Apple schmeißt veraltete Apps aus dem App Store

Apple ist gerade dabei, die Spinnweben aus dem App Store zu entfernen und mal ordentlich durchzufegen. Einige Entwickler, die ihre Apps sehr lange nicht aktualisiert haben, erhalten gerade eine Mail, dass die betroffene App lange nicht mit einem Update versehen wurde und man 30 Tage Zeit hat eine neue Version einzureichen. Sollte das nicht passieren, würde man das Listing entfernen.

Diverse Entwickler beschweren sich nun über das Vorgehen im Netz, da zum Teil natürlich auch Titel betroffen sind, die funktionieren und eine bestimmte Zeit eben nicht aktualisiert werden mussten. Weiterhin soll es wohl auch Apps und Spiele geben, die populär sind und wohl nicht von der Reinigungsaktion betroffen sind. Misst Apple also mit zweierlei Maß?

Auf der Webseite zum App Store Improvement heißt es:

To make it easier for customers to find great apps that fit their needs, we want to ensure that apps available on the App Store are functional and up-to-date. We are implementing an ongoing process of evaluating apps, removing apps that no longer function as intended, don’t follow current review guidelines, or are outdated.

Während ich eine derartige Aktion gut finde, kann ich hauptsächlich die kleinen Entwickler verstehen, die mit der Schnelllebigkeit der Softwarezyklen etc. ordentlich zu tun haben. Weiterhin können Apps / Spiele auch abgeschlossene Projekte sein, ohne die Notwendigkeit zu haben, aktualisiert werden zu müssen. Dennoch: Im App Store tummeln sich leider viele Apps, die von Entwicklern ewig nicht auf den aktuellen Stand gebracht wurden. Da braucht es manchmal auch einen „Schubs“ in die richtige Richtung.

Übrigens hat auch Google vor Kurzem eine ähnliche Aktion bekannt gegeben. Auch da wird sich also etwas tun.

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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33 Kommentare

  1. Einerseits versehe ich die kleinen Entwickler, andererseits auch Apple.
    Gutes Beispiel die allseits beliebte Blitzer Pro App: Zuletzt aktualisiert vor zwei Jahren. Machen wahrscheinlich Kohle ohne Ende und sind nicht in der Lage, zumindest 1x im Jahr die App an die aktuelle iOS Version anzupassen.
    Wenn ich eine neue App suche, dafür auch Geld ausgeben möchte und sehe das diese x Monate / Jahre nicht aktualisiert wurde, greife ich in der Regel zu einer App die aktiver gepflegt wird. Auch achte ich auf gepflegte Release Notes.

    • Na da sei doch froh, dass Apple nicht auf den Trichter kommt, Apps in DE zu löschen, deren Nutzung hier nicht erlaubt ist. Blitzer-awarner zB

      • Blitzer Warner sind in D nicht verboten. Der Beifahrer darf diese nutzen, lediglich als Fahrzeugführer ist die Nutzung während der Nutzung untersagt!

        • Trotzdem überflüssigste App ever. Einfach an die Verkersregeln halten und schon haste die paar Euros für die App gespart. Es kann manchmal so einfach sein…

          • Inwiefern habe ich dann Geld gespart? Ich habe weder Auto, noch diese App, wie kommst Du darauf? Verwechselst Du mich mit jemandem?

            • Lieber Helmut, es bezog sich darauf, dass diese Art Apps in Deutschland nicht verboten ist, deiner Info nach zumindest nicht für den Beifahrer. Daraufhin regte ich an, dass diese Art von Apps sowieso völllig überflüssig (egal ob für Fahrer oder Beifahrer) ist wenn man sich an die Verkehrsregeln hält. Dann kann man (auch du oder eben auch nicht) sich diese paar Euros sparen. Nicht mehr, nicht weniger. Alles ist gut.

    • Geht mir auch so. Schaue immer in die Changelogs und wenn da schon nur steht „Wir haben unsere App besser gemacht“ reicht das schon, um zu wissen, dass sich da keiner allzu viel Mühe gibt. Dafür sind Changelogs nämlich nicht da.

      Den Rest handhabe ich wie du. Wenn da seit einem Jahr kein Update kam, ist das schon immer ein schlechtes Zeichen. Weil iOS zumindest einmal im Jahr meist geringe Änderungen braucht und alle aktiven Entwickler zumindest darauf reagieren. Muss ja nicht wie Welt verändern, nur kurz zeigen, dass aktiv entwickel twird.

      • Wenn aber ein Game ohne Probleme auf den neuesten Geräten funktioniert, wieso updaten?

        Ich benutze immer noch (gekaufte) Apps, die nur das alte 16:9 pre-Notch Layout haben und ich will nicht auf die neueste Version umsteigen, weil der Entwickler für die neue Version Geld und, was ich noch schlimmer finde, eine Registrierung verlangt.
        Die alte Version läuft ohne Probleme und macht, was sie soll, aber bald wird Apple sie entfernen und bei einem neuen iPhone werde ich eine neue App suchen müssen.

  2. Richtig so! Ich hab Apps die dringend ein Update bräuchten aber es passiert schon Jahre lang nix. Wenn man dann eine Bewertung schreibt kommen Antworten wie: Wir arbeiten dran. Aber es passiert nix.

    • Und bald wirst du die App nicht mehr haben, weil der Entwickler keine Ressourcen für sie hat und Apple sie enrfernen wird ¯\_(ツ)_/¯

  3. Prinzipiell eine gute Sache die gerne Google ebenfalls durchführen dürfte. Dort tummeln sich im Play Store unzählige Apps die hoffnungslos veraltet sind.

  4. Würde es für die Indie Entwickler nicht reichen einen Text in der App umformulieren und das als Update einzuspielen, oder geht es da eher um die Ausweisung der Datennutzung, die ja inzwischen verpflichtend ist.

    • Welche „Anweisung der Datennutzung“ meinst Du? Links, Dokumente oder Belege wären schön, damit man das verstehen kann. Oder ist das nur eine empfundene Anweisung?

      • AUSweisung der Datennutzung, richtig lesen. Gemeint ist die Liste unter jeder App im Store, in der die Entwickler angeben müssen, welche Art von Daten erfasst und für Tracking benutzt werden.

    • Jein … ein echtes Update ist nur wenn auch eine neue Version hochgeladen wird. Das Problem ist das diese auch mit einer mehr oder weniger aktuellen XCode Version erstellt sein muss und da wird bei vielen das Problem liegen das sie erst ihren Code anpassen müssten damit der mit der neuen Version kompiliert.

    • Erstmal muss der Indie-Entwickler einen aktuellen Mac mit dem neuesten XCode haben.

      • Whiskyfire says:

        So aktuell muss der Mac nicht sein. XCode verlang BigSur und das läuft auf Macs von 2015. Es reicht auch wenn man einen älteren Mac hat und einen neuen Windowsrechner, dann kann man seine Apps mit VisualStudio schreiben und diese mit einer Mac-Kopplung auf dem Windowsrechner kompilieren lassen.

  5. Feiern wurde ich das jetzt nicht unbedingt. Es werden auch Apps gelöscht die man vielleicht teuer gekauft hat. Es gibt zum Beispiel Hifi-Anlagen, die unter Umständen jahrelang benutzt werden, deren Herstellung aber längst Geschichte ist. Was soll der Nutzer machen wenn er ein neues iPhone kauft? Die Anlage Wegschmeißen? Bei der Marantz Consolette habe ich das selbst erleben müssen, da blieb nur der Griff zu einem Android Smartphone, da gibt es heute noch die App. Ich habe etliche Apps verloren, darunter mehr als 5€ teuere Apps, die Apple im Laufe der Jahre gelöscht hat, zum Beispiel Infinity Blade 1-3, ein nettes Spiel mit toller Grafik, ich kann es nicht mehr runterladen. Bei einem Akku-Tausch war die App unwiederbringlich gelöscht.

    • Apps die du gekauft hast, bleiben für immer in deinem Konto. Unter gekauft.
      Nur können andere die App nicht mehr neu kaufen.

      • @ Legomio

        wie wäre es denn mal mit einem Backup?? Außerdem bleiben alle App´s unter „gekauft“ ebenso findet man beim Playstore seine App´s unter „App´s und Geräte verwalten“

      • Das ist falsch! Ich habe die genannten Games auch damals gekauft und kann sie nicht mehr laden. Wenn Apple Apps rausschmeisst, gilt das für alle, auch Käufer.
        Finde ich persönlich ein ziemlich mieses Verhalten von Apple. Sie sollten gekaufte Apps auf extra Server lagern, wovon Käufer sie sich jederzeit runterladen können. Oder eine Apps-Backup/Restore-Möglichkeit schaffen, wie früher über iTunes.

        • Das gibt es bereits! Wenn du im AppStore oben über dein Konto in „Meine Käufe“ wechselst, kannst du bereits gekaufte apps (auch nach ihrem entfernen aus dem AppStore) erneut herunterladen. Nur an nicht mehr kompatible Apps kommst du nicht mehr ran.

    • Ich habe gerade noch mal nachgeschaut, unter „Gekauft> Meine Käufe“ finde ich alle Apps, die ich bisher gekauft oder geladen habe. Auch solche die nie auf meinem aktuellen iPhone installiert waren.

      Da sind einige Apps dabei, die sind seit 11 Jahren nicht aktualisiert wurden, die findet man so auch nicht mehr im Store. Einige kann ich tatsächlich auch nicht mehr installieren, was aber allein daran liegt, dass die Entwickler die App natürlich nicht auf neuere iOS-Versionen (wichtig vorallem die Umstellung von 32-Bit auf 64-Bit, zur Erinnerung 64-Bit war für Neu-Apps ist seit 2015 Pflicht und für Alt-Apps ab iOS 11) umgestellt haben.

      Infinity Blade ist allerdings eine andere Geschichte, das hat seine Ursache wohl in dem Streit zwischen Apple und Epic Games.

      • > unter „Gekauft> Meine Käufe“ finde ich alle Apps

        Ich aber nicht. Apps verschwinden.
        Das habe ich selbst erlebt beim Spiel X-Com – ein Paar Jahre nach dem Kauf war die App komplett weg.

  6. Manche Apps verdienen auch komplett zu fliegen. Sennheiser mit der Memory Mic App zum Beispiel. Habe das Ding zum Release gekauft und die App funktionierte nie durchgehend. Ohne kannst du das Mic aber nicht nutzen. Nach jedem iOS Update brauchte Sennheiser quasi ein Jahr für ein Update. Das geht nicht! Dann lieber rausschmeißen und den Entwickler sperren, um Kunden zu zeigen, dass da eben nichts funktioniert.

  7. Und damit noch mehr Elektroschrott produzieren, total super Idee!
    Das die App unter Käufe trotzdem noch länger zur Verfügung steht, würde ich mich jetzt auch nicht verlassen.

  8. Wenn Apple oder Google die Ressourcen nicht haben, um Apps selber zu testen, sollten sie halt die Nutzer-Kommentare und Bewertungen zu Rate ziehen, aber doch nicht routinemäßig durchfegen. Ich finde das ein ziemlich unverschämtes Verhalten. Außerdem führt es nur dazu, dass die App neu übersetzt wird. Eine Qualitätsmakel ist das Alter an sich nicht.

  9. Das Problem dabei:

    – Die Entwicklungsumgebung für den alten Code lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf aktuellem Mac installieren. Schafft man es doch irgendwie das zum Laufen zu bekommen oder am Leben zu halten, wird der Upload der App abgelehnt weil: Muss mit neuestem Framework, aktuellen Icon-Assets u.v.a.m. gebaut werden

    – Hat man nun keinen aktuellen Mac oder aus guten Gründen nicht das aktuellste macOS, lässt sich eine aktuelle XCode-Version gar nicht erst installieren. Man braucht nun also entweder ein macOS-Update – Was nicht in jedem Fall eine gute Idee ist wenn man auf dem Gerät noch andere Dinge tut – oder gleich einen neuen Mac.
    … um dann den Code ggf. anzupassen, neue Grafiken zu bauen etc.

    Es entwickeln auch nicht alle rein mit XCode und Objective-C oder so… Da sind auch Umgebungen wie Xamarin oder Flutter am Start. Wenn man nun einen alten Code wieder anfassen soll, macht es das nicht leichter – und mindestens im Fall von Xamarin oft wirtschaftlich unmöglich wenn man da ein größeres Update fahren muss um dann erstmal wieder alle Fehler zu suchen die man nicht selbst verschuldet…

    Und das alles, damit Apple eine voll funktionsfähige App nicht aus dem Store wirft? Schlechte Entscheidung.

    Ich selbst verdiene mit einer App ein kleines Taschengeld und habe die auch seit Jahren nicht mehr angepasst. Könnte ich gar nicht, weil ich die Entwicklungsumgebung dafür so gar nicht mehr installiert bekäme und wenn – siehe oben. Wäre ein ziemlich großer Aufwand der sich für mich nicht lohnt. Aber gut, ich muss davon nicht leben und wenn das weg wäre, dann wäre es eben so.
    Ich zahle Apple 99,- €/Jahr für den Entwickler-Account, dafür, dass ich eine Mini-App dort verkaufen darf und auch kann… Ich fand das immer fair, auch die 30% fand ich fair. Wenn Apple nun für das Geld was sie bekommen solche Nummer durchziehen, kann ich den Unmut bei den Betroffenen sehr gut verstehen

  10. Wie Legomio und andere schrieben, ist besonders bei einigen HiFi-Herstellern die App oft nur „Beiwerk“ und Verkaufsargument für die geräte wenn sie neu im Markt sind. „Muß ja heutzutage eine App haben“. Wenn dann ein paar Jahre vergangen sind, werden weder App noch das Gerät weiter mit Updates versorgt. U. U. gehen sogar Schnittstellen verloren, z. B. zu Streamingdiensten. Da sind Firmen wie Sonos , die konsequent auf Internetnutzung und App-Steuerung ihrer Hifi-Produkte aufbauen , was diesen Zweig der Systempflege angeht zuverlässiger: Selbst die Sonos App für die ältere hardware wird immer noch weiter gepflegt. Schade Legomio daß Deine Consolette nicht mit dem Logitech Media Server der alten Squeezeboxen läuft den Server kann man immer noch selber lokal installieren und damit z. B. alte Squeezebox-hardware vorm Recycling-Hof retten.

  11. Das machen sie nicht erst seit neustem ..
    Ich bekomme diese Mails 1-2 mal im Jahr für verschiedene Apps und Entwicklerkonten .. Gibts ewig und das ist auch gut so ..
    Zumindest wenn es um ObjC/Swift Code geht, halten sich die nötigen Anpassungen meist in Grenzen. Ohne das, wäre der Store vermüllt mit Software die nicht mehr läuft, weil die zugrunde liegenden APIs sich verändert haben.
    Wie so oft gilt „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ ..
    Und mit Konsolensoftware (für Geräte, die seit 10 Jahren keine Updates mehr bekommen haben) kann man so etwas einfach nicht vergleichen .. schon aus rein sicherheitstechnischen Gründen nicht ..

    • Spiele, die keine API verwenden und somit nur in ihrer Sandbox laufen, sind doch kein Sicherheitsrisiko, ansonsten ist an der Sandbox etwas kaputt.

  12. Es wäre so einfach, anstatt die App ganz zu löschen eine entsprechende Warnung anzeigen. „Diese App ist für eine ältere Betriebssystem-Version erstellt, dieses kann sich negativ auf das Nutzungserlebnis auswirken. Bitte wenden sie sich bei Problemen an den Entwickler.“

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