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360 S6 Pro: Der Doppelgänger des S9 im Kurztest

Es ist gar nicht so lange her: Mitte Oktober 2020 habe ich den 360 S9 getestet. Da ich selbst über Jahre den 360 S6 privat genutzt habe, war das neuere Modell in Sachen Bedienung und App für mich naheliegend. Und auch der S9 konnte mich überzeugen. Nun ist es mit den Modellen bei 360 so eine Sache. Es gibt da ja auch noch den S7, welchen Caschy sich bereits zur Brust nahm. Ich habe mir nun einmal den 360 S6 Pro genauer angeschaut.

Der 360 S6 Pro hat mich auch interessiert, weil er auf den ersten Blick technisch komplett identisch zum S9 zu sein scheint. Das Datenblatt ist nämlich 1:1 das gleiche. Wer ein wenig nachforscht, stößt dann auch schnell im Netz auf Fragezeichen bei den Kaufinteressenten: Zu welchem Modell sollte man denn nun greifen? Also habe ich aus erster Hand einmal genauer hingeschaut und nach versteckten Unterschieden gesucht.

Technische Daten des 360 S6 Pro

  • Navigation: Ultraschallsensor LDS Lidar
  • Saugstärke: 2.200 pa
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • Laufzeit: ca. 180 Min.
  • Ladezeit: ca. 4 Stunden
  • Steighöhe: ca. 2 cm
  • Kapazität des Staubbehälters: 420 ml
  • Kapazität des Wasserbehälters: 200 ml
  • Lautstärke: ca. 55 db (Silent-Modus)
  • Features: Zeitplanung, virtuelle No-Go-Areale, Etagenerkennung, Kartenerstellung, Teppicherkennung, Ecken- und Fleckenreinigung.
  • Lieferumfang: Saugroboter, Ladestation, Netzteil, Fernbedienung, zwei Seitenbürsten, Mopp-Halterung, zwei Wischtücher, Reinigungswerkzeug, Universalstecker, Anleitung
  • Farbe: Weiß
  • Maße / Gewicht: 350 x 350 x 100 mm / 3,9 kg
  • Preis: ca. 399 Euro

Der 360 S6 Pro ist vor dem S9 auf den Markt gekommen und etwas teurer gestartet. Wie ihr seht, sind die Specs aber dennoch identisch. Manchmal muss das aber nicht zwangsläufig das gesamte Bild wiedergeben. Schließlich kann es in Sachen Verarbeitung Unterschiede geben. Auch Bugs, die möglicherweise nur das eine Modell betreffen, sind denkbar. Klar, und im Alltag könnten auch die Saugergebnisse variieren. Sehen wir uns doch mal an, ob das der Fall ist.

Ausstattung und Verarbeitung

Nun gut, stellt man den 360 S6 Pro und den S9 nebeneinander, dann gleichen sich die Saugroboter wie ein Ei dem anderen. Das geht so weit, dass ich fest davon überzeugt bin, niemand könnte hier einen Unterschied erkennen. Dies gilt nicht nur für den Roboter an sich, sondern auch für die Ladestation. Entsprechend kann ich hier auch auf den gleichen Mangel hinweisen: Die Plastikoberseite des S6 Pro verschmutzt relativ schnell. Da lernt man Konkurrenzmodelle mit gehärtetem Glas schätzen.

Ihr seht nicht doppelt: 360 S6 Pro und S9 sind optisch absolut identisch

Staub- und Wasserbehälter sind integriert und lassen sich nach Aufklappen des Deckels entnehmen. Nur der Mopp-Aufsatz muss zum Wischen separat befestigt werden. Die Kapazität der Behälter ist mit je 420 bzw. 200 ml allerdings knapp kalkuliert. An der Oberseite finden sich zwei Buttons. Einer schickt den Sauger zurück zur Ladestation, der andere pausiert oder startet den Reinigungsvorgang. Sie können beide in blauer Farbe leuchten. Aufgeklappt seht ihr zudem noch die Wi-Fi-LED, welche den Verbindungsstatus signalisiert.

Selbst die Qualität des Lautsprechers ist zum S9 identisch und ein Rückschritt gegenüber dem S6. Die Stimme klingt eher blechern. Im Lieferumfang entdeckt ihr neben dem 360 S6 Pro auch eine Ladestation mit entsprechendem Netzstecker, eine Ersatz-Seitenbürste, ein zweites Wischtuch und eine Fernbedienung mit Batterien (Knopfzellen). Auch eine Bedienungsanleitung ist mit im Gepäck.

Der Praxistest

Wäre ich etwas fauler, könnte ich hier „siehe mein Review des 360 S9“ schreiben und den Praxistest abhaken. Tatsächlich war das wohl der langweiligste Test eines Gadgets, den ich je hinter mich gebracht habe. Denn nun kann ich sagen, dass der 360 S6 Pro sich in allen Belangen so verhält wie der S9. Selbst die Betriebslautstärke und die sonore Stimme des kritikwürdigen Lautsprechers sind identisch. Meine Suche nach Unterschieden oder auch nur kleineren Abweichungen stellte sich demnach als ergebnislos heraus.

Das ist öde für mich selbst, aber an sich etwas Positives. Denn der 360 S9 ist ein sehr guter Saugroboter. Und das trifft gleichermaßen auf den 360 S6 Pro zu. Da nutze ich also diesen Abschnitt, um einige Ergänzungen vorzunehmen. So bringen 360 S6 Pro / S9 auch einen Teppichmodus mit. Der sorgt dafür, dass der Saugroboter bei Erkennung eines Teppichs automatisch auf den maximalen Modus schaltet. Er kann den Rest eurer Bude dann aber mit weniger Saugkraft abgrasen.

Außerdem könnt ihr innerhalb der App nicht nur allgemeine No-Go-Zonen festlegen, sondern auch solche, die nur beim Wischen gelten. Vielleicht hilft auch das dem ein oder anderen Nutzer weiter. Wenn ihr wollt, könnt ihr zudem den sogenannten „Kollisionsschutz“, der als Standard angeschaltet ist, deaktivieren. Das heißt nicht, dass der 360 S6 Pro / S9 dann mit Karacho gegen alle Möbel donnert. Er fährt dann aber näher heran und geht unter Umständen auch vorsichtig auf Tuchfühlung. Ob ihr das Feature an- oder ausknipst, hängt also auch ein wenig von eurem Mobiliar ab.

Mir gefällt die Begleit-App von 360 gut. Ihr könnt dort etwa auch die Lautstärke des Speakers ändern, die Wassermenge für das Wischen regulieren, Updates vornehmen und natürlich auch die bereits im Test des 360 S9 vorgestellten Features nutzen – etwa die Etagenreinigung oder die Raumaufteilung. Um die App zu nutzen, benötigt ihr ein Konto beim chinesischen Anbieter. Zwar lässt sich der Saugroboter provisorisch auch ohne die App nutzen, dann ist er aber ziemlich dumm. Über die Remote könnt ihr ihn dann zum Laden abkommandieren, ihn orten und die Saugkraft anpassen – das war es im Grunde.

Für weitere Eindrücke, folgt nun doch der Verweis: Schaut gerne in meinen Test des 360 S9, denn alles dort geschilderte ist 1:1 auf den S6 Pro übertragbar. Kurz zusammengefasst liefert der 360 S6 Pro exzellente Saugergebnisse, navigiert zuverlässig und gibt sogar clevere Hinweise. Bleibt er etwa in einem Areal mehrfach hängen, fragt er nach dem Reinigungsvorgang reumütig, ob er dort eine virtuelle Sperrzone errichten soll.

Fazit

Ich wollte es selbst nicht glauben, aber 360 S6 Pro und 360 S9 sind 1:1 identisch. Zumindest wollten mir im Test, sieht man von den Modellbezeichnungen ab, partout keinerlei Unterschiede ins Auge springen. Letzten Endes ist das also eine seltsame Strategie des Herstellers – ein identischer Saugroboter, der im Grunde unter unterschiedlichen Namen unterwegs ist. Für euch heißt das: Solltet ihr Interesse am 360 S6 Pro / S9 haben, dann greift zu dem Modell, das gerade günstiger zu haben ist.

Unser Testmuster stammte dabei von GearBest, wo es den 360 S6 Pro aktuell für 313,65 Euro (Farbe Weiß) gibt. Der Versand erfolgt aus Polen, sodass keine Zollgebühren oder Einfuhrumsatzsteuern anfallen. Vergleicht aber natürlich die Preise – insbesondere auch zum baugleichen S9. Der von Caschy getestete S7 wechselt momentan für rund 260 Euro den Besitzer.

Letzten Endes kann ich also haargenau die gleiche Aussage zum S6 Pro treffen, die ich schon über den S9 getätigt habe: App, Saugergebnisse und Verarbeitung passen hier. Nur die Wischfunktion ist wohl mehr aus Marketinggründen mit von der Partie. Allerdings überzeugte jene mich bisher bei keinem von mir getesteten Saugroboter. 360 hat bei den S6 Pro und S9 auch einige Mängel des S7 behoben, denn die App und der Roboter sprechen Deutsch und es lassen sich mehrere Karten (Zimmer, Etagen) speichern und unterteilen („Mehrschichtsteuerung“).

Ja, eine Glasoberfläche für die Oberseite wäre mir immer noch willkommen. Doch der 360 S6 Pro ist zu seinem Preis ein sehr starker Roboter-Staubsauger, der es auch mit Roborock und Konsorten aufnehmen kann. Warum man diesen Saugroboter allerdings als doppeltes Lottchen auf den Markt gebracht hat, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Danke für den Test. Schreibt man Cashy nicht ohne „c“?

  2. Habe seit Jahren nun schon den S6 und ihn mehreren Freunden weiterempfohlen. Absolut Hammer! Obwohl die Preise der Konkurrenz mittlerweile auch gefallen sind, ist das Ding was Preis-Leistung betrifft immernoch unfassbar gut.

  3. Haben auch den S6 und super zufrieden. Wo bekommt ihr eure Ersatzteile her?

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