E-Rezepte ab sofort per Gesundheitskarte in Apotheken in ganz Deutschland

Ab sofort können, so die Gematik, Patienten in ganz Deutschland ihr E-Rezept in Apotheken mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einlösen. Diese neue Möglichkeit wurde Anfang Juli eingeführt und nun sind die technischen Voraussetzungen in allen Softwaresystemen bundesweit vorhanden. Gesetzlich Versicherte haben jetzt drei Optionen, um ein E-Rezept einzulösen: die Gesundheitskarte, die E-Rezept-App oder einen Papierausdruck mit Rezeptcode. Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), ermutigt Arztpraxen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Im August wurden erstmalig mehr als 100.000 E-Rezepte wöchentlich in Apotheken eingelöst.

Hintergrund: Nachdem der Arzt ein E-Rezept ausgestellt hat, wird es im Datennetz des Gesundheitswesens gespeichert. Die Patienten haben nun verschiedene Möglichkeiten, das E-Rezept in der Apotheke ihrer Wahl einzulösen – entweder mittels elektronischer Gesundheitskarte, E-Rezept-App oder Ausdruck. Wenn die Gesundheitskarte zum Einlösen verwendet wird, müssen die Versicherten lediglich ihre Karte in ein Kartenlesegerät in der Apotheke stecken. Es ist kein Zettel, PIN oder ein anderer Nachweis erforderlich. Das eigentliche Rezept wird nicht auf der Gesundheitskarte gespeichert; die Karte dient lediglich als Schlüssel, um den Apotheken Zugriff auf die Rezepte des Versicherten zu ermöglichen. Die Apotheke, die der Versicherte aufsucht, kann somit sofort alle noch einlösbaren Rezepte einsehen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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12 Kommentare

  1. Das Einlösen geht ist prima. Am Ausstellen hängt es aber noch: wer kennt Ärzte oder Kliniken, die das bisher unterstützen? Außerdem hat man die Kinder vergessen: es ist bisher schlicht unmöglich, für die eigenen Kinder eine Patientenakte oder das eRezept zu beantragen. Tolle Digitalisierung ist das, nicht zu Ende gedacht!

    • Bei den Erstellern stimme ich dir zu, aber bei der TK zum Beispiel kann man in der App auch eine ePA für Kinder oder andere Familienmitglieder erstellen.

      • eRezept Entwickler Apotheke says:

        Natürlich kann der Arzt auch für deine Kinder eRezepte anlegen. Und du kannst in deiner gematik App mehrere Profile mit eigener eGK hinterlegen.

  2. Schön das die Sache endlich mal in Fahrt kommt. Viel wichtiger hätte ich allerdings die E-Überweisung gefunden. Ich muss regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen bei Fachärzten und ist es einfach super nervig, vorher jedes mal erst zum Hausarzt zu gehen, um eine Überweisung auf Papier abzuholen.

    • eRezept Entwickler Apotheke says:

      Das wird sicher auch kommen 🙂
      Die gematik baut grade mit KIM die digitale Kommunikation zwischen Leistungserbringer im Gesundheitswesen enorm aus.

    • Absolute Zustimmung. Den Mehrwert für Rezepte sehe ich nicht. Der Arzt muss es eh eintippen. Und danach fix den Rezept Zettel ausdrucken, sehe ich auch nicht als Problem. Aber diesen Unsinn, immer ein Rezept beim Hausarzt abzuholen um danach zum Facharzt zu gehen…der gehört überarbeitet. Hier würde Digitalisierung wirklich helfen.

  3. War bis jetzt dem e-Rezept gegenüber skeptisch – aber wenn es wie geschildert läuft, also meine Karte nur als Schlüssel fungiert um den Zugriff auf das Rezept für die Apotheke freizuschalten, eine gute Idee. Ein Zettel weniger auf den ich aufpassen muß. Vor allem muß ich mir keine weitere PIN merken … dafür bräuchte ich dann nämlich bald wieder Zettel … das nervt mich an elektronischen Verfahren nämlich echt: gefühlt tausende PINs oder Passworte die ich memorieren soll … dann lieber ein Stück Papier, das muß ich nur gut aufheben und mir nichts weiter merken.

    • Passwortmanager heißt das Zauberwort! Es ist wirklich einfach.
      Bitwarden wirklich schön und einfach. Wenn du lieber lokal unterwegs bist Keepass. Es gibt aber zig Alternativen die mindestens genauso gut sind.

      • Was hilft denn ein Passwortmanager, wenn Andreas die Karte beim Apotheker in ein Terminal steckt? Das wäre was für die App-Nutzung, die umständlich wie die Pest ist.

        • Klar, anders als mit der Karte würde ich es auch nicht machen.
          Es ging mir eher im allgemeinen um den Umgang mit den ganzen PINs und Passwörtern usw..

        • Hallo Frank, ja so möchte ich Digitalisierung gern: mit einer Karte die ich schon habe, ohne weiteres Gerät oder passwort oder gar 2FA. Macht mich beim Homebanking schon immer nervös zwei Geräte – HB am PC , zweiter Faktor ist Smartphone „im Blick“ zu haben – ich bin nun mal kein multitasker. Will mir mal diese FIDO-Schlüsseltechnologie ansehen, wo ich ein Stück hardware hab das mich dann authentifiziert wo ich mir aber nix merhken muß außer vielleicht meinen Finger draufzulegen … dann mache ich gern auch alles digital. Bis dahin ist der physische zettel für mich oft einfacher weil jahrzehntelang gewohnt. Darum habe ich ja auch kein Smartlock – s. einen alten Beitrag von mir in diesem Blog: ich bin von Kind an gewohnt auf einen mechanischen Schlüssel aufzupassen, ggf. an Kette um den Hals – aber mit passworten und 2 FA oder anderen digitalen Ident-Verfahren umzugehen fordert mir viel Konzentration ab. Der würde ich gern ausweichen.

  4. Was mich noch mehr nervt ist, dass wir seit Jahren den ePerso haben aber immer noch mit zig verschiedene Kärtchen rumhantieren müssen. Warum nicht einfach den ePerso in den Kartenleser der Apotheke stecken, ich werde erkannt als Kunde der Krankenkasse X und Hausarzt Y und bekomme mein Rezept. Aber warum einfach wenn es auch kompliziert geht? Seit 30 Jahren verspricht man uns weniger Bürokratie und selbst im Zuge der Digitalisierung werden Dinge immer mehr verkompliziert.

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