Dreame D9: Saugroboter des Xiaomi-Ökosystems mit Laser-Navigation im Test

Dreame ist zurück: Ich hatte bereits einen Saugroboter des Unternehmens getestet, den F9. Da handelt es sich um ein Modell mit optischem Sensor, welches im Ökosystem von Xiaomi unterwegs ist. Mit dem Dreame D9 erscheint ein weiteres Modell in Deutschland. Dieses Mal ist sogar Laser-Navigation (LDS-Lidar 3.0 mit SLAM-Algorithmus) an Bord. Im Test habe ich mir den verhältnismäßig günstigen Robo einmal angesehen.

Erstaunlich: Trotz des Preises von nur ca. 290 Euro bietet der Dreame D9 Laser-Navigation und soll mit 3.000 pa auf Tour gehen. Dabei setzt man als Begleit-App auf Xiaomi Mi Home, was diejenigen von euch als praktisch empfinden dürften, die eh in diesem Ökosystem unterwegs sind. Unten könnt ihr euch gerne die weiteren, technischen Eckdaten zu Gemüte führen.

Technische Daten Dreame D9

  • Saugroboter
  • Saugkraft: 3.000 pa / 40 Watt
  • Navigation: LDS-Lidar 3.0 mit SLAM-Algorithmus
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • Akkulaufzeit: bis zu 150 Minuten
  • Kapazität des Staubbehälters 570 ml
  • Kapazität des Wassertanks: 270 ml
  • Funktionen: Kartenerstellung, Zeitpläne, automatische Rückkehr zur Ladestation, virtuelle No-Go-Areale, Saugkraft in vier Stufen regelbar, Zonenreinigung, Raumaufteilung und -reinigung, Teppicherkennung, Wasserabgabe fürs Wischen regelbar, Verknüpfung mit Amazon Alexa möglich, Integration in die App Xiaomi Mi Home
  • Maße / Gewicht: 350 x 350 x 96,8 mm / 3,8 kg
  • Lieferumfang: Saugroboter, Seitenbürste, Wischtuch, HEPA-Filter, Ladestation, Ladekabel,
  • Preis: ca. 290 Euro

Der Dreame D9 ist also nicht nur ein Saugroboter, er kann auch Wischen. Außerdem habt ihr über die App von Xiaomi nicht nur die Chance Firmware-Updates durchzuführen oder die Sprache zu ändern, sondern könnt beispielsweise auch virtuelle No-Go-Areale definieren, die Sprachsteuerung per Amazon Alexa aktivieren oder eine Zonenreinigung beauftragen.

Ausstattung und Verarbeitung

Direkt ein kleiner Kritikpunkt: Im Lieferumfang sind jeweils nur eine einzige Seitenbürste, ein HEPA-Filter und ein Wischtuch enthalten – kein Ersatz. Hinweisen möchte ich auch, dass mir Dreame für den Vorabtest die NA-Version (= für Nordamerika) des Dreame D9 geschickt hat. Ich konnte den Saugroboter aber dennoch einwandfrei in der App Mi Home koppeln und auch mit deutscher Sprachausgabe verwenden. Allerdings musste ich für den Netzstecker einen Adapter verwenden. Alternativ hätte sich auch das abziehbare Kabel tauschen lassen

Echtes Lob verdienen Design und Verarbeitung: Der Dreame D9 wirkt recht schlicht. Lediglich der rote Innenbereich des Laserturms sticht hervor. Die Verarbeitung passt ebenfalls, auch wenn an der Oberseite leider Hochglanz-Plastik statt matten Materials verwendet wird. Hier wirkt aber nichts klapprig oder billig – was man vielleicht angesichts des verhältnismäßig günstigen Preises für ein Modell mit Laser-Navigation vermuten könnte.

Auch die Verknüpfung mit der Xiaomi-App klappte auf den ersten Anlauf sofort. Was mir im Übrigen auch gut gefällt, ist die kompakte Ladestation, die sich sehr gut unterbringen lässt. Minuspunkt: Es ist keine Plastikmatte vorhanden, auf welcher der D9 nach dem Wischen parken könnte, ohne dass der Fußboden weiter befeuchtet würde. Der Speaker des Dreame D9 ist übrigens von besserer Qualität als beim F9 und sehr gut verständlich.

An der Oberseite des Roboter-Staubsaugers findet ihr drei Buttons: einen für die Rückkehr zur Ladestation, einen zum Starten / Stoppen von Saugvorgängen durch kurzes Drücken bzw. zum An- / Ausschalten durch längeres Drücken und einen dritten, der die Zonenreinigung aktiviert. Innen ist dann noch neben dem Staubbehälter ein kleines Reinigungswerkzeug zu finden. Außerdem signalisiert hier eine LED, ob der Saugroboter zum Wi-Fi-Netzwerk verbunden wurde.

Praxistest

Der Dreame D9 reinigt dank Laser-Navigation deutlich flotter und merklich intelligenter als sein kleiner Bruder, der F9. Spannenderweise ist er, wie z. B. auch die Modelle von Yeedi, recht kollisionsfreudig. Er rauscht also mit mehr Wucht auch mal zum Austesten der Grenzen an einen Türrahmen oder ein Möbelstück. Das nimmt keine gefährlichen Dimensionen an, sei aber dennoch erwähnt. Die Saugroboter von zum Beispiel 360 (hier etwa mein Test des S6 Pro) oder Roborock (hier Caschys Test des S6 MaxV) sind da jedenfalls vorsichtiger.

Auch verfing sich der Dreame D9 als erster der von mir getesteten Saugroboter in meinem Badezimmerteppich. Zumindest behauptete der Sauger in einer Benachrichtigung kleinlaut, dass ein Fremdkörper in die Bürste geraten sei. Am Ende half ein Anheben und Absetzen an derselben Stelle bereits – etwas befremdlich. Anschließend saugte der kleine Helfer quasi mit einem Schulterzucken einfach auf dem Teppich weiter.

Das Tempo und die Gründlichkeit des Dreame D9 sind ansonsten durchaus beachtlich. Ob der Sauger aber wirklich auf die beworbenen 3.000 pa kommt? Nach meinem Eindruck liegt die Saugleistung hier jedenfalls nach meinem Eindruck auch nicht höher als z. B. beim 360 S6 Pro / S9, der formal nur mit 2.200 pa hantieren darf. Zumindest rate ich dazu, diesen Wert mit Vorsicht zu genießen. Angenehm ist übrigens die Sauglautstärke geraten. Auf der maximalen Stufe ist der Dreame D9 jedenfalls etwas leiser als die zuvor genannten Konkurrenzmodelle. Die angegebene Akkulaufzeit von 150 Minuten kann aber nur im Eco-Modus erreicht werden. Abseits dessen sind je nach Modus also eher 90 Minuten bis zwei Stunden realistisch.

Ganz so smart wie manche Rivalen ist der Dreame D9 aber nicht: Etwa geben die 360 S6 Pro und S9 ja Hinweise, sollten sie sich in bestimmten Bereichen mehrmals verfangen haben. Dann schlägt die App von 360 vor, dort doch eine No-Go-Zone zu errichten. Das bot mir der Dreame D9 nicht an. Was aber möglich ist, das ist das getrennte Definieren von No-Go-Arealen für Wischen und Saugen.

Die Wischfunktion kann man übrigens wieder einmal der Kategorie „Na, ja“ zuordnen. Im Wesentlichen zieht der Saugroboter eben einen nassen Lappen mit. Da der notwendige Druck fehlt, lassen sich damit allerhöchstens sehr leichte Verschmutzungen entfernen.

Fazit

Der Dreame D9 ist zu seinem Preis ein echt starkes Produkt. Dank Laser-Navigation saugt er gründlich und flott. Auch die Anbindung an die App von Xiaomi, Mi Home, werden sicherlich viele potenzielle Käufer begrüßen. Im Bezug auf die Verarbeitung passt alles. Da fällt sogar die sehr kompakte Ladestation positiv auf. Kritik kann man jedoch daran üben, dass keine Ersatzbürsten, -Filter oder Wischtücher beiliegen. Außerdem tastet sich dieser Saugroboter nicht allzu zimperlich an Hindernisse heran.

Das Gesamtpaket wirkt aber recht aggressiv: Regulär kostet der Dreame D9 über den eBay-Shop des Herstellers 289,99 Euro. Im Zeitraum vom 27. November bis 1. Dezember 2020 werden über den Code „POWERFRIDAY20“ 20 Euro bei der Bestellung abgezogen, sodass man auf 269,99 Euro kommt. Meiner Meinung nach ist das tatsächlich ein sehr fairer Preis für das hier Gebotene. Lediglich zur Langlebigkeit des Saugroboters kann ich natürlich nicht viel sagen, da ich ihn nicht über mehrere Monate im Einsatz hatte.

Nachdem der F9 also ein solides Einstiegsmodell gewesen ist, stößt Dreame nun mit dem D9 in deutlich spannender Regionen vor. Dieser Saugroboter hat mich in Design und Leistung positiv überrascht. Ich bin gespannt, womit Dreame nun noch weiterhin nachlegen wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Frederic Klein says:

    Interessant wäre der Vergleich mit dem auch aus dem Hause Xiaomi angebotene Xiaomi Mijia STYJ02YM Saug- und Wischroboter.

  2. Unter wie vielen Namen werden eigentlich wie viele verdammt ähnliche Saugroboter angeboten? Das Gerät hier sieht im Grunde 1:1 aus wie ein Roborock S5/6/etc selbst die Maße und Leistungsdaten sind bei all diesen Geräten so gleich, dass man im Grunde alleine nach Preis und Verfügbarkeit einkaufen kann

  3. Passen die Ersatzteile wie Bürste und Filter vom f9??

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