Nello One im Test: Mit wenigen Schritten zur smarten Gegensprechanlage

Viele von euch kennen sicherlich folgende Situation: Ihr habt etwas im Internet bestellt, das ihr unbedingt haben möchtet. Der Tag der Lieferung rückt näher und ihr wisst, dass ihr zu dieser Zeit aus irgendeinem Grund nicht Zuhause sein werdet.

Was also tun? An die Packstation kann man das Teil nicht liefern lassen, also bleibt die Hoffnung, dass ein Nachbar bei euch im Haus eure Lieferung entgegennehmen kann. Am selben Abend kommt ihr nach Hause und im Briefkasten erwartet euch eine Karte von DHL mit der Nachricht, dass ihr eure Lieferung gern am nächsten Tag ab 9:30 Uhr in der nächsten Filiale abholen könnt. Eine solche Situation kann durch den heutigen Testkandidat eventuell verhindert werden, dem nello one.

Bei dem nello one handelt es sich um einen kleinen schwarzen Kasten aus Kunststoff, der an und für sich nicht wirklich viel her macht. Sinn und Zweck des kleinen Kerls ist es, eure Gegensprechanlage etwas smarter zu machen und etwaigen Besuch automatisch in den Hausflur zu lassen. Wie sich das Teil im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Der Lieferumfang

Bestellt ihr den nello one, bekommt ihr eine kleine, längliche, schwarze Pappverpackung, die nicht wirklich viel Inhalt bereithält. Drin ist der nello one selbst, nebst einem kleinen Schraubendreher, mehreren Drähten mit verschiedenen Farben und einem Klebepad. Eine Beschreibung ist nicht dabei, denn die findet ihr in der App.

Die Einrichtung des nello one

Der nello one muss an die Gegensprechanlage eures Hauses angeschlossen werden und ist mit einigen Herstellern und Modelltypen kompatibel, aber eben nicht mit allen. Damit ihr das Gerät nicht kauft und dann enttäuscht feststellt, dass ihr keine kompatible Gegensprechanlage habt, empfiehlt sich der Kompatibilätscheck, den ihr auf DIESER WEBSITE durchführen könnt. Das folgende Video hilft euch bei der Identifizierung eurer Anlage.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=_Z9_77YFrvA&t=2s

Ist die Anlage kompatibel und ihr habt das Gerät vor euch liegen, könnt ihr direkt mit der Einrichtung starten. Dazu benötigt ihr erst einmal die App für iOS und Android, die zu meiner großen Enttäuschung nicht in der deutschen Sprache verfügbar ist. Ich habe kein Problem mit Englisch, aber meiner Meinung nach sollte ein deutscher Hersteller auch in der Lage sein, eine App in der eigenen Sprache anzubieten, sehr schade.

nello.io
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Entwickler: nello.io
Preis: Kostenlos
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Ist die App auf eurem Smartphone installiert kann es auch schon los gehen. Das Programm führt euch Schritt für Schritt durch die Installation des kleinen Gerätes. Das Ganze erinnert etwas an Elektrotechnik für Anfänger.

Zuerst öffnet ihr die Gegensprechanlage und wählt in der App den richtigen Gegensprechanlagen-Typ aus. Den seht ihr am besten direkt auf der Platine, in meinem Fall ist das das Modell 7630/x0 von RITTO.

Die App sagt euch nun, welche Kabel ihr zur Installation benötigt, ich brauchte nur zwei braune Kabel. Die Kabelenden müssen leicht gebogen werden, damit ihr die Enden in die vorgesehenen Anschlüsse im nello stecken könnt.

Ist das erledigt, klebt ihr den nello one mit dem mitgelieferten Klebepad an die Wand über der Gegensprechanlage. Nun zieht ihr die Kabel in die Gegensprechanlage ein, dazu schraubt ihr die Schrauben etwas lose und schiebt die Kabel vorsichtig dahinter. Der nächste Schritt besteht nun darin, die anderen Enden der Kabel in die dafür vorgesehenen Anschlüssen an der Platine zu stecken.

Hier seht ihr die professionelle Installation des Haus-Elektrikers, dem die Ordnung in der Anlage wirklich am Herzen lag. Alle Kabel sind sauber in der Anlage verstaut worden, nicht.

In meinem Fall mussten die braunen Kabel in die Stecker a (Kabel von nello-Anschluss 1) und b(Kabel von nello-Anschluss 2) , wichtig ist dabei, dass ihr die Kabel nicht verwechselt.

Hab ihr alles richtig gemacht, fängt eine kleine LED am nello one an zu blinken. Das heißt, dass sich der Supercap im nello one auflädt. Das geht ziemlich schnell und ist erledigt, sobald die LED wieder aufhört zu blinken, in meinem Fall nach ca. 30 Sekunden.

In der Produktentwicklung stellt sich oft die Frage der optimalen Stromversorgung. Oft lautet die einzige Antwort: Netzstecker. Aber der kleine nello mit Stecker? Dank Supercap ist dies nicht nötig. Dieser lädt sich innerhalb von 2 Minuten blitzschnell auf und sorgt fortgehend für eine stabile WiFi-Verbindung.

Nun braucht das kleine Gerät noch eine WLAN-Verbindung, die ihr dem Chip über die App mitteilt. Dazu tragt ihr eure WLAN-Daten in die dafür vorgesehenen Felder ein, bestätigt das Ganze mit „Start-Transfer“ und müsst nun das Display ganz nah vor die LED halten, puh ey.

Euer Display überträgt nun durch Lichtimpulse die WLAN-Daten an den Chip, einige kennen das Verfahren von der optischen TAN-Generierung bei einigen Banken.

Hier hatte ich das erste Problem, denn das Teil wollte meine WLAN-Konfiguration einfach nicht fressen. Erst bei Versuch 6 und nachdem ich die Displayhelligkeit auf den Maximalwert gestellt und das Licht ausgemacht hatte, bestätigte die LED die erfolgreiche Übertragung. Tipp: Während des Flackerns müsst ihr das Display ab und an berühren, damit das Smartphone das Panel nicht in den Schlafmodus schickt. Warum man den Sleep nicht durch entsprechend entwickelten Code verhindert, würde ich gern wissen.

Im letzten Schritt der Installation musste ich dem nello one noch beibringen, wie er den Buzzer betätigt und erkennt, wann es geklingelt hat. Dazu drückt ihr den Buzzer-Knopf an der Gegensprechanlage und bestätigt das in der App. Danach müsst ihr an die Haustür gehen, die Klingel betätigen und das ebenfalls in der App bestätigen. Nun folgt ein letzter Test, indem der nello one das Klingeln nochmal erkennen muss und euch dann die Tür öffnet.

Das folgende Video fasst die Installation noch einmal zusammen.

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Video-Link: https://youtu.be/dLQPmD82LT0

Auch die Frage, ob die Installation mit dem Vermieter abgesprochen werden muss, beantwortet nello. Ihr müsst keine Rücksprache mit eurem Vermieter halten, da ihr rückstandslos zum Ursprungszustand zurück könnt. Es schadet jedoch nicht, dem Vermieter einfach kurz Bescheid zu geben.

nello one darfst du ganz ohne Genehmigung deines Vermieters installieren – du kannst das Upgrade schließlich jederzeit wieder rückstandsfrei entfernen. Zudem bist du als Mieter nicht verpflichtet zu kontrollieren, wer das gemeinsame Treppenhaus betritt.

Die App & nello one in der Praxis

Kommen wir zur App, die die Schaltzentrale für den nello one ist. Wie bereits erwähnt ist es wirklich schade, dass man die App nicht in Deutsch anbietet, aber da kann man nichts machen. Weiterhin fehlt eine Apple Watch App, die das Öffnen per Watch ermöglichen wurde, 3D Touch für einen Öffnen-Shortcut wurde ebenfalls nicht implementiert, aber gut.

Im Wesentlichen findet ihr in dem Programm fünf Hauptbildschirme.

Der Activity-Feed

Im Activity-Feed werden euch jegliche Aktiväten angezeigt, die ihr in der App erledigt oder die an der Klingel bzw. Gegensprechanlage passieren. Fügt ihr also einen Nutzer hinzu, öffnet die Tür, legt ein Zeitfenster an etc. taucht diese Information hier auf. Das ist ganz nützlich, wenn man wissen will, ob jemand an der Tür geklingelt hat, während man nicht Zuhause war. Die App benachrichtigt euch auch per Push, wenn geklingelt oder die Tür geöffnet wurde.

Schaut euch mal das Spacing innerhalb der App an. Der Plus-Button hat dort eigentlich nichts verloren…

Im nächsten Screen könnt ihr Nutzern Zutritt zu eurem Haus geben, das sogenannte Smart Key Sharing. Dazu gebt ihr Name und Mail-Adresse an, legt fest, ob der Nutzer ein Administrator ist (kann die Anlage verwalten) und ob er permanent Zutritt hat oder nur in einem bestimmten einmaligen oder regelmäßigen Zeitfenster.

Habt ihr beispielsweise eine Haushaltshilfe, die wöchentlich am Dienstag zwischen 10 und 12 Uhr vorbei kommt und eure Wohnung putzt, könnt ihr ihr hierüber Zutritt zum Hausflur geben. Das Ganze macht jedoch nur Sinn, wenn ihr kein zentrales Schließsystem im Haus habt, da die Putzfrau sonst sowieso einen Schlüssel für die Haustür hat.

Lade deine Freunde, Mitbewohner oder die liebe Schwiegermutter in die App ein, sodass auch sie mit nello in deinen Hausflur kommen. Du kannst bis zu 10 Personen gleichzeitig einladen. Welche Nutzungsrechte sie genau erhalten, kontrollierst du über die nello App. Deine Mitbewohner erhalten natürlich volle Adminrechte und können so alle App Features im vollen Umfang nutzen. Aber so nett deine Putzfrau auch sein mag, ein dauerhafter Zugang ist für sie dann doch nicht notwendig.

Während meines Tests habe ich diese Funktion für Familienmitglieder benutzt, falls diese etwas für uns im Treppenhaus hinterlegen wollten. Da die App in der Lage ist einen sogenannten Homezone-Unlock durchzuführen, ist das auch praktisch, wenn jemand generell Eintritt ins Haus haben soll.

Die Person muss dazu einfach nur das Smartphone in der Tasche haben und klingeln. Nello erkennt das und öffnet die Tür. Wenn das Handy mit der App wegkommt, hat der Dieb aber automatisch Zutritt zum Treppenhaus, auch nicht unbedingt gut. In dem Fall muss man dann schnell sein und den Nutzer deaktivieren.

Dein Schlüssel hat sich mal wieder ganz clever in der Tasche versteckt? Kein Problem, dein nello one weiß dank GPS, dass du nach Hause kommst und öffnet dir auf ein Klingeln gerne die Haustür. Für wie lange und ab welchem Radius dein Homezone Unlock aktiv sein soll, stellst du einfach selbst über die nello App ein.

Der mittlere Screen macht nichts anderes, als euch die Möglichkeit zu geben, per Swipe die Haustür zu öffnen. Das ist was für Faule, die per Handy den Gast ins Treppenhaus lassen und dann ganz gemächlich zur Wohnungstür laufen. In Zukunft soll es wohl auch möglich sein per Alexa, IFTTT oder Public API die Tür zu entriegeln. Hier fehlt für mich der Mehrwert, denn richtig praktisch wird das Ganze erst dann, wenn man die Smart Locks von Nuki und Yale damit entsperren kann.

Bei dir klingelt es – mit einem Wisch über‘s Smartphone öffnet nello one die Tür – besonders praktisch, wenn Postbote oder Urlaubsblumengießer klingeln und du nicht zuhause bist.

Auch hier: Schlecht platzierter +-Button und fehlende Liebe zum Detail. Hier sollte nello unbedingt nachbessern.

Im vorletzten Bildschirm könnt ihr Zeitfenster definieren, in denen die Haustür automatisch geöffnet wird. Das ist ganz praktisch, wenn man beispielsweise Gäste erwartet, die nach und nach eintrudeln oder ein Bekannter sagt, dass er in einem bestimmten Zeitraum etwas vorbei bringt und im Treppenhaus für euch hinterlegt.

Bei einem aktiven Zeitfenster öffnet nello one, sobald geklingelt wird. Das besondere: wir haben nello one so programmiert, dass er immer mit einer unterschiedlichen Verzögerung öffnet, so sieht man als Dritter nicht, dass hier in Wirklichkeit nello öffnet. Und da für’s Türöffnen kein Smartphone benötigt wird, ist es besonders praktisch für deinen Paketboten, den Lieferdienst oder auch deine Partygäste.

Der letzte Bildschirm dient dem Hinzufügen von Lieferdiensten, im Moment unterstützt die App Deliveroo, Foodora, Lieferheld, Amazon Fresh, HelloFresh, Kochzauber, Marley Spoon, Amazon Prime Now, Amazon, DHL Paket, DPD, GLS, Hermes und UPS. Eigentlich verbirgt sich hier nichts anderes als ein Zeitfenster, das ihr entweder einmalig oder regelmäßig festlegt, um den Paketboten einzulassen. Der einzige Unterschied ist, dass die Zeitfenster einem Lieferdienst zugeordnet sind.

Ihr bekommt beim Hinzufügen des Dienstes übrigens eine Anleitung an die Hand, was ihr auf der jeweiligen Website hinterlegen müsst, damit der Bote auch weiß, was er zu tun hat. Bei Amazon könnt ihr das zum Beispiel im Feld „Was passiert, wenn ich nicht zuhause bin?“ kurz vor Abschluss der Bestellung angeben.

Ich habe während meines Tests davon abgesehen, diese Option anzugeben, da hier schon ein sehr großes Vertrauensverhältnis zu seinen Nachbarn Vorraussetzung ist. In Zukunft soll es wohl eine Versicherung namens nello zen für abgestellte Pakete geben, die in Zusammenarbeit mit der AXA realisiert wird, 3,99 Euro monatlich kostet und jederzeit kündbar ist, irgendwann in 2018 soll das der Fall sein.

Generell sind die Funktionalitäten in der App da, aber ohne wirkliche Liebe zum Detail implementiert worden. Hier kann man deutlich mehr herausholen und das Nutzererlebnis verbessern, vor allem was Darstellung und Platzierung der UI-Elemente betrifft.

Sonstiges

Was mir schon während der Installation etwas sauer aufgestoßen ist: Warum gibt es für das kleine Kästchen keine Wechselschalen oder wenigstens ein Modell in Weiß. Niemand will an einer weißen oder farbigen Wand einen schwarzen Kasten, schon gar nicht über der weißen Gegensprechanlage. Meiner Meinung nach ist das nicht ganz zu Ende gedacht.

Außerdem wäre es besser, wenn man die LED entweder nicht komplett in den Raum leuchten lässt, einen Schiebemechanismus zum Verstecken verbaut oder eine Funktion zur Abschaltung bereitstellt, denn die leuchtet die ganze Zeit in einem nicht wirklich schönen Grün vor sich hin und erhellt den Flur.

Ein Nice-to-have-Feature wäre für mich auch, wenn sich über das Smartphone die Gegensprechanlage bedienen ließe, aber das würde dem Ganzen auch die Einfachheit nehmen.

Vorläufiges Fazit zum nello one

Wenn ihr es bis hier hin geschafft habt, ist euch sicher aufgefallen, dass an den wirklich schönen und nützlichen Funktionen immer „in Zukunft“ oder „in Planung“ steht. Der nello one ist ein Gerät mit viel Potential, aber meiner Meinung nach einfach noch nicht fertig. So wirklich viel Arbeit wird einem nicht abgenommen, da man spätestens an der Wohnungstür den Schlüssel brauch. Erst wenn man Haus- und Wohnungstür (bspw. per Nuki) gleichzeitig entsichern kann, wird es wirklich praktisch, auch die Integration in Alexa, IFTTT oder API ist erst in Planung.

Die App ist übersichtlich, kommt aber auch mit Kinderkrankheiten im Design oder nur in englischer Sprache daher. Ansonsten ist die Nutzung der Lieferdienste erst wirklich sicher, wenn man auch die Versicherung nutzt (auch noch nicht verfügbar). Die Frage, ob die Lieferdienste wirklich bis zu eurer Haustür laufen oder euer Zeug einfach unten liegen lassen, stellt sich außerdem.

Damals (2015!) als Kickstarter-Projekt noch unter dem Namen monkey gestartet, hat man bis heute kein wirklich finales Produkt zustande bekommen, was schade ist. Das stärkt nicht wirklich das Vertrauen, dass man die versprochenen Features zeitnah implementieren kann und wird.

Am Ende bleibt ein gemischtes Gefühl über, dass sich mit kommenden Features sicherlich ins Positive drehen wird. Stand heute sehe ich jedoch keinen Mehrwert, der eine Investition in Höhe von knapp 120 Euro rechtfertigt.

Weitere ähnliche Tests:

Nuki Smart Lock ausprobiert: Zu Recht ein Kickstarter-Erfolg?

Sicherheitskamera: Ring Spotlight Cam Akku Testbericht

Ring Video Doorbell Testbericht: Smart-Home-Klingel

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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12 Kommentare

  1. Kannst du auch das baldige Nest Hello testen?

    Smart Living ist ein großes Ding. Warum öffnet sich das Türschloss nicht über RFID und dann geht die Tür mit zB einem Türöffner von hhttps://goo.gl/4SKZAB automatisch auf. Sowas ist doch smart.

    Oder die innovative Firma „Digitalstrom“ hat große Erneuerungen in diesem Bereich.

  2. Ich hatte im Sommer ebenfalls auf Nello geschielt, aber so einige Dinge schreckten mich dann doch ab.
    – schaut man sich deren FB Seite und die dortigen Kommentare an scheinen die Server nur so von Ausfällen geplagt zu sein.
    – selbst Features wie die Zeitfenster (für Paketdienste) funktionieren nicht wenn deren Server oder das Internet ausfällt (was oft der Fall ist)

    Für mich war es damals Grund genug mich nach Alternativen umzuschauen und der Einstieg in die großen SmartHome Systeme wie Fhem, ioBroker etc. Nun verrichtet hier ein Eigenbau seinen Dienst der zuverlässig läuft, die wichtigsten Funktionen auch lokal verrichtet und nur einen Bruchteil gekostet hat.
    Sicherlich kostet es Zeit, aber wenn man sich eh für das Thema SmartHome interessiert kann man sich nicht früh genug mit obigen Systemen auseinandersetzen.

    • Du meinst die Hardware kostet nur einen Bruchteil aber in Wahrheit ist es viel teurer da du deine Mannstunden nicht mit gerechnet hast.
      Unabhängig davon würde es mich interessieren wie denn die eigenbaulösung aussieht und was sie alles kann?

      • mit nem ESP8266 und mqtt laesst sich das relativ gut loesen wenn man den Knopf zum Tueroeffnen kurzschliesst und das Audiosignal der Klingel findet.

      • Damit hast du absolut recht – man investiert natürlich einiges an Zeit was einem aber später auch wieder für andere Projekte hilfreich sein kann. Rein preislich fand ich den Nello auch absolut fair, wenn er denn nicht so abhängig von der Cloud wäre bzw deren Server besser skalieren würden. Als ich ihn damals im Sommer/Spätsommer erst kaufen wollte sah die Situation so aus dass teilweise über Wochen nichts ging.
        Ich denke ein Problem ist dass sie Anfangs ein Abo Modell verfolgen wollten (mittlerweile ja nicht mehr) und sie das Produkt aus dem Grund so konstruiert/designed haben dass selbst einfachste Features wie die Zeitfenster für die automatische Öffnung nur über die Cloud funktionieren.

        Beim Eigenbau hängt es immer ein wenig davon ab wie die Situation zu Hause ausschaut. Da mein Raspberry Pi als SmartHome Zentrale eh in der Nähe der Tür platziert werden sollte kam dieser auch direkt zum Einsatz. Die Türklingel und der Türöffner sind über ein kleines Relais angebunden (hatte ich noch – sonst würde ich Optokoppler nehmen) und mit in dem Gehäuse des Türgongs verstaut. Entsprechende Schaltpläne findet man viele im Netz, aber sie waren auch in einer der beiden C’t Spezialausgaben zum Raspberry Pi.

        Wenn der Pi aber nicht eh dort platziert sein soll würde ich, wie von Chino erwähnt, zu einem ESP8266 greifen. Hier bieten sich der Einfachheit halber am Anfang Dev Boards wie der Wemos D1 Mini oder NodeMCU an. Darauf würde sich dann zum Beispiel ESPeasy gut eignen.

        Als Hirn kann man FHEM, iOBroker, HomeAssistant oder was auch immer verwenden. Basics wie das direkte schalten von GPIO Pins oder von ESPeasy unterstütze Protokolle wie MQTT unterstützen eigentlich alle. Ein Pi ist dafür natürlich am stromsparendsten, aber manche lassen es auch auf ihrem NAS laufen sofern eh schon eins herumsteht.

        Zwecks Benachrichtigung beim Klingeln bieten sich viele Dienste (Pushover, IFTTT etc), eMail oder auch ein Telegram Bot an. Die lassen sich in obige Systeme alle sehr einfach integrieren. Vorteile die aus der offenen Eigenbau-Lösung entstehen sind die freien Kombinationsmöglichkeiten. So blinkt bei uns z.B. nun im Badezimmer das Licht sobald es klingelt, da man die Klingel bei laufendem Wasser kaum hört. Geöffnet werden kann die Tür über das Handy, Amazon Dash Buttons, Alexa usw.

        Zugegeben gingen dafür schon so einige Winterabende drauf, vor allem wenn man wie ich zuvor kaum Ahnung von Elektrotechnik hat. Allerdings entstehen dadurch dann auch völlig neue Ideen und Lösungsansätze für zukünftige SmartHome Lösungen bei denen man dann dank FHEM/ioBroker etc nicht mehr an die kleinen geschlossenen Ökosysteme der Hersteller gebunden ist, sondern deutlich freier kombinieren kann.

    • Kannst du mal beschreiben oder einen Link posten wie du das mit IoBroker/FHEM realisiert hast.

      • Ich habe es oben mal als Antwort zu einer anderen Frage angedeutet. Wenn ein Raspberry (auf dem bei vielen FHEM oder ioBroker läuft) direkt in Türnähe platziert ist könntest du es direkt verkabeln und die GPIO Pins ansprechen/abfragen (GPIO Tutorial 01 & 02 – nur das halt ein Relais und keine LED/Button dran hängt). Wenn man eine WiFi Lösung bevorzugt und auf ESP8266 + ESPeasy setzt würde sich MQTT anbieten.
        Generell haben mir als damaliger kompletter Einsteiger die Videos von Matthias Kleine sehr stark geholfen.
        https://www.youtube.com/channel/UCRDCsZvUg75Bibp9qYbHivw
        Dort findest du äußerst ausführliche Videos zu FHEM, einige zu iOBroker / NodeRed sowie einen sehr schönen Kurs rund um MQTT. Der zusätzlich kostenpflichtige FHEM Kurs ist nicht notwendig, aber am Ende sicherlich eine gute Möglichkeit sich zu bedanken.

    • Der Eigenbau würde mich sehr interessieren.

  3. Bei uns hat eine Auerswald Universal a/b die Innengeräte der Türsprechanlage ersetzt.
    Eigentlich klassische Telefonanalgentechnik. Aber zusammen mit VPN an der Fritzbox kann ich ganz entspannt aus der Ferne (und sei es nur weiter hinten im Garten) den Postboten bitten, das Päckchen in der Garage abzulegen oder die Kinder ins Haus lassen (also aus dem Garten. Wenn ich nicht da bin, schließe ich ab…).
    Immerhin reicht mir, wenn die Tür beim Müll rausbringen zufällt, jetzt mein Handy, um wieder reinzukommen. Für 130 Euro und ein bisschen gefrickel eine jetzt schon gängige Lösung. Insbesondere, wenn die Sprechgeräte wie in unserem Altbau sowieso schon den Geist aufgegeben hatten.

  4. Kleiner Tipp wenn dir die Garantie nicht so wichtig ist: Du kannst das Gehäuse des Nello öffnen und die Platine in der Gegensprechanlage platzieren. Normalerweise sollte dort noch genug Platz sein

  5. viele Punkte wurden ja bereits im Testbericht angesprochen.
    fb-feedback ist bspw. nur „naja“

    Des weiteren ist die Zielgruppe doch eingeschränkt, denn für User mit einem EFM-Haus ist das Produkt nichts oder wer will den (unbekannten) Zusteller im Wohnzimmer stehen haben? Dh. also nur in einem MFM-Haus und dort auch nur bei vertrauenswürdigen Nachbarn, die gerade je größer die Immobilie, desto anonymer sind.

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