Avatar: Frontiers of Pandora angespielt: Mit Ubisoft einen Ausflug nach Pandora wagen

Die „Avatar“-Filme sind sicher nicht die gehaltvollsten, wenn es um die Story geht. Sie gehören jedoch zu den Filmen, die technisch aufwendig zeigen, wie man bildgewaltig eine neue Welt auf die Leinwand bringt. Zwischenzeitlich fühlte sich „The Way of Water“ eher an wie eine Natur-Doku und weniger wie ein Action-Streifen. Sei es drum. Ubisoft hat sich vor einiger Zeit die Lizenzen zur spielerischen Umsetzung von Pandora unter den Nagel gerissen und kürzlich „Frontiers of Pandora“ veröffentlicht. Ich habe nun einige Stunden in Pandora verbracht und bin ein wenig hin- und hergerissen.

Fangen wir bei der Story an, von der ihr leider wenig Tiefe erwarten solltet. Ihr seid ein Na’vi, der zusammen mit anderen eurer Art als Kind von Menschen entführt wurdet. Ihr wachst im Umfeld von Menschen auf, lediglich eine Na’vi-Lehrerin schult euch in allem, was interessant ist. Diese Lehrerin ist jedoch nur ein Avatar eines Menschen. Jedenfalls flüchtet ihr irgendwann aus der Gefangenschaft und findet euch etwas hilflos in der riesigen Welt von Pandora wieder.

Dort lernt ihr neue Clans mit etlichen Side-Quests, Hintergrundgeschichten und mehr kennen. Die Handlung dreht sich also um den Kampf der Na’vi gegen die Menschheit (RDA) und viel tiefer geht es eigentlich nicht – im Prinzip der Plot der Filme. Selbst euer Charakter bleibt während des Spiels bedauerlicherweise zu blass.

Allmählich bekommt ihr neben dem Bogen und einem Schleuderstock weitere Waffen in die Hand, mit denen ihr den Gegnern der RDA den Garaus machen könnt. Ubisoft bedient sich dabei ähnlicher Mechaniken, die man auch in Titeln wie „Horizon Forbidden West“ oder auch „Far Cry“ wiederfindet. So seht ihr in einer speziellen „Na’vi“- oder Fokus-Sicht gelb hinterlegt die Schwachstellen der Gegner und könnt mit Schüssen darauf mehr Schaden erzielen.

In Pandora selbst lernt ihr auch Pflanzen und Tiere kennen. Dabei hat euer Charakter auch Bedürfnisse. So muss er unter anderem auch essen. Dafür pflückt ihr Früchte von Pflanzen (das Pflücken selbst ist dabei weitestgehend ein Mini-Spiel) und jagt Tiere, deren Fleisch ihr auch verwerten könnt. An Kochstellen in den Basen könnt ihr dann selbst Rezepte erstellen, indem ihr Früchte, Gemüse und Fleisch wild durcheinander mixt. Je nachdem wie gut das Rezept ist, füllt sich euer Essens-Balken um einen bestimmten Prozentsatz.

Die Welt selbst ist auf der PlayStation 5 schon ungemein schön, detailliert und voller Pflanzen und anderem Zeug. Überall gibt es Dinge, die man entdecken kann, Pflanzen, die ihr in eurem Logbuch dokumentieren könnt und vieles mehr. Dabei öffnet sich während des Spiels eine Vielfalt, die beeindruckend ist. Die Bewegung mit eurem Alter-Ego ist ebenfalls ausgezeichnet gelungen. Da Pandora keine flache Ebene ist, müsst ihr Felsen erklimmen und vieles mehr. Dabei helfen Schlingpflanzen und die gute Umsetzung der Reaktion eures Charakters auf Hindernisse. Es passiert selten, dass man hängen bleibt. Der Charakter reagiert automatisch und flüssig auf die Eingaben und es entsteht somit ein schönes Erlebnis. Die Spielwelt bietet allein unendlich viele Spielstunden, wenn man sich mit Sammeln, Fährtenlesen und Jagen beschäftigt.

Was mich dann jedoch gestört hat, ist die meiner Meinung nach zu häufige Nutzung der Fokus-Sicht. Ihr benötigt diese für das Erkennen von Kisten, Pflanzen und vieles mehr. Weiterhin ist die Navigation nicht ganz ausgegoren. Wegpunkte sind nicht ordentlich markiert bzw. nicht ohne das Schauen auf die Karte erkennbar und so springt man häufig zwischen Bildschirmen hin und her, um sich zurechtzufinden. Hier und da gibt es jedoch Schnellreise-Punkte, die helfen.

Im Laufe der Missionen macht ihr auch Bekanntschaft mit den Ikran – den Flugtieren Pandoras. Ihr müsst euer eigenes zähmen und könnt die Landschaft dann aus der Luft erkunden. Auch hier fällt wieder die technisch sehr gute Umsetzung mit der Snow-Drop-Engine auf.

Im Laufe der Missionen erhaltet ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr euren Charakter verbessern könnt. So könnt ihr unter anderem die Jagdfähigkeiten aufbessern, die Gesundheit erhöhen und vieles mehr. Spezielle auf der Karte verteilte Pflanzen schalten auch besondere Na’vi-Fähigkeiten frei. Die Quests sind leider nicht besonders vielfältig und es stellt sich schnell Wiederholung ein. Ihr müsst beispielsweise oft Hinweise in einer Gegend finden, diese miteinander verbinden und am Ende einer Geruchsspur zum Ziel folgen. Hier würde ich mir mehr Varianten wünschen.

Es stellt sich das klassische Ubisoft-Feeling ein: riesige Map, viele Sidequests à la „Gehe hier hin, tue das, komme zurück“. Ein Shop darf bei Ubisoft natürlich auch nicht fehlen. Hier gibt es nicht nur Kosmetika, sondern auch besseres Gear für den Start. Muss natürlich mit einer virtuellen Währung bezahlt werden, für die ihr Bares hinblättert.

Der Kampf im Spiel gestaltet sich recht gleichförmig und ist mehr auf Stealth als auf plattes auf den Gegner losrennen ausgelegt. Euer Charakter hält nicht wirklich viel aus und so ist es immer am besten, sich leise zu verhalten, Gegner unbemerkt auszuschalten, die Position zu wechseln und so weiter.

Mein Fazit zu Avatar: Frontiers of Pandora: Ubisoft haut hier ein unfassbar schönes Spiel raus, das auf dem PC sicher noch um einiges schöner aussieht, aber auch auf der Konsole schon sehr schick ist. Gepaart wird das Ganze mit dem Avatar-Flair, einer Menge Spielzeit und einem gut designten Bewegungs- und Kampfsystem.

Schwächen gibt es meiner nach bei der flachen Story, der dominanten Fokus-Sicht und der oft unübersichtlichen Navigation. Der Wiederholungsfaktor stellt sich auch schnell ein. Auf jeden Fall ist das Spiel einen Blick wert und könnte euren Pile of Shame bereichern. Ob das zum Vollpreis von happigen 80 Euro sein muss, dürft ihr selbst entscheiden.

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail

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5 Kommentare

  1. Ich dachte schon, dass ich nach über 10 Jahren doch mal wieder ein Ubisoft-Spiel kaufen würde. So wird das aber leider nichts. Wieder das selbe nur in blau ist zu wenig und der Preis ist für ein formelhaftes Fließbandprodukt einfach nur frech. Wirklich schade um die Lizenz.

  2. Bei mir kommt auch erstmal kein Ubisoft Spiel mehr auf den PC. Am Anfang ist man zwar super motiviert nur um irgendwann festzustellen, dass Farcry, AC und Watch Dogs eigentlich fast das gleiche sind, mal weniger gut und mal besser gelungen.

  3. Das Spiel sieht gut aus!

    Aber so wie ich mich kenne, werde ich es eh nie zu Ende spielen, daher kaufe ich das Spiel erst, wenn es unter 15€ kostet.

  4. Sieht schon mal gut aus.
    Gibt es leider nicht bei Steam.

    • Willi Winzig says:

      Und das STEAM-DRM ist jetzt warum genau besser als das UBIsoft-DRM?
      Wenn schon wird das Spiel bei gog gekauft, da dort DRM-frei!

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