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Kickstarter: Projekt erfolgreich – Geld weg!

Oft lesen wir in Blogs (jaja, auch in diesem) über wahnsinnig tolle Projekte, die finanziert werden müssen. Kickstarter ist eine Plattform zur Projektfinanzierung über Crowdfunding. Ideen und Projekte werden vorgestellt, Unterstützer gefunden – und letztendlich wird das Projekt, bzw. die Ware verkauft. Wenn es denn gut läuft – denn während uns nur Erfolgsgeschichten begegnen, gibt es auch eher unschöne Nachrichten.

Nachrichten, die ich von Opfern via Facebook zugeschustert bekam. Konkret ging es um das Projekt Eyez von ZionEyez HD – einer Brille, die unter anderem Videos für Facebook aufnehmen können soll. Über 340.000 Dollar hat das Projekt eingesammelt und konnte damit das Startgeld von angedachten 55.000 Dollar locker toppen. 2106 Personen machten diese Summe möglich, einige von ihnen haben diese Brille per 150 Dollar Pre-Order bestellt, ihr Geld ist also schon weg. Zurück buchen?

Ja, das hätte man in einem Zeitraum von 6 Monaten bei einer Bank realisieren können, doch die Unterstützer wurden immer wieder vertröstet und die Zeit verstrich. Das Projekt wurde so realisiert, dass das Ende der Geldannahme im Juli 2011 lag, die Auslieferung aber erst im Winter 2011 realisiert werden sollte. Was heißt das nun genau? Über Kickstarter wurde Geld gesammelt und an die Projektmacher übergeben – 5 Prozent der Gesamtsumme streicht übrigens Kickstarter ein, das Projekt, bzw. die Ware wurde nie ausgeliefert.

Kickstarter stellt sich stumm, ebenso die Macher der Eyez-Brille. Sicherlich, man könnte den Leuten, die mit Geld in Vorleistung traten eine gewisse Mitschuld, bzw. Naivität attestieren – aber dass sie keine Hilfe von Kickstarter erfahren, ist leider kein gutes Zeichen für die Plattform. Auf der Projektseite bei Kickstarter und in einem eigens eingerichteten Forum treffen sich mittlerweile viele erboste Kommentatoren, die untereinander beratschlagen, wie es nun weiter gehen könnte.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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29 Kommentare

  1. @Cashy: Wie meinst Du denn „Ja, das hätte man in einem Zeitraum von 6 Monaten bei einer Bank realisieren können…“???

  2. Appleuser says:

    Hätten die Leute lieber ihr Geld bei Apple gelassen. Da werden Kunden verwöhnt. 🙂

  3. Ich finde das Kickstarter-Projekt an sich eine gute Sache.

    Aber mal ehrlich: Aus der Ferne betrachtet sind fünf Prozent vom investierten Kapital, doch schon ein ganz guter Schnitt für die Betreiber, oder?
    Oder bin ich vom OpenSource verwöhnt?
    Bei den 340.000,- sind das mal eben (Gut ging ein halbes oder ganzes Jahr) 17.000,- …
    Aber wie und wo hätte man als Entwickler schon die Möglichkeit interessierten Kunden so etwas dar zu bieten.

  4. Da viele Leute Kickstarter und Co als eine Art Pre-Order sehen, sollte Kickstarter gewiss besser kommunizieren, wie das gedacht ist. Damit auch der letzte kapiert, dass er nur eine Idee unterstützt, die nicht so leicht an konventionelleres Funding rankommt, aber ausser auf den guten Willen der Projektinitiatoren, die eine oder andere Belohnung zu liefern, WENN denn alles klappt, KEINEN ANSPRUCH HAT.

    Und den sollte man m.E. auch nicht einführen, denn sonst ist der ganze Witz solcher Portale dahin, nämlich dass coole Projekte sehr unkompliziert eine Startfinanzierung sich organisieren können, allein dadurch dass sie ein cooles und glaubhaftes Video machen. Komplexe Verträge, Verpflichtungen, Kontrollen ruinieren das.

    Die einzige sinnvolle Versicherung dafür ist eine wohlwollende aber kritische Crowd, und ein Bewusstsein dass man ein sehr hohes Verlustrisiko hat. Mit ich-habe-gezahlt-drum-ich-produkt-sofort-sonst-du-Gefängnis Einstellung sollte man besser zum Mediamarkt gehen.

    Wirkliche Betrugsfälle muss Kickstarter gewiss unbedingt hart verfolgen, sonst ruinieren sie ihren Ruf. Nur habe ich noch von keinem eindeutigen Fall gehört – Fail wegen Selbstüberschätzung oder Underfunding ist noch kein Betrug.

  5. Ich habe bisher 9 Hardware-Projekte unterstützt. 3 Sind gerade erst fertig geworden, bei den anderen 6 habe ich die Ware auch bekommen.

    Just Sayin…

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