Razer Enki Pro im Test

Hier im Haus wird viel am Schreibtisch gesessen und gearbeitet, aber auch das eine oder andere Spiel gespielt. Die Industrie hat vor Jahren schon abgecheckt, wie sich Dinge verändern – und somit sind Gaming-Stühle mittlerweile an jeder Ecke und in jeder Preislage zu finden. Bei vielen dieser Stühle streiten sich die Leute. Denn wie schaut es da mit der Ergonomie aus? Wie bequem sitzt man? Was ist verbaut und was nicht? Die Wahrheit ist: Es gibt viel Schund da draußen – aber auch viele Gaming-Stühle, die ergonomischen Büroanforderungen entsprechen und somit eigentlich „nur“ gepimpte Bürostühle sind.

Ich habe in den letzten Wochen tatsächlich extrem gut gesessen, so viel vorab. Ich probiere derzeit den Razer Enki Pro aus. Razer spricht davon, dass Personen bis zu einem Gewicht von bis zu 136 Kilo auf dem Stuhl Platz nehmen können und dort den ganzen Tag Sitzkomfort genießen – damit dürfte man also ein breites Publikum erreichen.

Empfohlen werden Körpergrößen von 1,66 bis 2,04 Metern. Razer setzt auf einen Mix aus Kunstleder (EPU) und Alcantara für die Polster, während der Fuß aus Aluminium und der Rahmen aus Stahl ist. Razer verbaut im Enki Pro eine gepolsterte Rückenlehne mit 152° Verstellwinkel. 3 Jahre Garantie auf Mechanismus und bewegliche Teile (ohne Verschleiß) gibt’s von Razer. Mit rund 95 Kilo passe ich also sehr gut auf den Stuhl.

Laut Razer hat der Enki Pro Test-Standards wie BIFMA X5.1 sowie EN 1335-1 erfüllt. Durchaus erwähnenswerte Sachen, denn hiermit werden Bürostühle nach vorgegebenen Methoden getestet. Der Enki Pro ist quasi ein Bürostuhl im Gaming-Design. Ich hatte die schwarz-grüne Version im Test, der Stuhl ist meines Erachtens noch als dezent zu beschreiben und verfügt glücklicherweise über keine LED-Beleuchtung, die ja mittlerweile gerne verwendet wird. Beim Preis von rund 1.100 Euro mache ich mir Sorgen, dass der Mix aus Kunstleder (EPU) und Alcantara hält. In diesen Preisregionen bekommt man halt auch schon einmal echtes Leder geboten.

Nach dem ersten Probesitzen ging es an das Einstellen. Nachdem ich die Sitzhöhe für eine rechtwinklige Kniehaltung angepasst und die Rückenlehne fixiert, sowie die 4D-Armlehnen in Höhe und Abstand zur Sitzfläche optimiert hatte, war ich erst einmal nicht so geflasht. Das legte sich aber schnell. Tatsächlich saß ich Jahre auf einer günstigen Lösung ohne hohe Rückenlehne. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Die Sitzfläche lässt mich glücklicherweise nicht einsacken, sie ist aber auch nicht hart – sondern wirklich sehr bequem.

Was bei diesem Preis natürlich als Voraussetzung gesetzt sein dürfte: eine integrierte Lordosenstütze, die die Wirbelsäule entlastet. Bereits nach wenigen Tagen spürte ich, dass ich eine andere Sitzhaltung eingenommen habe. Nein, ich hatte vorher keine Probleme, saß aber schon recht eingesackt vor dem Rechner, was nun nicht mehr der Fall ist.

Hilfreich waren da tatsächlich die Armlehnen, die man nicht nur in der Höhe verstellen kann, sondern sie lassen sich auch horizontal, also im Winkel nach innen oder außen klappen, womit ich eine ideale Armablage beim Tippen habe.

Erwähnenswert ist vielleicht auch das mitgelieferte Kissen, welches als Kopfstütze fungieren kann. Das funktioniert magnetisch, konnte mir im Büroalltag aber keinen Mehrwert bieten – ganz im Gegenteil. Es drückte meinen Kopf so nervig nach vorne, dass ich in einer unzumutbaren Position saß. Mehrwert erzeugt das Kissen nur, wenn ihr eine ganz chillige Position einnehmt und euch extrem weit nach hinten lehnt. Dann werden der Kopf und der Hals tatsächlich gestützt, sodass ein anstrengungsfreier Blick auf einen TV oder Monitor nach vorne möglich ist.

Eine Empfehlung? Schwer zu sagen. Bei Alcantara mache ich mir etwas Sorgen, dass das in einigen Jahren nicht mehr so gut ausschaut, wie momentan. Leder ist da halt ein „dankbarerer“ Bezug. Und obwohl dieser Gaming-Stuhl vieles abdeckt, was auch ein guter Bürostuhl abdeckt: Die Preisgestaltung in dieser Branche ist teils nicht so gut überschaubar. Für 700 Euro gibt’s beispielsweise schon Lösungen von Interstuhl – den Backforce -, wenn man in der Gaming-Ecke bleiben möchte. Oder zum fast identischen Preis gibts dann auch mal Herman Miller, da nutzt André ja den Embody.

Abseits dessen: Auch mal stehen, nicht pausenlos sitzen, sich dehnen und bewegen. Ich weiß, kann nerven, muss man sich aber anerziehen und sich jeden Tag „zwingen“. Geht mir nicht anders.

In Stichpunkten:

  • noch dezente Optik
  • leichtgängige Rollen
  • laufruhig
  • auch für Leute mit mehr Gewicht
  • Kann 14 Tage getestet werden
  • Kein Leder
  • Keine verstellbare Lendenwirbelstütze
  • Wenig Anpassungsmöglichkeiten an den Körper
  • Nur 3 Jahre Garantie

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2 Kommentare

  1. Hat so ein Gaming-Stuhl auch einen Katzenstreu-Einsatz mit Feuchtigkeits-LED? Soll ja vorkommen, dass beim Zocken ein AFK gerade nicht opportun ist, da muss es schnell gehen.

  2. @Casch: Ich finde nicht, dass wir in der heutigen Zeit einen Minuspunkt für „kein Leder“ vergeben sollten. Für mich wäre es ein Argument den Stuhl NICHT zu kaufen, wenn er Leder enthalten würde.

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