Hermes PaketFuxx: Nachbarschaftszustellungen sollen entlohnt werden

Hermes Paketzusteller in Halle (Saale). (Foto: Hermes/Willing-Holtz)

Hermes hat eine Idee, die auf den ersten Blick gar nicht so schlecht klingt: Man will in Großstädten die Nachbarschaftszustellung vergüten. 30 Cent pro Paket sollen die sogenannten „Paketfüxxe“ dabei erhalten. Damit will das Logistikunternehmen quasi die Nachbarschaftszustellung ein Stück weit professionalisieren. Doch der eigentliche Gedanke dürfte weit weniger altruistisch sein, als Hermes das verkaufen will: Denn die Abgabe eines Pakets beim Nachbarn spart Hermes natürlich Zeit und Geld.

Der Name der Aktion ist allerdings denkbar dämlich gewählt, denn ich sehe erste Unterstützer des Pilotprojekts „PaketFuxx“ schon nach einer Weile in Social Networks fragen „Wofür stehen die beiden ‚X‘ in PaketFuxx?“ Der Gedanke kam mir nämlich auch, als ich Hermes kleines Werbebildchen erspähte und mir den dort zu sehenden Stapel Pakete in meiner Bude vorstellte.

Puh, ob ich aus meiner Wohnung für läppische 30 Cent pro Paket quasi eine Abholstation machen möchte, damit Hermes ein paar Taler spart? Also trotz Homeoffice, hätte ich darauf keinen Bock, denn zu bedenken ist auch, dass dann ständig die Klingel schellt. Versteht mich nicht falsch: Für Nachbarn im Haus nehme ich gerne Sendungen an – absolut kein Problem. Auch mal für jemanden im Nebenhaus, da ich weiß, dass die Zusteller da ein schweres Los trifft. Aber ich sehe schon kommen, dass dann einfach die ganze Ladung direkt beim PaketFuxx abgeladen wird, um Zeit zu sparen. Passiert teilweise auch jetzt manchmal, dass der Zusteller hier im Haus nur bei mir klingelt, weil er eben weiß, dass ich meistens daheim bin.

Hermes will der Sache natürlich einen anderen Dreh geben und spricht davon, dass man im Rahmen des Pilotprojekts nach Wegen suche, um kundenfreundlicher zu arbeiten und mit dem Paketempfang durch Nachbarn auch die Verkehrssituation zu entlasten. Dabei ist es sogar möglich für Empfänger, den PaketFuxx in der Nachbarschaft direkt als Lieferadresse anzugeben. Soll sogar nicht nur bei Hermes selbst funktionieren, sondern auch bei anderen Lieferdiensten. Auch für Lieferungen von DHL und Co. sollen die PaketFüxxe von Hermes 30 Cent pro Paket erhalten.

Ziel sei es, so Hermes: „mit dem PaketFuxx-Service eine ernstzunehmende Alternative im Checkout-Prozess der Onlinehändler zu werden„. Die PaketFüxxe sieht man beim Unternehmen als logische Ergänzung seiner Hermes-PaketShops. Nürnberg war hier die erste Teststadt. Die Resonanz soll so gut gewesen sein, dass man das Projekt nun auf Berlin, Leipzig und Dresden ausweite. Zielgruppe seien dabei als PaketFüxxe Menschen, die regelmäßig zu Hause seien und „einen zusätzlichen Einnahmefluss generieren wollen.

Obwohl ich wie gesagt im Homeoffice arbeite und somit wohl die ideale Zielgruppe wäre, hätte ich keine Ambitionen mich da zu verdingen. Ich denke so dürfte das den meisten Berufstätigen gehen und ich spekuliere, dass vorwiegend Arbeitssuchende auf die Masche einsteigen dürften. Hermes wirbt dabei auch damit, dass die PaketFüxxe die Möglichkeit hätten, mit ihren Einnahmen ökologische Initiativen zu unterstützen. Hermes spendet diese Beträge auf Wunsch dann direkt an Umweltschutzprojekte.

Wie gesagt, ich bin da skeptisch: Habt ihr eine andere Meinung zum Projekt Hermes PaketFuxx?

?PaketFuxx
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Entwickler: Hermes Germany GmbH
Preis: Kostenlos
PaketFuxx
PaketFuxx
Entwickler: Hermes Germany GmbH
Preis: Kostenlos

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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41 Kommentare

  1. Soweit mir bekannt übernehme ich die Verantwortung für das Paket wenn ich dieses entgegen nehme. Ich wünsche dann schon mal viel Spaß wenn auch nur bei jedem 50sten Paket etwas passiert bzw. schon passiert ist und der ursprüngliche Empfänger dann sagt „hey das 500€ Geschirr das ich mir habe schicken lassen ist kaputt, warum hast du das angenommen?“

    Für mich ein Spiel mit hohem Risiko und dafür unangemessener Entlohnung.

    • Wolfgang D. says:

      @Daniel
      Und schon ist man Gewerbetreibender, wie als Uber Fahrer.

      • @Wolfgang D.
        Was ist schlecht daran Gewerbetreibender zu werden?

        • @Mr.T
          In der Situation vermutlich viel.
          Wem man Gewerbetreibender wird, hat man einige Rechte mehr aber auch einige Pflichten mehr. Das ist eine Entscheidung, die man bewusst und Berücksichtigung der Konsequenzen treffen sollte. Bei der Zielgruppe, die Hermes wirbt dürfte denen das aber entweder gar nicht bewusst sein oder sie blenden es aus.

          Ich weiß auch nicht ob man bei 30 Cent pro Paket wirklich von einem echten Gewerbe sprechen kann (zumindest so viel Geld, dass man auf irgendwas Steuern zahlen muss, wird man nicht machen). aber wie schon vorher erwähnt, es ist kein Freundschaftsdienst für den Nachbarn mehr, wo man relativ leicht aus der Haftung rauskommt, sondern eine echte Dienstleistung – wo man Haftungsrisiken übernimmt. Insbesondere, wenn ich lese, dass man die direkt als Lieferadresse angeben kann, ist das ganz klar nix mehr, was wirklich unter Nachbarschaftsdienst laufen kann.

          Ich kann nicht überblicken, was man an rechtlichen Pflichten übernimmt, wenn man das tut – und Hermes wird sich mit Sicherheit da fein raushalten und die Verantwortung abwälzen.

          • Bob (der andere) says:

            @ Martin:
            Sehe ich genauso wie du. Aber mal vo diesen gewerblichen, rechtlichen und evtl. steuerlichen Sachen ganz abgesehen:

            Glaubt irgendjemand ernsthaft, daß der Fahrer von Hermes sich dann noch die Mühe machen werden, bei dem eigentlichen Kunden zu klingeln?
            Die werden zu Beginn ihrer Tour schauen, was sie so im Umkreis von 2-3 Quer- und Parallelstraßen zu liefern haben, und dann gleich alles bei dem “Paketfux“ abliefern.
            Ich weiß nicht wie die Hermes-Fahrer entlohnt werden, aber sie werden dann entweder mehr Pakete ausliefern können oder früher Feierabend machen können.
            Wäre auch mal interessant zu wissen wie die Verträge mit den “Paketfüxxen“ aussehen (Laufzeit). Die meisten werden wohl schnell merken, daß Entgeld und Aufwand in keinem guten Verhältnis stehen und relativ schnell wieder aussteigen wollen.

    • Die Entlohnung ist eigentlich eine Frechheit.
      Zum einen für die Verantwortung die man eingeht und zum anderen auch dafür, dass man bei Ankunft des Pakets Zeit investieren muss plus das 20x klingeln der Nachbarn bis spät in den Abend zur Abholung der Pakete inkl. Dokumentation der Übergabe.

      Wer sowas macht kann entweder nicht rechnen oder ist ähnlich verzweifelt wie die Hermes Boten die sich in der Zustellung ausbeuten lassen.

  2. Jaa – nie wieder arbeiten 🙂
    Dachte an meinen lieben Ex-Nachbarn in Dresden. Vorzugsweise Erdgeschossbewohner und zuhause 🙂
    Hilft, mit den hübschen Nachbarinnen ins Gespräch zu kommen.

  3. Ich denke gar nicht daran mich für so was ans Haus zu binden und auch noch das Risiko und den Ärger der damit garantiert verbunden ist zu akzeptieren.
    Für Nachbarn die das auch machen nehme ich gerne ein Paket an wenn ich da bin. Aber neuerdings haben wir einen in der Nachbarschaft der zwar auch „ausnahmsweise“ mal was annimmt aber dann so meckert dass ich zu ihm gesagt habe: Nimms doch nicht an..
    Wenn ich mir vorstelle ich solle für solche Stinkstiefel die Arbeit und den Ärger haben und das für die lächerliche Summe von 30 Cent? Nee.

  4. Das hört sich nach einem privaten https://www.pakadoo.de/ an. Das hatten wir mal in einer Firma in der ich gearbeitet hatte. War sehr komfortabel. Eine Poststelle hat die Pakete angenommen und man hat sie in seiner Pause abgeholt.

  5. Entweder das Verhältnis zu dem/den Nachbarn ist so gut, dass man sich gegenseitig Pakete/Warensendungen* annimmt. Oder aber nicht… nur, dann erwarte ich entprechende Kohle (von Hermes) und nicht die lächerlichen 30 Cents. Ist daher mAn ein Rohrkrepierer.

    * über die damit verbundenen Risiken spricht man sich idealer Weise vorher ab.

    • Na ich habe zum Glück ein Haus und dulde es auch wenn Paketdienste was im Schuppen ablegen. Aber ich würde nie eine Abstellverfügung unterschreiben, mit Übergang aller Risiken auf mich. Wenn der Paketdienst das auf eigenes Risiko macht ist das nicht mein Problem.
      Ähnlich ist es mit dieser Nachbarschaftszustellung. Sobald ich da einem Vertragswerk zustimme, dass Pakete gegen Vergütung bei mir als Mini Paketshop landen, dann bin ich u. U. in der Haftung. Wenn der Empfänger reklamiert und der Paketdienst behauptet, dass das gar nicht sein könne und überhaupt, dann bin ich in der Haftung und darf entweder zahlen oder mich rechtlich versuchen zu wehren, auch nicht ohne Einsatz von Geld und Nerven.

    • Thomas Neidlinger says:

      Viel mehr wäre vermutlich auch nicht drin, wenn man sich überlegt, wie wenig Amazon und Co. in ihren Volumentarifen pro Paket bezahlen, aber ich glaube auch nicht, dass das viele Leute für 30ct machen.
      Bei 10 Paketen am Tag sind das 3€ pro Werktag = 60€ im Monat, dafür, dass bei mir jeden Tag 10 mal geklingelt wird und ich auch noch die Haftung für Nachbars 10000€ PC und 2000€ Smartphone übernehme? Ne danke…

  6. Ich nehme öfter mal Pakete für Nachbarn an, kann mir aber überhaupt nicht vorstellen, dass in einer Situation zu tun in der mein Nachbar vermuten kann, dass ich dafür Geld bekomme.

    Ich bin ja kein Gig-Worker oder so etwas.

  7. lol
    Die Menschen die von den paar Cent angereizt werden, weil sie jeden Cent gebrauchen können, können sich dadurch in Haftungsprobleme bringen die richtig ins Geld gehen können. Das kann zwar mit unentgeltlicher Annahme auch passieren, aber da hat man wenigstens keinem vorgegebenen Vertrag zugestimmt, somit gelten die Regelungen des BGB. Wenn ich mich bereit erkläre eine Dienstleistung gegen Entgelt zu erbringen und einen Vertrag mit Hermes dazu schließe müsste ich mir vorher eigentlich eine Rechtsberatung beim Anwalt holen um mögliche Haftungsrisiken abzuschätzen.

    Und so mancher wird denken, dass das steuerfreies Netto ist. Und Einnahmen nicht anmelden. Schon gleich die nächste Falle für Privatleute, gerade arme Haushalte sind stark überdurchschnittlich bildungsfern und wissen über diese Dinge einfach nicht bescheid.

    Ich bin gespannt was die Verbraucherzentralen dazu zu sagen haben.

    • Is klar, als PaketFuxx wird man gaaanz schnell zum Millionär und das am Finanzamt vorbei.

      • Nomen est omen, was, „Mister“?
        Schwarzarbeit ist Schwarzarbeit, ggf. liegt sogar ein Gewerbe vor. Umso absurder sich möglicherweise für wenige Euro in rechtliche Probleme zu begeben. Oder denkst du nur Millionäre müssen Einkünfte bei Finanzamt, Sozialversicherungen oder ggf. Sozialleistungsträgern melden?

        • @Eric
          Es fällt mir schwer hinter dieser Belohnung für Paketempfänge eine Gewinnabsicht zu vermuten. Diese wäre ja ein wichtiges Merkmal für das Vorliegen eines Gewerbe. Auch das Erreichen eines sozialversicherungspflichtigen Einkommens erscheint mir doch recht zweifelhaft.

          Aber spinnen wir doch die Idee mit dem Gewerbe mal weiter. Da können sich dann getätigte Investitionen, wie das Errichten eines Lagerraums, die Anschaffung eines Firmenfahrzeugs und weil man ja zwingend ein höchstwertiges Handy benötigt auch dessen Anschaffungskosten, steuermindernd auswirken. Es könnte sich für den PaketFuxx lohnen jemand aus dem Bereich der steuerberatenden Berufe zu Rate zu ziehen. Danke für Deinen Hinweis!

          • Natürlich ist das der Grundgedanke einer Gewinnabsicht erfüllt, auch wenn es nur lausige 30 Cent pro Paket gibt.

            Aber bei den Beträgen dürfte eh jeder noch weit unter den Grenzwerten bleiben ab denen es versteuert werden müsste.

            • @elknipso
              Du hast mich überzeugt.
              Also dann
              -Gewerbe anmelden,
              – ordentliche Buchführung (Einnahmen-/Ausgabenrechnung dürfte reichen, keine Ausgabe ohne Beleg!),
              – mehrere Jahre ordentlich Verluste abschreiben,
              und irgendwann sagt das Finanzamt es sei ein Hobby.
              Zwangsabmeldung folgt!

              Könnte man als temporäres Steuersparmodell mal überlegen 😉
              Bezüglich der Haftungsfrage gibt’s bestimmt auch noch irgendwelche legalen Tricks. Englische LTD scheidet ja wegen Brexit leider aus 🙁

  8. Warum ist eigentlich noch niemand darauf gekommen, sowas wie private Packstationen in der Art von Uber zu organisieren. Man gibt in einer App an wenn man zu Hause ist, bzw. mit Geofencing geht das automatisch. Damit zeigt man, dass man gerade bereit ist Pakete anzunehmen. Paketboten diverser Unternehmen haben die App auch und wissen wo in der Nachbarschaft sie ohne Probleme Pakete loswerden können. Der eigentliche Empfänger bekommt in der App angezeigt, wo in der Nachbarschaft sein Paket liegt. Abrechnung dann über den zentralen Dienst.

  9. Die Anzahl der Paket, die ich im Jahr per Hermes bekommen, lässt sich zum Glück an einer Hand abzählen. Für 30 Cent pro Paket hab ich aber auch keine Lust, die Paketstation für die Nachbarschaft zu werden – in Einzelfällen mache ich das schon mal, da ich auch viel HomeOffice mache und daher auch, wenn der Paketbote mich antrifft, dann auch Paket für Nachbar annehmen.
    Aber das sind Ausnahmen, ich lasse meine Paket soweit möglich an die Packstation schicken, ist für mich praktischer.

    Hermes will damit doch nur eines erreichen – die Paket ausliefern beim 1. Versuch. Wenn die das Paket wieder mit ins Verteilzentrum nehmen müssen und nochmal zustellen oder an ein Depot liefertn, kostet das Hermes Geld und das wollen die vermeiden. Auch werden die Fahrer nur pro ausgeliefertem Paket bezahlt.
    Im harten Markt der Paketdienste wird mit allen Mitteln versucht, Kunden zu locken.

    Aber gegen DHL kommen die trotzdem nicht an – mein Erfahrung.

  10. Gute Frage.
    Hilft es da nicht „im Auftrag“ zu unterschreiben?
    So soll man doch belegen können das ich nicht der direkt Empfänger bin des Pakets.
    Mache ich zu Hause immer so.

    Weiß da wer näheres?

  11. Grundgedanke ist zwar gut, aber ich fürchte auch, dass sich da so einige Probleme auftun. Angefangen bei der Haftung für Schäden, dem tatsächlichen Zwang zu Hause bleiben zu müssen (wenn Kunden im Online-Shop direkt den PaketFuxx als Lieferadresse angeben können, dann muss auch in gewisser Weise sichergestellt sein, dass das Paket dort auch ankommt), oder auch der Frage: ist das dann ein offizieller Nebenverdienst? Wie wird das steuerlich angegeben? Speziell bei Arbeitslosen, wo alle Nebeneinkünfte genauestens geprüft werden…
    Dann doch lieber das Konzept „Packstation“ weiter ausbauen:
    – für alle Lieferdienste zugänglich machen
    – größere Fächer für größere Pakete (z.B. von der Größe eines PC-Monitors)
    – nicht zuletzt ein noch dichteres Netz von Stationen (bei mir persönlich in der Umgebung schon sehr gut, aber da gibt es auch noch deutlich abgelegenere Ecken)

    • André Westphal says:

      Im App Store steht in den Bewertungen, dass die Steuernnummer bei der Anmeldung anzugeben ist, ich denke das wird quasi wie eine Honorartätigkeit behandelt – man muss es dann also selbst in der Steuererklärung als Einnahme ausweisen.

      Für den ganzen Firlefanz sind dann die 30 Cent pro Paket ein Witz, wenn man auch die Zeit einrechnet, die zum Scannen der Pakete, der Aushändigung an Nachbarn und der Annahme draufgeht. Da wird man, rechnet man sich das auf die Stunde aus, weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen.

      Hermes gibt dem ganzen ja ganz smart den Dreh der Nachbarschaftshilfe und des Umweltschutzes. Ist aber am Ende einfach eine Masche, um Geld zu sparen und vielleicht sogar langfristig den ein oder anderen Shop auszusparen – da sollte man sich keine Illusionen machen, denke ich.

  12. Also nur mal so zur Info an Alle: Wenn ich jetzt als Nachbar ein Paket aus Nettigkeit für meine Nachbarn annehme, dann haft ich auch.

    Find die Idee eigtl recht pfiffig. Wenn auch nicht zu Ende gedacht. 30ct ist halt echt mehhhhh.

    • Nicht gewerblich. Und nur auf Basis der BGB Regelungen.
      Unternehmen verwenden AGB weil sie ihre Risiken und Pflichten im Rahmen des dispositiven Rechts minimieren wollen. Und sobald du gewerblich tätig bist hast du nicht mehr den hohen Schutzstandard des Verbraucherschutzrechtes (AGB Inhaltskontrolle). Ich gebe hier keine Rechtsberatung. Die sollte sich jeder einholen bevor er eine Vereinbarung mit Hermes bzgl. Paketannahme gegen Entgelt eingeht, meine ich. Wird natürlich selten passieren. Und kann trotzdem gut gehen. Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn das irgendwann mit Krokodilstränen von Füxxen bei frontal 21 und Co. landet.

  13. Wolfgang D. says:

    Noch gibt es ja Tankstellen oder Getränkeshops in der Nähe, die als Ablageort dienen und lange geöffnet sind.

  14. Was ich noch erwähnenswert finde: Die Paketshops von Hermes erhalten 40 Cent/Paket. Zumindest war es vor 3 Jahren noch so, glaube aber kaum, dass die Paketshops seitdem weniger erhalten. Meiner Tante gehörte damals ein Schreibwarenladen mit Lotto und Hermes, wo ich ein bisschen gejobbt hatte. Daher kenne ich den Betrag. Als „Nebenbeigeschäft“ war es ganz lukrativ. Kleinvieh macht auch Mist.

    Daraus folgt: Dass Hermes sich hier als spendabel gegenüber den „Füxxen“ darstellt, es für sie aber im Prinzip günstiger ist und die „Privatpaketshops“ (so nenn ich die Füxxe einfach mal) sich hier unter Wert verkaufen.

    Die Frage ist dann, wohin liefert Hermes die Pakete dann lieber? In den Paketshop für 40 Cent oder zu den Privathaushalten für 30 Cent? Genau

  15. Tolle Idee? Für Hermes absolut!
    Und wer ganztägig daheim ist, der muss wohl ein Gewerbe anmelden.
    Lässt denn der Bebauungsplan und der Mietvertrag eine gewerbliche Nutzung der Wohnung zu?
    Daneben interessiert sich bei HartzIV-Empfängern auch das Jobcenter für die Einnahmen, bei allen sowieso das Finanzamt. Selbst wenn keine Steuern anfallen, dann besteht trotzdem eine Buchhaltungspflicht.
    Die Haftung wurde ja auch schon angesprochen.
    Eine geniale Idee von Hermes, um alle (kostenintensiven) Probleme der Privatkunden-Zustellung auf andere abzuwälzen.

    • > Und wer ganztägig daheim ist, der muss wohl ein Gewerbe anmelden.

      Was, wieso? Weil man damit so viel verdient? Das glaubst du ja wohl selbst nicht.

      > Lässt denn der Bebauungsplan und der Mietvertrag eine gewerbliche Nutzung der Wohnung zu?

      Das ist vollkommen irrelevant. Für einen Nachbar Pakete annehmen ist keine gewerbliche Nutzung. Homeoffice übrigens auch nicht. …und die Bohrmaschine über eBay kleinanzeigen abzustoßen musst du auch nicht mit deinem Vermieter abklären.

      > Daneben interessiert sich bei HartzIV-Empfängern auch das Jobcenter für die Einnahmen, bei allen sowieso das Finanzamt.

      Was ist das Argument hier? Der Service sei schlecht weil Einnahmen in Deutschland unter vielerlei Umständen rechtlich und steuerlich Berüchsichtigung finden? Das ist doch kein ernsthaftes Argument.

  16. würde ich nicht machen, weil keine ahnung was in den paketen drin ist…. zumal eine solche vergütung auf eine stunde umgerechnet für mich nicht in frage kommt.

  17. Wie schon geschrieben wurde: Ist nett, jedoch zu wenig, dafür, dass man das Risiko UND die Klingelei auf sich nimmt.
    Ich arbeite auch 100% im HomeOffice und reduziere das Annehmen der Pakete auf 3 Nachbarn, da sonst fast immer bei uns sofort geklingelt wurde. Grad für Nachbarn im 3. Stock ist es einfach im EG zu klingeln. Das Geld ist zwar nett und ein paar Euro würden reinkommen, doch insgesamt eher dünn.

    • Nachtrag:
      Für die Zusteller hat dass den Vorteil, dass sie das Geld verdienen. Soweit mir bekannt, bekommen sie kein Geld, wenn die Pakte in einem Paket-Shop abgegeben werden. Den Zustellern, grad von Hermes, war die Enttäuschung schon anzusehen, wenn ich NEIN sagte.

      • Das Problem ist, dass du – so sich das mal rumgesprochen hat – nicht mehr der nette Nachbar bist, der für seine Nachbarn Pakete annimmt. Du bist dann der Niedriglöhnerhauspaketsklave.

        Ob das noch so viel Spaß macht..

  18. Diese „Vergütung“ sehe ich ehr als Frechheit, also ein grund weniger für die ein Packet anzunehmen.
    Ein Euro wäre das Mindeste finde ich.
    Es geht hier nicht um einen Gefallen für den Nachbarn, sondern um eine Dienstleistung für einen gut verdienenden Dienstleister.

    • Und selbst dann bist Du auf die Stunde gerechnet für den Aufwand immer noch weit unter Mindestlohn, plus das hohe Risiko der Haftung.

  19. Da bau ich mir lieber einen Paketbriefkasten in den Vorgarten als Nachbarn zu belästigen. Geht naturloch nicht beid jedem, z.B. Großstadt Mehrfamilienhaus.

  20. Wozu braucht Hermes dann PaketShops? Warum können sie nicht wie die Jungs bei DHL arbeiten? Sie sind mitten in einem Unsinn, wenn die Antwort auf alle Probleme an der Oberfläche liegt.

    • Das Problem fängt doch schon damit an, dass Hermes ihre Mitarbeiter derart massiv ausbedeutet, dass sie wirklich nur die komplett verzweifelten Mitarbeiter bekommen, mit der entsprechenden Motivation und Qualifikation.

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