Ampel erkennt per Computer Vision, ob Passanten über die Straße möchten

Ihr seid zu Fuß in der Stadt unterwegs und müsst ein paar Straßen überqueren. Oftmals stellt man sich an Fußgängerampeln an, die man per Druck auf einen Knopf zum Umschalten auf Grün bewegen kann. Das passiert meist auch nicht sofort, sondern erst nach einer mehr oder weniger langen Wartezeit und habt ihr die Hände voll, ist es auch schwierig besagten Knopf zu betätigen. Die TU in Graz hat nun zusammen mit der Günther Pichler GmbH ein Kamera-System entwickelt, das an der Ampel befestigt wird.

Dieses analysiert die Umgebung, erkennt Passanten per Computer Vision und ist außerdem in der Lage, abzuschätzen, ob die Fußgänger über die Ampel möchten. Ist das der Fall, leitet das System automatisch den Umschaltvorgang ein und schaltet rechtzeitig auf Grün. Erkennt das System, dass Passanten sich umentschieden haben, bricht der Vorgang ab. Das soll Wartezeiten für Fußgänger reduzieren und einen flüssigeren Straßenverkehr ermöglichen. Wer sich nun Gedanken macht, sein Gesicht könnte im System auftauchen und an irgendwelche Behörden gesendet werden, der kann sich wieder beruhigen. Die Kamera erkennt lediglich das Objekt „Passant“ und keine Gesichter, außerdem verlassen die Daten das System nicht über das Internet, sondern werden lokal aufgenommen, ausgewertet und verfallen wieder.

Bis 2020 möchte man zusammen mit der Günter Pichler GmbH die Fußgängerampeln durch das System ausgetauscht haben. Die technischen Details könnt ihr in der Pressemitteilung der TU Graz nachlesen.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

15 Kommentare

  1. Peter Brülls says:

    Wie wäre es mit dem umgekehrten Fall? Ampeln zeigen grundsätzlich rot und für Fußgänger grün und schalten nur dann um, wenn sich ein Auto nähert und langsamer wird?

    • Würde, zumindest in Großstädten, wohl zu Dauer-Grün für Autos und Dauer-Rot für Fußgänger führen…

    • Würde in einem Verkehrschaos enden. Der Verkehr würde andauernd ins Stocken kommen, weil die Leute von Weitem die rote Ampel sehen und abbremsen würden, die Ampel wiederum würde auf Grün schalten. Bis der ausgebremste Pulk wieder in Fahrt kommt würde es sich immer weiter stauen.

      Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, würden die Leute auf rote Ampel drauf halten, „Schaltet bestimmt gleich um“ – zack, platter Passant.

  2. Alles mist, ohne grüne Wellen für Autos wird der Auspuffausstoss noch mehr zunehmen da mehr Anfahrvorgänge nach dem Abbremsen von nöten sind. Die Fußgänger können auch mal warten wie auch andere auch. Den kompletten Verkehrsfluss zu unterbrechen wegen eines Fußgängers ist nicht sinnvoll, gar ehe schädlich.
    Da müßte wenn die ganze Infrastruktur in Gänze umgebaut werden, solche Unterbrechungen zwischen den normallen Grünwellen nur an Bestimmten Punkten zu Bestimmten Zeiten möglich sein und nicht grundsätzlich, im Bezug auf Umweltbelastung durch die Autofahrer & Co.
    Solche Ampelsysteme in einer Stadt sind sehr sehr komplex und varieeren stark von der Uhrzeit ab. Wenn die Infrastruktur steht und gar die Fahrzeuge mit dem System kommunitieren dann ist sowas grundsätzlich erst für jede Ampel machbar was Fußgänger und sonstige Überquerer angeht.

    • Auto fahren in Städten, sollte so unattraktiv gestaltet werden, dass die Autofahrer freiwillig, auf den ÖPNV umsteigen oder mit dem Rad fahren.
      @DOT2010 weshalb sollten Fußgänger auch mal warten, Autos sollten warten und Rücksicht nehmen, statt Fußgänger.
      Und Dein Argument mit dem Schadstoffemissionen …. naja merkst‘e selber oder?

      • Es sollte einfach nur besser organisiert werden. Nicht jeder wohnt in einer Stadt mit brauchbaren ÖPNV. Ich würde in meiner Stadt nicht auf den ÖPNV angewiesen wollen. Wegen einem 20 min. Friseurbesuch 1 std. unterwegs sein? no way. Der Friseur würde mich nie wieder sehen.

        • In jeder Stadt, kann brauchbarer ÖPNV organisiert werden. In vielen Städten, ist der Verkehr sowieso kurz vor dem absoluten Kollaps, von daher ist ein Umdenken, sowieso nötig.

        • Wenn du so lange zum Frisör brauchst, dann könntest du dir tatsächlich auch einfach einen näheren suchen.

      • Was du meinst ist Innenstädte nicht ganze Städte/Ballungsgebiete. Je länger ein Auto an einer Ampel steht desto mehr sinnlose Abgase werden dabei produtiert. Je mehr grüne Wellen desto weniger Umweltbelastung entsteht. Kein Plan wo du da nicht durchblickst, ist doch ein Vorteil für alle dafür müssen zwar nicht aber sollten Fußgänger zurückstecken, schließlich sind sie die Ersten die das einatmen.
        Bei uns wurde lediglich eine Straße in eine Richtung gesperrt, mittlerweile haben wir in der kleinen Innenstadt auch SCHACHSINNIGERWEISE Umweltzone, nur damit die Leute weitere Strecken rundumfahren und POLITIKERDÄMLICHerweise MEHR Schadstoffe dabei produtieren, danke wieder mal an die Hirnverbranten.

  3. Wäre schön wenn das Kamerasystem so gut ist, zu erkennen, ob die person welche die straße überqueren möchte , z. b. gehbehindert oder sehbehindert ist. Dann könnte automatisch die Grünphase für den fussgäner verlängert oder ein akustisches hinweissignal zugeschaltet werden .

  4. Ist doch Blödsinn. Man kann ja als Autofahrer schon kaum die Gedanken des Fußgängers lesen. Will der Fußgänger wirklich über den Zebrastreifen oder steht er nur dort rum? Die billige einfache Variante mit dem Anforderungsschalter hat zudem den Vorteil, dass keine Kamera den Raum überwacht.

  5. Gibt noch eine andere Lösung: Ampel schaltet auf Fußgänger-Grün, sobald einer drückt.

    Das ist doch letztendlich das, was der Fußgänger will, schnell rüber kommen.

    Wenn die Ampel aber nicht schnell umschalten kann, dann bringt auch eine Videoerkennung nichts.

  6. Zum Thema „Fussgänger könnten auch mal warten“ eine kleine Anekdote aus der Hamburger Innenstadt:

    Hier wurden im Zuge der „Busbeschleunigung“ viele der Bushaltestellen auf Inseln inmitten der Straße verlegt. Zudem sind die meisten Ampeln hier so geschaltet, dass diese zu Berufsverkehrszeiten länger grün sind für Autos.

    Das führt dann zum Nebeneffekt, dass man als Fussgänger an einer Ampel steht um auf die Businsel zu kommen. Autos rasen vorbei. Der Bus kommt, lässt Leute raus, lässt neue Leute rein. Man steht noch immer an der Ampel und Autos rasen vorbei. Der Bus schliesst die Türen und wartet auf die Fussgängerampel, die über die Busspuren führt (zwischen den Businseln). Man steht immer noch an der Ampel und Autos rasen vorbei. Die Bus bekommt grün und fährt los. Man steht immer noch an der Ampel, doch jetzt ist sie immerhin bereits Gelb für die Autos. Bus verpasst, man steht als Fussgänger seit 1 Min und 45 Sek an der roten Ampel. Hauptsache der Autoverkehr fliesst, nicht wahr?

    • Also wenn die Autos „vorbei rasen“ scheint es mit dem Verkehrskollaps ja gar nicht so weit her zu sein, wie gerne wieder behauptet wird. Kann ich auch für Hamburg auch so bestätigen. Aber es gibt natürlich immer wieder Personen, die so etwas herbei-regulieren wollen. Und sie werden es auch sicher irgendwann schaffen. Ich gehe nur davon aus, dass die Schmerzgrenze des Individualverkehrs deutlich höher ist als erwartet. Die Frage ist ja immer: Wie viel Stauzeit ist der Autofahrer bereit zu ertragen. Und warum sollte er umsteigen, wenn die Busse im gleichen Stau sehen, also stellt er sich selbst mit an. Bleiben nur die in gewissen Kreisen so beliebte Verbote. Ich denke dann wird sich der Nutzer anders ausrichten, aber bestimmt nicht umdenken. Aus Trotz wird dann halt anders gefahren und nur im Notfall auf den ÖPNV zurückgegriffen.

  7. Seht doch mal das Große Ganze…mit solchen Kameras kann man ein komplettes Verkehrslagebild einer Stadt abbilden und an Schlüsselstellen den Verkehr viel besser regeln. Es ist ja ein Unterschied ob 30 Personen über die Straße wollen (Richtung Bahnhof) oder eine einzelne Person (Richtung Naturschutzgebiet).
    Stoßzeiten oder Großereignisse lassen sich somit viel besser managen, man kann jetzt überhaupt erst einmal maßgerecht eingreifen.
    Das mag an der einzelnen Ampel nicht zu erkennen sein, im Große und Ganzen kann man mit sowas super Verkehr lenken.

Schreibe einen Kommentar zu DOT2010 Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.