ein LG G3 und mit der Hersteller Rom läuft es richtig instabil. Das liegt hauptsächlich an der ganzen Scheiße, die LG da rauf packt. Dank Cynagon Mod ist das Gerät wieder bedienbar, aber immer noch kein Vorzeigegerät, was Performance angeht..

  14. auf dem G2 sind ca. 100 Apps vorinstalliert, davon sind aber einige Systemkomponenten. Alle großen können aber über die Einstellungen ganz normal wieder installiert werden. Sind sie aber drauf entfern ich die dann per Titanium Backup oder SDmaid…

  15. Meine momentane Lösung: OnePlus One
    Cyanogen Mod vor installiert, darum keine einzige zusätzliche APP

  16. HTC Desire 🙁
    HTC Sensation Custom Rom
    Nexus 4 🙂
    Nexus 5 🙂
    To be continued

  17. Muss ich sagen: Thema verfehlt, China! Es geht nicht um die Kennzeichnung und das sich die Hersteller mit einem billigen Sticker auf der Packung aus der Affäre ziehen!

    Der Dreck darf nicht auf die Geräte drauf!

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.