Mozilla wird ab Firefox 63 automatische Anti-Tracking-Maßnahmen einführen


Mozilla hat Neuerungen angekündigt. Diese sind ab sofort in der Nightly-Version ausprobierter und sollen dann ab Firefox 63 und folgenden für alle verfügbar sein. Es geht um eine Anti-Tracking-Funktion. Tracker im Internet spionieren dem Nutzer nicht nur hinterher, sondern sie sorgen auch dafür, dass Webseiten langsamer laden. Gerade für Nutzer mit schlechteren Verbindungen kann dies natürlich ärgerlich sein.

Deshalb wird man bei Mozilla mehrere Ansätze fahren, um Tracking zu unterbinden. Zum einen wäre da das Verlangsamen des Surfens. Langsame Tracker werden von Firefox künftig automatisch blockiert, sodass die Ladezeit nicht allzu sehr leidet. Im September wird man die Nützlichkeit dieser Funktion ausgiebig testen und bei Erfolg dann ab Firefox 63 alle langsamen Tracker blockieren.

Auch gegen Cross-Site-Tracking möchte Mozilla vorgehen. Hier muss man den richtigen Weg zwischen privatem Surfen und einer guten User Experience finden, deshalb wird diese Funktion erst einmal mit einem kleinen Kreis getestet und verbessert. Für alle soll sie dann mit Firefox 65 verfügbar sein. Vorausgesetzt, dass dies dann auch so funktioniert, wie es soll.

„Harmful practices“, also zum Beispiel das Fingerprinting von Nutzern (detaillierte Geräteinformationen werden auslesen, um einen Nutzer eindeutig identifizieren zu können) oder auch der Einsatz von Mining-Scripten auf Webseiten, wird in künftigen Versionen von Firefox (Mozilla macht keine genauen Angaben, ab welcher Version) ebenfalls automatisch unterbunden.

Mozilla hat auch eine Begründung, warum man so vorgehen wird. Es gehe dabei um mehr, als nur den Nutzer zu schützen. Er soll eine Stimme erhalten. Seiten werden auch weiterhin Daten gegen Inhalte tauschen, aber der Nutzer wird dies dann mitbekommen, weil die Seiten ihn nach den Daten fragen müssen.

Mozilla vergleicht dies mit der Einführung des Pop-Up-Blockers 2004, als sich Werbetreibende neue Dinge haben einfallen lassen müssen. Keine Ahnung, ob das wirklich so ein positives Beispiel ist, wenn man sieht, wie verseucht Werbung im Netz heute ist. Aber damals war das natürlich toll, das mag ich als damaliger Nutzer gar nicht abstreiten.

Wer die Funktionen bereits ausprobieren möchte, kann dies über die Nighlty-Version im Fall des Cross-Site-Tracking und der langsam ladenden Tracker bereits aktivieren. Zu finden im Control Center unter dem neuen Menüpunkt „Content Blocking“.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. super sache

  2. Gut das diese Pest endlich mal angesprochen wird!
    Denn wie man an diesem Blog ja deutlich erkennen kann, geht es auch vollkommen ohne penetrantes User-Tracking und potentiell verseuchten Werbe-Dreck, der von allen möglichen, dubiosen Dritt/Viertseiten, nachgeladen wird…

    😛 😛

    • BastiFantasti says:

      Ohne Usertracking? Der Blog nimmt u.a. Kontakt zu Amazon, digidip, Google Analytics, Google Tag Services, und 2x WordPress.com auf. Also mindestens 6x Tracking.

      • Ach…
        Und an alle anderen „Sheldons“ = ich weiß ja das euer Sarkasmus-Detektor beileibe nicht der allerbeste ist…aber sehr viel offensichtlicher konnte ich es nicht mehr formulieren…
        😀

  3. Je mehr von diesem Schrott geblockt wird umso besser.
    Das meiste erledigt aber heute schon mein Werbeblocker. Lediglich das blocken dieser nervigen Cookie Hinweise funktioniert, trotz entsprechend aktivierter Filterliste, leider nicht so zuverlässig.

    • Stell dir mal vor die Seiten müssten nicht nur auf Cookies hinweisen, sondern auch darauf, wer welche Daten trackt. Dann müsste man erstmal 3 Minuten lang Zeugs wegklicken… 🙂

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