20th Century Studios nimmt offenbar von HDR10+ Abschied

Mit HDR10+ ist es so eine Sache: 2017 stampfte man den Standard als Erweiterung von HDR10 und natürlich auch als Konkurrenz für Dolby Vision aus dem Boden. Zu den wichtigsten Gründungsmitgliedern zählten neben Samsung und Panasonic auch 20th Century Fox (mittlerweile 20th Century Studios). Panasonic fährt allerdings schon lange zweigleisig und unterstützt gleichermaßen Dolby Vision. Die 20th Century Studios wenden sich offenbar still sogar gänzlich von HDR10+ ab.

Es ist kein Geheimnis, dass primär Samsung noch mit voller Energie hinter HDR10+ steht. Die meisten anderen Partner nutzen mittlerweile auch Dolby Vision. Bei den 20th Century Studios hat sich da offenbar vor allem ein Abschied abgezeichnet, seit Disney das Zepter schwingt. Schon 2019 veröffentlichte man seinen ersten Kinofilm „Alita: Battle Angel“ mit Dolby Vision. Und die letzten Filme des Studios haben sich dann ebenfalls allesamt bei ihren digitalen Veröffentlichungen auf HDR10 und / oder Dolby Vision beschränkt. Als Beispiele sind „Ad Astra“, „The Call of the Wold“ und auch „Wendy“ zu nennen.

Verwunderlich ist diese Entwicklung nicht: Disney unterstützt schon lange Dolby Vision, auch für seinen Streaming-Dienst Disney+, zeigte aber an HDR10+ nie ein Interesse. Kommentieren wollte das Studio die Vorgehensweise nicht, aber sieht man sich eben bei den Veröffentlichungen der 20th Century Studios um, dann ist im Grunde auch kein Kommentar notwendig. Für HDR10+ verheißt das aber eine noch schwierigere Zukunft, denn Samsung wird da immer einsamer als größer Verfechter der Technologie.

Ein paar gute Nachrichten gibt es aber auch für das Format: Warner Bros. und Universal veröffentlichen weiterhin Ultra HD Blu-ray mit HDR10+, etwa setzt „Doctor Sleep“ sowohl auf HDR10 und Dolby Vision als auch auf HDR10+. Exklusive Unterstützung für HDR10+ ist aber eben rar geworden, denn niemand mag Dolby Vision wohl so recht außen vor lassen – bis auf Samsung. Bleibt eben die Frage, wie lange die Südkoreaner das noch durchhalten werden, bevor sie ebenfalls Dolby Vision einbinden – ich bin mir sicher, dass da bereits ausreichend Kundenanfragen eingehen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Kluge Entscheidung

  2. Es ist immer wieder erstaunlich,wie einzelne Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen wollen und dass nicht nur im TV-Segment,aber dann immer wieder kläglich scheitern.
    Anstatt mal von Anfang an auf einen Standard gesetzt wird,nein lieber werden Millionen und Milliarden verbrannt.
    Die Hersteller werden es anscheinend nie lernen.

    • Der Hauptgrund gegen Dolby Vision waren eben die Lizenzkosten die Dolby dafür verlangt. Das wollten nicht alle akzeptieren.
      Dolby Vision ist das technisch beste HDR Format, daran besteht kein Zweifel.
      Ist eben ärgerlich für Besitzer Von Samsung Fernsehern, da diese wohl als einzige, kein Dolby Vision unterstützen.

  3. Fehlendes Dolby Vision (und HDMI 2.1 (eARC) nur für 8k) ist ein wesentlicher Grund warum Samsung beim TV auf der never-buy Liste bei mir steht.

  4. Zum Glück habe ich den Philipps letztes Jahr nicht gekauft. Der hatte nur HDR10+. Das normale HDR ist für mich ein Feature das ich nicht brauche. Ich empfand es sogar so dass das Bild schlechter wurde. Ich habe es sogar ausgeschaltet.

    • Also der OLED 804/954 vom letzten Jahr hat auch Dolby Vision; das war quasi die wichtigste Neuerung bei den 2019er Modellen. Das fehlende Dolby Vision war bei mir zuvor der Grund, warum ich auch auf den Kauf eines neuen Philips-TVs gewartet habe.

  5. Die Qualitätssteigerung bei HDR10+ ist nachweislich nur marginal bis überhaupt nicht vorhanden und oftmals eine ziemliche Mogelpackung. Und auch Dolby Vision kann nicht immer wirklich punkten gegenüber dem normalen HDR Signal von einigen löblichen Ausnahmen mal abgesehen. Die wenigsten Menschen da draußen werden überhaupt nur ein bisschen was von diesen konkurrienden Standards gehört haben bis heute. Stattdessen hat man natürlich lieber 3D im Heimkino wieder abgeschafft – das hatte wenigstens einen wirklichen WOW-Effekt, wenn es richtig gemacht war.

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