Staubsaugerroboter 360 S7 im Test

Ein neuer Staubsaugerroboter musste sich bei mir für einen Test durch allerlei Dreck wühlen. Es handelt sich dabei um den neuen 360 S7. Dieser kann nicht nur saugen, sondern auch eure Wohnung wischen. Da wir im Haushalt größtenteils Fliesen haben, haben wir uns auf diese Art von Staubsaugerrobotern eingeschossen, es ist ein wirklicher Mehrwert gegenüber dem normalen Saugvorgang. Wer sich ein bisschen mit den ganzen Lösungen auseinandersetzt, der wird oft verwirrt, denn die Preise gehen weit auseinander, auch wenn die technischen Leistungseckdaten dies nicht tun. Ich selber bin jemand, der logischerweise nicht auf jedes neue Modell aufspringen muss, für mich muss Preis und Leistung stimmen – und das findet man oft auch bei Geräten, die schon einen Nachfolger haben – zu nennen sei hier beispielsweise der Roborock S50, den ich immer noch für ein sehr gutes Gerät halte. Doch um den soll es nicht gehen, sondern um den 360 S7.

Im Lieferumfang des 360 S7:

  • Staubsaugerroboter
  • Basis
  • Netzkabel und Netzteil
  • Wassertank
  • Wischtuch
  • Bedienungsanleitung (nicht Deutsch, aber Englisch)

Schade: Zwar hat man eine kleine Bürste, um das Schmutzfach oder so zu reinigen, mehr ist aber nicht drin. Keine zusätzliche Seitenbürste, kein zweiter Filter, kein weiteres Wischtuch. Das ist etwas lahm.

Technische Daten des 360 S7:

  • 2.000 pa Saugkraft
  • LDS-System
  • Dreistufige Saugkraft, zwischen 50 und 65 db (Leiser Modus 800 pa, automatisch 1.300 pa und 2.000 pa bei Maximalleistung)
  • 3.200 mAh Akku, ca. 3,5 h bis zur vollen Aufladung, bis 2 h Betriebsleistung (50 Minuten bei max.)
  • 150 ml Wassertank
  • 570 ml Staubfach mit HEPA-Filter
  • 3,8 Kilo Gewicht
  • Größe: 35 x 35 x 10 cm

Rein optisch sieht der 360 S7 aus wie viele neue Staubsaugerroboter dieser Tage, das Gerät selbst ist wertig verarbeitet, die Bürsten und der Schmutzbehälter lassen sich leicht entfernen. Rein technisch setzt der 360 S7 auf LDS Lidar & SLAM – also auf einen Laserdistanzsensor & Simultaneous Localization and Mapping. Initial fährt der Staubsaugerroboter eure Wohnung ab und erstellt auf dieser Basis eine Karte.

Überraschend: Ich habe keine großen Anforderungen an die App gehabt, wurde dann aber tatsächlich positiv überrascht. Die Karte ist nicht überraschend sehr genau, allerdings wurden mir direkt automatisch Räume vorgeschlagen, was interessant ist, wenn man nur bestimmte Räume saugen oder wischen möchte. Ebenso nett, aber auch zeitgemäß: virtuelle Mauern für Bereiche, die der Roboter nicht befahren soll.

Schade: Die App erstellt zwar unterschiedliche Karten, allerdings ist ein Einsatz auf mehreren Etagen ohne weiteres nicht möglich: Ohne Base reinigt der 360 S7 zwar ganz normal auf weiteren Ebenen, speichert die erstellte Karte aber nicht, obwohl es sicherlich ein leichtes wäre, die Karte zu übernehmen und dann bei einem erneuten Vorgang dem Roboter zu sagen: „Du bist auf der Ebene, orientiere dich bitte“. Vielleicht kommt da ja mal ein Update. Dinge wie das Einsehen des Roboter-Status und die Möglichkeit des zeitbasierten Fahrens erwähne ich mal nicht, denn bei Geräten dieser Art ist so etwas Standard.

Alles in allem ist die englischsprachige App für mich selbsterklärend, wenn man sich 5-10 Minuten mit ihr beschäftigt hat. Neben der App ist auch die Sprachausgabe des Roboters in englischer Sprache, ein deutsches Sprachpaket konnte ich bisher nicht erspähen. Erwähnenswert: Man benötigt ein Konto beim Anbieter, das Anlegen kann über die Rufnummer oder Mail erfolgen, ansonsten wäre der 360 S7 nur über den Button zu bedienen, was jegliches Smarte aushebelt. Immerhin: Der chinesische Hersteller gibt an, die Daten seiner EU-Nutzer in Frankfurt zu speichern. Dennoch werden halt Daten erhoben.

Das Reinigen: Ich habe wie immer mit Gewürzen gespielt und diese im Reinigungsbereich Flur, Küche und Wintergarten verteilt. Man mag über diese Testform lachen, aber sie zeigt meistens wunderschön, wo Staubsaugerroboter aller Preisklassen so ihre Probleme haben. So wird beispielsweise Salz  – klein, leicht und kristallin – auch gerne mal an Orte bugsiert, die schon abgefahren wurden.

Vorher, Teilausschnitt

Nach der ersten Reinigung

Und an den Kanten zu Teppichen oder Brücken sammelt sich der Schmutz, den der 360 S7 mit seinen 2.000 pa auch nicht wegzieht. Einmal reinigen reicht unter Umständen nicht, manchmal darf es ein zweites Mal sein – oder man saugt gleich von Hand. Auch der 360 S7 hat das Problem aller Staubsaugerroboter, dennoch war die Saugleistung in meinem Test subjektiv ebenso, wie ich sie von einem S50 oder S6 von Roborock kenne.

Der 360 S7 unterstützt diverse Modi, Standard, Leise oder Turbo und reinigt je nach Einstellung. Kommt ein Teppich ins Spiel, dann wird automatisch etwas mehr „Gas“ gegeben. Und wo wir beim Thema Teppich sind, schwenke ich dann auch mal gleich zur Wischfunktion. Da verhält es sich wie bei den meisten Staubsaugerrobotern. Sie kehren mit der vorderen und mittleren Bürste den Dreck weg und wischen dann mit dem Tuch nach, welches sich am anklippbaren Wassertank befindet. Der 360 S7 weiß nicht automatisch, wo sich Teppiche befinden.

Wischt man, wird auch über den Teppich gewischt. Des Rätsels Lösung, die der 360 S7 bietet: Er bietet ja virtuelle Mauern und generelle No-Go-Bereiche, hat aber auch einen speziellen Reiter für Bereiche, die nicht gewischt werden sollen. Bedeutet: Ihr definiert nicht zu wischende Bereiche auf eurer Karte, diese werden ausgespart, beim normalen Saugvorgang werden diese aber logischerweise mitgesaugt. Prinzipiell gut, doch muss man natürlich schauen, dass man die No-Mop-Area passend setzt, sonst wird zu viel Fläche ausgespart. Ansonsten: Gute Wischleistung, natürlich nicht vergleichbar mit dem Wischen per Hand, zudem sollte man bei mehreren Räumen auch daran denken, das Tuch regelmäßig zu reinigen.

Und nein: Man lässt den Staubsaugerroboter nicht wirklich Ketchup und Ähnliches wegwischen – durch den fehlenden Druck und die nicht vorhandene punktuelle Extraleistung ergibt so etwas nur wenig Sinn. Und für Leute, die wie ich in manchen Räumen schwarze Glanzfliesen haben. Es gibt da die Werbeaussage: „Hinterlässt keine Wasserflecken auf dem Boden.“ Glaubt ihr nicht. Ihr werdet es sehen, wenn ihr zu den Menschen gehört, die ihre Fliesen reinigen.

Keine Chance für den 360 S7

Das will ich auch erwähnt wissen: Die App hat einen speziellen Modus, damit der 360 S7 besonders vorsichtig mit Hindernissen umgehe – das funktioniert gut und soll auch empfindliche Möbel schonen (Collision protection mode). Hindernisse überfährt der Roboter bis zu 2 cm, das klappte gut (außer wie üblich mein hochfloriger IKEA-Teppich) – ebenso die Sturzerkennung, der 360 S7 fuhr nicht meine Treppe hinunter. Die App arbeitet sehr performant, in ihr kann man auch Zeiten für den Roboter angeben, in denen er nicht starten oder Mitteilungen ausgeben soll, des Weiteren lassen sich die LEDs deaktivieren.

Eine Art Fazit? Tja! Es kommt auf die Ansprüche an. Englisch geht gar nicht? Dann fällt der 360 S7 derzeit für euch raus. Rein technisch gibt es nur minimale Unterschiede zum Roborock S6, aber preisliche und nur minimal App-technische: Eine No-Mop-Zone kann der Roborock nicht, dafür aber mehr Atem beim Reinigen großer Bereiche. Von der reinen Leistung habe ich ehrlich gesagt in wirklich zahlreichen Saugvorgängen kaum einen Unterschied festgestellt, ich würde aber den Roborock S6 weiter vorne sehen.

Der 360 S7 ist bei Gearbest erhältlich, daher habe ich das Modell. Gearbest hat derzeit wohl noch Codes (SPS7ROBOT) im Angebot, die man an der Kasse angeben kann, diese senken den Preis (geschaut am 28. August 2019) auf 373 Euro. Als Vergleich der Roborock S6: 515 Euro. Da steht für mich natürlich im direkten Vergleich der Gewinner mit dem 360 S7 fest – und zu anderen Geräten wie Vorwerk oder Neato brauche ich da kaum noch schauen. Dennoch hoffe ich auf ein Update beim 360 S7 – eine Etagen-Erkennung wäre super.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. Für mehrere Etagen gibt es den 360 S7 Plus

  2. Bei dem Roborock S6 kann man bei der Hauptbürste die seitlichen Führungen von der Welle abnehmen, um die dort gesammelten Haare leicht zu entfernen. Bietet dies der 360 S7 auch?

  3. Weltraummann says:

    @Caschy,
    würdest du den S50 nach wie vor als Favorit empfehlen, oder dann doch eher den/einen Nachfolger?

  4. der Wassertank, der Staubbehälter sowie die Aufnahme der Bürsten sieht mir eins zu eins aus wie beim Roborock S5

  5. @Caschy: Der S7 soll eine Teppicherkennung haben, dass er eben keine Teppiche wischt.
    Scheinbar ist diese Funktion allerdings wohl noch nicht fertig oder fehlerhaft, sodass man wohl auf ein Update warten muss.
    Dies ist also m.M.n. ein erheblicher Unterschied zum Roborock, sofern das Feature wirklich mal funktionieren wird.

    „Der S7 kommt mit schönen Features daher. Neben LDS-Raumvermessung, hat er außerdem eine Teppicherkennung an Board. Diese ist, vor allem während des Wischvorgangs super, da er die Teppiche meidet und man so keine nassen, bzw. feuchten Teppiche befürchten muss. Allerdings funktioniert diese Teppicherkennung in der Praxis tatsächlich noch nicht. Da muss man wohl noch auf ein besseres Firmware Update warten.“ Quelle: https://raspberryundco.de/360-s7/

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