Framework: Mainboard einzeln verfügbar – lässt sich als Einplatinencomputer nutzen

Über das Framework-Laptop hatten wir bereits berichtet. Den bietet man einerseits als fertigen 13,5-Zoller an, andererseits auch als DIY-Edition zum selbst Zusammenschrauben. Besonderheit von Framework: Man erlaubt eine eigenständige Reparatur. Hierzu sind im Gerät beispielsweise entsprechende Beschriftungen und QR-Codes mit Verweis zur Dokumentation angebracht. Zudem erlaubt Framework eine gewisse Modularität. Ein kleines, aber anwachsendes Portfolio an Erweiterungskarten stellt man da bereit, um den Laptop an die eigenen bzw. geänderten Bedingungen anzupassen. Alles in allem ein sehr spannendes, Nachhaltigkeit versprechendes Konzept – im schicken und dennoch kompakten Gehäuse.

Zur eigenständigen Reparatur oder für Upgrades stellt man die Zubehörteile auch zum Nachkaufen bereit. So fortan das Mainboard des Framework-Laptops. „Bald“ soll es auch in Deutschland angeboten werden. Das Mainboard steht derzeit mit Intel-Prozessoren zur Verfügung: Intels i5-1135G7-, i7-1165G7- und i7-1185G7. Ihr könnt also im Nachgang noch von einem i5-Prozessor zu einem i7 oder deren Nachfolgern wechseln. Ähnliches Prozedere auch, wenn man sich denn zusätzlich auch fürs Angebot von AMD-Prozessoren entscheiden sollte.

Das Mainboard lässt sich aber auch völlig unabhängig von einem Framework-Laptop als Einplatinencomputer betreiben. Quasi als etwas größerer Raspberry Pi mit der Power eines Intel NUC. Speicher müsst ihr natürlich noch einsetzen und eine Stromzufuhr mittels USB-C-Netzteil sicherstellen. Der Akku ist ebenso separat erhältlich, falls ihr das Setup entsprechend ausbauen wollt. Vielleicht noch ein Gehäuse aus dem 3D-Drucker dazu oder ins Gehäuse eines Monitors zum All-In-One verschraubt – fertig. Framework stellt auch hier wieder eine ausführliche Dokumentation mitsamt CAD und Elektronik zur Verfügung. Da sind beispielsweise 2D-Zeichnungen des Mainboards abrufbar oder auch schon 3D-druckbare Referenzdesigns sowie eine VESA-Halterung. Alles unter Open-Source-Lizenz, sodass ihr da auch selbst Anpassungen vornehmen könnt und diese Anpassungen wiederum der Community zur Verfügung stellen könnt. Solltet ihr da ganz ausgefallene Projekt-Ideen haben, dann könnt ihr euch sogar um eines von 100 Mainboards bewerben.

Die Open-Source-Mainboard-Dokumentation soll zudem den Grundstein zur Erstellung von kompatiblen Mainboards von Drittanbieter ebnen. Bislang stehen die Mainboards-Only-Varianten nur über den US-Store bereit. Für jenes mit i5-1135G7 werden umgerechnet 415 Euro fällig, beim i7-1165G7 rund 650 Euro. Und das Flaggschiff-Mainboard mit dem i7-1185G7 schlägt mit 975 Euro zu Buche. Zum Einstand bietet man aber saftige Rabatte an. So beispielsweise letztgenannte Version für 740 Euro.

Die zugehörigen Notebooks als Komplett-Paket sind hierzulande bestellbar, das reine Mainboard soll wie gesagt nachfolgen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Passt das Mainboard in die NUCs die direkt darunter verlinkt sind?

    • Wie sollte das gehen? Völlig andere Anordnung von Anschlüssen. Zudem scheint das Board, welches im Artikel abgelichtet ist, eher eine deutlich länglichere Bauform zu haben.

      • @Christian
        Die optisch längere Bauform kommt daher das links und rechts die ebenfalls separeat erhältlichen Module für USB-C/ USB-A und Klinke (alles linke Seite) schon angedockt bzw. verbaut sind.

  2. Hat jemand einen Framework im Einsatz und kann berichten wie der sich unter Linux schlägt?

    • Ja, ich 🙂
      Hab den Laptop jetzt seit ca.2 Monaten im täglichen Einsatz. Habe zu Beginn kurz mit Manjaro KDE Linux rumgespielt, bin dann aber jetzt dauerhaft auf Fedora 35 Workstation umgestiegen.
      Was man im Framework Forum so liest funktioniert aber eigentlich jede Distro ganz gut. Wenn man einen neueren Linux Kernel wählt spart man sich aber einiges an Konfigurationsarbeit, deshalb hab ich mich für Fedora entschieden.
      Da läuft eigentlich alles standardmäßig: Fingerabdrucksensor, Bluetooth, Wifi,…
      Was man noch selber machen muss: Mikrofon für Kabelkopfhörer konfigurieren (internes Mikro und Mikro von Bluetooth Kopfhörern geht standardmäßig) und eventuell die Skalierung ändern.
      Das ist aber alles in der offiziellen Installationsanleitung von Framework beschrieben. Diese Anleitungen gibt es auch für diverse andere Distros. (und eine kurze Übersicht welche Distro wie gut läuft: https://frame.work/de/de/linux )

      Hier z.B. der Fedora Guide https://guides.frame.work/Guide/Fedora+35+Installation+on+the+Framework+Laptop/108?lang=en

      Einziger Kritikpunkt bisher: Die Akkulaufzeit ist eher durchschnittlich. Liegt aber auch vielleicht dran, dass ich vorher von einem MacBook verwöhnt war, was das angeht.
      Man kann diese aber durch Powertop, TLP, deep statt s2idle usw. deutlich unter Linux verbessern. Auch dazu gibt es viele Tipps im offiziellen Forum:
      https://community.frame.work/t/linux-battery-life-tuning/6665
      https://community.frame.work/t/increase-and-optimize-linux-laptop-battery-life/8482

      Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Laptop. Die Modularität ist echt der Hammer. Ich hätte nie gedacht, dass man einen so einfach reparierbaren Laptop in so ein dünnes und leichtes Case bekommt. Fühlt sich auch sehr hochwertig an, der Bildschirm ist super, die Tastatur auch und das Touchpad fühlt sich sehr nach MacBook an.
      Noch vielleicht ein kleiner Tipp wegen der Akkulaufzeit: Anscheinend brauchen die HDMI und Displayport (evtl auch MicroSD Karte) Module etwas mehr Strom. Der Einsattz von diesen Modulen verkürzt wohl also die Akkulaufzeit minimal. Wenn man die nicht unbedingt braucht könnte man daher auch nur auf USB-C setzen. Dazu gibt es aber auch viele Diskussionen im Framework Forum.

  3. Als NAS wäre das doch Mal interessant.
    Mainboard + Akku + passendes Gehäuse für beide und man hätte einen potenten Server samt USV in schickem Gehäuse

    • War auch mein Gedanke. Wäre natürlich perfekt wenn ich bei meinem Framework in ein paar Jahren das Mainboard upgraden kann und das alte dann als NAS oder so verwenden kann

    • ja, daran denke ich auch 🙂
      kann man einen sata-adapter an den m.2 2230 slot packen? dann hätte man sogar noch den großen m.2 slot frei

  4. Wäre es ein Ryzen mit Radeon IGP könnte man ein Steam Deck basteln 😉 Trotzdem super Sache.

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