Endless Sky – Freeware Spiele-Tipp

RaumschiffeIn der Masse von Spielen gehen oftmals kleine Perlen unter. Leider entdecke ich solche Spiele-Perlen viel zu selten, aber aktuell hatte ich Glück und wurde bei Steam Greenlight auf Endless Sky aufmerksam. Bei Endless Sky handelt es sich um eine Mischung aus Weltraum-Handel, Abenteuer und Action-Spiel in 2D. Außerdem ist es kostenlos bzw. Open Source sowie für PC, Mac und Linux verfügbar. Endless Sky ist noch nicht fertig entwickelt aber die von mir gespielte Version 0.8.1, ist sehr weit fortgeschritten und zumindest ein Preview wert.

Endless Sky benötigt lediglich 44 MB auf eurer Festplatte und gibt sich auch in puncto CPU-Hunger extrem moderat. Grafisch ist alles auf Sparflamme, dafür weiß der Spielspaß samt Inhalt zu überzeugen.

Einstieg vom Spiel leicht gemacht

Raumschiffe
Zum Start erhält der Spieler einen Kredit von der Bank, womit ein Raumschiff gekauft wird, was aber nur für kleinere Raumschiffe ausreicht. Mein Tipp: Kauft ein kleines Shuttle, damit transportiert ihr Arbeiter und Touristen zu den Planeten. Etwas Frachtraum für kleinere Warentransporte, ist im Shuttle ebenfalls vorhanden. Ihr solltet damit schnell genug Geld für ein Heavy Shuttle zusammen haben, das alte Shuttle könnt ihr natürlich verkaufen. Das Heavy Shuttle ist für den Anfang ziemlich gut, da es viele Kabinen sowie einen 35t-Frachtraum besitzt. Außerdem könnt ihr es alleine steuern, größere Raumschiffe benötigen schnell eine kleine Crew, was weitere Kosten verursacht.

In der Anfangsphase sollte dies vermieden und schnellstmöglich der Kredit bei der Bank beglichen werden. Es besteht auch die Option, den Kredit vorzeitig abzuzahlen, was den eigenen Bank-Score positiv beeinflusst. Gleichzeitig steigt damit auch das Vertrauen und Kreditwürdigkeit und bei Bedarf kann kurzfristig ein größerer Betrag geliehen werden. Falls im Raumhafen dann gar ein Scout angeboten und ihr die Credits dafür habt, nehmt unbedingt das. Es ist viel schneller und kann wesentlich mehr Hyperraumsprünge hintereinander absolvieren.

Karriere als Händler, Taxi oder Freibeuter

Handel
Wer lieber eine Karriere als Weltraum-Pirat starten möchte, kann dies selbstverständlich auch machen. Entsprechende Raumschiffe sind zum Spielstart auswählbar. Allerdings ist das besonders zu Beginn, ein hartes Brot denn schnell seit ihr der Gejagte. Die Kämpfe können via Tastatur bestritten werden oder selektiert lediglich die Ziele und lässt automatisch feuern.

Beim Handel zeigt euch der jeweilige Planet die Preise und deren Niveau (Tief, Medium, Hoch usw.) an sowie eure Gewinnspanne je Tonne. Bei negativen Werten versucht man sein Glück besser beim nächsten Planeten. Wirklich lohnenswert ist der Warenhandel erst mit einem dicken Frachter. Gleichzeitig seit ihr damit auch ein lohnenswertes Ziel für Piraten und andere Gauner. Ihr müsst also ein paar Begleitschiffe einkalkulieren, die euch unterwegs beschützen. Eine kleine Flotte aufbauen und jedes Schiff separat ausrüsten geht ebenso. Unabhängig davon, ob ihr nun Händler seit oder nicht.

Aufträge satt bei Planeten und Stationen

Im Spaceport vorbei schauen lohnt sich denn dort gibt es manchmal ein paar kleine Zusatzaufträge, wie beispielsweise Dokumente zu einem bestimmten Planeten bringen. Diese Missionen können jedoch etwas heikel sein, denn alle Aufträge, die nicht über das offizielle Job-Board laufen, sind verdeckte Operationen und dementsprechend riskant. Für satte 100.000 Credits lohnt sich das Risiko und der Zeitdruck jedoch und sind das Salz in der Suppe von Endless Sky. Manchmal sind auch witzige und harmlose Aufträge dabei. 80.000 Credits um eine verwöhnte Töle zu transportieren streicht man gerne ein. Hin und wieder stößt man auf komplexere Missionen, die quasi eine kleine eigene Geschichte sind und deren Erfüllung einen dicken Batzen Credits einbringt. Schöne Abwechslung sind diese Missionen allemal.

Schiffe ausrüsten

Flotte
Auf Planeten zwischenlanden ist oftmals vonnöten, nicht nur um Handel zu betreiben, sondern auch um aufzutanken. Um dies zu vermeiden, benötigt es einen verbesserten Antrieb, welcher eine größere Anzahl von Hyperraumsprüngen erlaubt. Jeder Raumhafen oder Schiffsausstatter besitzt ein unterschiedliches Angebot, manche haben richtig gutes Zeug oder dicke Raumschiffe parat, andere hingegen nur die Minimalausstattung. Endless Sky bietet auch hier eine Menge Abwechslung und Konfigurationsmöglichkeiten. Unterschiedlichste Waffen, Schilde und Antriebsarten bis hin zu Drohnen. Für Letzteres muss eine Navy Lizenz vorhanden sein, die es offensichtlich erst nach Erfüllung geheimer Missionen gibt. Einige wenige Schiffe können mit vielen Extras ausgerüstet werden, da diese Platz für Erweiterungsmodule bieten. Ist erst ab der Scout-Klasse wirklich sinnvoll.

Wird das Schiff im Kampf zerstört, könnt ihr am letzten Punkt bzw. Planeten weiterspielen. Ihr fangt also nicht erneut bei Null an. Geht euch mal der Sprit aus und es ist kein Planet zum Landen verfügbar, könnt ihr im System befindliche Schiffe um Hilfe bitten und dort gegebenenfalls Sprit abkaufen. Schwer beschädigte Raumschiffe können Hilfe anfordern, und wenn man etwas Glück hat, kommt eines zur Hilfe und ihr könnt evtl. euer Schiff noch reparieren lassen. Kostet natürlich alles Credits und ist ein beliebtes Geschäftsmodell der Piraten. Schiff unter Feuer nehmen und Credits für das Weiterleben einfordern.

Gelungene Karte

Galaxie-karte
Die Karte in Endless Sky ist ziemlich gut geworden und liefert auch ein paar kleine Hinweise bei der Annahme von Aufträgen aller Art. Zu Systemen, bei denen kleine orangefarbene Striche sind, gibt es mehr als einen Auftrag, den ihr annehmen könnt. Je mehr von diesen Markierungen, umso mehr Aufträge sind vorhanden. Ist besonders hilfreich bei der Routenplanung denn hier müsst ihr genau abwägen, was sich lohnt und ob sich kleine Umwege bezahlt machen. Systeme, bei denen die Markierung blau ist, sind Zielsysteme zu denen ihr bereits einen Auftrag angenommen habt.

Unbekannte Systeme hingegen müssen meistens erstmal angeflogen werden. Eine Galaxie-Karte mit Details zu allen Systemen ist nicht vorhanden. Via Karten-Filter können auch Ausrüster und Schiffswerften nach Inhalten sortiert und angezeigt werden. Die zutreffenden Planeten sind dann orange eingefärbt. Die Systeme, welche auf der Galaxie-Karte orange sind, bedeuten Ärger. Entweder, weil ihr bei einem geheimen Auftrag entdeckt und nun gejagt werdet, oder weil Krieg herrscht und ihr bereits Partei ergriffen habt. Mein derzeitiger Status: Es ist kompliziert 😉

Fazit

Orbit
Endless Sky hat mir auf Anhieb gut gefallen. Kein überladenes Handelsmenü, alles ist sehr übersichtlich gehalten und generell ist Endless Sky schnell zugänglich. Dennoch bietet es eine gewisse Spieltiefe und kann viele Stunden gut unterhalten. Als wenn das alles nicht schon ausreichen würde, gibt es noch einen Editor, womit eigene Galaxien, Systeme und Planeten sowie Raumschiffe erschaffen werden können. Endless Sky hat dadurch viel Potential und ist meiner Meinung nach ein echter Tipp. Unbedingt ausprobieren und bei gefallen, dieses Spiel bei Steam Greenlight supporten. Den Download findet ihr auf github.

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PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

15 Kommentare

  1. Sehr cool, danke für den Tipp 🙂

  2. Der Tipp hört sich ja ganz interessant an. Wie ist die Bedienung denn so gehalten? Kann man vielleicht sogar aus der Ferne mit einem Kontroller steuern? Immerhin gab es ja damals auf den alten Konsolen auch ähnliche Spiele.

    Und ist das Spiel wie bei den Screenshots nur auf Englisch, oder gibt es auch noch andere Sprachen?

  3. Weltraummann says:

    Sehr schöner Artikel.
    Ich werds mir mal anschauen 🙂

  4. Hört sich gut an. Werde ich mir heute Abend mal anschauen. 🙂 Danke

  5. Hört sich sehr nach „Galaxy on Fire 2“ an.

  6. erinnert mich auch stark an Eve Online, deshalb schau ich’s mir auf jeden Fall mal an 🙂

  7. Oder Solar 2 für DOS 🙂

  8. @Michael Kontroller? Keine Ahnung. Nur Englisch aber würd mich nicht wundern, wenn es dank des Editors, auch in Deutsch mal gibt.

  9. Das Spiel ist klasse. Erinnert ein wenig an freelancer…

  10. Erinnert mich an Escape Velocity, das habe ich vor ~14 Jahren gesuchtet.

    Geil ^^

  11. Ledergerber says:

    Mich erinnert das an eine Mischung aus „Master of Orion 1“ und „Ascendancy“ an, beides zwei meiner Perlen, neben „Pizza Connection 1“ 😀

  12. Keine Win32bit-Version? 🙁

  13. Wieso schreibt du nichts über die prozessuale Natur des Games? Würde vielleicht vielen mehr Lust drauf machen wenn man wüsste dass alles on the fly generiert wird – deshalb ja auch die geringe Größe. Und jede der generierten Welt ist komplett einmalig.

  14. EDIT: UPS, hatte es verwechselt mit No Man’s Sky….

  15. Oh jeh, da hab ich mir was angefangen …Ein Spiel mit Suchtfaktor!!
    Die Möglichkeiten des Spiels sind schier unendlich!
    Aus den anfänglich paar Welten wurden (nach ein paar Nächten) schnell bildschirmfüllende Karten.
    Credits (die Währung) kann man sich über viele Wege verdienen. Ob durch Transport von Waren / Personen, Handel, Escortieren, Spezal- und Drogentransporte, Wissenschaftliche Missionen, … Auch durch Kapern fremder Schiffe und Waren.
    Bei der Bank kann man sich Credits gegen Zinsen leihen.
    Mit einem Kredit fängt auch alles an. Man kauft sich ein Shuttle und los gehts.
    Die Auswahl an erwerbbaren Raumschiffen und Ausstattungen ist auch enorm und bringt mit jedem neuen Sternensystem neue Möglichkeiten. Diverse Organisationen buhlen um die Gunst was dann wiederum neue Perspektiven eröffnet. Zum Erwerb großer Kriegsschiffe braucht man z.,B. eine Navi-Lizenz. Piraten kaufen spezielle Schiffe und Waffen… und können auch auf einigen Planeten landen die sonst nicht offen sind.
    Kreditzinsen und Personal der eigenen Schiffe sorgen für hohe laufende Kosten. Bei Millionenkrediten ist der Spaß dann schnell vorbei. Da ist die richtig Taktik vonnöten.
    Weil man bei Zerstörung des eigenen Raumschiffs (z.B, im Kampf mit Piraten) immer wieder ohne Verluste beim letzten Planeten starten kann hat man auch eine Chance höhere Niveaus zu erreichen. Gerade in den Aussenbereichen der Karten lernt man schnell dass man trotz stärkster Bewaffnung kaum eine Chance bei einem Piratenangriff hat. Oft wird man von mehreren Piratenschiffen gleichzeitig angegriffen. Begleitende Jäger sind da schon eine große Hilfe, kosten aber auch enorm viel in Anschaffung und Unterhalt.
    Mit Hilfs-Screenshots der Karten und markieren zu erledigender Ziele (auf dem zweiten Bildschirm) sowie führen von Listen mit wichtigen (weil interessanten) Shipyards / Outfitter / Jobs kommt man da gut weiter. Da fehlen dem Spiel meiner Meinung nach noch ein paar Funktionen.
    Ach wie schön war es da am Anfang, als man mit dem Shuttle noch unbekümmert durch die Galaxie reisen, und bei jedem Kauf einer neuen Karte wieder neue Planeten entdecken konnte…. Und was hab ich mich gefreut als ich meine erste Million beisammen hatte 😉
    hab das Spiel gerade mit allen erreichten Level von der Festplatte gelöscht. Sonst komme ich heute wieder nicht ins Bett….