Nacon Revolution X Pro Controller im Test: Zurück zum Kabel

Nacon hat mit dem Revolution X Pro Controller ein Eingabegerät für Xbox-Konsolen und den PC veröffentlicht. Das Pad fällt dabei aus dem Rahmen, denn es wird kabelgebunden genutzt. Auf den ersten Blick wirkt das etwas retro, soll aber für möglichst geringe Latenzen sorgen. Man visiert also mit dem 119,99 Euro teuren Controller durchaus auch E-Sportler an. Der Revolution X Pro ist offiziell als „Designed for Xbox“ zertifiziert. Im Test habe ich das Pad einmal an der Xbox Series X in Schwung gebracht.

Vielleicht biete ich euch zum Einstieg einmal die Eckdaten des kabelgebundenen Controllers an. Übrigens ist das USB-C-zu-USB-A-Kabel abnehmbar, kann also auch ausgetauscht werden. Das beiliegende Kabel ist 3 Meter lang, sollte eure Konsole / euer PC also weiter entfernt aufgestellt sein, müsst ihr euch zwangsweise ein anderes Kabel sichern.

Technische Eckdaten des Nacon Revolution X Pro Controller

  • Kabelgebundener Controller für Xbox-Konsolen und Windows-PCs
  • Abnehmbares USB-C-zu-USB-A-Kabel (3 m)
  • Begleit-App im Microsoft Store zur Konfiguration
  • Headset-Buchse mit Unterstützung für Dolby Atmos for Headphones
  • Stick-Position: Asymmetrisch
  • Programmierbare Tasten
  • RGB-Hintergrundbeleuchtung
  • Herausnehmbare Gewichte zur Anpassung
  • Preis: 119,99 Euro
NACON Revolution X Controller für Xbox Series X|S - Xbox One - Offiziell...
  • 4 Shortcut-Tasten, manuell oder per Software* konfigurierbar
  • Joysticks (ALPS) mit 44 bis 30° Amplitude

Beide Sticks bieten die Möglichkeit, ihre Auslenkung durch eine Reihe tauschbarer Schäfte zu variieren. Mehrere konkave und konvexe Daumen-Sticks sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Zusätzlich könnt ihr aber noch weitere Anpassungen in der Begleit-Software vornehmen, die an Konsolen und unter Windows aus dem Microsoft Store herunterladbar ist. Darauf will ich einmal kurz eingehen.

Nacon Revolution X Pro Controller: Die Anpassungsmöglichkeiten

Zunächst könnt ihr den Controller selbst in der Ergonomie etwas anpassen. Dafür liegen drei Gewichtspaare, also sechs einzelne Gewichte, mit 10, 14 und 16 g bei. Ich selbst habe die schwersten Varianten genutzt. Denn der Nacon Revolution X Pro ist sehr leicht, da ja kein schwerer Akku im Inneren untergebracht wurde. Ohne die Gewichte fühlte er sich für mich im direkten Vergleich mit dem Original-Controller von Microsoft daher zu luftig an. Außerdem sind zwei alternative Daumen-Sticks enthalten, die ab Werk angebrachten gefielen mir jedoch bereits sehr gut.

Weitere Besonderheit: Auf der Rückseite findet ihr vier Shortcut-Buttons. Zwei liegen jeweils links und rechts von den Innenseiten der „Flügel“ des Controllers, die anderen beiden am inneren Rand. Auch wenn ich den Verdacht hätte, ich würde sie beim Zocken rasch unabsichtlich betätigen, kam dies nicht vor. Man muss insbesondere die Tasten an den Flügeln etwas fester drücken, sodass Fehleingaben vermieden werden. Da hat Nacon mitgedacht. Ihr könnt zudem über einen Button an der Rückseite vom Classic- in den Advanced-Modus schalten.

Das ist direkt zu empfehlen, denn erst dann stehen euch sämtliche Konfigurationsmöglichkeiten offen. So könnt ihr direkt am Controller über eine Taste zwischen vier Profilen hin- und herwechseln. Als Standard sind das die voreingestellten Profile „FPS“, „Racing / Sports“, „Arcade / Fighting“ und „Infiltration“. Ihr könnt aber auch eigene Profile anlegen sowie die Reihenfolge anpassen, in der sie auf dem Controller abgerufen werden. Auch ist es möglich, eines der Standard-Profile zu duplizieren und von dieser Basis aus individuelle Optimierungen vorzunehmen.

Das war dann auch mein Weg: Ich griff mir das FPS-Profil und schraubte etwas an den Mikrofoneinstellungen, knipste die RGB-Beleuchtung des rechten Sticks aus und spielte etwas mit den Dead Zones der Sticks. Ihr könnt zusätzlich auch die Empfindlichkeit der Trigger anpassen und entscheiden, ob ihr ein Vier- oder Acht-Wege-D-Pad nutzen wollt. Selbst die Ansteuerung der Vibrationsmotoren ist regelbar. Wer übrigens im Gegensatz zu mir mehr auf die RGB-Beleuchtung steht: Ihr könnt aus unterschiedlichen Farbkombinationen um den Stick herum wählen und auch Effekte wie ein Pulsieren zuschalten.

In der Controller-App könnt ihr sogar auf Wunsch alle Tasten komplett umbelegen, die Achsen invertieren bzw. die Sticks vertauschen und das Controller-Erlebnis somit komplett auf euch selbst zuschneiden. Die Shortcut-Tasten sind aber aktuell noch etwas überarbeitungswürdig: Sie lassen sich nur mit den Funktionen anderer Tasten belegen, nicht aber mit Tastenkombinationen / Makros.

Ausstattung, Verarbeitung und Ergonomie

Nach dem ersten Auspacken wirkt der Nacon Revolution X Pro aufgrund seines geringen Gewichts in der Haptik zunächst tatsächlich eher „billig“. Der Eindruck ändert sich aber, sobald man die für sich passenden Gewichte eingesetzt hat. Tatsächlich ist die Verarbeitung sehr gut. Die Tasten und Sticks machen einen wertigen Eindruck und die Grip-Textur an den Seitenflügeln sorgt für sicheren Halt.

Aufgefallen ist mir aber, dass der linke Thumbstick mit seiner geriffelten Oberfläche sehr anfällig für Schmutz ist. Ich war nach einigen Stunden des Zockens erschrocken, welche Hautabreibungen sich dort gesammelt hatten – das passierte mir in dieser Form bisher nicht an anderen Pads. Das mag eben an der Oberfläche und vielleicht auch meinem elanvollen Zocken von „Far Cry 6“ gelegen haben.

Grundsätzlich ähnelt die Ergonomie dem Original-Xbox-Controller, allerdings merkt man beim Spielen sofort, dass die Buttons an der rechten Seite etwas größer sind. Ansonsten stellte sich bei mir rasch ein ähnliches Spielgefühl ein, sodass ich hier nichts zu bemängeln habe. Den DualSense von Sony sehe ich da aber klar vorne. Sauber ist, dass dem Controller direkt ein wertiges Case für den Transport beiliegt, in dem auch das Kabel und eine kleine Plastikbox Platz finden. Letztere dient zur Aufbewahrung der Gewichte und der abweichenden Thumb-Sticks.

Praxistest

Ich will da ganz ehrlich sein: 2021 wieder mit kabelgebundenem Controller zu zocken, fühlt sich für mich schon recht oldschool an. Dieser Eindruck hat sich verschärft, nachdem ich auch noch das Epos H6 Pro per Kabel an den Controller gehängt habe. Was früher ganz normal war, fühlt sich heute wie Kabelgewirr aus der Hölle an. Nun wirbt Nacon ja damit, dass das Kabel eben seinen Sinn habe: Es solle für eine latenzfreie Verbindung sorgen. Für mich ist das aber wirklich sehr schwer zu beurteilen.

Denn ja, die Eingaben mit dem Nacon Revolution X Pro Controller fühlen sich deutlich „direkter“ und geschmeidiger an, als mit dem Standard-Pad. Da gab es nichts abzuwägen, das bessere Spielgefühl wurde mir in „Far Cry 6“ ab der ersten Sekunde klar. Doch die Frage ist, ob dies nun direkt mit der Kabelverbindung zusammenhängt oder eher mit den hochwertigen Sticks. Generell sind die Eingaben mit Nacons Controller definitiv präziser und werden schneller umgesetzt. Da kann ich euch keine Millisekunden-Angaben liefern, aber man spürt es sofort. Wie gesagt: Ich vermag aber nicht zu 100 % zu sagen, ob dies mehr auf die anpassbaren und höherwertigen Sticks oder auf die Kabelverbindung zurückzuführen ist.

Ideal wäre deswegen aus meiner Sicht gewesen, wenn der Revolution X Pro das Beste aus beiden Welten geboten hätte: Einerseits die Chance, den Controller per Kabel anzuschließen, andererseits einen Akku. Denn für viele Games, bei denen es nicht so sehr auf schnelle Reaktionen ankommt, wäre eine drahtlose Verbindung eine gute Alternative gewesen. Vielleicht überlegt man sich das ja für einen potenziellen Nachfolger.

Im Gameplay bringt der Revolution X Pro nämlich definitiv Vorteile. Im FPS-Modus konnte ich intuitiv mit dem Controller deutlich besser in Shootern zielen. Beim erwähnten „Far Cry 6“ finde ich das Zielen am Pad etwas schwammig, ich holzte hier jedoch mit dem Nacon-Modell deutlich leichter die Gegner um. Das macht also schon Laune. Dass der Controller zudem für Dolby Atmos für Headphones zertifiziert ist, ist ein schöner Bonus. Dadurch könnt ihr den Klang mit jedem Stereo-Headset, das ihr an den Controller anschließt, etwas aufwerten.

Zumal ihr auch den Mikrofon-Klang über die Begleit-App des Nacon Revolution X Pro anpassen könnt. Da entstehen also Mehrwerte gegenüber Microsofts Original-Controller, den ich schnell geschätzt habe. Kleiner Kritikpunkt: Das uninspirierte App-Symbol im verpixelten Look dürfte Nacon aber gerne nochmal neu gestalten. Es wird dem wirklich guten Controller nicht gerecht.

Fazit

Der Nacon Revolution X Pro Controller ist nicht für jedermann etwas. Dass eine Kabelverbindung genutzt wird, dürfte für viele Gamer ein Ausschlusskriterium sein. Mit 119,99 Euro ist auch der Preis deutlich höher als beim Standard-Pad von Microsoft. Dafür bietet man aber einige Mehrwerte wie Dolby Atmos für Headphones und tatsächlich merklich präzisere Eingaben.

Die Ergonomie gefällt mir ebenfalls sehr gut, sie ist sehr nahe an den Original-Controllern der Redmonder. Schade, dass die Shortcut-Buttons jedoch aktuell für mich persönlich wenig Sinn ergeben, solange sie keine eigenen Makros speichern. Dafür gibt es viele weitere Anpassungsmöglichkeiten über die eigenen Profile – Dead Zones der Sticks, RGB-Beleuchtung, Trigger-Empfindlichkeit und komplette Umbelegung aller Tasten – was will man sich da mehr wünschen?

Insofern kann ich den Nacon Revolution X Pro Controller im Gesamtbild sehr empfehlen – insbesondere wenn ihr gerne Shooter zockt. Ihr bekommt hier ein starkes Gesamtpaket, dessen einziger echter Nachteil eben die Kabelverbindung ist, mit der man sich erst einmal wieder arrangieren muss.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Hatte das Konkurrenzmodell mit proprietärem Kabel an der PS4. War sehr gut zu gebrauchen, das xBox Layout gefiel mir besser, die Extraknöpfe konnte ich nicht nutzen (das Adminprogramm dazu läuft nicht unter Linux), die Knöpfe selber waren wertiger und angenehmer zu drücken.
    Das Kabel war gar nicht störend und das Gerät war immer einsatzbereit. Den Panikschrei der Mitspieler mit Akku: „Akku gleich leer“ brauchte ich nie. Leider hat das Gerät nicht lange gehalten.

    Fazit: Wenn die Tasten OK sind, stört (mich) das Kabel gar nicht.

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