noblechairs Legend ausprobiert

Wir Autoren im Blog erledigen unsere Arbeit viel im Sitzen – wenn wir nicht am Stehschreibtisch stehen. Im Laufe der Jahre haben wir bereits einige Produkte für den Büro- und Homeoffice-Alltag getestet, darunter neben der klassischen, technischen Hardware, die Möblierung selbst. Ich konnte mittlerweile einige Zeit auf dem Schreibtischstuhl noblechairs Legend Platz nehmen und möchte euch meine Eindrücke mitteilen, natürlich ist das Ganze subjektiv.

noblechairs ist eine Marke des Unternehmens Caseking. noblechairs vermarktet seine Stühle als Gaming-Stühle, mittlerweile durchlaufen aber zahlreiche dieser Stühle die klassischen Zertifizierungen und sind prinzipiell gepimpte Bürostühle („DIN EN 1335“-zertifiziert). Ich selbst bin da eher Fan der „ruhigen“, klassischen Designs, sodass noblechairs mit dem Legend als Java-Edition gleich bei mir offene Türen eingerannt hat.

Der nobelchairs Legend setzt auf PU-Leder, welches robust, atmungsaktiv und einfach zu reinigen ist. Bei echtem Leder geht man davon aus, dass es länger hält, dafür ist es auch pflegeintensiver. Manche sehen echtes Leder als Vorteil, manche als Nachteil. Da können ja auch moralische Aspekte eine Rolle spielen.

Zur weiteren Ausstattung des in Deutschland entworfenen Möbelstücks gehören eine Kaltschaum-Polsterung und ein Stahlrahmen. Wie mittlerweile viele Hersteller setzt man auf flexible 4D-Armlehnen, Einstellmöglichkeiten gibt’s für Höhe, Tiefe, Winkel und Abstand. Großes Plus, welches viele Stühle nicht haben: eine integrierte Lordosenstütze für die Lendenwirbel, die auch flexibel einstellbar ist.

Die Lieferung von Caseking erfolgte flott, vermutlich müsst ihr aber eurem Dienstleister beim Tragen helfen, denn das Paket ist nicht ganz leicht. Leichter ist allerdings der Aufbau, der ist dank der Anleitung flott erledigt. Einfacher ist es, wenn ihr für das Anbringen der Rückenlehne eine zweite Person habt, die euch kurz hilft.

noblechairs spricht davon, dass man den Stuhl bis zu 150 Kilo belasten kann, das kann ich glücklicherweise nicht mehr testen, ich kann mir allerdings vorstellen, dass man in der Gewichtsklasse, wenn man nicht weit über 2 Meter groß ist, etwas Probleme hat, auf der Sitzfläche bequem Platz zu finden.

Was mir persönlich aufgefallen ist – und ich spreche da als jemand, der rund 95 Kilo wiegt (halbwegs sportlich, mit über 3.000 km Laufleistung im Jahr beim Joggen) und dabei 1,75 m groß ist:  Wie oben erwähnt, denke ich, dass die Sitzfläche mir früher zu wenig gewesen wäre – also mit rund 35 Kilo mehr.

Wer viel im Fitnessstudio ist und dabei den Leg Day skippt, der könnte bei sehr breiten Schultern auch Probleme bekommen. Grundsätzlich denke ich aber, dass die meisten Menschen sehr gut in den Stuhl passen. Einen Stuhl kann man auch selten nach ein paar Minuten bewerten, ich merke immer erst nach Tagen, wie gut etwas ist – ober eben auch nicht. Grundsätzlich könnte ich schon vorab ein Fazit verraten: Ich habe auf dem noblechairs Legend fantastisch gesessen, denn man muss kein Buch voller blumiger Wörter schreiben, um einen Stuhl zu beschreiben.

Was mir persönlich gut gefallen hat, ist das zeitlose Design und die generelle Verarbeitung. Funktionell, bzw. haptisch bin ich tatsächlich großer Freund dieser klassischen „Hebel“ an Stühlen, um die Rückenlehne zu justieren. Auf der anderen Seite hätte ich mir gewünscht, dass bei einem Preis von 540 Euro die seitlichen Verblender etwas wertiger wären. Nichts gegen Kunststoff, doch das Ganze hätte man etwas fester machen können, das wirkt ein wenig wie „Plastikbügelmaterial“.

Ansonsten lässt mir nobelchairs nicht viel Spielraum für subjektiv empfundene Schwächen des Stuhls. Die Sitzfläche ist für meinen Geschmack genau richtig, ich sinke nicht ein, sitze aber auch nicht hart. Die Rückenlehne ist sehr bequem und eine Kopfstütze ist für mich bei solchen Stühlen Pflichtprogramm.

Schaut man sich das Line-up von noblechairs an, dann scheint man im Legend die Erfahrungen aus dem Hero, dem Icon und dem Epic zu vereinen. Was aber noch fehlt, das sind Dinge wie magnetische Halterungen für Kissen. Das haben andere Hersteller schon im Angebot und wäre tatsächlich etwas für den derzeit teuersten Stuhl von noblechairs gewesen. Immerhin: Caseking bietet mittlerweile jede Menge optionales Zubehör an – von Kissen bis hin zu Fußstützen.

Positiv hervorzuheben ist die Lordosenstütze, die man über einen seitlichen Drehregler justieren kann. Regelt man herum, wird man merken, wie die Lordosenstütze in Richtung der Wirbelsäule ausfährt. Faustregel: Die Lordosenstütze sollte so eingestellt sein, dass sie eine aufrechte Haltung der Lendenwirbelsäule unterstützt, aber nicht als unangenehm empfunden wird.

Technische Daten noblechairs LEGEND
  • Maße:
    Gesamthöhe (mit Basis): ca. 132 – 142 cm
    Höhe Sitzfläche (mit Basis): ca. 48 – 58 cm
    Höhe Rückenlehne: ca. 90 cm
    Schulterbreite Rückenlehne: ca. 47 cm
    Außenbreite Rückenlehne: ca. 52 cm
    Breite Sitzfläche innen: ca. 33 cm
    Innenbreite Rückenlehne: ca. 28 cm
    Außenbreite Sitzfläche: ca. 52 cm
    Innenbreite Sitzfläche: ca. 33 cm
    Breite Armlehnen: ca. 10,5 cm
    Tiefe Armlehnen: ca. 27 cm
  • Gewicht:
    ca. 30 kg
  • Neigungswinkel der Wippmechanik:
    max. 11°
  • Neigungswinkel der Rückenlehne:
    90° bis 125°
  • Material:
    Stahl (Rahmen)
    Kaltschaum (Polsterung)
    Formgedächtnispolymer (Kopfstütze)
    PU-Kunstleder (Bezug)
    Aluminium (Fußkreuz)
    Nylon / Polyurethan (Rollen)
    Polyurethan (Armlehnen)
  • Farbe:
    Braun
  • Maximalbelastung:
    150 kg
  • Herstellergarantie:
    2 Jahre
  • Zertifizierungen:
    DIN EN 1335 Bürostuhl, TÜV-geprüfte Gasdruckfeder
  • Features:
    Integrierte Lordosenstütze für die Lendenwirbel
    4D-Armlehnen mit maximaler Verstellbarkeit
    Anpassbarer Winkel der Rückenlehne (90 bis 125 Grad)
    Flexible Sitzflächenhöhe
    Verformungsresistenter Kaltschaum
    Memory Foam in der Kopfstütze
    Säule mit langlebiger Gasdruckfeder (Klasse 4)
    Starke 5-Punkt-Basis aus Vollaluminium
    60-mm-Rollen für Hart- und Weichböden
    Stabile Stahlkonstruktion im Kern
    Belastbar bis zu 150 kg

Herman Miller Embody im Test

Tesoro Alphaeon S1 im Test

Com4Gaming Argon im Test

Razer Enki Pro im Test

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Avatar-Foto

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook und Instagram. PayPal-Kaffeespende.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

17 Kommentare

  1. 3000 Kilometer Laufleistung?
    Also läufst du an jedem Tag des Jahres über 8 Kilometer?

  2. PU-Leder ist ja eher untere Qualitätsebene, nach ein paar Jahren hat man da gerne mal Risse an beanspruchten Stellen. Lieber ein paar Euro mehr für echte Qualität ausgeben.

    • Unterschreibe ich so nicht. Ist auch eine Sache der Pflege. Leder hält länger, muss aber noch intensiver gepflegt werden. Schade nat., dass man „nur“ 2 Jahre Garantie hat, andere haben 3 oder 5 – und in anderen Preisklassen hast du auch mal 10. Spannend dahingehend dürfte der Bezug des getesteten Razer Enki Pro im Langzeitfazit werden.

    • Ist genau auch meine Erfahrung. Hatte früher einige Sessel ausprobiert. Echtes Leder ist im Normalfall bzgl. der Qualität vorzuziehen. Gute Pflege ist natürlich bei allen Produkten sinnvoll.

  3. Noblechair ist leider nur chinesische Auftragsarbeit („Secret Labs“ wird z. B. in den gleichen Fabriken gebaut). Kauft lieber deutsche Qualitäsware wie Backforce oder Gamechanger!

    • Sowieso eine riesige Geldmaschinerie. Verstehe bei der Massenproduktion den Preis nicht. Ich bevorzuge aber inzwischen auch lieber klassische Bürostühle von „bekannten“ Herstellern(gebraucht). Qualitativ um einiges besser. Da merkt man die Herkunft und Geschichte/Erfahrung. Bei „Gamingsesseln“ fühle ich mich mehr zum einschlafen als zum arbeiten.

      • Daher ja mein Einwand. Gamechanger und Backforce sind Gamingstühle, aber hergestellt von renommierten Büroausstattern…

    • Ich habe gerade einen Blackforce zurückgeben. Die Armlehnen haben zuerst gewackelt. Der Support meinte die verschiedenen Hersteller, hätten Fertigkeitsprobleme. Dann fing die Rückenlehne an, zu wackeln und Geräusche zu machen. Auch das sei normal, sagte der Support danach über ein Monat nicht reguliert wurde, haben Sie schließe ich den Stuhl zurück genommen, anstatt ihn zu reparieren. Ich würde dort nicht noch einmal kaufen.

    • So ist es. Noblechairs kann mit Gamechanger überhaupt nicht mithalten. Ich hatte beide, der Noblechair ist sein Preis nicht wert. Der Gamechanger ist es.

  4. Als Katzeneigentum bin ich eher Fan von Stühlen mit groben Stoff. PU und auch Leder reagiert nicht allzu gut auf Krallen.

  5. Mein Beitrag zum Thema aus einem anderen Forum:

    Mein Junge und ich hatten auch mal einen Nobelchair: Was für ein Müll,
    die Mechanik knarzt nach 1-2 Jahren unerträglich, die Polster der Armlehen lösen sich auf,
    bei meinem Jungen brach eine einfach seitlich ab,
    der Sitzkomfort ist nicht gut, die Stühle sehen nur ganz gut aus, mehr nicht.
    Meine sachliche & freundliche Bewertung bei Caseking würde nicht veröffentlicht …
    Lieber mehr Geld ausgeben und was richtiges kaufen, dein Körper dankt es dir.

    Kann ich dir uneingeschränkt empfehlen
    Wagner Bürostuhl
    Bei Vorkasse gibt es 3% Rabatt

  6. Ich kann die Noble Chairs nicht empfehlen. Habe hier einen für über 500€ der bereits nach zwei Wochen eine wacklige Rückenlehne hat. Trotz korrektem Zusammenbau war er auch schon von Anfang an leicht verzogen / schief. Scheint laut Reddit / anderer Foren ein übliches Problem zu sein. Für einen 150€ Stuhl wäre es ärgerlich, bei über 500€ ist es einfach indiskutabel.

  7. Stefan Reusch says:

    Kann ich nur bestätigen. In meinem Fall ist sogar die Rückenlehne gebrochen und der Service war eine Katastrophe. Für das Geld sollte man sich lieber einen guten Bürostuhl kaufen. Würde dort nie wieder etwas kaufen und auch Caseking bleibe ich seit dem fern wenn möglich. Selbst Stühle die nur ein Bruchteil Kosten haben länger gehalten als diese. Der Name entspricht in keinem Fall der Qualität.

    • Bei meine noblechair ist ebenfalls nicht lange nach Ablauf der Garantie die Rückenlehne gebrochen. Gesessen habe ich gut auf ihm.

  8. gadgets4life says:

    Mein ICON steht seit fast 5 Jahren bei mir. Täglich im Einsatz (mitsamt Memory Foam Kissen, das ich nicht missen möchte und empfehle). Sieht aus wie am ersten Tag (perfekte Optik des Materials, keine Druckstellen etc.), knarzt nicht, funktioniert einwandfrei.
    Gibt sichere auch andere Erfahrungen, wie bei jedem anderen auch. Aber Backforce oder Gamechanger sind einfach potthässlich. Liegt im Auge des Betrachters, aber ich würde mir weder einen „Ergo-Stuhl“ noch so ein Teil hinstellen. Der Legend ist schon schick.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.