Dreame F9: Saugroboter aus dem Xiaomi-Ökosystem im Test

Erst kürzlich habe ich von Dreame den Akku-Staubsauger V11 getestet. Der Hersteller hat fürs Blog auch ein Sample des Saugroboters F9 zur Verfügung gestellt. Dieser Helfer für das Smart Home soll mit 2.500 pa Saugleistung aushelfen und kann auch wischen.

Allerdings müsst ihr auf einen Laser-Sensor verzichten, der Dreame behilft sich mit optischer Technologie. Dadurch kann er dennoch Karten anfertigen und sich bereits gereinigte Zimmerbereiche merken. Unten erblickt ihr die wichtigste, technischen Eckdaten.

Technische Daten Dreame F9

  • Navigationsprinzip: vSLAM / mit optischem Sensor
  • Wischfunktion
  • Saugleistung: 2.500 pa
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • Laufzeit: ca. 150 Minuten
  • Kapazität des Staubbehälters: 600 ml
  • Kapazität des Wasserbehälters: 200 ml
  • Maße / Gewicht: 350 x 350  x 80 mm / 1,5 kg
  • Funktionen: Raumkarten, virtuelle Barrieren, Reinigung einzelner Räume / Bereiche, vier Saug- und drei Wischstärken, Zeitpläne erstellbar,
  • Preis: 249 Euro

Der Dreame F9 kann zudem Hindernisse von bis zu 20 mm Höhe überqueren – in meinem Test polterte er dann auch stolz den Absatz von Flur zu Wohnzimmer herunter, welchen er anschließend natürlich nicht wieder erklimmen konnte. Mit Infrarotsensoren achtet er dennoch darauf an höheren Türschwellen oder gar Treppen nicht hinunterzupurzeln. Da der Sauger auf Laser-Navigation verzichtet, kann er zwar nicht so präzise reinigen, spart aber in der Höhe den „Turm“ ein, der entsprechende Modelle sonst an der Oberseite ziert. Dadurch kommt dann auch die verhältnismäßig geringe Höhe von nur 80 mm zustande.

Karten erstellen und speichern kann der F9 im Gegensatz zu manch „dummem“ Sauger dennoch, weil er quasi mit einer kleinen Weitwinkel-Kamera arbeitet. Deswegen können in der offiziellen App laut Dreame auch virtuelle Wände festgelegt werden (dazu später allerdings ein wichtiger Hinweis) oder der Sauger beim Reinigen in einen bestimmten Raum abkommandiert werden.

Ausstattung und Verarbeitung

Für die Verwendung der smarten Funktionen benötigt ihr übrigens keine eigene App von Dreame, sondern Xiaomis Home-App. Praktisch für diejenigen, welche ohnehin über andere Smart-Home-Produkte des Herstellers verfügen. Ich konnte den Dreame F9 allerdings nur hinzufügen, wenn ich mich über die China-Server verbunden habe. Das mag daran liegen, dass ich den Haushaltshelfer vor dem offiziellen Veröffentlichungsdatum getestet habe. Deutsche Sprachansagen beherrschte der Saugroboter dennoch bereits. Dazu sei aber angemerkt, dass der interne Speaker des Lautsprechers bei mir bei Ansagen leicht rauschte.

Öffnet man den Deckel des F9, dann kann man den Staubbehälter sehen bzw. leicht entnehmen. Vorbildlich ist, dass das kleine Reinigungswerkzeug hier auch untergebracht ist, sodass man es nicht so leicht verlegen kann. Im geschlossenen Zustand erblickt ihr an der Oberseite den optischen Sensor sowie zwei Buttons. Der erste startet den Reinigungsvorgang bzw. pausiert ihn, der zweite lässt den Robo zur Ladestation zurücksausen. Versteckt sich der F9 übrigens irgendwo unter dem Bett oder dem Sofa, erfüllt der Lautsprecher eine praktische Zusatzfunktion: Ihr könnt ihn über die App Laut geben lassen.

Fancy Extras wie eine Glasoberseite bringt der Dreame F9 nicht mit und das Hochglanzplastik zeigt rasch Fingerabdrücke und anderen Schmutz. Ansonsten ist das Design vor allem eines: unauffällig. An der Unterseite prangt dann auch prominenter als Dreames Markenname der Verweis auf das Xiaomi-Ökosystem.

Im Lieferumfang des Dreame F9 sind neben dem Saugroboter an sich noch ein optional anbringbarer Wassertank, eine Ladestation, ein Netzteil, ein Reinigungs-Tool, und ein Mopp enthalten. Seitenbürste und HEPA-Filter sind natürlich auch dabei. Zu bemängeln ist, dass keine kleine Plastikmatte für die Ladestation beiliegt – das handhaben andere Hersteller so, wenn ihre Saugroboter auch wischen können und das Nachtröpfeln zu erwarten ist.

Praxistest

Die Saugleistung des Dreame F9 lässt sich in vier Stufen verstellen: Schwach, Mittel, Stark und Turbo. Die letzten beiden Stufe sollen laut App für Teppiche bzw. Langflor-Teppiche geeignet sein. Ich habe sie trotzdem natürlich auch für den Dielenboden in meiner Altbauwohnung genutzt, da etwas mehr Zug bekanntermaßen nicht schadet. Erwähnen möchte ich allerdings, dass die Lautstärken der beiden höheren Stufen vom Gefühl her deutlich über der meines 360 S6 im Maximalmodus liegen.

Das liegt in erster Linie daran, dass der Deame F9 beim Saugen ein sehr hochfrequentes Pfeifen erzeugt, das locker auch Zimmertüren durchdringt. Es ist auch in den niedrigeren Betriebsmodi hörbar, dann allerdings weniger penetrant. Dennoch kann ich die als gering beworbene Lautstärke des Saugroboters deswegen nicht bestätigen. Wobei es eben nicht nur die reine Lautstärke an sich ist, sondern vielmehr das hochfrequente Geräusch, das stört.

Obwohl der Dreame F9 mit einer Seitenbürste an der rechten Seite auskommt, liefert er sehr starke Saugergebnisse. Er ist also zwar ein Krachmacher, immerhin ist damit aber auch viel Saugleistung verbunden. Und auch die Navigation funktioniert trotz Verzichts auf einen Laser-Sensor besser als erwartet. So ist die Zeit, welche der F9 etwa für mein Wohnzimmer benötigt, vergleichbar mit dem 360 S6.

Manche Hindernisse umfährt der F9 sogar deutlich schlauer. So steht im Raum ein Ledersessel mit einem Holzständer, dessen Füße der 360 S6 stets beim Überqueren besteigt, um dann daran hin und her zu röhren, bis er kapiert, dass er sie nicht überqueren kann. Auch der Dreame F9 erlag diesem Irrtum befreite sich aber deutlich schneller von dem Irrglauben, um den Saugvorgang fortzusetzen.

In einer Ecke des Raumes liegen ein loses Strom- und Lampenkabel – jedes Mal spannend, was der 360 S6 damit anstellt. So beobachtete ich auch hier den F9 genauer. Der Roboter-Staubsauger blieb zunächst hängen und ich wartete nur darauf zur Hilfe gerufen zu werden. Auch hier befreite er sich durch vorsichtiges vor- und zurücksetzen jedoch von alleine.

Generell sind die Saugergebnisse nicht zu beanstanden, auch wenn man in Ecken und an Wandrändern natürlich mit dem Handstaubsauger nachhelfen muss. Was die Mopp-Funktion betrifft: Caschy profitiert davon ja, da er in seinem Haus großflächige Kachelböden damit reinigen kann. Für mich blieb da nur die Reinigung des Linoleums in der Küche sowie die Kacheln in meinem sehr kleinen Badezimmer. In der Küche wäre das automatische Feudeln eine feine Sache, da beim Kochen eben doch mal Öl und Co. zu Boden gehen.

Allerdings fehlt auch dem Dreame F9 hier der notwendige Druck, um z. B. einen klebrigen Tropfen Ahornsirup zu reinigen. Insofern bewerte ich für mich persönlich die Mopp-Funktion als Spielerei, die nur eine sehr grobe Reinigung mit sich bringt, die alleine nicht ausreicht. Immerhin: Es ist möglich zwischen drei verschiedenen Stufen zu wählen, in denen jeweils etwas mehr oder eben weniger Wasser abgegeben wird. Leider war die Funktion für virtuelle Wände während des Testzeitraums noch als experimentell deklariert. Virtuelle Barrieren errichten, die Karten intelligent optimieren und speichern, kann also eventuell noch fehleranfällig sein. Ich hatte damit keine Probleme, lebe jedoch auch in einer Wohnung von überschaubarer Größe.

Die Laufzeit des Dreame F9 ist wirklich gut, auch wenn die Angabe von 150 Minuten wieder einmal eher Bauernfängerei seins, denn damit ist die niedrigste Saugstufe gemeint, deren Verwendung ich nicht anraten würde. Auf der maximalen Stufe könnt ihr die Angabe mindestens halbieren, so meine Erfahrung. Es kommt aber natürlich auch darauf an, wie eure Räume so aufgebaut sind, also was der Sauger umfahren muss. Smarte Modi, welche die Saugleistung je nach Oberfläche automatisch reduzieren oder ankurbeln gibt es nicht.

Fazit

Der Dreame F9 ist ein Saugroboter, der sehr gute Saugergebnisse liefert und auch bei der Navigation dank seines optischen Sensors nicht auf den Kopf gefallen ist. Die Mopp-Funktion bleibt in meinen Augen wegen des fehlenden Drucks eine Spielerei. Als Minuspunkt muss ich das hochfrequente und laute Pfeifen bewerten, das im Betrieb besonders auf den höheren Saugstärken an den Nerven zehrt. Dafür ist der Dreame F9 ins Smart-Home-Ökosystem von Xiaomi eingebunden, spricht über seinen Lautsprecher deutsch und kann Karten erstellen. No-Go-Areale zu definieren, ist aber noch als experimentelle Funktion deklariert.

Die Verarbeitung gefällt mir ebenfalls sehr gut, denn der Staubbehälter ist leicht entnehmbar und das Design des Robos neutral und unauffällig. Auch der Preis von 249 Euro wirkt für das Gebotene fair, allerdings hat Anker mit seinen eufy-Modellen hier natürlich auch viele Alternativen im Programm, je nachdem welche Funktionen für euch am wichtigsten sind. Aufgrund der Navigation und der sehr guten Saugleistung kann man den Dreame F9 durchaus empfehlen – wenn ihr nicht zu empfindlich auf das hochfrequente Pfeifen reagiert.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Hab den S1, aber bei den Raumkarten in der App: Lassen sich bei euch auch nur 5 Räume in der Map benennen und dann folgt eine Fehlermeldung? Bei mir ist da nämlich leider Schluss. Blöd bei mehr Räumen und Etagen.

  2. Wie läuft das mit mehreren Etagen? Lassen sich Karten für mehrere Etagen abspeichern, oder wird beim Etagenwechsel immer die Karte neu erzeugt?

  3. Ist bekannt ab wann das Teil in Deutschland erhältlich ist? Der UVP vom Hersteller ist sehr interessant – ich nutze derzeit einen Roborock S5, aber eigentlich ist der schon zu übertrieben für meine Ansprüche – da wäre der Dreame F9 eine perfekte Ergänzung fürs andere Stockwerk.

  4. Hmm, wenn man die Beschreibung liest, dann könnte es sich um eine Variante (oder sogar baugleiches Modell) des Xiaomi Mijia 1C handeln, den es bei ebay mal immer um die 200.- Euro gibt und den ich auch besitze.

    • Das war auch mein erster Gedanke. Vermutlich ist das nur ein Rebranding mit geringen Modifikationen (wie die Knöpfe). Hab den Mijia 1C auch seit ein paar Wochen

  5. Da der Kleine derzeit bei Rakuten für 169 Euro zu haben ist, hab ich ihn spontan bestellt. Für den Preis kann man sicher nichts falsch machen. Ab heute Abend teste ich dann auch mal…
    Optisch würde ich behaupten, die Ersatzteile wie HEPA-Filter und so der anderen Xiaomi-Geräte dürften auch passen?!
    Gruß von der gegenüberliegenden Seite der Weser 😉

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