Google löscht bald Apps aus dem Play Store, die Zugriff auf SMS und Anruflisten haben


Im Zuge der Datenpanne rund um Google+, die letztendlich auch das Aus der Social Plattform besiegelt hat, kündigte Google gleich weitere Maßnahmen an, um die Privatsphäre der Nutzer (zumindest gegenüber Dritten) zu schützen. Dazu gehört auch der Zugriff auf SMS und Anruflisten durch Apps. Google hat Entwickler entsprechend rechtzeitig über die Änderungen informiert, damit die Apps angepasst werden können oder der Entwickler eine Ausnahme beantragen kann.

Google verweist nun noch einmal auf diese Änderungen und lässt Entwickler wissen, dass man in den nächsten Wochen beginnen wird, jene Apps zu löschen, die den neuen Anforderungen nicht nachkommen oder keinen Antrag auf Ausnahme gestellt haben. Betrifft also nur Entwickler, die bislang nicht aktiv wurden.

Solltet ihr demnach feststellen, dass eine oder mehrere Apps, die Ihr normalerweise nutzt, nicht mehr verfügbar sein, war Google am Werk – im Gegensatz zum Entwickler. Das wird dieses Jahr sicher nicht Googles einzige Maßnahme bleiben, die sich um die Privatsphäre der Nutzer dreht.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. FriedeFreudeEierkuchen says:

    Dann will ich mal hoffen, dass jetzt nicht alle Apps für die Auswertung von Anruflisten raus fliegen. Ich brauche die Daten oft, um mit Kunden abrechnen zu können.

  2. Find ich richtig, wenn man sich mal regelmäßig so wie ich seine Apps deren Berechtigungen anschaut..kann man nachträglich einiges entziehen und App geht trozdem nur bei der Installation muß man ja zustimmen..

    • Ja, ich habe WhatsApp auch den Zugriff auf SMS entzogen, den WhatsApp standardmäßig haben will. Muss Facebook seine Spyware nun entfernen?

    • Ja, da darf Google gerne aufräumen. Dann fliegen aber wohl 99% der Spiele raus, wenn alle Apps nur noch die wirklich notwendigen Berechtigungen anfordern dürfen :).

  3. Good Bye Cerberus 🙁

    • Direkt über deren Homepage runterladen, nur weils nicht mehr im Playstore ist, heißt ja nicht, dass man die APKs nicht direkt installieren kann.

  4. Cerberus hat schon ein Update rausgebracht und ist damit sinnlos.

  5. Ob das ne gute Idee ist ca. 90% der Apps aus dem Store zu entfernen?

  6. Macht Sinn, dass das überprüft wird. Schätze, die ganzen Dialer und Apps, die mit der Anrufliste was sinnvolles anstellen bekommen auch eine Ausnahmegenehmigung, Taschenlampe aber muss diesmal draußen bleiben.

  7. Ich wollte, schon fragen, ob das dann auch für alternative SMS-Apps (wie z.B. mySMS) oder Tastatur-Apps, die auch das auswerten, um ihre Wortvorhersagen zu verbessern, oder Antiviren-Software gilt; aber dann habe ich doch den Link mit den weiterführenden Informationen angeklickt.
    Für alle, die noch nicht weitergelesen haben, heißt es dort : „we’ll be removing apps from the Google Play Store that ask for SMS or Call Log permission and have not submitted a Permissions Declaration Form. “
    Im Klartext: Die Entwickler müssen wohl künftig erklären, für was sie die Zugriffe benötigen und diese bei Google per Webformular beantragen.
    Es dürfte also davon auszugehen sein, dass die meisten legitim diese Zugriffe nutzenden Apps auch künftig funktionieren werden. Bei manchen Bastler-Apps könnte das vielleicht schwierig werden. Aber für die Experimentierfreudigen gibt es ja ausreichend Alternativen zum Google Play Store.

  8. Leider ziemlich undurchsichtig für Entwickler.
    Ich hab einen Antrag gestellt bzgl. einer App die automatisiert Premium-Rufnummern (0180, 0900 etc) nach Möglichkeit in eine normale Rufnummer umwandelt (optional Diese Rufnummer auch blockiert) und die Antwort bekommen dass ich dafür keine Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen könne. Meiner Meinung nach rechtfertigt aber genau so eine App eine entsprechende Ausnahme.

  9. Mein geliebtes Androidlost musste auch schon um die SMS Funktionen beschnitten werden.

  10. Es gibt genug Apps die nach Berechtigungen fragen bei der Install. Aber auch ohne laufen wenn man die hinterher entzieht.. Aber Google ist auf dem richtigen Weg muss ja nicht so ein kastrierter Appstore werden wie von Apple.

    Und ja es gibt unter Android ja noch F-Droid oder APK Mirror..

  11. Michael Zielinski says:

    Bekommt ein Anwender überhaupt etwas davon mit, wenn Google eine App aus dem Store wirft? (Klar bekommt man keine Updates mehr .. aber gibt es einen Hinweis oder gar ein Deinstallationsvorschlag?)

  12. Mist. Ich will gar keine Kontrolle, das mache ich selbst.

    • Richtig. Ich komme mir in letzter Zeit immer mehr bevormundet vor. Google hat es gefälligst mir zu überlassen, ob ich eine App installieren will die bestimmte Rechte einfordert. Und ich entscheide auch darüber, diese Rechte zu gewähren oder eben nicht. Das ist genauso Müll wie der immer mehr zu beobachtende Trend der Hersteller, keinen Rootzugang mehr zuzulassen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als die Entmündigung des Benutzers.

      • Halt mal den Ball flach. Niemand zwingt dich unter Android, den Play Store zu nutzen. Auch Google nicht.

        Du hast immer Alternativen und immer die freie Wahl. Wir sind hier doch nicht im Apple-Knast. 😉

        • Aber wir nähern uns dem Apple-Zustand immer mehr an. Ich bin damals vom iPhone zu Android gewechselt weil Android mehr Freiheiten bot. Inzwischen wird Android iOS immer ähnlicher: Ununlockbare Bootloader, Anti-Rollback-Protection, Safetynet, Zensur im Playstore. Wenn das so weiter geht kann ich mir auch wieder ein iPhone kaufen. Ne, doch wohl eher nicht 😉

        • Argumente, die mit „…Niemand zwingt dich…“ beginnen, sind immer falsch. Noch nie eine Ausnahme gesehen.

          Ja, genau, „niemand zwingt mich“, den einigen umfassenden Store für Android zu benutzen, ich kann mir auch stattdessen F-Droid mit seinen gefühlt sieben Apps installieren. Oder Google durch Amazon ersetzen, welch Fortschritt.

      • Das ist aber leider immer mehr im Kommen. Die Menschen werden immer dümmer, also werden sie immer extremer geschützt in ihrem kleinen Pferch, damit ihnen bloß nichts aus lauter Dummheit passiert. Die USA machen es bei technischen Geräten seit vielen Jahren vor. Wenn bei einer Waschmaschine nicht „keine Hunde und Katzen einfüllen“ dabei steht und Du es tust (und das Tier stirbt), kannst Du die Firma verklagen. Gesunder Menschenverstand war einmal. Die EU spielt munter mit bei dem Wahnsinn: Bananen müssen Normgrößen haben, Glühbirnen werden verboten, bald auch Wattestäbchen.

        • Das hat mit „dümmer“ nichts zu tun. Die Hersteller wollen die Kontrolle über die Nutzer, und dazu nutzen sie angebliche Sicherheit als Brechstange, und die Hobby-Techies plappern es blind nach.

          Mein Jahre altes Android-4-Tablett, welches nie ein Sicherheitsupdate bekommen hat: Von Safetynet geprüft und grün!
          Mein (dank root und LineageOS) tagesaktuell gepatchtes Handy: ROT! Gefährlich! Manipuliert!

          > Bananen müssen Normgrößen haben
          Das ist eine Unsinns-Story, die sich weit verbreitet hat. Es gibt auf Wunsch des Einzelhandels eine Norm über den Krümmungsgrad, damit man entsprechend genormte Behälter herstellen kann, und der Handel will auf eigenen Wunsch nur solche Bananen haben. Er dürfte auch alle anderen verkaufen, will das aber nicht. Man will halt in jeder Kiste ungefähr gleich viele Bananen haben.

          Du darfst Papier in der Größe 99x99mm verkaufen. Der Staat definiert A4 als 210×297, weil Hersteller und Käufer einen Standard möchten, verbietet aber nichts darüber hinaus.

          > Glühbirnen werden verboten
          Es macht ja auch keinen Sinn, eine Heizung an der Decke zu haben, die nebenbei auch leuchtet, wenn es gleichwertige Alternativen gibt. Am Anfang habe ich auch noch geschimpft, aber diesen Text schreibe ich im Lichte von 3 hellen Lampen, die zusammen 20 Watt haben und aus dem 1-€-Shop stammen. Ist doch alles gut.

      • Richtig. Und wenn man dann endlich root hat, kommen bei jedem Systemstart lila Warnmeldungen. Und Homebanking geht nicht. Mit Play Protect geht es dann weiter, man kann es nicht generell deaktivieren, sondern nur für Sideloading. Sideloading muss man seit neuestem auch jeder App einzeln erlauben. Lädt man irgendwas mit Chrome runter, wird die Datei als „gefährlich“ diffamiert — Ja, genau, euer Stasi-Store ist sicher, und OpenSource aus dem Web ist gefährlich. Und und und.

        Aber die haben vermutlich auch einen „Virenscanner“ auf dem Rechner.

  13. Wenn man einer App keinen SMS Zugriff geben möchte drückt man da halt einfach wenn Android im Berechtigungspopup nach der SMS Berechtigung fragt auf „Nein“.

    Hab grade mal geschaut und bei mir haben die Google Play Services, die Anwendung „Telefon“ und Signal (meine SMS App) Zugriff. Die anderen, die noch gerne Zugriff gehabt hätten sind entweder von Google, Facebook oder mein Exchange Client.

    Verstehe nicht, wo das Problem sein sollte. Wirkt auf mich wie plumper Aktionismus. …hilft Google das irgendwie in Sachen Monopolstellung? Das wäre wenigstens ein Grund.^^

  14. Tschüss Messenger Dienste da fliegt bestimmt jetzt 49 Prozent der Apps aus dem PlayStore.

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